-->(Stand: 22.08.2003)
LaRouche über die Gefahr des präventiven Atomkriegs
(EIR)
Am 16. August veröffentlichte der amerikanische Oppositionspolitiker und demokratische Präsidentschaftsbewerber Lyndon LaRouche die Schrift"Wann kommt es zum nuklearen Weltkrieg? McAuliffes tödliche Illusionen - oder wie Harry Truman sich selbst ruinierte". Darin warnt er, die neokonservative"Junta" in der Regierung Bush um Cheney fordere eine präventive Nuklearkriegspolitik in Korea und anderen Krisenherden.
Diese Doktrin präventiver Atomkriege provoziere andere Nationen dazu,"ein kurz- bis mittelfristiges Potential für qualitativ neue Nuklearkriegsführung zu entwerfen, die über die Tragweite solcher Elemente der jetzigen strategischen nuklearen Triade wie Flugzeugträgern und Atom-U-Booten hinausgehe". Rußland, China, Indien und andere Staaten müßten sich als Zielscheibe von"Cheneys verrückten Atomkriegsplänen" sehen. Doch insbesondere Rußland verfüge über eine wissenschaftliche und militärtechnische Basis, die"Dinge tun kann, die das, was die USA unter Cheney vermutlich tun würden, wie ein großes Flankenmanöver ausschalten könnten".
LaRouche wollte bewußt nicht auf Einzelheiten einer solchen"asymmetrischen" Antwort eingehen. Er wisse jedoch von Militärtechnologien und Operationskonzepten, die den existierenden Nuklearkriegskapazitäten der USA wirksam begegnen könnten. Man müsse auch den Charakter der asiatischen Kulturen berücksichtigen. Wenn diese existentiell bedroht seien,"werden die Menschen so kämpfen, daß es den Willen ausdrückt, die zukünftige Existenz ihrer Nation und Kultur über ihr eigenes Leben zu stellen".
LaRouche weiter:"Wenn eine solche utopische militärische Sicht wie die des dummen Kraftmeiers Cheney nicht umgehend aus der US-Regierung entfernt wird, befindet sich die ganze Welt am Rande eines allgemeinen Kriegszustandes, der sich immer weiter entfaltet." So gesehen sei seine politische Arbeit in den USA und insbesondere seine Präsidentschaftskandidatur in der Demokratischen Partei für 2004 von entscheidender Bedeutung. Er verurteilte, daß demokratische Führungspolitiker wie der Vorsitzende Terry McAuliffe und die anderen neun Präsidentschafts-Vorkandidaten allen Überlebensfragen Amerikas systematisch aus dem Wege gingen. Ein institutioneller Reflex gegen Cheney aus Amerikas Militär, Geheimdiensten und Staatsverwaltung sowie auch von Traditionalisten in der Republikanischen Partei, bilde in Verbindung mit einer Wiederbelebung der Demokratischen Partei durch seine Kandidatur die einzige Chance, einen baldigen Atomkrieg zu verhindern.
Rege Diplomatie und Militärmanöver in Asien
(EIR, Interfax, Iswestija)
Vom 27. bis 29. August werden in Peking die Sechs-Nationen-Gespräche über die Krise in Korea und Nordkoreas Nuklearprogramm stattfinden. Die teilnehmenden Nationen, vertreten durch Vizeminister bzw. Staatssekretäre, sind Nord- und Südkorea, China, Japan, Rußland und die USA. Der russische stellv. Außenminister Lossjukow und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi trafen sich am 11. August in Peking und erklärten, beide Länder seien bereit, Nordkorea seine Sicherheit zu garantieren, wie Pjöngjang dies fordert.
Am 14. August warnte Lossjukow, der eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen einnimmt, vor einer"Kluft des Mißtrauens" zwischen Nordkorea und den USA. Delegationen aus Nord- und Südkorea haben in Moskau getrennt mit der russischen Regierung verhandelt, und letzte Woche gab es in Washington gemeinsame Gespräche von Südkorea, den USA und Japan. Wichtig festzustellen ist, daß US-Außenstaatssekretär Bolton, der berüchtigte neokonservative Provokateur, nicht teilnehmen wird, das gab US-Vizeaußenminister Armitage am 12. August in Australien ausdrücklich bekannt. Bolton hatte in einer Hetzrede am 31. Juli in Seoul Nordkorea als"Alptraum der Hölle" bezeichnet. Am 18. August besuchte eine chinesische Militärdelegation unter dem Leiter der allgemeinen politischen Abteilung der Volksarmee, Gen. Xu Caihou Pjöngjang auf Einladung des stellv. Vorsitzenden der nordkoreanischen Verteidigungskommission, Jo Myongrok.
Am 18. August begannen in Südkorea gemeinsame Manöver mit 15 000 südkoreanischen und amerikanischen Soldaten. Am selben Tag begann Rußland große Manöver der Pazifikflotte und des Fernost-Militärbezirks. 75 Schiffe und 30 000 Mann nahmen teil, u.a. Truppen des Innenministeriums und zivile Verteidigungskräfte. Ende Juli hatte Vizeaußenminister Lossjukow gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax und der Moskauer Zeitung Iswestija gesagt:"Es gibt leider negative Szenarien, über die wir nachdenken müssen." Am 22. Juli zitierten russische Medien einen ungenannten hohen Diplomaten Rußlands mit den Worten:"Der Gang der Ereignisse zeigt, daß die nordkoreanische Krise sich noch verschlechtern könnte, und ein militärisches Ende ist möglich. Die Regionen Primorje und Chabarowsk könnte vom Einsatz von Kernwaffen betroffen sein, daher hält es das Ministerium für vernünftig, den schlimmsten Fall zu erwägen und sich darauf vorzubereiten, ohne eine hinderliche Lösung abzuwarten."
Moskaus strategische Antwort auf die Provokationen der anglo-amerikanischen Kriegspartei
(Nesawissimaja Gaseta, EIR)
Nur zwei Wochen nach Präsident Putins Besuch im führenden russischen Hightech-Waffenlabor bei Sarow - das frühere Asarmas-16 - erklärte dessen Forschungsdirektor, der frühere Atomminister Viktor Michailow, es gebe ein neues atomares Wettrüsten, und Rußland habe dabei einen Vorsprung vor den USA. In einem Interview mit Nesawissimaja Gaseta anläßlich des 50. Jahrestages des ersten Tests einer Wasserstoffbombe in der Sowjetunion sagte er:"Bis 1953 lagen wir im Bereich der Kernwaffentechnik hinter den USA, aber seit 1953 und noch heute liegen sie hinter uns." Die"Philosophie der Fusionsbombe" habe sich verändert. Jetzt gehe es um"die Entwicklung von Kernwaffen mit hoher Präzision und starker Tiefenwirkung". Der Direktor des Instituts in Sarow Dr. Radji Ilkajew bestätigte, daß Rußland neue Kernwaffen entwickelt und Sarow in den letzten beiden Jahren das Personal verstärkt hat.
Unterdessen verstärkt sich die russisch-saudische Zusammenarbeit, die natürlich der anglo-amerikanischen Kriegspartei ein besonders großer Dorn im Auge ist - nicht nur aus energiepolitischen, sondern vielmehr aus geopolitischen Gründen. Nach verschiedenen Vorbereitungstreffen des saudischen Energieministers Al Naimi mit Regierungsvertretern und Experten der Erdöl- und Erdgasindustrie aus Rußland rechnet man damit, daß der saudische Kronprinz Abdullah bei seinem Besuch bei Präsident Putin in Moskau Anfang September weitreichende Abkommen schließen wird. Dazu gehören:
eine Absichtserklärung zu koordinierten Erdölverkäufen dieser beiden führenden Förderländer der Welt, im Rahmen einer Einigung von Produzenten und Konsumenten auf eine Preisbandbreite zwischen 22 Dollar und 28 Dollar pro Faß;
russische Unterstützung bei der Erschließung und Ausbeutung mehrer sehr großer Erdöl- und Erdgasfundstellen im Norden Saudi-Arabiens;
saudische Investitionen in Milliardenhöhe in den russischen Erdöl- und Erdgassektor;
russische Lieferung von technischem Knowhow aus den Bereichen Bergbau, Pipeline- und Eisenbahninfrastruktur sowie aus anderen Industriesektoren.
Der ehemalige russische Ministerpräsident und Außenminister Primakow, der über ausgezeichnete Verbindungen nach Saudi-Arabien verfügt und gegenwärtig die Russische Handelskammer leitet, erklärte zu den kommenden russisch-saudischen Vereinbarungen, Saudi-Arabien sei daran interessiert, von den bemerkenswerten russischen Erfahrungen in Bereichen wie der Industrie für mineralische Bodenschätze, Eisenbahn und städtische U-Bahn, der Beseitigung von ausgetretenem Erdöl und der Wasservorräte in erdölverseuchten Regionen und ähnlichem zu profitieren. Zudem zeige Saudi-Arabien Interesse an der russischen Luftfahrt- und Marineindustrie auch im militärischen Bereich.
Es überrascht daher nicht, daß dem Moskau-Besuch Kronprinz Abdullahs eine weitere Runde anglo-amerikanischer politischer Angriffe, auch seitens der Medien, gegen Saudi-Arabien vorangeht. Führende amerikanische, britische und europäische Medien verbreiteten Berichte über"Verbindungen" zwischen den Terrornetzwerken Al Qaidas und Saudi-Arabien, wobei neben Regierungsvertretern auch Geschäftsleute verwickelt sein sollen. Mitte August hat die britische Regierung einen führenden Vertreter der saudischen Botschaft wegen angeblicher illegaler Computergeschäfte und Bestechung ausgewiesen. Der saudische Botschafter in London ist der ehem. saudische Geheimdienstchef Prinz Turki, der im September 2002 mit seinem Moskau-Besuch eine neue Phase der gegenseitigen Beziehungen eingeleitet hatte. British Airways hat wegen angeblicher Terrorwarnungen alle Flüge nach Riad abgesagt, und das US-Außenministerium warnte US-Bürger vor Reisen nach Saudi-Arabien.
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