kizkalesi
22.08.2003, 09:33 |
Studie: Angeblich sei Sparsamkeit bei Jugendlichen""in" Thread gesperrt |
--><font size="5">Umfrage: Bei Jugendlichen ist Sparsamkeit"in" </font>
Berlin - Noch nie hatten Kinder und Jugendliche so viel Geld wie heute: Mehr als 20 Mrd. Euro stehen Jungen und Mädchen zwischen sechs und 19 Jahren nach aktuellen Umfragen in diesem Jahr zur Verfügung. Das sind pro Kopf durchschnittlich 1811 Euro. Welche Rolle jedoch spielt das Geld für die Jugendlichen, und wie gehen sie damit um? Dies ließ der Bundesverband deutscher Banken (BdB) für seine erste Jugendstudie"Wirtschaftsverständnis und Finanzkultur" erforschen. Das Ergebnis zeigt: Die Kids sind verantwortungsvoller und sparsamer, als Horrormeldungen über ausufernde Handykosten und eine zunehmende Überschuldung nahe legen.
Immerhin 64 Prozent der 750 befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 24 Jahren gaben an, viel oder sehr viel Wert auf Sparsamkeit zu legen. Ebenfalls rund zwei Dritteln macht es sogar Spaß, sich um die eigenen Geldangelegenheiten zu kümmern. Nahezu die Hälfte (47 Prozent) spart regelmäßig, 38 Prozent legen zumindest"ab und zu" etwas zurück. Das Vorbild der Eltern scheint eine große Rolle zu spielen: Unter denen, die angaben, dass im Elternhaus viel oder sehr viel Wert auf Sparsamkeit gelegt wurde, ist der Anteil der sparsam Ausgerichteten signifikant höher (71 Prozent gegenüber 46 Prozent).
Der hauptsächliche Spargrund der Jugendlichen liegt in geplanten größeren Anschaffungen. Bei der Sparsumme gilt: Je älter, desto mehr. Alle 14- bis 24-Jährigen zusammengerechnet, spart rund die Hälfte bis zu 50 Euro im Monat, 30 Prozent sparen bis zu 200 Euro und neun Prozent sogar bis zu 500 Euro (Rest: keine Angabe). Dabei steht den meisten Befragten, die bei und von den Eltern leben, regelmäßig Taschengeld zur Verfügung. Die Höhe hängt ebenfalls vom Alter ab: Die Mehrheit der 14- bis 17-Jährigen (83 Prozent) erhält monatlich bis zu 50 Euro. Bei den 18- bis 24-Jährigen bekommen die meisten (59 Prozent) über 50 Euro.
Diese Ergebnisse bedeuten jedoch nicht, dass Verschuldung für die Jugendlichen kein Thema ist. Jeder Siebte der 14- bis 24-Jährigen gab an, schon einmal in finanziellen Schwierigkeiten gewesen zu sein. Elf Prozent der Befragten ab 18 Jahren haben schon einmal bei einer Bank oder Sparkasse einen Kredit aufgenommen, 25 Prozent einen Ratenkauf getätigt."Einen Kredit in Anspruch genommen zu haben bedeutet aber keineswegs, dass damit gleich eine Überschuldung verbunden wäre", sagte Wilhelm Bürklin, Mitglied der BdB-Geschäftsleitung, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Nur auf rund drei Prozent der 18- bis 24-Jährigen träfen beide Bedingungen - Kredit genommen und schwierige finanzielle Lage - gleichzeitig zu."Dennoch darf das Problem der Überschuldung nicht kleingeredet werden", so Bürklin. Kinder und Jugendliche müssten im Elternhaus wie auch in der Schule an den Umgang mit Geld herangeführt werden.
Die Studie zeigt, dass auch die Befragten selbst mehr Informationen zu Finanzen sowie Wirtschaft im Allgemeinen wünschen. 42 Prozent der jungen Männner interessieren sich stark oder sehr stark für Wirtschaft, bei den jungen Frauen sind es 25 Prozent. Damit sticht Wirtschaft das Thema Politik aus (38 und 19 Prozent). 77 Prozent aller 14- bis 24-Jährigen sprachen sich für ein eigenes Schulfach"Wirtschaft" aus. Wohl auch, um Wissenslücken zu schließen. Fast 60 Prozent der Befragten gaben zu:"Ich habe keine Ahnung von dem, was an der Börse geschieht." B.W.
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vladtepes
22.08.2003, 09:45
@ kizkalesi
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Re: Studie: Angeblich sei Sparsamkeit bei Jugendlichen""in" |
-->sparsamkeit ist dann wohl wenn ich mir nicht schuhe für 200€, sondern"nur" für 150€ kaufe - immerhin 50€ gespart.
wir müssen eben alle unseren gürtel enger schnallen!
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PATMAN1
22.08.2003, 10:57
@ vladtepes
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Die Frage ist: |
-->Ist die Gruppe der Befragten repräsentativ für"Deutsche" Jugendliche? Es wurden offensichtlich nicht die befragt, die bei uns schulden machen und mit 18 die EV abgeben.
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Firmian
22.08.2003, 11:17
@ PATMAN1
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Re: Am Sozialamt haben die nicht umgefragt... |
-->Wieviele Kinder und Jugendliche sind auf Sozialhilfe angewiesen?
Und sparen die alle?
Gruß Firmian
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Sascha
22.08.2003, 17:01
@ kizkalesi
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Eine etwas andere Interpretation |
--> Die Sparksamkeit gibt es schon. Nur würde ich sie anders interpretieren. In etwa SO:
Vor ein paar Jahrzehnten hatten Jugendliche wesentlich weniger Geld zur Verfügung als heute.
Heute haben sie teilweise soviel davon, daß sie sich fünfmal so viel davon kaufen (konsumieren) und dennoch mehr als früher zurücklegen können.
Das ist der Punkt. Das Anspruchsdenken ist heute viel gewaltiger als vor ein paar Jahrzehnten. Jugendliche leisten sich heute das x-fache. Sie können auch das doppelte sparen. Ein Problem ist das nicht wenn man zehnmal soviel Geld zur Verfügung hat.
Nur ist die Frage: Wie lange haben Jugendliche soviel Geld zu Verfügung?
Wenn jemand zuhause während der Ausbildung nichts abgeben muß und in seiner Jugend alles bezahlt bekommt dann hat er/sie in der Ausbildung nicht selten 500 Euro netto. Davon werden 100 Euro gespart. Hört sich viel an. Aber wenn man es in RELATION zu den Ausgaben bzw. dem Konsum setzt ist es wenig.
Die Sparquote ist m.E. stark gesunken. Das Anspruchsdenken ist gewaltig.
Das Sparen"in" sein soll ist häufig ein Gerücht. Wenn ich eine Million Euro Jahresgehalt hätte und 100.000 Euro sparen würde dann würde so mancher sagen, daß ich sehr viel spare. Die wenigsten würden es allerdings dann sagen wenn sie mein Konsumverhalten und den Verdienst bzw. die Einnahmen betrachten würden.
Nur wenn man u.a. Konsumverhalten/Konsumausgaben, die Einkünfte, das Anspruchsniveau usw. mit einbezieht kann man eine weitgehend gute Aussage über das Sparverhalten machen.
Viele Grüße
Sascha
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