stocksorcerer
27.08.2003, 21:38 |
Kriegsgegner - Berliner »Amis« halten Protest aufrecht Thread gesperrt |
-->Kriegsgegner
Berliner »Amis« halten Protest aufrecht
Die andere Stimme der USA europäisch organisiert
Von John Eligon
Der Irak-Krieg ist zu Ende. Doch die »Americans in Berlin Against the War«, friedensbewegt und kritisch, setzen ihr Engagement fort - unter neuem Namen und mit europäischen Mitstreitern.
Am Anfang war die Einsamkeit: Isabel Cole suchte bei einer der zahlreichen Berliner Montagsdemos gegen den Irakkrieg nach gleichgesinnten Landsleuten. Doch selbst auf eine Lautsprecherdurchsage im vergangenen Januar gaben sich der 30-jährigen US-Amerikanerin keine gleichgesinnten Landsleute zu erkennen. Die in New York geborene Cole blieb dennoch am Ball: Um den Deutschen zu zeigen, dass der US-Militäreinsatz gegen den Irak ein Projekt der Bush-Regierung war, nicht der Bevölkerung.
Und Cole hatte Erfolg, fand gleichgesinnte »Amis« und gründete die Gruppe »Americans in Berlin Against the War.« Kurz nach der bislang größten Friedenskundgebung in Berlin am 15. Februar kam Cole in Kontakt mit einem Fernsehensender und gab ein Interview. Gemeinsam mit einer frühen Mitstreiterin der freiberuflichen Übersetzerin, der Landsfrau Jane Hartmann-Zeilberger, entstand dann die Idee, eine Gruppe von friedensbewegten US-Amerikanern zusammenzubringen. Die ersten 20 Leute hatten sich bereits wenige Tage, ein paar Anzeigen und eine ganze Reihe von E-Mails später zusammengefunden. Seither ist die Zahl immer weiter gestiegen.
Obwohl seit dem von George W. Bush angekündigten offiziellen Ende des Irakkrieges mehr als drei Monate verstrichen sind - und die Friedensbewegung viel weniger in Erscheinung tritt - bleibt die Botschaft der Koalition aktuell: Die Politik des Bush-Regimes müsse gestoppt werden. Und außerdem will man etwas gegen so manches verzerrende Stereotyp über die Menschen in den USA tun.
Deshalb macht die Protestgruppe, inzwischen nehmen rund 50 Menschen an den Treffen teil, auch ohne direkten Anti-Kriegs-Bezug weiter. Unter dem Namen »American Voices Abroad Berlin« (AVA) ist man inzwischen der Berliner Zweig einer europaweiten Organisation, die sich bei ihrer Arbeit generell gegen die Politik der Bush-Regierung wendet. Zum US-amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4.Juli veranstaltete die Berliner AVA-Gruppe beispielsweise einen Kongress und ein Wohltätigkeitskonzert. Die AVA-Koalition hat Organisationen auch in Holland, Tschechien und Frankreich.
Die Arbeit der AVA gegen den Irakkrieg war nur der Anfang. »Es gab viele Leute, die gegen den Krieg waren, und das war der Katalysator unserer Bewegung«, so die 56-jährige Hartmann-Zeilberger. Für den 53-jährigen Phil Hill ist der Irakkrieg ein Beispiel des Strebens der US-Regierung nach weltweiter Hegemonie. »Für die US-Regierung geht es nicht um den Besitz von Ã-l oder die Sorge, dass ihre Ã-l-Versorgung geblockt wird«, so Hill. »Es geht um die Macht, die Ã-l-Versorgung anderer Länder blockieren zu können.«
Die Politik der US-Regierung gibt vielen Deutschen Anlass zum Antiamerikanismus, sorgen sich die Mitglieder der Berliner AVA-Gruppe. Darüber hinaus verdecke die Diskussion darüber häufig, dass das Bush-Regime hinter dieser Politik stecke - nicht die gesamte Bevölkerung der USA. Deshalb versucht die AVA, dass in den deutsche Medien auch alternative US-amerikanische Stimmen zu Wort kommen. »Wir wollen den Deutschen klar machen, dass es viele Amerikaner gibt, die gegen Bushs Politik sind«, so Cole.
(www.andere-seite.de/amisagainstwar)
(ND 27.08.03)
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winkäää
stocksorcerer
<ul> ~ ..die hab ich bis dato noch nie zitiert ;-)</ul>
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Euklid
27.08.2003, 21:46
@ stocksorcerer
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Re: Kriegsgegner - Berliner »Amis« halten Protest aufrecht |
-->Hallo stocksorcerer
Aus Sicht der USA verlagert sich das Zentrum Europas nach Osten.
Und:Dieses neue Europa wird Amerika künftig freundlicher gegenüberstehen als das alte von Deutschland und Frankreich bestimmte.
Die Amerikaner nutzen jetzt andere, stille Kanäle,wie das europäische Forum Alpbach (24.-28.8) um ihre Ansichten verträglicher ans ausgesuchte Publikum zu tragen.
Dort verbreitete der Brüsseler Nato-Botschafter Burns (einer der Top-Diplomaten der USA) folgende Perspektive:
Der Krieg im Irak finde keine Fortsetzung
Die neue US-Diplomatie sei durch friedliche Verhandlungen gekennzeichnet.
Beispiele:die aus US-Sicht erfolgversprechenden Iran-Denuklearesierungsverhandlungen und die Verhandlungen mit Nordkorea.
Rest folgt gleich noch im Anhang.
Aber nicht nach Quelle fragen (Maulwurf)
Gruß EUKLID
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Tempranillo
27.08.2003, 21:58
@ stocksorcerer
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Re: Die Botschaft ist angekommen |
-->>Kriegsgegner
>Berliner »Amis« halten Protest aufrecht
>Die andere Stimme der USA europäisch organisiert
Hallo Stocki,
ein erfreuliches Zeichen ist es allemal, wenn sich Amerikaner von ihrer kriegführenden Regierung distanzieren. Ist bei mir angekommen und vermerkt worden; insbesondere die Bemerkung, hinter Bush´s Angriffskrieg stünde der Griff nach der weltweiten Hegemonie.
Trotzdem muß man bei derartigen, ausserparlamentarischen Protestbewegungen immer fragen, wie groß die Zahl derer ist, von denen das Anliegen geteilt wird? Wenn die AVA nur für ein paar versprengte und verschrobene Minderheiten spricht, können wir die Sache sofort wieder vergessen. Dann ist es eine protestierende Sekte mehr, und damit Ende.
Zu unserer gestrigen Diskussion, die sich an der Frage"Gleiches Recht für alle?" festgemacht hat, noch ein Nachtrag. Du hast geschrieben:
>Nur ein Dialog führt aus der Sackgasse, oder nicht? Am Ende aber fordert man natürlich dass"gleich" auch wirklich"gleich" ist.
Warum am Ende? Gleiche Maßstäbe für alle müssen doch am Anfang jeden - hoffentlich - demokratischen Dialogs stehen, das sind ja die grundlegendsten Voraussetzungen überhaupt.
Dein wohlwollendes Verhalten würde die elemtarsten Grundsätze der Zivilisation auf den Kopf stellen.
Merkst Du, wie sehr wir unsere Selbstachtung verloren haben?
Tempranillo
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stocksorcerer
27.08.2003, 22:02
@ Tempranillo
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Stimmt,.... denn der schwarze Schachspieler zieht meistens nach |
-->Zu unserer gestrigen Diskussion, die sich an der Frage"Gleiches Recht für alle?" festgemacht hat, noch ein Nachtrag. Du hast geschrieben:
>>Nur ein Dialog führt aus der Sackgasse, oder nicht? Am Ende aber fordert man natürlich dass"gleich" auch wirklich"gleich" ist.
>Warum am Ende? Gleiche Maßstäbe für alle müssen doch am Anfang jeden - hoffentlich - demokratischen Dialogs stehen, das sind ja die grundlegendsten Voraussetzungen überhaupt.
>Dein wohlwollendes Verhalten würde die elemtarsten Grundsätze der Zivilisation auf den Kopf stellen.
>Merkst Du, wie sehr wir unsere Selbstachtung verloren haben?
>Tempranillo
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Ja, aber um im Spiel zu bleiben muß man auch lernen, mit Bleisohlen zu schwimmen, bis man verstanden hat, wie man sie los wird..... [img][/img]
winkäää
stocksorcerer
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stocksorcerer
27.08.2003, 22:05
@ Euklid
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Amerika wird die Nationen Europas solange gegeneinander ausspielen,..... |
-->... solange es kein funktionierendes Europa gibt.
Und wenn es eines Tages ein funktionierendes Europa geben sollte, wird die USA möglichst im Vorfeld schon mit allen Mitteln versuchen, es zu zerschlagen....
winkääää
stocksorcerer
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Euklid
27.08.2003, 22:06
@ Euklid
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Nachtrag: |
-->Die USA können sich im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus keinen Isolationismus mehr leisten und sind auf die Unterstützung Europa angewiesen.
Die Periode des Unilateralismus ist mit dem Irak-Krieg zu Ende gegangen.
Nicht einmal mehr Rumsfeld denke unilateral.
Die USA stuften Nato und selbst UN wieder viel höher ein als im Irak-Krieg (in den mit 170 000 Soldaten beinahe zwei Drittel der kampffähigen Us-Einheiten involviert sind)
Fazit:Trotz dieser neuen,nicht ganz uneigennützigen US-Huldigungen an Europa wird sich in der Praktischen Politik (laut Prof.Werner Weidenfeld ) künftig wenig ändern.
Das heißt,enge Kooperation,wo die Interessenlage übereinstimmt;sonst kühle Interessenabwägungen auf beiden Seiten.
Gruß EUKLID
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Tempranillo
27.08.2003, 22:30
@ Euklid
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Re: Weniger schmierig formuliert liest es sich anders |
-->Hallo Euklid,
>Die USA können sich im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus keinen Isolationismus mehr leisten und sind auf die Unterstützung Europa angewiesen.
>Die Periode des Unilateralismus ist mit dem Irak-Krieg zu Ende gegangen.
>Nicht einmal mehr Rumsfeld denke unilateral.
>Die USA stuften Nato und selbst UN wieder viel höher ein als im Irak-Krieg (in den mit 170 000 Soldaten beinahe zwei Drittel der kampffähigen Us-Einheiten involviert sind)
>Fazit:Trotz dieser neuen,nicht ganz uneigennützigen US-Huldigungen an Europa wird sich in der Praktischen Politik (laut Prof.Werner Weidenfeld ) künftig wenig ändern.
Dafür würde ich eine sehr viel weniger ölige und salbungsvolle Erklärung anbieten: Die USA brauchen Zeit und Ruhe, um ihre Kriegsbeute zu verdauen.
Danach geht das Spielchen von vorne los.
(Das"schmierig" im Titel bezog sich selbstverständlich auf die vermutlich amerikanische Sprachregelung, nicht auf Deine Ausdrucksweise.)
Tempranillo
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Euklid
27.08.2003, 22:36
@ Tempranillo
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Re: Weniger schmierig formuliert liest es sich anders |
-->Sehe ich exakt genau so.
Aber bei der Nukleargeschichte und Lösung vom Westblock sehe ich keine gute Sache.
Ich trete für die Lösung mit Frankreich zusammen ein.
England rausschmeißen und wir brauchen doch über Nuklearwaffen nicht mehr zu reden.
Warum soll sich Frankreich mit Deutschland nicht verschmelzen?
Die Administration drüben würde Gift und Galle spucken.
Gruß EUKLID
PS Das ist die gemäßigte Variante die ich sehe.
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Tempranillo
27.08.2003, 23:09
@ Euklid
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Re: DeGaulle hat das mal angedacht: Frankreich und D-Land zusammenlegen |
-->Hallo Euklid,
>Aber bei der Nukleargeschichte und Lösung vom Westblock sehe ich keine gute Sache.
Vor allem, wenn wir anschließend nicht in ein neues Bündnissystem kommen. Allein werden wir es sicher nicht packen. Die Gefahr besteht natürlich, daß wir mit einer Hinwendung nach Osten vom Regen in die Traufe kommen. Aber es könnte doch so ein effektvoller Trumpf im Verhandlungspoker sein.
>Ich trete für die Lösung mit Frankreich zusammen ein.
Leider kann ich jetzt nicht die genaue Quelle angeben, irgendwo habe ich gelesen, daß Charles DeGaulle mal angeregt haben soll, den Vertrag von Verdun zu revidieren, was eine politische Bombe gewesen wäre, weil das nichts anderes bedeutet hätte, als aus Frankreich und D-Land einen Staat zu machen.
Der Vertrag von Verdun:
Am 11. August 843 kamen die Enkel Karls des Großen übereinkamen, das Erbe ihres Großvaters zu teilen.
Das Frankenreich wurde in drei Teile aufgeteilt, wobei man sich an der Größe des Domänenlandes orientierte: Karl der Kahle bekam Gallien, Ludwig herrschte über Deutschland und Lothar erhielt die Gebiete dazwischen (Lotharingien, Rheinland, Provence und Oberitalien), die nach seinem Tode zwischen den zwei Brüdern wieder aufgeteilt wurden.
>Warum soll sich Frankreich mit Deutschland nicht verschmelzen?
Vielleicht liegt in der Besinnung auf die Vergangenheit der Weg in die Zukunft?
>Die Administration drüben würde Gift und Galle spucken.
Glaube ebenfalls gelesen zu haben, daß die Amis gegen DeGaulles Vorschlag eingeschritten sind.
Weil ich schon beim phantasieren bin. Was hätte dieses neue Franko-Germanien nicht für schöne Hauptstädte: Regierungssitz wäre Paris, die Länder und Regionen hätten ihre Vertretung in Berlin - natürlich ohne Schandmal und den anderen verlogenen Vergangenheits-Klimbim, mit dem der Sieger dem Besiegten die Züge entstellt.
Tempranillo
<ul> ~ Der Vertrag von Verdun</ul>
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stocksorcerer
28.08.2003, 05:54
@ Tempranillo
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Frankreich und D-Land zusammenlegen |
-->Wäre gar kein Problem. Die Meister des Konsenses (Deutschland) werden doch wohl eine solche Kleinigkeit hinkriegen?
Man führt den Louisdor wieder ein oder den Centime. Man propagiert den historischen Ursprung Franko-Germaniens und schildert neben der Größe auch die wirtschaftliche Stellung in einem ganz ganz neuen Europa.... das Rumsfeld dann doch gar nicht mag..
winkääää
stocksorcerer
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alberich
28.08.2003, 10:07
@ stocksorcerer
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Re: Frankreich und D-Land zusammenlegen |
-->Das wäre eine heiße Mischung:
Frankreichs Etatismus, Zentralismus und Filzokratie gepaart mit Deutschlands Bürokratie, Pingeligkeit und 150 %iger Übererfüllung.
Danke!
Spätestens dann werde ich auswandern.
gruß
alberich
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Euklid
28.08.2003, 10:19
@ alberich
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Re: Frankreich und D-Land zusammenlegen |
-->Was hast Du nur gegen Frankreich?
Wegen des Zentralismus in Frankreich braucht man auch keine 15 verschiedene Schulbücher wie bei uns.
Jedes Bundesland backt seine eigenen Bücher.
Ziehen Eltern um kannst Du 10 davon wegwerfen und neue kaufen.
Macht sich gut bei Hartz und 3 Umzügen je Jahr.
Zentralismus ist nicht nur schlecht.
Dann braucht man auch die Ränkespiele des Bundesrates nicht mehr.
Abschaffung bedeutet Geldeinsparung.
Und schu Dir mal die Qualität der Schulbücher an.Unter aller Sau im Fach Mathematik.
Schulbücher sollten Lehrbücher sein.
Was heute als Schulbücher verkauft wird sind lediglich Gedankenstützen für die Lehrer von Lehrern erarbeitet.
Mit Schulbücher sollten Kinder lernen können,das heißt sie sind so abzufassen wie bei einem Fernlehrgang ohne Lehrer.
Das scheint im Bewußtsein von vielen Schreiberlingen nicht mehr drin zu sein,denn Kinder werden auch krank und müssen auch mal zuhause den Stoff aus dem Buch ziehen können.
Und die Masche nur aus dem Computer zu lernen hat auch ihre Tücken.
Das Lesepotential bleibt unterentwickelt wie der PISA-Test zeigt.
Frankreich ist ein schönes Land.Ich kann das beurteilen da ich gerade nebenan wohne.Der Elsaß hat sich vorzüglich entwickelt.
Frankreich hat auch beste Weine und Käse;-))
In Frankreich gibts auch Französinnen;-)))
Also warum liegt Dir Frankreich nicht?
Gruß EUKLID
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alberich
28.08.2003, 11:22
@ Euklid
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Re: Frankreich und D-Land zusammenlegen |
-->olala EUKLID,
die Französinnen, der Wein, der Käse. Das weiß ich überaus zu schätzen. Als Exil-Badener kann ich da mitreden. Ich habe von daher nichts gegen die Franzosen.
Mir stellt sich nicht die Frage Zentralismus oder Förderalismus, sondern was wird auf welcher Ebene am besten geregelt.
und hier hast Du absolut recht: in Sachen Bildung müssen die Vorgaben auf der richtigen Stufe gemacht werden. Frankreich hat das besser organisiert. Hier ist Förderalismus fehl am Platz.
Allerdings ist die Staatsgläubigkeit in Frankreich noch stärker ausgeprägt als in Deutschland. Wenn ich mir die schlechten Eigenheiten beider Nationen in Kombination vorstelle, wird mir schwindelig.
gruß
alberich
Ist einer Deiner Vorfahren ein bekannter Freiheitskämpfer gewesen? Aus Mannheim, erschossen 1849 in Rastatt durch die Preußen?
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Euklid
28.08.2003, 11:32
@ alberich
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Re: Frankreich und D-Land zusammenlegen |
-->Ja in Frankreich ist es umgekehrt als in Deutschland.
Armer französischer Staat aber viele vermögende Bürger
In Deutschland gerade umgekehrt:Reicher Staat der über alle Maßen Steuern eintreibt sie aber verplempert und dadurch immer mehr ärmere Bürger.
Das ist meine Beobachtung wenn ich die reale Lage der Leute da drüben einschätze.
Journalistenfunk hat selten etwas Reales.
Ja das mit den Preußen war für uns genauso eklig wie mit den Franzosen.
Das erste Mal in Ruhe gelassen von all den politischen Großmanövern hat sich diese Gegend um Baden doch prächtigst entwickelt.
Wir haben uns sogar so prächtig entwickelt daß wir Tribut über die Mailinie nach Norden zahlen und gleichzeitig an Frankreich.
Ist das nichts [img][/img]
Gruß EUKLID
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Tassie Devil
28.08.2003, 14:48
@ Euklid
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Re: Oui Monsieur ;-))) |
-->>In Frankreich gibts auch Französinnen;-)))
Da hast Du vollkommen recht. [img][/img]
Ich komme ja aus dem Suedwesten, waehrend meiner Gymnasiastenzeit bin ich oft mit meiner Kreidler ueber die Autobahn und Strassbourg nach France rein gerauscht, gerade mal so um die 2 Stunden Fahrzeit.
Das war im Zeitraum 1965 - 1968.
Ach ja, und haette 1968 nicht der Tod zugeschlagen, vielleicht wuerde ich immer noch in Paris wohnen, avec ma famille, je ne sais pas...
Franzoesisch waere dann zu meiner zweiten Muttersprache geworden und nicht Englisch.
>Gruß EUKLID
Gruss
TD
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Tempranillo
28.08.2003, 15:47
@ Tassie Devil
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Re: Ein paar Gründe Paris, Frankreich und seine Menschen zu mögen |
-->>Ach ja, und haette 1968 nicht der Tod zugeschlagen, vielleicht wuerde ich immer noch in Paris wohnen, avec ma famille, je ne sais pas...
>Franzoesisch waere dann zu meiner zweiten Muttersprache geworden und nicht Englisch.
Hallo Tassie,
ja, Paris, meine Ruh´ ist hin, mein Herz ist schwer.
Den wunderbaren Glanz, die Pracht und Herrlichkeit der Hauptstadt Frankreichs brauche ich Dir nicht eigens zu schildern.
Interessanter ist vielleicht, was man als unbedarfter Tourist erleben kann, wenn man im Bastille-Viertel ein Bistro aufsucht und gegenüber eine nicht mehr ganz junge Dame Platz nimmt.
Was jetzt kommt, ist eine Fußnote zur deutschen Vergangenheitsbewältigung und zu der von mir immer cholerisch verschrieenen Einseitigkeit.
Sich am Esstisch gegenüber sitzen und Konversation vermeiden, ist nicht ganz einfach, selbst wenn der eine jeden französischen Satz einzeln hervorstochern muß.
Wie es halt so geht, Madame kam auf das deutsch-französische Verhältnis zu sprechen, und da war natürlich auch der Adi nicht weit weg. Mir ist schon ganz anders geworden, aber der Verlauf der Unterhaltung hat mich eines besseren belehrt. Welch ein Unterschied zum deutschen Auschwitz-Genöle.
"Mein Mann", sagte sie,"war französischer Soldat, und verdankt sein Leben doch den Deutschen. Er war Seemann, eines Tages wurde sein Schiff von einem deutschen U-Boot torpediert, der Kahn ist untergegangen, die Mannschaft schwamm um ihr Leben, er selbst sah keine andere Möglichkeit mehr, als auf das deutsche U-Boot zuzuschwimmen, und hat schon damit gerechnet, daß er eine Salve aus dem Maschinengewehr bekommt. Aber nichts dergleichen, die Deutschen haben ihn aus dem Wasser gezogen, und ihm so das Leben gerettet."
Ein Satz von dem, was mir die liebenwürdige Dame"entre poire et fromage" gesagt hat, ist mir im Gedächtnis haften geblieben:"Les allemands ont sauvé la vie de mon mari."
Weiter ging´s dann, mir wurde schon wieder unbehaglich zumute, mit Berichten aus der Zeit der Besatzung."Haben Sie gewußt", fragte Sie,"daß in Wahrheit ein Deutscher, Generalmajor von Choltitz,"Paris vor der Zerstörung gerettet hat?" Es gab einen Füherbefehl, ganz Paris samt Eiffelturm beim Abzug der deutschen Truppen in die Luft zu sprengen, dem sich von Choltitz glücklicherweise widersetzt hat."
Wer in diesem unserem Lande kennt diese Geschichte?
Weiter ging´s dann mit Ausführungen über Charles de Gaulle, der die Größe hatte, dem besiegten D-Land die Hand zu reichen, und einigen Anekdoten über ihren mittlerweile verstorbenen Mann.
Dieser sei ein großer Liebhaber der Oper gewesen, von Verdi, Wagner bis zu Richard Strauss (Präsident der Reichsmusikkammer). Sie selbst könne sich an wunderbare Aufführungen von Wagner- und Strauss-Opern erinnern, und habe sogar noch Maria Callas live gehört.
Das alles, wie gesagt, so nebenbei als begleitende Konversation eines Menüs.
So etwas möchte ich auch mal bei uns erleben.
Tempranillo
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