Sascha
26.08.2003, 02:09 |
Jugendliche: Dank Bankberater in die Schuldenfalle Thread gesperrt |
-->JUGENDLICHE
<font size=5>Dank Bankberater in die Schuldenfalle</font>
Von Roman Pletter
<font color="#FF0000">Die Zahl verschuldeter Jugendlicher steigt rasant an: Leichtfertig vergebene Kredite treiben junge Menschen in massive finanzielle Probleme</font>. Manche Banken setzen die Raten gar so hoch an, dass sie diese im Pleitefall nicht mal pfänden könnten.
Hamburg - Bernd Jaquemoth, Insolvenzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, <font color="#FF0000">traute seinen Augen nicht angesichts der Testergebnisse, die sich vor ein paar Monaten auf seinem Schreibtisch stapelten</font>. Sie zeigten, dass Banken mitunter äußerst unseriös rechnen, wenn sie ihre Kredite unters Volk bringen wollen.
Die Verbraucherschützer hatten junge Erwachsene als Tester in Banken geschickt, um <font color="#FF0000">einen Kredit für einen gebrauchten Golf und Mobiliar zu erhalten</font>. Bei den fiktiven Einnahmen und Ausgaben, die die angeblichen Berufseinsteiger angaben, hätte ihnen keine Bank einen Kredit geben dürfen - <font color="#FF0000">die Tester hätten massive finanzielle Probleme bekommen</font>.
<font color="#FF0000">Doch 17 von 22 getesteten Banken fackelten nicht lang: Kredite bis zu 15.500 Euro wurden anstandslos bewilligt</font>.<font color="#FF0000"> Die Berechnungen waren mitunter abenteuerlich: Raten waren teilweise so hoch angesetzt, dass sie im Falle ausbleibender Tilgungszahlungen nicht einmal vollständig hätten gepfändet werden können</font>, weil den jungen Leuten dann zu wenig zum Leben geblieben wäre.
Der Test beleuchtet eine Ursache für ein grundsätzliches Problem: <font color="#FF0000">Immer mehr Jugendliche ersticken unter einem Schuldenberg. Zwischen 1999 und 2002 erhöhte sich die Zahl der 20- bis 24-Jährigen, die beim Schuldnerregister Schufa wegen einer eidesstattlichen Versicherung oder einer Privatinsolvenz gemeldet waren, um fast ein Drittel auf rund 174.000</font>. Verglichen mit der Entwicklung aller bei der Schufa gemeldeten Personen <font color="#FF0000">ist diese Zahl alarmierend</font>: Insgesamt stieg die Zahl aller Schuldner lediglich von 2,05 Millionen auf 2,2 Millionen.
Dass immer mehr Jugendliche in finanzielle Schieflage geraten, haben auch die Kreditinstitute beobachtet. In seiner kürzlich vorgestellten"Jugendstudie 2003: Wirtschaftsverständnis und Finanzkultur" kommt der"Bundesverband Deutscher Banken" (BdB) zu ähnlichen Ergebnissen wie die Schufa: <font color="#FF0000">14 Prozent der 14- bis 24-Jährigen </font>gaben an, schon einmal <font color="#FF0000">mehr Schulden gemacht zu haben, als sie zurückzahlen konnten</font>. Elf Prozent der 18- bis 24-Jährigen hatten schon einmal einen Kredit bei einer Bank aufgenommen und drei Prozent von ihnen mussten gleichzeitig einen Kredit abbezahlen und hatten nicht genug Geld, um ohne finanzielle Probleme über die Runden zu kommen.
In der abendlichen Soap setzt die Industrie die Trends
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Leichtfertig von Banken vergebene Kredite sind nur eine Ursache. Schuldnerberater Jaquemoth hat beobachtet, <font color="#FF0000">dass der Druck auf Jugendliche, teure Markenprodukte zu kaufen, zunehme und von der Industrie gefördert werde</font>:"Früher gab es einen Trend, den die Industrie zu kopieren suchte, heute setzt sie <font color="#FF0000">mit aggressivem Product-Placement selbst Trends in den abendlichen Soaps." Die Folge: Wer nicht kauft, was"in" ist, muss sein Pausenbrot auf dem Schulhof allein essen</font>.
Hinzu kommt das <font color="#FF0000">Handy</font>, <font color="#FF0000">das viele Jugendliche und junge Erwachsene in den Ruin treibt</font>. Hartmut Bröcker vom Evangelischen Fachverband für Schuldnerberatung im Diakonischen Werk Rheinland vermisst bei zahlreichen jungen Leuten das Problembewusstsein dafür:"Wenn man mit dem Handy wie mit einem Blankoscheck umgeht, dann gibt das Probleme."
Auch Petra von Rhein, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern, sieht im Handy den Schuldenmacher Nummer eins. In besonders schlimmen Fällen sind die jungen Schuldner selbst sogar schuldlos. Für eine junge Frau, die mit Rechnungen über 1800 Euro bei von Rhein auftauchte, hat sich das Vertrauen in den Ex-Freund bitter gerächt: Als die beiden noch zusammen waren, hatte sie für den Minderjährigen einen Handy-Vertrag unterschrieben. Nach der Trennung telefonierte der Ex-Freund fleißig weiter und das Mädchen blieb auf den Schulden sitzen und war mit den Nerven am Ende. Von Rhein konnte nicht mehr helfen."Die meisten kommen erst, wenn es zu spät ist", sagt sie.
Dass die Beratungen eine Stütze sind, um die Jugend aus der Schuldenfalle zu bergen, ist ohnehin wenig wahrscheinlich. Viele Schuldnerberater beobachten, dass Jugendliche noch seltener zu den Beratern kommen als ältere Leute, die sich vor unbezahlbaren Rechnungen nicht mehr zu helfen wissen.
Bernd Jaquemoth von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen überrascht das nicht: <font color="#FF0000">"Schulden zu machen ist immer normaler geworden. Daran zu scheitern ist aber verpönt."</font> Er schätzt, dass sich höchstens fünf bis zehn Prozent der überschuldeten Privatleute an Schuldnerberatungen wenden würden - doch schon jetzt seien die Beratungsstellen überlastet. <font color="#FF0000">Der Insolvenzexperte geht von 2,8 Millionen Haushalten aus, die ihre Schulden nicht mehr in den Griff bekommen</font>.
Schuldnerberatung spart Berlin 15 Millionen Euro
Dabei wäre der Staat gut beraten, würde er sich mehr um private Schuldner kümmern. Die Fachhochschule Berlin kommt in einem Gutachten zu dem Ergebnis, dass die öffentliche Hand des Landes mit Schuldnerberatung im Jahr bis zu 15 Millionen Euro spart: Schwarzarbeiter und Sozialhilfeempfänger fänden mit dem Weg aus den Schulden oftmals auch einen Weg zurück in die Erwerbstätigkeit und lägen dem Staat so nicht mehr auf der Tasche.
<font color="#FF0000">Während bei Erwachsenen oftmals der Staat einspringen muss, sind es bei Minderjährigen die Eltern. Die haften für unbezahlte SMS-Versandausbrüche und Dauertelefonate</font>, wenn sie für die Kinder den Vertrag unterzeichnet haben. Vor dem Handyboom habe das Hauptproblem für Schulden von Jugendlichen in überzogenen Konten gelegen, sagt die Münchner Verbraucherschützerin von Rhein.
Wie heute die Handykonzerne, verließen sich damals die Banken auf die Fürsorge der Eltern. Demnach war es dort gängige Praxis, den Kindern großzügige Dispo-Kredite einzuräumen <font color="#FF0000">und die pikierten Eltern aufzufordern, das ins Banksäckel gerissene Loch bitte aufzufüllen</font>. Nach Protesten der Verbraucherschützer habe sich das zumindest für die Minderjährigen geändert, sagt von Rhein.
Dass die Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen aber Gehör gefunden hat mit ihren Warnungen steht für die Banken nicht zu befürchten: Der aktuellen Studie des Bundesverbandes deutscher Banken zufolge <font color="#FF0000">haben 79 Prozent der Jugendlichen von Banken eine gute oder sehr gute Meinung</font>.
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,262857,00.html, Spiegel Online, 25.08.2003
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Sascha
26.08.2003, 03:19
@ Sascha
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Jeder zehnte Jugendliche in Deutschland ist verschuldet |
--><font size=5>Jeder zehnte Jugendliche in Deutschland ist verschuldet </font>
Berlin - Bundesfamilienministerin Renate Schmidt will gegen die zunehmende Verschuldung junger Menschen vorgehen."Kinder und Jugendliche müssen von früh auf lernen, mit dem eigenen Geld umzugehen", sagte die SPD-Politikerin der"Welt am Sonntag". Etwa jeder zehnte Jugendliche oder junge Erwachsene stehe bereits mit durchschnittlich 1550 Euro in der Kreide, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Institut für Jugendforschung (IJP) in München.
Schmidt sagte, der bedenklichen Schuldenentwicklung müsse dringend entgegenwirkt werden. Bei den Erwachsenen sehe es nicht besser aus:"Fast jeder siebte Privathaushalt ist inzwischen von Überschuldung betroffen", sagte Schmidt. Deshalb wolle die Bundesregierung mit einem Armutspräventionsprogramm erreichen, dass Menschen aller Altersgruppen besser lernten, mit Geld und Konsum umzugehen. Schmidt rief neben Wohlfahrts- und Verbraucherorganisationen auch die Wirtschaftsverbände auf, sich an der Bekämpfung der Überschuldung zu beteiligen. Viele Verbraucher können wegen zu hoher Schulden ihre Rechnungen nicht mehr begleichen und treiben damit Mittelständler in den Ruin.
Nach Einschätzung des Instituts wird die Verschuldung Jugendlicher weiter zunehmen. Bereits bei den 13- bis 17-Jährigen seien sechs Prozent mit im Schnitt 370 Euro verschuldet. Hauptgründe für die Verschuldung seien zunehmend die Kosten für Mobilfunk und Telekommunikation. Wenn das Geld nicht mehr reicht, werden zunächst oft Freunde angepumpt. Aber auch um Autos, Mofas oder Einrichtungsgegenstände zu finanzieren, verschulden sich die Jugendlichen. Schon Grundschüler scheuen sich nicht, Schulden zu machen. Unter Berufung auf eine noch laufende Untersuchung des Kreditauskunftsbüros Schufa heißt es in dem Bericht, die Zahl der 20- bis 24-Jährigen, die wegen Privatinsolvenz oder einer eidesstattlichen Versicherung (früher Offenbarungseid) bei der Schufa registriert gewesen seien, sei um ein Drittel auf 174 000 gestiegen.
Die Beauftragte für Verbraucherschutz der Unionsfraktion, Ursula Heinen, forderte die Bundesregierung auf, ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen und zu verhindern, dass Jugendliche in großer Zahl bereits im Alter von 20 Jahren den Offenbarungseid leisten. Heinen kündigte an, noch im Herbst Gespräche mit Telekomunternehmen zu führen, damit Jugendlichen Konditionen angeboten würden, die sie nicht in die Schuldenfalle laufen ließen.
Erst kürzlich hatte auch Dieter Plambeck, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen, davor gewarnt, dass bereits immer mehr Kinder und Jugendliche in die Schulden tappen. Schulden und der Umgang mit Geld gehörten in den Schulunterricht, forderte Plambeck. Der Weg in die Schuldnerkarriere beginne dabei in vielen Fällen mit dem Handy. AP
Hilfe für verschuldete Jugendliche:
www.ohne-moos.de AP
Artikel erschienen am 18. Aug 2003
http://www.welt.de/data/2003/08/18/154966.html
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Sascha
26.08.2003, 03:50
@ Sascha
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Verschuldung von Jugendlichen (mal wieder was zu dem armen Jugendlichen) |
-->Hintergrund Wirtschaft
Manuskript vom: 20.7.2003 • 18:40
Ein Leben lang Pleite?
<font size=5>Verschuldung von Jugendlichen</font>
von: Thomas Gesterkamp
Redaktion: Thomas Weinert
<font color="#FF0000">Bankangestellten wie Verbraucherschützern fällt auf, dass die von Überschuldung Betroffenen immer jünger werden</font>."Kaufe jetzt - zahle später": Das ist nicht nur ein Werbespruch von Autohändlern oder Versandhäusern, <font color="#FF0000">sondern auch die Lebensdevise vieler Jugendlicher und junger Erwachsener</font>. Eine gerade veröffentlichte Studie der"Schufa" stellt fest, dass immer mehr Bankkunden im Alter von 20 bis 24 Jahren in die Schuldenfalle geraten.
<font color="#FF0000">Die Zahl der"Vertragsstörungen" sei spürbar angestiegen</font>, heißt es in der Untersuchung. Als Hauptursache hat die"Schufa" den sorglosen Umgang mit Mobiltelefonen ausgemacht: In den vergangenen vier Jahren hat sich in der genannten Altersgruppe die Zahl derjenigen <font color="#FF0000">verdreifacht, die ihre Handy- oder Internetrechnung auch nach mehreren Mahnungen nicht bezahlen konnten</font>: <font color="#FF0000">282 000 junge Erwachsene telefonierten auf Pump</font>. Hinzu rechnet die"Schufa"-Statistik rund 95 000 Darlehensnehmer, die ihre Kredite bei Banken und Sparkassen nicht rechtzeitig beglichen. Als Schufa-Chef Rainer Neumann im vergangenen Monat in einer Grafik die Außenstände der Banken und der Telekomunternehmen verglich, da zeigte sich ein neuer Trend:
"Da haben wir festgestellt und das ist sicher auch ein Ausdruck der Konjunktursituation und der entsprechenden Vorsicht bei der Investition, dass Negativmeldungen von Banken leicht oder stetig zurückgehen. Die Balken im Hintergrund bilden ab die Meldungen der Telekommunikationsbranche. Und dass die Handybranche sicherlich einen wesentlich Anteil an der Überschuldung junger Menschen hat, das drückt sich an diesem Punkt aus. <font color="#FF0000">Es wird sehr sorglos mit Handyrechnungen umgegangen</font>. Was sich hier aber auch widerspiegelt ist das Anwachsen der Möglichkeiten mit dem Handy Geld auszugeben, die sind ja so vielfältig wie noch nie."
Hier schnell eine SMS verschickt, da eben kurz vom Zug aus Bescheid gesagt, dann noch ausführlich mit der Freundin geplaudert, und das alles mehrmals täglich: Die dauernde Nutzung teurer Handyverbindungen verursacht Kosten, die erst sichtbar werden, wenn die Zahlungsaufforderung ins Haus flattert. Schuldnerberater bestätigen, dass in den Gesprächen mit jungen Hilfesuchenden fast immer Verbindlichkeiten bei Mobilfunk-Anbietern eine bedeutende Rolle spielen.
<font color="#FF0000">"Handykultur und Markenhype"</font> benennt auch das Institut für Grundlagen- und Programmforschung als <font color="#FF0000">wichtigste Ursache für die wachsende Verschuldung Jugendlicher</font>. Mehr als jeder zweite Heranwachsende zwischen zwölf und neunzehn Jahren besitzt mittlerweile ein mobiles Telefon; <font color="#FF0000">zwei Drittel von ihnen geben in Umfragen an, dass ihnen elektronische Statussymbole wichtig sind</font>.
<font color="#FF0000">Noch 1989 war eine Untersuchung des gleichen Institutes zu dem Ergebnis gekommen, dass nur jeder zwanzigste Jugendliche in Westdeutschland finanzielle Schwierigkeiten hat</font>. Mittlerweile liegt diese Zahl <font color="#FF0000">deutlich höher</font>, wie aus dem letzten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervorgeht. <font color="#FF0000">Jeder fünfte Jugendliche in den alten und jeder siebte in den neuen Ländern ist inzwischen verschuldet</font>. <font color="#FF0000">Das tatsächliche Ausmaß des Problems sei sogar noch drastischer</font>, vermutet der Politikwissenschaftler Michael Klundt, der an einem Forschungsprojekt der Universität Köln über die Armut von Kindern und Jugendlichen beteiligt war. <font color="#FF0000">Es gebe eine Dunkelziffer, weil vor dem Erreichen der vollen Geschäftsfähigkeit mit 18 Jahren formal die Eltern als Schuldner gelten</font>.
Michael Klundt: <font color="#FF0000">"Das Problem bei der Überschuldung ist, dass Kinder offiziell gar nicht überschuldet sein können. Eigentlich können nur die Eltern belangt werden</font>. Allerdings lässt sich in der Forschung deutlich zeigen, <font color="#FF0000">dass 1999 zwanzig Prozent der Jugendlichen im Westen und vierzehn Prozent der Jugendlichen im Osten bereits Schulden hatten</font>. Wie sich das darstellt, hat auch damit zu tun, dass es über informelle Strukturen geht, dass Kinder sich von anderen Kindern etwas leihen und das nicht zurückgeben. Offenbar haben wir es hier mit einer Grauzone zu tun. Das hängt auch davon ab, wie manche Handyverträge aussehen, wer dann tatsächlich haftet. <font color="#FF0000">Man stellt jedenfalls fest, dass es diese Überschuldung tatsächlich gibt</font>."
Michael Klundts gerade abgeschlossene Forschungstätigkeit am Kölner Institut für Politikwissenschaft vergleicht die Armut von Heranwachsenden in Ost- und Westdeutschland. In einem Verbund mit Fachhochschulen in Düsseldorf und Münster haben sich die Wissenschaftler dem Thema aus vielfältigen Blickwinkeln genähert. Sie untersuchten zum Beispiel die unterschiedlichen Lebenslagen von Familien in Großstädten und in ländlichen Regionen. Und sie haben das Phänomen Kinderarmut aus globaler Perspektive betrachtet, konfrontierten die deutschen Ergebnisse mit der Situation in den Entwicklungsländern.
Armut von Kindern oder Verschuldung von Jugendlichen sind erst in jüngerer Zeit zu einem Forschungsfeld der Wissenschaft geworden. <font color="#FF0000">Im Gegensatz zu früher wird das Phänomen nicht mehr verdrängt oder geleugnet</font>. Noch in den achtziger Jahren gab es so gut wie keine seriösen Daten zum Thema. Wenn in der Politik oder an den Universitäten überhaupt eine Diskussion über Armut stattfand, kreiste diese um die schwierige soziale Lage älterer Menschen. Und hier vor allem um die Armut alleinstehender Frauen, die wegen ihrer unregelmäßigen Erwerbsbiografien zu wenig in die Rentenversicherung eingezahlt hatten.
Die Arbeiterwitwe, die auf Sozialhilfe angewiesen ist, gibt es natürlich immer noch. Doch der Kern des Problems liegt heute anderswo: <font color="#FF0000">Vier von zehn Sozialhilfeempfängern in Deutschland sind noch minderjährig</font>. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die von staatlicher Unterstützung leben müssen, ist fünfmal höher als unter den mehr als 65-Jährigen. Anders ausgedrückt: Jeder 16. Heranwachsende bezieht Sozialhilfe, aber nur jeder 72. ältere Mensch. Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft und einer der Initatoren des Kölner Forschungsprojektes, fasst die Ergebnisse des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung so zusammen:
Butterwegge:"Man spricht in der Armutsforschung von einer Infantilisierung der Armut. Zugrunde liegt die Entwicklung, dass Menschen, die arm sind, sehr junge Menschen sind - wohingegen die Altersarmut bei Rentnerinnen und Rentnern in den letzten Jahren und Jahrzehnten zurückgegangen ist. Heute sind Kinder und Jugendliche eigentlich die Hauptbetroffenengruppe im Bezug auf Armut. Wenn man sich die Zahlen anguckt, dann stellt man fest, <font color="#FF0000">dass in einer so reichen Gesellschaft wie der Bundesrepublik sehr viele Kinder als arm zu bezeichnen sind</font>. Ungefähr 1,1 Millionen Kinder leben in Sozialhilfe-Haushalten, circa 2,8 Millionen Kinder sind arm, wenn man einen erweiterten Armutsbegriff zugrunde legt, wie das die Armutsforschung tut."
Dieser erweiterter Armutsbegriff stützt sich auf eine Definition der Europäischen Union: <font color="#FF0000">Danach gelten Personen oder Familien als bedürftig, die weniger als fünfzig Prozent des gesellschaftlichen Durchschnittsverdienstes zur Verfügung haben</font>. <font color="#FF0000">Die EU-Diktion spricht in diesem Zusammenhang meist von"sozialer Ausgrenzung" - weil der Begriff Armut im weltweiten Maßstab betrachtet eher problematisch ist</font>. Ernst-Ulrich Huster, Rektor der Evangelischen Fachhochschule in Bochum, hat die europäischen Förderprogramme zur Bekämpfung von Armut lange wissenschaftlich begleitet.
Huster:"<font color="#FF0000">Armut wie übrigens auch Reichtum sind relative Begriffe. Armut in der Sahel-Zone ist was anderes als in der Bundesrepublik Deutschland, und Armut bei den schlesischen Webern im 19. Jahrhundert ist ebenfalls was anderes als heute</font>. Fakt ist, dass wir nach wie vor einen Bevölkerungsanteil haben, der ohne fremde, sprich staatliche Hilfe keinen Lebensunterhalt erwerben kann, der ihnen einen Leben gestattet, dass nach Definition des Bundessozialhilfegesetzes der Würde des Menschen entsprechen soll."
<font color="#FF0000">Was also heißt in Deutschland Kinderarmut? Kann ein Teenager, der sich kein eigenes Handy leisten kann, schon als sozial ausgegrenzt gelten?</font> Eine Expertise, die das Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik ISS vorgelegt hat, spricht ähnlich wie der Sozialforscher Huster von"relativer Armut". In fast 3000 Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, kurz Awo, untersuchten die ISS-Wissenschaftler die Situation von Kindern, deren Eltern weniger als die Hälfte des Durchschnitteinkommens verdienen. Ilsa Diller-Murschall, Geschäftsbereichsleiterin Fachpolitik beim Awo-Bundesverband in Bonn, beschreibt ein typisches Beispiel aus der Praxis:
Diller-Murschall: <font color="#FF0000">"Die Kinder und Jugendlichen müssen in ihren altersgleichen Gruppen mithalten können. Sie können nicht in ihrem Klassenaufsatz ‘Mein schönstes Ferienerlebnis’ schreiben, dass sie bei der letzten Stadtranderholung dabei gewesen sind und vielleicht im Wildgehege ein paar Hirsche gesehen haben, während der überwiegende Teil der Klasse nach Spanien, Italien oder nach Dänemark in die Ferien fährt</font>."//
Neben der materiellen Versorgung berücksichtigt die Awo-Studie auch den Gesundheitszustand, <font color="#FF0000">die kognitive Entwicklung und die sozialen Kompetenzen</font>. Mehr als jeder dritte Heranwachsende, so fanden die ISS-Forscher heraus, <font color="#FF0000">ist in mehreren dieser Bereiche stark eingeschränkt. Bei ihren besser gestellten Altersgenossen hatte nur jeder Siebte ähnliche Schwierigkeiten</font>. Armutsforscher Butterwegge:
Butterwegge:"<font color="#FF0000">Wir haben in gewisser Weise eine Polarisierung: Wir haben immer mehr arme, und wir haben immer mehr reiche Kinder</font>.[Eigener Kommentar: That's it! Genauso ist es! Er hat es erkannt! Völlig korrekt!] <font color="#FF0000">Viele Kinder werden heute schon gleich nach der Geburt mit einem riesigen Wertpapierdepot ausgestattet, weil sich das steuerlich anbietet für wohlhabende Eltern, steuerliche Freibeträge in Anspruch zu nehmen - so dass man diese Wertpapiere, Aktien und anderes, auf Kinder übertragt</font>."
<font color="#FF0000">Die unterschiedliche materielle Ausgangssituation ist eine wichtige, indes nicht die einzige Facette von sozialer Ausgrenzung</font>. Denn welche Schuhe Kinder tragen, ob Eltern die Klassenfahrt bezahlen können oder ob die Familie sich einen Urlaub leistet: Das alles sind zwar Symtome, sie kratzen aber nur an der Oberfläche. Wie auch die PISA-Studie gezeigt hat, geht es vor allem um künftige Bildungschancen. <font color="#FF0000">Kinder aus sozial schwachen Familien zeigen schon bei den Schuleingangstests deutliche Rückstände gegenüber Gleichaltrigen</font>. Die Differenzen werden erst recht deutlich am Ende der Grundschulzeit - wenn der Übergang in die weiterführende Schule und damit die Entscheidung über das künftige Qualifikationsniveau ansteht. Die Untersuchung der Kölner Politikwissenschaftler zur"sich verjüngenden Armut" - so beschreiben sie das Phänomen - setzt deshalb schon in dieser Entwicklungsphase an. Projektmitarbeiter Michael Klundt:
Klundt:"Wir haben Kinder befragt in Erfurt und Köln. Wir haben uns auf verschiedene Stadtteile, besonders auf Grundschulen konzentriert. Und zwar auf die ViertklässlerInnen, weil sich gerade in dieser Phase dioe Bildungswegentscheidung stellt. Und wir ansatzweise sehen konnten, wie werden sich die Kinder entwickeln, welche beruflichen Chancen stehen ihnen offen."
Der besondere Forschungsansatz des Verbundprojektes lag darin, von der Perspektive der Kinder und Jugendlichen selbst auszugehen - <font color="#FF0000">bei ihnen direkt nachzuforschen, wie sie ihre benachteiligte Lebenslage erleben</font>.
Klundt:"Wir haben die Kinder nicht direkt gefragt: Bist du arm? Wie gehst du mit deiner Armut um? Wir haben die Kinder zu allen möglichen Bereichen ihres Lebens befragt, zu Spielzeug, zu Freizeit, zu Sport, zu schulischen Erfahrungen, Bildung, Wohnen, wie sie leben. Man konnte feststellen, dass zum Beispiel im Bereich Wohnen eine Unterversorgung vorhanden war. Was nicht unbedingt bedeuten muss, dass die Kinder sich unwohl fühlten. Das kann man erklären aus der Lebenslagenforschung, <font color="#FF0000">dass der Normalisierungsfaktor groß ist, dass es für die Kinder erstmal selbstverständlich ist, wie sie leben</font>."
Zur Armut gehört die falsche Selbsteinschätzung - das"Zufriedenheitsparadoxon", wie es die Sozialwissenschaftler nennen. Weil sich Kinder mit neun, zehn Jahren noch nicht explizit einer sozialen Schicht zuordnen, sind Befragungen mit ihnen eine besondere wissenschaftliche Herausforderung. Denn Probleme wie Armut und Arbeitslosigkeit der Eltern, berichtet Michael Klundt, bleiben in vielen Familien unausgesprochen - selbst wenn sie offensichtlich sind.
Klundt:"<font color="#FF0000">Es gibt eine gewisse Schamgrenze beim Thema Armut und beim Thema Arbeitslosigkeit. Das führt dazu, dass Eltern ihren Kindern so viel wie möglich zu geben versuchen bei der Frage Markenkleidung, Taschengeld. Es handelt sich eher um Kompensation als um eine wirkliche Förderung. Kinder, die Handys besitzen, wirken erstmal recht privilegiert. Wenn wir nachgefragt haben, hörten wir: In der Familie selbst gibt es allerdings kein Telefon! Das Kind hat ein Handy, die Familie selbst hat kein Telefon</font>[Eigener Kommentar: Auch in Mittelstandsfamilien anzutreffen. Ich erinnere an mein Beispiel: Eltern verzichten auf eigenen Urlaub und zahlen Sohn oder Tochter deren Urlaub im Alter von rund 15 Jahren]. Ärmere Kinder haben häufig sogar ein höheres Taschengeld. Sie müssen Sachen finanzieren, an die andere Kinder überhaupt nicht denken müssen: Das fängt an bei den Schulsachen, geht weiter über Kleidung und hört auch nicht beim Essen auf."
Gerade die Kinder und Jugendlichen aus den sozial schwächeren Milieus, das bestätigen alle Untersuchungen, sind besonders fixiert auf materielle Statussysmbole und Markenware. Häufig beobachten die Heranwachsenden am Beispiel ihrer Eltern, dass sich diese auf der Basis von <font color="#FF0000">Ratenzahlung </font>oder mit Hilfe von <font color="#FF0000">Krediten </font>bestimmte <font color="#FF0000">Traumprodukte der Konsumgesellschaft leisten können. Wenn Papa sein teures Auto auf Pump fährt, warum sollte sein Sohn auf die Höhe der Handygebühren achten</font>?
So betrachtet geht es nicht nur um tatsächlich vorhandene Bedürftigkeit, sondern auch um das, was die Wissenschaftler als"vererbte Armut" bezeichnen: Kinder und Jugendlich werden sozusagen mit den Schulden groß, erzogen zum Konsumieren über ihre Verhältnisse. <font color="#FF0000">Die Grundlage für so manche Sozialhilfekarriere werde schon in der Jugend gelegt, warnt die Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung der Verbände angesichts des jüngsten Armutsberichts</font>.
Eine Studie der Universität Oldenburg kommt zu dem Ergebnis, <font color="#FF0000">dass nur noch 24 Prozent von 1000 Jugendlichen bereit waren, auf etwas zu verzichten, weil sie das Geld dafür nicht hatten. Zwei Drittel der Befragten gaben an, sie würden sich die fehlende Summe einfach leihen. Das Konsumverhalten der Eltern und der Gesellschaft allgemein, resümieren die Forscher, führe die Jugendlichen auf eine falsche Fährte</font>: Ihnen werde vorgegaukelt, <font color="#FF0000">Konsum auf Pump sei möglich und ohne großes Risiko</font>. Im Vergleich dazu, glaubt Armutsforscher Klundt, seien Heranwachsende aus Mittelschichtsfamilien weniger gefährdet.
Klundt:"Es ist für diese Kinder viel selbstverständlicher. Sie haben das erstmal nicht nötig. Von zu Hause her ist eine gewisse Förderung da in den verschiedendsten Bereichen, vielleicht auch ein gewisses Konsumentenbewusstsein, wie Markenfirmen, wie Werbung funktioniert und dass man sich nicht alles einreden lassen soll. Dass man kein defizitärer Mensch ist, wenn man nicht dieses oder jenes besitzt. Es kann sein, dass es bei diesen Kindern nicht so einen starken Drang dazu gibt."
Schätzungen der Beratungsstellen gehen von insgesamt mindestens 12 000 überschuldeten Jugendlichen unter 20 Jahren in Deutschland aus. Aus Erhebungen ergibt sich weiter, dass 360 000 junge Leute im Alter von 18 oder 19 Jahren mindestens einmal im Jahr einen Konsumentenkredit aufnehmen. 21- bis 25-Jährige stehen nach einer Studie des Münchner Instituts für Jugendforschung mit durchschnittlich 3200 Euro in der Kreide - für den Kauf von Autos, Möbeln oder eben für die Handy-Nutzung.
Wissenschaftler finden solche Zahlen wenig erstaunlich. Schließlich sind schon kleine Kinder mit <font color="#FF0000">aggressiver Werbung und Markenkult konfrontiert</font>. Gerade in den unteren Schichten machen die Eltern vor, dass man scheinbar auch auf Ratenbasis gut leben kann. In der von der Werbung immer wieder vermittelten Vorstellung, sich finanziell alles erlauben zu können, sieht die Familienforscherin Claudia Pinl eine der zentralen Ursachen des Problems.
Pinl:"<font color="#FF0000">Nun mag der Vater noch so viele Überstunden kloppen, das reicht halt hinten und vorne nicht, vor allem, wenn man sich die heutige Bedürfnisebene anguckt: Kinder wollen die neuesten Markenartikel; Eltern sind unzufrieden, wenn sie sich nicht dieses und jenes leisten können</font>."
Schuldenmachen schon in jungen Jahren kann gravierende Folgen haben. Wer früh massiv in die roten Zahlen gerät, ist zum Beispiel wenig motiviert, eine Erwerbsarbeit anzunehmen - weil der Lohn ohnehin weggepfändet wird. Manche Unternehmen holen vor der Stellenvergabe bei der"Schufa" Erkundigungen darüber ein, ob der Bewerber irgendwo in der Kreide steht. Und die Banken, die manchem Betroffenen unnötig das Leben schwer machen, indem sie die Einrichtung eines Kontos verweigern, werden umgekehrt ihrer Verantwortung nicht immer gerecht: etwa wenn sie jungen Leuten einen riskanten und teuren Kredit andrehen, der diese endgültig in die Überschuldungsfalle treibt.
Damit sich die Spirale nicht immer weiter dreht, versuchen die Schuldnerberater, in den Schulen Aufkärungsarbeit zu leisten. Im Sinne der Prävention fordern sie, das Thema"Konsum auf Pump" in den Lehrplänen zu verankern. Vor allem Haupt- und Berufsschülern fehlt es offenbar an lebenspraktischem Wissen. Häufig haben sie keine Vorstellung davon, was angesichts ihres meist niedrigen Einstiegslohns demnächst an Kosten für Miete, Lebensmittel oder Transport auf sie zukommt. Die Berater sehen das Problem aber nicht nur bei den jungen Erwachsenen selbst, sondern auch bei deren Angehörigen. Immer mehr Eltern, so ihre Beobachtung, geben einfach ein schlechtes Vorbild ab.
Die Konsumgesellschaft lockt schließlich schon seit Jahrzehnten, die Verschuldung junger Menschen <font color="#FF0000">aber hat gerade in jüngster Zeit drastisch zugenommen</font>. Jene Generation, die noch von ihren negativen Erfahrungen in Kriegs- und Inflationszeiten geprägt war und beim Stichwort Schuldenmachen innerlich zusammenzuckte, ist inzwischen längst im Großelternalter.
Abgelöst wurden sie von den Kindern des Wirtschaftswunders, die in dem Bewusstsein aufwuchsen, dass jeder auf seine Art zu Wohlstand kommen könne. So ist den Enkeln, moralisch ausgedrückt, <font color="#FF0000">das Gefühl verloren gegangen, dass Geld vor dem Ausgeben erstmal verdient werden muss</font>. Das Ergebnis heißt dann:"vererbte Armut".
Quelle: http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-hintergrundw/256.html
Eigener Kommentar: Um nochmal an die Diskussion anzuschließen die vor kurzem hier im Forum stattfand. Dieser Artikel beweißt erneut, daß Armut zu sozialer Ausgrenzung und zu verminderter Motivation und Sozialkompetenz (Selbstbewußtsein, Durchsetzungsvermögen, Beeinflussbarkeit usw.) führt. Es ist eben doch so! Und es ist auch meine Meinung, daß arme Kinder es m.E. wesentlich (Betonung liegt auf dem Wort wesentlich) schwerer haben. Diese Kinder haben oft zugleich schlechte Vorbilder in Form der Eltern und sind zudem häufig sozial ausgegrenzt.
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Sascha
26.08.2003, 03:52
@ Sascha
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Wer's nicht lesen will: Artikel hier als Real-Audio vom Deutschlandfunk |
-->Hier auch als Real-Audio zum"Nebenbei-Hören":
http://www.dradio.de/ramgen/hintergrund/030720.ram
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Sascha
26.08.2003, 03:56
@ Sascha
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Länge des Beitrags vom Deutschlandfunk:Knapp 20 Minuten,aber interessant -owT- |
-->Länge des Beitrags vom Deutschlandfunkt: Knapp 20 Minuten.
Interessanter Beitrag zu den Themen"Überschuldung von Jugendlichen", den"armen Jugendlichen", der sozialen Ausgrenzung und dem Markenhype.
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Tassie Devil
26.08.2003, 07:45
@ Sascha
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Re: Jeder zehnte Jugendliche in Deutschland ist verschuldet |
-->>Berlin - Bundesfamilienministerin Renate Schmidt will gegen die zunehmende Verschuldung junger Menschen vorgehen."Kinder und Jugendliche müssen von früh auf lernen, mit dem eigenen Geld umzugehen", sagte die SPD-Politikerin der"Welt am Sonntag".
Ich lach mich noch krank, was da diese Sozialistenschnepfe wieder mal rauslaesst.
Sie, ausgerechnet sie, will anderen vorgeben, was sie selbst und ihre anderen Staats- und Partei-Mafia-Freunde noch nie konnten, naemlich mit dem Geld, i.e. der Leistung umzugehen.
Vor allem nicht mit der Leistung anderer.
Dass auch diese Staatsmafia-Angehoerige noch nicht selbst bankrott gegangen ist, das liegt ausschliesslich daran, dass sie sich in ihrer Korruptheit die Taschen vollgestopft hat, und sie weiterhin vollstopfen wird, solange es noch geht.
Die Zeit des naechsten deutschen Stahlbetonmaueraufpralles naht mit ICE-Geschwindigkeit.
Meine Einschaetzung der Lage vor nunmehr 12 Jahren, als ich noch einer der Zuggaeule mit D-Kennzeichen war, scheint sich immer mehr als Volltreffer zu erweisen: zwischen 2005 und 2010 wird es kraeftigst in der BRDDR rummsen, no way out.
Nicht nur, aber auch, diese deutsche Staatsmafia wird in diesem Zeitrahmen ihr Fett ueberreichlich zugeteilt bekommen.
Auch wird es Generationen brauchen, bis dieser kernigste aller deutschen Aufschlaege, voll von der eigenen Fuehrungsmannschaft vorgebend fabriziert, aus dem dann noch vorhanden Rest deutscher Volks-Gehirne entschwunden sein wird.
"Man" haette es m.E. auch anders haben koennen, aber"man" wollte es ganz offensichtlich so.
Gruss
TD
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Emerald
26.08.2003, 08:02
@ Sascha
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Re: Jugendliche: Dank Bankberater in die Schuldenfalle |
-->
Die Konsequenz aus der katastrophalen Bank-Beratung ist der Privat-Konkurs.
In der Tat haben oftmals die Banken es zu verantworten, dass junge Menschen
in ihren Ruin getrieben werden, sei es durch Anlage-Miswirtschaft der Banker,
oder durch ruinöse Beratung im Kredit-Geschäft.
Die Banker sind oftmals überhaupt nicht ausgebildet die Klientel auf irgend
einem Dienstleistungs-Sektor zu beraten, geschweige denn zu betreuen. Das
einzige was zählt ist der Bonus:
Korruption feiert Urständ im Finanz-Wesen, inkl. Versicherungs-Abzockerei.
Ich erlebe in der Praxis oftmals himmelschreiende Beispiele, und die Banken
schützen sich mit den allg. Geschäfts-Bedingungen."Sie haben es ja selbst
unterschrieben" ist dann noch die endgültige Ausrede.
Emerald.
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Tempranillo
26.08.2003, 11:39
@ Tassie Devil
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Re: Deinen Optimismus möchte ich auch mal haben |
-->Hallo Tassie,
in Deinen Postings taucht regelmäßig ein Szenario auf, daß es demnächst, zwischen 2005 und 2010, in D-Land gewaltig rummsen wird.
Bis dahin gehe ich mit Dir völlig konform, sofern der"Knall" nicht mehr ist als ein gewaltiges wirtschaftliches Desaster. Was Du anschließend schreibst, dem kann ich aus meiner Beurteilung des deutschen Wesens nicht zustimmen. Mir scheint, Du schwelgst in"ruchlosem Optimismus" und"Knabenmorgenblütenträumen".
>Nicht nur, aber auch, diese deutsche Staatsmafia wird in diesem Zeitrahmen ihr Fett ueberreichlich zugeteilt bekommen.
Deine rosige Zuversicht möchte ich auch mal haben! Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Bist Du wirklich der Ansicht, die deutsche Mentalität habe sich in den letzten Jahrzehnten geändert? Ich nicht, und wennn, dann noch mehr in Richtung Feigheit und obrigkeitshöriger Katzbuckelei. Man muß nur die altdeutschen Obrigkeiten durch andere ersetzen. Jetzt kriechen sie halt vor Stars-and-Stripes und Political Correctness.
Ich würde eine Flasche Roten verwetten und nur zu gerne verlieren, daß es wieder einmal gelingen wird, die Deutschen mit ein paar wohlberechneten Propagandaphrasen (Grüße aus dem Sportpalast) ruhig zu stellen.
Wie der Politikerschmu daherkommen wird, mit dem man das Volk noch einmal, ach was, auch weiterhin einlullen wird, können wir schon mal versuchen, uns auszudenken:
Von dem großartigen Projekt der europäischen Einigung wird die Rede sein,"daß man so etwas nicht zum Nulltarif bekommen kann, daß jetzt endlich die langersehnte Chance zum Neubeginn gekommen ist, die D-Land in seiner GeCHichte schon mehrfach glanzvoll genutzt hat und daß das Ganze selbstverständlich völlig unvorhersehbar war und eine unvermeidliche Folge des globalen Zusammenwachsen.
Hätte es schon früher eine Weltregierung gegeben, hätten wir den Mut gehabt, mehr Souveränitätsrechte an überstaatliche Institutionen abzugeben, wäre es sicher ganz anders gekommen. Aber es war ja nicht das erste Mal, wo kleinliche, engstirnige und engherzige Verteidiger nationaler Privilegien vor der welthistorischen Aufgabe versagen."
Wer jetzt noch nicht kapituliert, für den kommt der Hinweis auf die, und insbesondere, gerade deswegen und vor allem"deutsche Verantwortung" für zwei Weltkriege und einen 11-Millionen-Holocaust (R. Süßmuth) und die Sklaverei, die Ausbeutung der 3. Welt (Josef Martin Fischer), die Ausrottung der Indianer (sind nicht auch Träger des deutschen Massenmörder-Gens nach Amerika ausgewandert?) und überhaupt für alles, was irgendwie schlecht und böse in der Welt ist?
"Wofür, meine lieben Landsleute", sehe den Nachfolger des Bundestrauerwi... Bruder Johannes vor mir,"haben wir denn damals das Holocaust-Mahnmal gebaut. Jene Stätte des Gedenkens, die gerade uns Deutsche zu immerwährender Demut mahnen soll? Und, lassen Sie mich das in aller Offenheit sagen, es war nicht so, daß es dafür von Anfang an ungeteilte Zustimmung gegeben hätte. Die Weltgemeinschaft hat es nicht vergessen, was damals von Deutschland aus über die Völkerfammillje gekommen ist."
So oder so ähnlich stelle ich es mir vor. Wenn die deutschen Kniebiesler diesmal anders reagieren, schicke ich Dir mit Jauchzen und Frohlocken ein Fläschchen nach Down Under.
Aber ich glaub´s einfach nicht. Vielleicht weißt Du ja mehr, und könntest uns mal sagen, wieso es den fetten Polit-Schweinen ausnahmsweise mal an die Schwarte gehen soll?
>Auch wird es Generationen brauchen, bis dieser kernigste aller deutschen Aufschlaege, voll von der eigenen Fuehrungsmannschaft vorgebend fabriziert, aus dem dann noch vorhanden Rest deutscher Volks-Gehirne entschwunden sein wird.
Da würde ich mal auf die Gehirnwäsche vertrauen. Wozu haben wir den Brainwash-Turbo der Systempresse?
Tempranillo
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alberich
26.08.2003, 12:24
@ Tempranillo
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Darauf kann man nur mit Erich Mühsam antworten: |
-->Der Revoluzzer
Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet
War einmal ein Revoluzzer,
im Zivilstand Lampenputzer;
ging im Revoluzzerschritt
mit den Revoluzzern mit.
Und er schrie:"Ich revolüzze!"
Und die Revoluzzermütze
schob er auf das linke Ohr,
kam sich höchst gefährlich vor.
Doch die Revoluzzer schritten
mitten in der Straßen Mitten
wo er sonsten unverdutzt
alle Gaslaternen putzt.
Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
aus dem Straßenpflaster aus,
zwecks des Barrikadenbaus.
Aber unser Revoluzzer
schrie:"Ich bin der Lampenputzer
dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihn' das Licht ausdrehen,
kann kein Bürger nichts mehr sehn.
Laßt die Lampen stehn, ich bitt!-
Denn sonst spiel' ich nicht mehr mit!"
Doch die Revoluzzer lachten,
und die Gaslaternen krachten,
und der Lampenputzer schlich
fort und weinte bitterlich.
Dann ist er zuhaus geblieben
und hat dort ein Buch geschrieben:
nämlich, wie man revoluzzt
und dabei doch Lampen putzt.
Erich Mühsam 1909
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Tassie Devil
28.08.2003, 14:04
@ Tempranillo
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Re: @Tempranillo - Optimismus |
-->>Hallo Tassie,
Hi Tempranillo,
>in Deinen Postings taucht regelmäßig ein Szenario auf, daß es demnächst, zwischen 2005 und 2010, in D-Land gewaltig rummsen wird.
>Bis dahin gehe ich mit Dir völlig konform, sofern der"Knall" nicht mehr ist als ein gewaltiges wirtschaftliches Desaster.
Du wirst mir sicherlich auch noch zustimmen, dass dieses gewaltige wirtschaftliche Desaster auch so seine Auswirkungen auf die geBILDeten Massen haben wird.
>Was Du anschließend schreibst, dem kann ich aus meiner Beurteilung des deutschen Wesens nicht zustimmen. Mir scheint, Du schwelgst in"ruchlosem Optimismus" und"Knabenmorgenblütenträumen".
Aja?
>>Nicht nur, aber auch, diese deutsche Staatsmafia wird in diesem Zeitrahmen ihr Fett ueberreichlich zugeteilt bekommen.
>Deine rosige Zuversicht möchte ich auch mal haben! Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
>Bist Du wirklich der Ansicht, die deutsche Mentalität habe sich in den letzten Jahrzehnten geändert? Ich nicht, und wennn, dann noch mehr in Richtung Feigheit und obrigkeitshöriger Katzbuckelei. Man muß nur die altdeutschen Obrigkeiten durch andere ersetzen. Jetzt kriechen sie halt vor Stars-and-Stripes und Political Correctness.
Selbstverstaendlich hat sich die deutsche Mentalitaet geaendert, zwar nicht so sehr bei den Blut-und-Boden-Altdeutschen ab etwa Alter 50, aber alles andere zaehle ich nicht darunter, vor allem auch nicht die Multi-Kulti-Produktion der BRDDR.
>Ich würde eine Flasche Roten verwetten und nur zu gerne verlieren, daß es wieder einmal gelingen wird, die Deutschen mit ein paar wohlberechneten Propagandaphrasen (Grüße aus dem Sportpalast) ruhig zu stellen.
Naa, Du wuerdest die Pulle Roten niemals verlieren, deshalb wuerde ich auch niemals auf diese Wette eingehen: das Wirtschaftsdesaster und seine Massenfolgen s.o. wird die Propagandaphrasen auf micro- und macro-biologischer Ebene bei weitem uebertoenen.
>Wie der Politikerschmu daherkommen wird, mit dem man das Volk noch einmal, ach was, auch weiterhin einlullen wird, können wir schon mal versuchen, uns auszudenken:
>Von dem großartigen Projekt der europäischen Einigung wird die Rede sein,"daß man so etwas nicht zum Nulltarif bekommen kann, daß jetzt endlich die langersehnte Chance zum Neubeginn gekommen ist, die D-Land in seiner GeCHichte schon mehrfach glanzvoll genutzt hat und daß das Ganze selbstverständlich völlig unvorhersehbar war und eine unvermeidliche Folge des globalen Zusammenwachsen.
>Hätte es schon früher eine Weltregierung gegeben, hätten wir den Mut gehabt, mehr Souveränitätsrechte an überstaatliche Institutionen abzugeben, wäre es sicher ganz anders gekommen. Aber es war ja nicht das erste Mal, wo kleinliche, engstirnige und engherzige Verteidiger nationaler Privilegien vor der welthistorischen Aufgabe versagen."
>Wer jetzt noch nicht kapituliert, für den kommt der Hinweis auf die, und insbesondere, gerade deswegen und vor allem"deutsche Verantwortung" für zwei Weltkriege und einen 11-Millionen-Holocaust (R. Süßmuth) und die Sklaverei, die Ausbeutung der 3. Welt (Josef Martin Fischer), die Ausrottung der Indianer (sind nicht auch Träger des deutschen Massenmörder-Gens nach Amerika ausgewandert?) und überhaupt für alles, was irgendwie schlecht und böse in der Welt ist?
>"Wofür, meine lieben Landsleute", sehe den Nachfolger des Bundestrauerwi... Bruder Johannes vor mir,"haben wir denn damals das Holocaust-Mahnmal gebaut. Jene Stätte des Gedenkens, die gerade uns Deutsche zu immerwährender Demut mahnen soll? Und, lassen Sie mich das in aller Offenheit sagen, es war nicht so, daß es dafür von Anfang an ungeteilte Zustimmung gegeben hätte. Die Weltgemeinschaft hat es nicht vergessen, was damals von Deutschland aus über die Völkerfammillje gekommen ist."
>So oder so ähnlich stelle ich es mir vor. Wenn die deutschen Kniebiesler diesmal anders reagieren, schicke ich Dir mit Jauchzen und Frohlocken ein Fläschchen nach Down Under.
Wieso diesmal anders reagieren? Sie werden ganz pragmatisch aus dem wirtschaftlichen Desaster heraus so reagieren wie sie vor mehr als 70 Jahren reagiert haben, das Gefasel der gesamten BRDDR-Staatsmafia werden sie schlichtergreifend solange ueberhoeren und es wird sie solange nicht (mehr) interessieren, wie sie von der Mafiastaatsmacht nicht dazu gezwungen werden.
Die werden bald ganz andere Probleme haben, als dem verlogenen Dummgewaesch der oberen Mafiastaatsfunktionaere der BRDDR noch lauschen zu koennen.
Ueber die Korruptionsfaehigkeit einer R. Suesmuth oder eines J.M. Fischers will ich jetzt kein Wort verlieren, ihre Taten in der Vergangenheit sind genug Beweis dafuer.
>Aber ich glaub´s einfach nicht. Vielleicht weißt Du ja mehr, und könntest uns mal sagen, wieso es den fetten Polit-Schweinen ausnahmsweise mal an die Schwarte gehen soll?
Beleidige mir bitte nicht die Schweine, das sind intelligente Tiere.
Den meisten der allerfettesten Staatsmafia-Unmenschen der BRDDR (ich kann leider kein anderes deutsches Wort finden, das auf diese Kreaturen passt oder zumindest annaehernd passen wuerde) wird es auch diesmal nicht an die Schwarte gehen, teilweise weil sie sich freiwillig in die Kiste verabschiedet haben werden, und teilweise weil sie sich anderweitig solange zu verbergen vermoegen, bis auch ihre natuerliche Stunde schlaegt.
Nein, wenn ich von ueberreichlichen Fettportionen fuer die Staatsmafia schrieb, dann meinte ich damit den gesamten Staatsmafiabetrieb der BRDDR, und der faengt bekanntlicher Weise gaaaanz weit unten an, bereits auf der Ebene der Dorfparlamente.
So war es auch schon vor 70 Jahren, s'war immer so, s'war immer so.
Hoer mal, ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, und ich habe das auch in der Vergangenheit mehrfach angemessen laut und deutlich geaeussert, dass ich nie dazu bereit sein werde, den Henkel an das Unternehmen, dem ich ein wenig mehr als 25 Jahre verbunden war, zu programmieren, an dem es anschliessend weggeworfen wird.
Auch haette ich dort strafbare Handlungen, waeren sie mir beweisslich zu Wissen und zur Kenntnis gekommen, zur Anzeige gebracht, ohne Ansicht der Person(en), und ohne Ruecksicht auf eigene Verluste.
Wenn nun die Mehrheit auch der Firmenmitarbeiter der BRDDR Staatsmafia robbend meint, sie koenne ihrem Henkelwurf entgehen, dann irrt sie gewaltig, so wie sich vor 70 Jahren auch viele dieser Mitarbeiter geirrt haben.
>>Auch wird es Generationen brauchen, bis dieser kernigste aller deutschen Aufschlaege, voll von der eigenen Fuehrungsmannschaft vorgebend fabriziert, aus dem dann noch vorhanden Rest deutscher Volks-Gehirne entschwunden sein wird.
>Da würde ich mal auf die Gehirnwäsche vertrauen. Wozu haben wir den Brainwash-Turbo der Systempresse?
Ja, das auf jeden Fall. Ich denke dabei aber auch an die technischen Moeglichkeiten, die sich weiterhin auftun.
Ich habe auch bewusst von Generationen und nicht von Jahreszahlen geschrieben, weil ich mir voll darueber bewusst bin, dass das bei Bedarf eine sehr kurze Zeit von nur ganz ganz wenigen Jahrzehnten sein kann.
>Tempranillo
Gruss
TD
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