DT
01.11.2007, 22:41 |
An Dottore: Was passiert eigentlich mit den Securities bei den TOMOs (mL) Thread gesperrt |
-->Hallo Dottore,
ich habe mich schon mehrfach gewundert, was eigentlich passiert, wenn die AAAs etc, die bei der Fed in letzter Zeit massiv gegen TOMOs eingetauscht werden, ihren Wert verlieren bzw. was passiert, wenn die Securities fail.
Interessanterweise hat die Fed einen Artikel dazu auf ihrer Homepage eingestellt, denn dasselbe scheint in Höhe von mehreren 100 Mrd USD nach 9/11 passiert zu sein.
Hier ist der Link:
http://www.ny.frb.org/research/epr/02v08n2/0211flem.html
Man sollte sich unbedingt mal den ca 20seitigen PDF File dazu runterladen und vor allem das Bild 5 auf der 9. Seite des PDF anschauen und den Text zu"Settlement Fails" und"Special Collateral Repurchase Agreements" anschauen.
Gruß DT
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Fremdwort
02.11.2007, 11:08
@ DT
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Re: An Dottore: Was passiert eigentlich mit den Securities bei den TOMOs (mL) |
-->Hi,
man könntre es wie folgt umschreiben:
<ul> ~ http://video.google.de/videoplay?docid=-1898086899086178049&q=hamster+im+arsch&total=3&start=0&num=10&so=0&type=search&plindex=1</ul>
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Boardmaster
02.11.2007, 12:51
@ Fremdwort
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Re: @Fremdwort: GELBE KARTE für diesen Unsinn (o.Text) |
-->
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Fremdwort
02.11.2007, 13:08
@ Boardmaster
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Re: sorry, war nicht so gemeint |
-->eher, dass man sich in Kürze damit eh nur noch etwas abwischen kann....
Manchmal lässt sich der Tag eben nur noch mit Galgenhumor ertragen, bei dem, was hier so läuft.
Mea culpa
Fremdwort
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dottore
05.11.2007, 15:33
@ DT
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Re: An Dottore: Was passiert eigentlich mit den Securities bei den TOMOs (mL) |
-->Hi DT,
vorhin erst entdeckt. Sorry for delay!
Vorab:
Repos (Kauf mit gleichzeitig vereinbarter Rückkaufverpflichtung) und reverse repos (Verkauf mit gleichzeitig vereinbarter Kaufverpflichtung) laufen - und darauf hebt der übrigens sehr instruktive Artikel (Danke!) ab - sind normaler Bankenalltag. Die Geschäfte mit der NY-Fed sind nur ein kleiner Ausschnitt des Geschäfts.
Grundsätzlich kann es täglich zu Settlement Fails kommen. Vielfach liegt dies an Missverständnissen der beiden Kontraktparteien über das gemeinsam verhandelte Papier. Diese Missverständnisse werden - ähnlich wie beim Aktienhandel - im Laufe des Tages ausgeräumt. Falls es zu spät wird und eine der Parteien auf Vollzug drängt, muss möglichst am nächsten Tag gesettelt werden (mit entsprechendem Zins). Falls auch das nicht geht, läuft das Geschäft gegen die zur Lieferung verpflichtete Partei, die u.U. dann für die gesamte Laufzeit den Zinsspread bezahlen muss, der sich natürlich entsprechend aufsummiert, je weiter die Kette der Käufer/Verkäufer des Papiers reicht.
Bei der NY-Fed kann das nicht passieren, weil diese entweder die Papiere im Stock hat (bei reverse repos; stock ist übrigens die Wertpapiersammelstelle) oder bei der die Papiere"submitted" werden müssen, bevor sie entscheidet, ob und wieviel usw. sie davon aufnimmt. (Die TOMO-Zahlen der letzten Woche waren bzgl."submitted" immens).
Bei der Fed interessiert das Kursrisiko nicht (falls sie einen Titel akzeptiert hat), denn sie gibt genau diesen Titel an den Verkäufer gegen die vorher vereinbarte Summe zurück.
Bei der 9/11-Geschichte konnten die zur Lieferung Verpflichteten nicht liefern, da die Leitungen zur Verwahrstelle nicht funktionierten und auch die sonstge Kommunikation nicht. Um zu verhindern, dass Adressen die erwähnten Zinsen zu tragen hatten, ohne dass sie etwas dafür konnten (normalerweise hätten sie im Rahmen des Obigen geliefert bzw. liefern können), stellte die Fed quasi"Ersatzpapiere" (gleiche Laufzeit, gleiche Sätze usw.) zur Verfügung, ohne dafür gesonderte Kosten in Rechnung zu stellen. Sobald die Systeme wieder funktionierten, mussten die Teilnehmer die Position mit der Fed glattstellen und durch die ursprünglich kontrahierten Papiere ersetzen.
Die Fed bleibt also bei Repos nicht auf etwaigen Kursverlusten sitzen und selbst wenn das Papier zum Nonvaleur werden sollte, gibt sie es gegen den vereinbarten Cash zurück. Anders wäre es bei reverse repos - dann gibt die Gegenseite den Nonvaleur an die Fed zurück und diese hat den Verlust zu tragen.
Das ist derzeit aber kein Thema, da die Fed dem Markt ja nicht Liquidität entnehmen, sondern möglichst zuführen will, also nicht Titel mit Rücknahmeverpflichtung an den Markt verkauft.
Interessant bleibt bei dem Artikel allemal, dass es doch - auch in"normalen" Zeiten - ziemlich hohe Summen gibt, die am Ende des Tages ungesettelt bleiben. Wie es um die (privaten) Repos und Reverse Repos in der gegenwärtigen Situation steht, weiß ich nicht. Ich vermute, sie harzen ähnlich wie sich die Lage bei den CP darstellt. Wer nimmt schon einen Titel für 90 Tage rein, um nach dieser Zeit festzustellen, dass er Minus gemacht hat (z.B. wenn das Papier von AAA auf BBB gefallen sein sollte)?
Sorry nochmals + Gruß!
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McShorty
05.11.2007, 16:08
@ dottore
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Re: TOMOs heute und kurz Frage zur FED NY - (mFmL) |
-->Hallo,
die TOMO´s heute: angefordert 80 Mrd. USD zugeteilt nur 6,75 Mrd. (also nicht mal 1/10) das Meiste zu 4,638 %, also leicht über FF Zeilmarke. Bemerkenswert wieder einmal dass von angeforderten"Mortgage-Backed" wieder nichts zugeteilt wurde. Bieten die nur Müll an oder wieso will die FED NY von dem nichts rein nehmen.
Dank für alle erhellenden Beiträge und Frage an Dottore wo Sie sich gerade mal im Forum rumtreiben. Laufen die TOMO´s der FED nur über die FED NY? Habe bei den anderen regionalen FED´s und der Zentral FED nichts auf deren Website gefunden. Wenn die anderen auch sowas machen, wo findet man Statistik über TOMO´s gesamt für die USA?
Besten Dank vorab und Gruß
McShorty
<ul> ~ TOMO`s FED NY</ul>
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dottore
05.11.2007, 17:09
@ McShorty
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Re: TOMOs heute und kurz Frage zur FED NY - (mFmL) |
-->Hi McShorty,
>die TOMO´s heute: angefordert 80 Mrd. USD zugeteilt nur 6,75 Mrd. (also nicht mal 1/10) das Meiste zu 4,638 %, also leicht über FF Zeilmarke. Bemerkenswert wieder einmal dass von angeforderten"Mortgage-Backed" wieder nichts zugeteilt wurde. Bieten die nur Müll an oder wieso will die FED NY von dem nichts rein nehmen.
Gute Frage. Ich vermute: Die NY-Fed will keine Non-AAA MBS reinnehmen, obwohl sie (wie auch die anderen Fed-Banks) letztlich alles als"collateral" reinnehmen könnte 8mit steigenden Abschlägen natürlich). Würde sie BBBs oder gar darunter akzeptieren, wäre das nicht nur die offene Tür zu moral hazard und letztlich Hyperinflation, sondern auch das Eingeständnis, dass die Kreditkrise bereits gänzlich außer Kontrolle geraten ist. Das möchte man logischerweise vermeiden, da sonst alle Dämme brächen. Also hält man den Ertrinkenden eben Oberkante Unterlippe über Wasser. Dass dies mit den TOMOs kein Dauerzustand sein kann, ist einzusehen.
>Dank für alle erhellenden Beiträge und Frage an Dottore wo Sie sich gerade mal im Forum rumtreiben. Laufen die TOMO´s der FED nur über die FED NY?
Ja. Jedenfalls derzeit noch. Was auch zeigt, dass es um die großen Wall-Street-Banken geht, die sich kolossal verzockt haben.
>Habe bei den anderen regionalen FED´s und der Zentral FED nichts auf deren Website gefunden. Wenn die anderen auch sowas machen, wo findet man Statistik über TOMO´s gesamt für die USA?
Kenne leider keine Stelle, sondern eben nur die von der NY-Fed.
Besten Gruß zurück!
PS als Nachtrag zu den normalen Fed-Operationen (FF-Rate, Diskontfenster): Sollten sich die betreffenden Titel während ihres Verweilens bei der Fed-Bank verschlechtern (Kurs, Bonität usw.), müssen die Banken, die eingereicht haben, zusätzliche Collaterals (Sicherheiten also) stellen.
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