-->ftd.de, Do, 28.8.2003, 8:45
Münchener Rück schreibt erneut Verlust
Der weltgrößte Rückversicherer, Münchener Rück, hat im fünften Quartal in Folge Verlust gemacht. Händler erwarteten mit Spannung, ob der Konzern eine Kapitalerhöhung bekannt geben würde.
Unterm Strich entstand ein Minus von 365 Mio. Euro nach einem Verlust von 383 Mio. im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern sei auf 737 Mio. Euro von 40 Mio. Euro im Vorquartal gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten für das Quartal bis Juni 2003 im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 655 Mio. Euro prognostiziert.
Marktspekulationen, Münchener Rück werde mit den Zahlen auch eine Kapitalerhöhung bekannt geben, bewahrheiteten sich nicht. Die Ratingagentur S&P hatte die Kreditwürdigkeit der Münchener Rück am Vorabend überraschend zurückgestuft.
Nachteil bei Refinanzierung
Diese Rückstufung benachteiligt die Münchener Rück im Vergleich zu ihren Konkurrenten bei der Refinanzierung. Je niedriger ein Rückversicherer von den Ratingagenturen beurteilt wird, desto schlechter sind seine Marktchancen im Geschäft mit den Erstversicherern.
Der Konzern teilte mit, dass er die Rückstufung für ungerechtfertigt hält. Zuletzt hatte das Unternehmen wegen hoher Wertpapier-Abschreibungen vier Quartale in Folge Verlust gemacht.
Im ersten Halbjahr brach der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr trotz gestiegenen Umsatzes ein. Der Umsatz legte von 20,4 Mrd. Euro auf 20,8 Mrd. Euro zu. Vor Steuern machte der Konzern einen Gewinn von 777 Mio. Euro nach 3,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet Münchener Rück weiterhin einen Umsatz von 40 Mrd. Euro.
© 2003 Financial Times Deutschland
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