-->Konjunktur
<font size=5>Rezessionsgefahr im Euro-Raum wächst</font>
20. August 2003 Mit der enttäuschenden Entwicklung der französischen Wirtschaft im zweiten Quartal hat in der Euro-Zone die Rezessionsgefahr zugenommen. Volkswirte schließen nicht mehr aus, daß auch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone in eine Rezession fallen könnte.
<font color="#FF0000">Neben Frankreich haben auch Deutschland, Italien und die Niederlande von April bis Juni ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausgewiesen</font>. In diesen Ländern war das BIP bereits im zweiten Quartal hintereinander gefallen, was nach der angelsächsischen Definition als"technische Rezession" gilt.
<font color="#FF0000">Ausgelöst durch den stärksten Rückgang des privaten Konsums seit sieben Jahren, ging das BIP in Frankreich im zweiten Jahresviertel um 0,3 Prozent zum Vorquartal zurück</font>, wie das nationale Statistikamt Insee am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet. Im Vorquartal war das BIP nach revidierten Angaben noch um 0,2 Prozent gestiegen.
Veronique Riches-Flores von Societe Generale sagte nach der Veröffentlichung der neuen Daten, im dritten Quartal drohe Frankreich ebenfalls eine Rezession. Michael Hume von Lehman Brothers sagte, die konjunkturelle “französische Sonderstellung“ habe nun ein Ende. Damit würde in Euroland ein wichtiger Impulsgeber fehlen.
Schrumpfende Exporte in Deutschland
Das die Summe der erwirtschafteten Waren und Dienstleistungen umfassende BIP hat sich in Deutschland gegenüber dem ersten Vierteljahr um 0,1 Prozent verschlechtert. Schon vom letzten Quartal 2002 auf das erste Quartal 2003 war es zu einem Rückgang von 0,2 Prozent gekommen. Dabei wirkte sich vor allem der Rückgang der Exporte negativ auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft aus.
Auch in Italien war die Wirtschaftsleistung in diesem Zeitraum um 0,1 Prozent zurückgegangen. <font color="#FF0000">Damit steckt das Land erstmals seit 1992 in der Rezession. Einen Rückgang von 0,5 Prozent verzeichnete das niederländische Bruttoinlandsprodukt im abgelaufenen Quartal</font>. <font color="#FF0000">Einen derart heftigen Einbruch haben die Niederländer seit der Krise Anfang der 80er Jahre nicht erlebt</font>.
EZB erwartet Belebung der Wirtschaft
Für das dritte Quartal wird in der Euro-Zone jedoch wieder mit einer Belebung der Wirtschaft gerechnet. Die Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet zum Ende des Jahres eine konjunkturelle Erholung, die sich 2004 konsolidieren werde. EZB-Direktoriumsmitglied Eugenio Domingo Solans hat am Mittwoch die Projektionen der EZB noch einmal bekräftigt. Die monetären Bedingungen im Euroraum seien angemessen, um eine Erholung zum Jahresende zu unterstützen.
Der EZB sei bewußt gewesen, daß die ökonomische Aktivität in Deutschland und im Euroraum schwach sei. <font color="#FF0000">„Was wirklich interessiert, ist, was jetzt im dritten Quartal passiert, und was im vierten Quartal passieren wird“</font>, sagte er.
Text: @nal
[b] Quelle: http://www.faz.net/s/RubC8BA5576CDEE4A05AF8DFEC92E288D64/Doc~E33E2CF1B723B4EDB8B4E5F08768EAA6C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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