Tulpenblase
02.11.2007, 15:28 |
Zweckgesellschaften auĂźerhalb der Bilanz Thread gesperrt |
-->Wie ist es überhaupt möglich diese Zweckgesellschaften zu betreiben, ohne das sie bilanziert werden müssen (Unterschiede D - Ausland)?
Wo tauchen die Gewinne / Verluste auf, wenn nicht in der Bilanz / G+V?
Citigroup nimmt ja Abschreibungen in der Bilanz vor. Wie passt das mit der auĂźerbilanziellen Zweckgemeinschaft zusammen?
Hat jemand zufällig einen Link hierzu parat?
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LenzHannover
02.11.2007, 15:46
@ Tulpenblase
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kika n-tv: Merrilll Lynch = Enron? schon sehr freche Fragen... |
-->wegen der ausgelagerten Risiken...
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chiron
02.11.2007, 15:47
@ Tulpenblase
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Merrill Lynch auf Enrons Spuren |
-->Hallo Tulpenblase
Das folgende beantwortet zwar deine Frage nicht wirklich, gehört aber sicher auch zum Thema:
Die durch Milliardenverluste in die Schlagzeilen geratene US-Investmentbank Merrill Lynch ist in Transaktionen mit Hedge Funds involviert, welche ihre tatsächlichen Verluste auf ausstehenden Krediten verschleiern sollen, berichtet das Wall Street Journal in ihrer heutigen Ausgabe.
Bei einer solchen Transaktion soll ein Hedge Fund commercial papers im Gegenwert von 1 Milliarde US Dollar gekauft haben, die in Form eines „Finanz-Vehikels“ (ein besserer Ausdruck fällt mir dafür nicht ein) gefüllt mit Hypotheken von Merrill emittiert wurde, wie ein Insiderer berichtet. Im Gegenzug wurde dem Hedge Fund das Recht eingestanden, die commercial papers nach einem Jahr an Merrill Lynch zu einem garantierten Minimum-Preis zurück zu verkaufen.
Etwas klarer ausgedrückt heisst dies, dass Merrill Lynch damit eine Milliarde an „risky assets“ in ihrer Bilanz unsichtbar machte. Das Risiko besteht jedoch nach wie vor und kommt spätestens in einem Jahr ans Tageslicht. Merrill Lynch wollte diese Transaktionen nicht kommentieren.
Gruss chiron
Mehr dazu hier:
<ul> ~ http://blog.zeitenwende.ch/hedge-fonds/merrill-lynch-auf-enrons-spuren/</ul>
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weissgarnix
02.11.2007, 15:57
@ Tulpenblase
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Re: Zweckgesellschaften auĂźerhalb der Bilanz |
-->>Wie ist es überhaupt möglich diese Zweckgesellschaften zu betreiben, ohne das sie bilanziert werden müssen (Unterschiede D - Ausland)?
GAAP und IFRS räumen die Möglichkeit bei Erfüllung gewisser Kriterien ein, vor allem wenn das Risiko aus dem Vehikel nur zu weniger als 50% bei der Bank liegt. Das ist vor allem der Fall bei SPVs, über die nicht nur 1 bestimmter"Originator" abgewickelt wird, sondern deren mehrere (sogenannte"Multiseller-Platforms").
>Wo tauchen die Gewinne / Verluste auf, wenn nicht in der Bilanz / G+V?
wenn konsolidiert, dann in der Bilanz der Bank direkt. Wenn nicht konsolidiert, dann in der Bankbilanz bei Ausweis einer DrohverlustrĂĽckstellung.
>Citigroup nimmt ja Abschreibungen in der Bilanz vor. Wie passt das mit der auĂźerbilanziellen Zweckgemeinschaft zusammen?
>Hat jemand zufällig einen Link hierzu parat?
Ich habe eine Menge Material hier ins Forum reingestellt, auch zur Bilanzierung von SPVs. MuĂź so ca. 2 Monate her sein, check am besten mal das Archiv nach meinem Pseudonym...
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weissgarnix
02.11.2007, 16:07
@ chiron
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Re: Merrill Lynch auf Enrons Spuren |
-->Für sowas könnte allerdings jemand tatsächlich in den Knast wandern, allen voran der CFO von ML. Nach dem Grundsatz"Substance over Form" wäre eine derartige Transaktion in der Regel kein Verkauf, das Risiko also nach wie vor voll bei ML zu bilanzieren. Ähnelt der Figur nach den Repogeschäften mit der Zentralbank, auch die werden selbstredend bei der Geschäftsbank, in diesem Fall als ML, bilanziert...
>Hallo Tulpenblase
>Das folgende beantwortet zwar deine Frage nicht wirklich, gehört aber sicher auch zum Thema:
>Die durch Milliardenverluste in die Schlagzeilen geratene US-Investmentbank Merrill Lynch ist in Transaktionen mit Hedge Funds involviert, welche ihre tatsächlichen Verluste auf ausstehenden Krediten verschleiern sollen, berichtet das Wall Street Journal in ihrer heutigen Ausgabe.
>Bei einer solchen Transaktion soll ein Hedge Fund commercial papers im Gegenwert von 1 Milliarde US Dollar gekauft haben, die in Form eines „Finanz-Vehikels“ (ein besserer Ausdruck fällt mir dafür nicht ein) gefüllt mit Hypotheken von Merrill emittiert wurde, wie ein Insiderer berichtet. Im Gegenzug wurde dem Hedge Fund das Recht eingestanden, die commercial papers nach einem Jahr an Merrill Lynch zu einem garantierten Minimum-Preis zurück zu verkaufen. > Etwas klarer ausgedrückt heisst dies, dass Merrill Lynch damit eine Milliarde an „risky assets“ in ihrer Bilanz unsichtbar machte. Das Risiko besteht jedoch nach wie vor und kommt spätestens in einem Jahr ans Tageslicht. Merrill Lynch wollte diese Transaktionen nicht kommentieren.
>Gruss chiron
>Mehr dazu hier:
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Tulpenblase
02.11.2007, 16:07
@ chiron
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Zweckgesellschaften |
-->Wenn Risiken unsichtbar gemacht werden (sollen), liegt nach meinem Verständnis
1.
in jedem Fall"Steuervermeidung" vor (im Gewinnfall)
2.
Betrug an den Aktionären vor (= Fall für die Staatsanwaltschaft; wie auch im o.g. Fall)
3.
ein riesiger völlig unregulierter Markt vor. Da stellt sich die Frage weshalb hier gerade nicht reguliert wird.
Sonst ist der Fiskus doch schnell dabei, wenn es um`s Abkassieren geht.
Hat sich diese Frage bisher niemandem gestellt?
Wie sieht es aus mit einer Steuer- oder UStID-Nummer fĂĽr solche Zweckgesellschaften (gibt`s die nur im Ausland)?
FĂĽr mich sind mehr Fragen offen, als beantwortet.
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Tulpenblase
02.11.2007, 16:14
@ weissgarnix
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Zweckgesellschaften |
-->
>wenn konsolidiert, dann in der Bilanz der Bank direkt. Wenn nicht konsolidiert, dann in der Bankbilanz bei Ausweis einer DrohverlustrĂĽckstellung<
Weshalb sind dann solche Risiken nicht schon wesentlich eher aufgeflogen?
(entweder durch Konsolidierung in den Bankbilanzen oder durch Ausweis der DrohverlustrĂĽckstellungen in den Bankbilanzen).
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chiron
02.11.2007, 16:42
@ Tulpenblase
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Das Wall Street Journal dazu... |
-->The transactions are among the issues likely to be examined by the Securities and Exchange Commission. The SEC is looking into how the Wall Street firm has been valuing, or"marking," its mortgage securities and how it has disclosed its positions to investors, a person familiar with the probe said. Regulators are scrutinizing whether Merrill knew its mortgage-related problem was bigger than what it indicated to investors throughout the summer.
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chiron
02.11.2007, 17:08
@ Tulpenblase
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Sorgen um die Anleihenversicherer |
-->Eine exotische Form der Anleihenversicherung könnte die nächste versteckte Bombe sein, die für Erschütterungen auf den internationalen Kreditmärkte sorgen könnte. Das bislang eher unbekannte Unternehmen ACA Capital könnte die Explosion auslösen.
<ul> ~ http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E695136A6160D458A928C5D4734299189~ATpl~Ecommon~Scontent.html</ul>
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chiron
02.11.2007, 19:05
@ chiron
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Merrill Lynch: Investmentbank dementiert Wall Street Journal |
-->Merrill Lynch dementiert soeben einen Pressebericht. Das Wall Street Journal hatte der Investmentbank vorgeworfen, sie habe mit Hedgefonds einen Deal abgeschlossen, der ihr erlaubt, angeschlagene Subprime-Forderungen unter den Tisch zu kehren. Die Bank erklärt jetzt offiziell, davon sei dem Management nichts bekannt. Solche Praktiken entsprächen nicht der Firmenpolitik.
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weissgarnix
02.11.2007, 20:36
@ Tulpenblase
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Re: Zweckgesellschaften |
-->>Weshalb sind dann solche Risiken nicht schon wesentlich eher aufgeflogen?
>(entweder durch Konsolidierung in den Bankbilanzen oder durch Ausweis der DrohverlustrĂĽckstellungen in den Bankbilanzen).
Weil bis August diesen Jahres ja alles supie-dupie war, und nach der"Mark-to-Model"-Methode etwaige Verlustpositionen auch wirklich lange unter dem Teppich blieben...
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chiron
02.11.2007, 22:05
@ weissgarnix
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Re: Zweckgesellschaften |
-->Hallo weissgarnix
Mark to model finde ich wirklich gut. Ich bewerte die Positionen selber - je höher desto höher mein Bonus. Wenn alles auffliegt, dann nehme ich mir den goldenen Fallschirm und mein Nachfolger beginnt von vorn resp. von ganz unten. Ab diesem Zeitpunkt steigt dann die Aktie wieder und die zum Job mitgelieferten Optionen hebeln gleich kräftig mit. Das nenne ich mal ein Erfolgsmodell.
Gruss chiron
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