Sascha
19.08.2003, 20:22 |
Deutschland Schlusslicht bei der Geburtenrate (Die Welt, 19.08.03), Platz 180... Thread gesperrt |
--><font size=5>Deutschland Schlusslicht bei der Geburtenrate </font>
Berlin - <font color="#FF0000">Mit einer Geburtenrate von durchschnittlich 1,34 Kindern pro Frau belegt die Bundesrepublik Deutschland nach neuesten Berechnungen im weltweiten Vergleich abgeschlagen den 180. Platz - bei insgesamt 191 untersuchten Staaten</font>. Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) kündigte in Berlin gezieltere Hilfen für ärmere Familien an, um <font color="#FF0000">Kinderarmut </font>zu bekämpfen und <font color="#FF0000">zugleich die Entscheidung für Kinder zu erleichtern</font>[Eigener Kommentar: Es wird höchste Zeit diese Entscheidung - notfalls eben mit Geld wenn es nicht anders geht - zu erleichtern. Denn die Folgen sind umso katastrophaler je länger das so bleibt]. Die vom Kabinett beschlossene Beschränkung des Erziehungsgeldes auf einkommensschwächere Eltern rechtfertigte sie mit der angespannten Kassenlage. Die Konsolidierung des Haushaltes liege auch im Interesse nachfolgender Generationen.
<font color="#FF0000">Auch im Vergleich der 15 EU-Länder belegt Deutschland mit seiner Geburtenrate nur den elften Platz </font>- vor Ã-sterreich (1,32), Griechenland (1,30), Italien (1,25) und Spanien (1,22). <font color="#FF0000">Frankreich führt mit 1,89 Geburten pro Frau die Statistik an</font>. EU-weit sind es im Schnitt 1,53 Geburten. In einer reichen Gesellschaft bedeuteten <font color="#FF0000">"heute schon weniger Kinder weniger Wohlstand - und nicht erst nur in Zukunft, wenn das Geld für die Rente fehlt"</font>, sagte Schmidt.
<font color="#FF0000">Die Ministerin räumte ein, dass durch die hohe Arbeitslosigkeit auch eine Zunahme der Kinderarmut drohe</font>. Die von der Regierung beschlossene Einführung eines Kinderzuschlages von bis zu 140 Euro für gering verdienende Eltern bewertete sie als"Einstieg in die Armutsbekämpfung von Kindern". Damit werde zunächst 150 000 Kindern geholfen. Berechnungen der Sozialverbände, dass durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe weitere 350 000 Kinder künftig von Sozialhilfeleistungen abhängig würden, wollte Schmidt nicht bestätigen. Sie wolle darüber mit den Verbänden reden.
Schmidt:"Es hat in Deutschland 20 Jahre gedauert, bis wir das Problem der Altersarmut von der ersten Erwähnung durch Heiner Geißler bis zur Einführung der sozialen Grundsicherung für Ältere gelöst haben." Sie werde dafür kämpfen, dass dies bei den Kindern nicht 20 Jahre dauere.
Das Erziehungsgeld soll nach den Worten von Schmidt künftig"zielgenauer" den Familien zukommen, <font color="#FF0000">die diese Hilfe dringend benötigten</font>. Nach dem Kabinettsbeschluss sollen die Einkommensgrenzen für Elternpaare von bisher 51 130 Euro auf 30 000 Euro Nettoeinkommen abgesenkt werden. Für allein Erziehende ist eine Einkommensgrenze von 23 000 Euro (bisher 38 350 Euro) vorgesehen. Derzeit würden für das Erziehungsgeld jährlich 3,27 Milliarden Euro ausgegeben. Durch die Absenkungen würden 200 Millionen eingespart.
Unionsfraktionsvizechefin Maria Böhmer hielt Schmidt vor, sie sei bereits nach kurzer Amtszeit"Sparbeauftragte und Notstandsverwalterin" geworden. Die Ministerin habe für die Sache der Familien streiten wollen. Nun streiche"sie an allen Ecken und Enden Gelder zusammen, die die Familien wirklich nötig brauchen könnten".
Schmidt sagte dagegen, die Koalition zeige bei ihrer Politik ein"klares familienpolitisches Profil" nicht nur durch die insgesamt bessere finanzielle Förderung. Wesentliche Impulse erwartet Schmidt durch den geplanten Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder unter drei Jahren. Er soll ab 2005 beginnen und 2010 mit einem ausreichenden Angebot abgeschlossen werden.
Dabei will die Ministerin entgegen der Aussage im rot-grünen Koalitionsvertrag auf die Festlegung"starrer Versorgungsquoten" pro Kommune oder Bundesland verzichten und zum Jahresende eine"Zielvereinbarung" mit den Ländern abschließen. Der Bund will dafür den Kommunen 1,5 Milliarden Euro pro Jahr in den Kassen belassen, die durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe frei werden. dpa
Artikel erschienen am 20. Aug 2003
Quelle: http://www.welt.de/data/2003/08/20/156547.html, Die Welt, 19.08.2003
|
Albrecht
19.08.2003, 20:27
@ Sascha
|
Als Konsequenz wird gerade die Einkommensgrenze für Erziehungsgeld gesenkt ;-))) (owT) |
-->
|
Ecki1
19.08.2003, 20:32
@ Sascha
|
Na und? Für eines der am dichtesten besiedelten Länder wohl kaum ein Nachteil. |
-->[img][/img]
|
fridolin
19.08.2003, 20:35
@ Sascha
|
Die Lösung? |
-->Hast Du Dir schon mal überlegt, ob und was Du selbst dagegen unternehmen willst? ;-)
Nee, im Ernst: es wird Dir sicher schon aufgefallen sein, daß die Zahl der Kinder pro Familie nicht sehr viel mit der sogenannten"Kinderarmut" zu tun hat und auch nur bedingt mit anderen finanziellen Rahmendaten. In vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt gehen die Geburtenraten zurück, obgleich es den Leuten dort inzwischen tendentiell(!) besser geht als früher. In ausgesprochen armen Ländern - denen mit wirklicher Armut, nicht der bundesdeutschen Wohlstandsarmut - sind die Kinder sozusagen die Lebensversicherung der Eltern, so daß möglichst viele in die Welt gesetzt werden.
Es hängt sehr viel mit dem individuellen Lebenszuschnitt zusammen. Ehe und Familie bedeuten eben auch, nicht mehr so freizügig handeln zu können. Allein mit dem hier so beliebten"Draufschmeißen" von Geld wirst Du das nicht beeinflussen können.
Gruß
|
Silberfuchs
19.08.2003, 20:38
@ Sascha
|
Da hilft wohl nur noch ein (großflächiger und lang anhaltender) Stromausfall... (owT) |
-->
|
Euklid
19.08.2003, 20:48
@ Ecki1
|
Re: Na und? Für eines der am dichtesten besiedelten Länder wohl kaum ein Nachteil. |
-->Die Schreihälse rufen doch nach Zuwanderung oder?
Ist es jetzt ein Problem oder nicht?
So dicht besiedelt sind wir nun auch wieder nicht.
Immerhin sind die Einwohner je qkm seit der Wiedervereinigung stark zurückgegangen.
Also mit Volk braucht Raum wie Adolf meinte ist wohl nix.
Natürlich ist der Rückgang der Bevölkerung ein Problem.
Oder warum sind die Probleme der RV da?
Das Problem war ja gerade daß man die Rentenbeiträge der hier arbeitenden Ausländer eben nicht zurückgestellt (angespart hat) und dafür die Renten unserer eigenen Landsleute die jetzt in Rente sind über Gebühr nach oben aufgeblasen hat.
Von dieser Problematik hat überhaupt noch niemand gesprochen.Wo sind die Gelder denn geblieben (Beiträge der Ausländer?) die jetzt fällig werden.
Eine asoziale Politik hat dies möglich gemacht.
Daran sind auch die arbeitenden Ausländer hier absolut nicht Schuld.
Wer bezahlt hat soll auch Rechte haben.
Und jetzt sollen die Jungen dafür auch noch strampeln.
|
JLL
19.08.2003, 20:50
@ Ecki1
|
Re: Richtig, obwohl uns alle möglichen Lobbyisten von fein ausgesponnenen... |
-->Schneeballsystemen (deren Nachteil eben ist, dass sie Wachstum bis in alle Ewigkeit benötigen) einreden wollen, wir müssten unbedingt mehr werden oder zumindest gleich viele bleiben und sei es durch"Zukäufe" von außen, zeigt doch ein Blick auf die Bevölerungsdichte und deren Entwicklung, dass wir zumindest nicht zu den unterbevölkerten Regionen gehören - nicht einmal in Europa!
Schönen Abend
JLL
|
Ecki1
19.08.2003, 21:28
@ Euklid
|
Na und? Für eines der am dichtesten besiedelten Länder wohl kaum ein Nachteil |
-->Hallo Euklid
Natürlich ist der Rückgang der Bevölkerung ein Problem.
Oder warum sind die Probleme der RV da?
Nicht wegen des Bevölkerungsrückgangs, sondern aufgrund eines Systems mit unzureichender Diversifikation (nicht alle Eier in einen Korb legen...) - und nicht zuletzt auch wegen unkritischer Kunden dieses Systems.
Das Problem war ja gerade daß man die Rentenbeiträge der hier arbeitenden Ausländer eben nicht zurückgestellt (angespart hat) und dafür die Renten unserer eigenen Landsleute die jetzt in Rente sind über Gebühr nach oben aufgeblasen hat.
Von dieser Problematik hat überhaupt noch niemand gesprochen.Wo sind die Gelder denn geblieben (Beiträge der Ausländer?) die jetzt fällig werden.
Eine asoziale Politik hat dies möglich gemacht.
... und niemand hat dagegen etwas unternommen, aber alle plärren jetzt, da sozusagen das Kind in den Brunnen gefallen ist...
Daran sind auch die arbeitenden Ausländer hier absolut nicht Schuld.
Wer bezahlt hat soll auch Rechte haben.
... die Rechte eines Gläubigers auf Zuteilung einer Konkursquote, oder was wolltest Du sagen???
Und jetzt sollen die Jungen dafür auch noch strampeln.
... tagsüber strampeln, abends poppen, und brav in eine bankrotte"Versicherung" einzahlen? Mal schaun, ob das so hinhaut,
meint Ecki1
|
stocksorcerer
19.08.2003, 22:42
@ Sascha
|
Platz 180... die Macht der Zahlen ;-) |
-->Zitat:
"Mit einer Geburtenrate von durchschnittlich 1,34 Kindern pro Frau belegt die Bundesrepublik Deutschland nach neuesten Berechnungen im weltweiten Vergleich abgeschlagen den 180. Platz - bei insgesamt 191 untersuchten Staaten."
------
Mich interessiert bei so etwas immer:
1. von wann die erhobenen Zahlen sind,
2. von wem sie erhoben wurden, (unter welcher Aegide, mit welcher Zielsetzung)
3. ob eine zulässige Vergleichbarkeit zu anderen Ländern wirklich gewährleistet ist (was zum Beispiel auch das Alter von Frauen (Omis, Teenager) angeht, die mitgezählt wurden). Interessant natürlich auch, ob in verschiedenen Ländern, die verglichen wurden, der Frauenanteil der Bevölkerung gleich ist... [img][/img]...was ja auch bei einem Wechselspiel zur Anzahl der Männer auf Familien und Familienplanung Rückkopplungen zeigen sollte.
winkääää
stocksorcerer
|
stocksorcerer
19.08.2003, 23:01
@ stocksorcerer
|
Apropos: Macht der Zahlen *ggg |
-->Fuzzy Math Or Voodoo Economics?
"With a robust package of at least $550 billion in
across-the-board tax relief, we will help create
more than a million new jobs by the end of 2004."
— G. W. Bush
(Source: The White House)
|
Koenigin
20.08.2003, 18:20
@ Sascha
|
Re: Deutschland Schlusslicht bei der Geburtenrate / nee, nee, nee.... |
-->hola,
ihr habt ja noch Traumzahlen............
dieselbe Statistik hat in Spanien noch größere"Schwachstellen" aufgezeigt:
In Spanien kommen nämlich mit 1,26 Kindern pro Frau im gebährfähigen Alter noch weniger Kinder zur Welt - allerletzter Platz in Europa.
Dafür werden aber die Spanier am ältesten in Europa:
83,23 Jahre im Durchschnitt bei Frauen und 75,83 bei Männern, trotz der Kettenraucherei bringt mit Abstand die höchste Lebenserwartung in der EU.
Dieser Cocktail (wenn er nicht neu gemixt wird...) bringt im Jahre 2040 das absurde Verhältnis von einem (1) Arbeitnehmer auf einen (1) Rentner!!!!!!!- das wird bald die Einsetzung von 4711 Rürup-Kommissionen erfordern...
Das Durchschnittslater der Bevölkerung ist in den letzten zehn Jahren übrigens von 36,5 auf 39,5 Jahre gestiegen.
adios
Dieter Koenig [img][/img]
|
LenzHannover
20.08.2003, 18:23
@ Albrecht
|
Naja, 1 Kind kann man einfach so *mitschleppen*, ab 2 Kinder macht es halt |
-->richtig arbeit und fängt auch an Geld zu kosten. So ist zumindest die Meiung in der entsprechenden Generation, Kinder ja, aber möglichst wenig Arbeit.
|