DT
03.11.2007, 00:05 |
Betrug im Namen der FED (neue Meldung): Super SIV wird 10:1 geleveraged (mL) Thread gesperrt |
-->http://www.reuters.com/article/gc06/idUSN0261771720071102
Diese Meldung ist wirklich unglaublich: C, JPM, die DeuBa und Bank of America können ihren toxic waste beim Super-SIV abladen und brauchen nur mit 1:10 dafür zu haften. Das ist ja Wahnsinn. Ein Bailout durch den Taxpayer mit 90% Staatshaftung. Unglaublich.
Geht's noch näher dran an der direkten Monetisierung der Schulden als DAS? Da lade ich mir 1 Mio EUR an Schulden auf, kaufe phys. Pt oder Au dafür, und lade die Schulden beim Super SIV ab und zahle dann 100.000 EUR dafür.
Ob das ganze schon mal den 10:1 Währungsschnitt anzeigt? Hatten wir ja schon mal anno 48...
In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweise auf die sehr versteckte, jedoch öffentlich zugängliche Seite der Fed"Legal Interpretations" wichtig, auf der schon im August etwa eine Woche vor Bekanntwerden Ausnahmen zB für die Bank of America im Rahmen von mehreren Dutzend Mrd USD über den Federal Reserve Act hinaus gemacht wurden.
Interessant jetzt die Schreiben der Fed an die C, RBOS, Barclays und auch die DeuBa in Fft, wo Transfers zwischen den Bank und Mortgage Abteilungen möglich werden und diese auch transnational möglich werden.
Bei der C sind die Volumina im Bereich von 25 Mrd USD, bei der DeuBa 13 Mrd USD. Ähnliche Schreiben sind auch noch an JPM ergangen.
http://www.federalreserve.gov/boarddocs/legalint/FederalReserveAct/2007/
Gruß DT
Federal Reserve says super SIV requires less capital
Fri Nov 2, 2007 5:25pm EDT
WASHINGTON (Reuters) - Banks that back a proposed new multi-billion dollar investment fund that may purchase risky mortgage-related assets will need only one tenth of the capital they would need if they were to take the assets onto their own balance sheets, the Federal Reserve has said.
Under Federal Reserve rules on capital requirements for banks, off balance sheet commitments require less capital.
Encouraged by the U.S. Treasury Department, Citigroup (C.N: Quote, Profile, Research), JP Morgan (JPM.N: Quote, Profile, Research) and Bank of America (BAC.N: Quote, Profile, Research) have proposed setting up a special investment vehicle to either guarantee or buy U.S. mortgage-related assets in order to help dissipate some of the credit concerns that caused this summer's global liquidity crisis.
Promises to lend against assets transferred from a bank to the new fund, known as the Master Liquidity Enhancement Conduit, would qualify as a commitment needing less capital, the Fed said in a letter last week to Citigroup.
"The credit conversion factor that would apply to the notional amount of the M-LEC liquidity facility would be 10 percent," wrote Norah Barger, the associate director of the Fed's Division of Banking Supervision and Regulation.
"The effect of the letter is that assets placed in the super-SIV (technically termed M-LEC, or Master Liquidity Enhancement Conduit) would have a capital treatment that is 10 times more favorable than if the same assets were placed on the bank's balance sheet," Mike Mayo, an analyst with Deutsche Bank said in a note to clients.
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DT
03.11.2007, 00:09
@ DT
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Und direkt die Reaktion: C gleich mal um 3.4 % hoch nachbörslich (mT) |
-->Das bedeutet, daß auch am Mo die anderen Banken und auch die dt. Banken grün sein werden.
Was für verdammte Betrüger. Wenns endlich runter geht, mal kurz die Spielregeln ändern und die 30 Mrd Schulden der Deuba zu 3 Mrd machen. Und die 200 Mrd der C zu 20 Mrd. Schwupp. Krise vorbei.
Das gibts doch nicht.
Gruß DT
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Vatapitta
03.11.2007, 00:30
@ DT
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Re: Betrug im Namen der FED - Ist das was neues? So läuft das seit 1913! (o.Text) |
-->
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Sorrento
03.11.2007, 00:56
@ DT
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meine schönen Puts *schluck* |
-->>Das bedeutet, daß auch am Mo die anderen Banken und auch die dt. Banken grün sein werden.
>Was für verdammte Betrüger. Wenns endlich runter geht, mal kurz die Spielregeln ändern und die 30 Mrd Schulden der Deuba zu 3 Mrd machen. Und die 200 Mrd der C zu 20 Mrd. Schwupp. Krise vorbei.
>Das gibts doch nicht.
>Gruß DT
Spielverderber!
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prinz_eisenherz
03.11.2007, 08:20
@ DT
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Auch wenn ich der Letzte bin, mir war das neu. Gruß von der BK(in), weiter so:) |
-->Der Eckhart Tolle, und seine Methode der Bewustseinserweiterung, auch nicht übel. Schreibe mal wie du den Startbildschirm von Youtube hier verlinkt bekommst, z. b. bei Eckhart Tolle von weiter unten.
Einer, der es auf seine Art versucht hat, etwas früher, das war der hier:
http://www.youtube.com/watch?v=l0Xrb3M9Zu0
bis denne
eisenherz
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LeCoquinus
03.11.2007, 09:02
@ DT
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Der Hyperinflation wieder ein Meilenschritt entgegen! (o.Text) |
-->
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nasowas
03.11.2007, 09:12
@ DT
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Vielen Dank für die Info!!! |
-->und auch die anderen Beiträge von Dir sind jedes Mal wert angeklickt zu werden.
Gruß
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Student
03.11.2007, 10:15
@ DT
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Re: Mutter-Tochter-Sauereien:)) |
-->Und den Oppa nicht vergessen...
Moin Z'sammen!
>Diese Meldung ist wirklich unglaublich:
Nu rech da bloß nich uff, lieber DT.
Darf ich ein paar Ãœberlegungen anstellen?
Mutter = Staat, Herrschaft
Tochter = Zentralbank
Opa = graue und graueste Eminenzen im Hintergrund
Blut ist dicker als Wasser.
Ab hier darf der geneigte Leser erstmal selber weiterdenken...
Dabei eventuell berücksichtigen, daß alles in so etwas liebliches wie der Freiheit eingebettet ist.
Sollte jemand irgendwo eine Waffe in diesem Spiel entdecken, so möge er beruhigt seinen Blick weiterschweifen lassen. Diese Waffe existiert nur zu unser aller Besten.
Lieben Gruß
Hardy
PS: Nur gut, daß..."Mir wolle ooooch gonnnsuuuumiiieere"
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alberich
03.11.2007, 10:52
@ DT
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Toll. Auf die FED kann man sich verlassen. FED = Master of Liquidity |
-->A soaring number of U.S. homeowners struggled to make mortgage payments in the third quarter, with properties in some stage of foreclosure more than doubling from the same time last year, a mortgage data company said Thursday.
A total of 446,726 homes nationwide were targeted by some sort of foreclosure activity from July to September, up 100.1 percent from 223,233 properties in the year-ago period, according to Irvine-based RealtyTrac Inc.
The current figure was 33.9 percent higher than the 333,731 properties in foreclosure in the second quarter of this year.
There was one foreclosure filing for every 196 households in the nation during the most recent quarter, RealtyTrac said.
-----
Liest sich dramatisch, sind aber nur 0,5 % des Hausbestandes.
Crisis, what crisis?
Die Banken brauchen nur eines und das ist Zeit. Dann löpt sich alles torecht.
Weltuntergang wurde abgesagt. Bedauere keinen besseren Bescheid geben zu können.
Schönes Wochenende!
alberich
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igelei
03.11.2007, 11:18
@ alberich
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sie retten den Bankenkumpanen den Arsch. Nicht den Homeowners, ABER... mkT |
-->>There was one foreclosure filing for every 196 households in the nation during the most recent quarter, RealtyTrac said.
>-----
>Liest sich dramatisch, sind aber nur 0,5 % des Hausbestandes.
Hallo? PRO Quartal, macht pro Jahr 2%, in 2 Jahren 4% und in dreien 6% des Hausbestandes, sofern es so weiter geht. Und zu sinkenden Hauspreisen WIRD es so weiter gehen, was bedeutet, dass in 3 Jahren 6% mehr Häuser auf dem Markt angeboten werden, denn so fix werden die sicher nicht weggesogen.
>Crisis, what crisis?
>Die Banken brauchen nur eines und das ist Zeit. Dann löpt sich alles torecht.
>Weltuntergang wurde abgesagt. Bedauere keinen besseren Bescheid geben zu können.
Ja, vorläufig. Man hat den Banken erstmal den Arsch gerettet. Die pleitegegangenen Hausbesitzer werden aber ihre Spuren in der Konjunktur hinterlassen und statt der Banken gehen die Gewinne der Unternehmen in US zurück, 70% hängt am Konsum und da droht der Einbruch eben von woanders her. Die nächste Frage: Es könnte zu einem Umdenken in Amiland führen, falls ein Großteil der Bevölkerung nämlich einsieht, wie schlecht Kredite fürs persönliche Wohlbefinden sind. Der Weltuntergang wurde mal wieder ein bissel verzögert, mehr isses nicht. Und die Fallhöhe hat sich wieder ein gutes Stück nach oben bewegt. Die FED hat nun die Aufgabe, eine größere Blase als den Housingbubble zu kreieren, sonst war es das relativ zügig mit dem Konsum. Mal sehen, ob ihnen was einfällt, das größer ist, ein Dow von 100.000 vielleicht?
MfG
igelei
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igelei
03.11.2007, 11:39
@ igelei
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ach so, noch dazu eine"schöne" Zahlnreihe aus deinem Posting:.. mkT |
-->Q3/06: 223.000
Q4/06:???.000
Q1/07:???.000
Q2/07: 334.000
Q3/07: 447.000
was wird wohl in den nächsten Quartalen kommen?
MfG
igelei
(A soaring number of U.S. homeowners struggled to make mortgage payments in the third quarter, with properties in some stage of foreclosure more than doubling from the same time last year, a mortgage data company said Thursday.
A total of 446,726 homes nationwide were targeted by some sort of foreclosure activity from July to September, up 100.1 percent from 223,233 properties in the year-ago period, according to Irvine-based RealtyTrac Inc.
The current figure was 33.9 percent higher than the 333,731 properties in foreclosure in the second quarter of this year.)
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Vatapitta
03.11.2007, 11:48
@ igelei
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Re: 6% des gesamten Hausbestandes erhöhen das Angebot eher um mehrere 100% (o.Text) |
-->
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chiron
03.11.2007, 11:50
@ igelei
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Die Inflation kommt |
-->Hallo Igelei
Die Zahlen sind schlecht für ein paar Aktien und schlecht für die Konjunktur, aber nicht unbedingt schlecht für die Aktienindexes. Wenn die FED mit dieser Nummer durchkommt, dann schreibe ich ein Buch über Dow Jones 30'000 oder so...
Die Inflation lässt grüssen inkl. Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, namentlich in den USA.
Gruss chiron
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Vatapitta
03.11.2007, 11:58
@ DT
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Bedeutet das, dass nun mit den 100 Mrd. Dollar die 10 fache Menge an ABS/CDOs... |
-->Danke DT,
gekauft werden kann?
ich habe das noch nicht richtig verdaut.
Welche Auswirkungen auf $ und Bonds hat ein solches Vorgehen?
Ich bitte Euch um sachliche Einschätzungen der Wirkung auf die Märkte.
Danke
Vatapitta
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Vatapitta
03.11.2007, 12:10
@ chiron
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Re: Die Inflation kommt |
-->>Hallo Igelei
>Die Zahlen sind schlecht für ein paar Aktien und schlecht für die Konjunktur, aber nicht unbedingt schlecht für die Aktienindexes. Wenn die FED mit dieser Nummer durchkommt, dann schreibe ich ein Buch über Dow Jones 30'000 oder so...
>Die Inflation lässt grüssen inkl. Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, namentlich in den USA.
>Gruss chiron
Moin chiron,
extreme wirtschaftliche Ausbeutung - z.B. Kolonialismus, Sklaverei, realer Sozialismus - funktionierte
nur unter Anwendung unmittelbarer Gewalt.
Es gab stets passiven Widerstand in Form von Verweigerung.
Aus der Sicht der Kolonialherren waren das dann Probleme mit Dieben, Lügnern und Faulpelzen.
Der Kuchenteig in dem gerührt wird, wird fortlaufend zäher, bis die Kosten das Ergebnis übersteigen.
Hartmut Möllring rechnet für den Systemchrash mit bis zu 40% Flucht in die Schwarzarbeit (bei Hamer).
Gruss
Vatapitta
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igelei
03.11.2007, 13:23
@ Vatapitta
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denke, das werden wir Mo. am ABX sehen. Volumenmäßig reicht das gerade..mkT |
-->... für die Subprimes, wenn überhaupt. Wenn nur die Deutsche allein nach eigener Aussage da mit €29 Mrd. drinhängt sind das bei aktuellem Dollarkurs schon mal 42 Mrd. USD, damit sind ja schon mal über 4% von 1000 Mrd. wech, dazu kommen ja noch die Subprime Exposures aller anderen Banken. Dazu kommen aber ja sachlich gesehen noch die"guten" AAAs und geringeren Ratings und dafür ist es nur ein Tröpfchen. Sehen wir am Montag keine fette Erholung von sagen wir von 80 auf 95, nimmt der Markt eher an, dass es nicht reichen wird.
Apropos Deutsche, weiß jemand, wie sie die Subprimes und AAAs denn eigentlich in der letzten Quartalsbilanz bewertet haben? Zum derzeitigen Marktwert kann es ja wahrscheinlich nicht gewesen sein, sonst müssten sie mindestens 50-60 Mrd. abgeschrieben haben. Also wenn man annehme, dass sie sie mit 100% bewertet haben, wäre das dann schon Bilanzfälschung? Fragen über Fragen...
Was die Auswirkung auf den Dollarkurs betrifft, sehe ich es ähnlich wie oben. Wenn der Markt das Problem damit als gelöst betrachtet, wird der Dollar sich wahrscheinlich kurzfristig ein wenig erholen, betrachtet er es weiterhin als ungelöst, dürfte die Party noch so weitergehen. Also ich schau mir Montag mal bei den ABX rein ;-)
MfG
igelei
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weissgarnix
03.11.2007, 13:24
@ DT
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nein, wieso? - Re: Betrug im Namen der FED (neue Meldung): |
-->Diese Nachricht enthält doch nichts dramatisches: off-balance sheet liabilities wie dieser M-LEC müssen nur mit 10% Kapital unterlegt werden... ich weiss jetzt nicht genau, wie das unter Basel2 aussieht, aber vermutlich nicht dramatisch anders.
Mit Haftung oder gar dem Steuerzahler hat das ja zunächst mal überhaupt nix zu tun: die Banken haften voll für diese Committments. Und wenn ihnen diese Committments absaufen, dann löhnen sie natürlich zu 100%. Aber, und nichts anderes wird hier zunächst mal unterstellt, es ist eben nicht erforderlich, gleich von Beginn an die möglichen Risiken mit 100% Kapital zu unterlegen, sondern nur mit 10%... nicht unähnlich dem Geschäftsprinzip von Versicherungen.
Die spannende Frage lautet nach wie vor: zu welchen Preisen gelangen die Assets in den S-LEC, und wie hoch ist auf dieser Preisbasis das Risiko, das höhere Verluste als 10% drohen... vielleicht nicht wirklich hoch, wenn das Verlustrisiko bei den Emittenten verbleibt, und dieser S-LEC nur das Liquiditätsrisiko übernimmt (wie ich es eigentlich verstanden habe).
Die Inflation sehe ich wohl auch kommen, aber nicht wegen dieser Chose... die betrifft ja nun doch überwiegend bestehende Schulden, zumindest nach allem, was man bislang dazu vernommen hat. Für Inflation sind aber NEUE Schulden notwendig, die alten sind völlig unspannend...
>http://www.reuters.com/article/gc06/idUSN0261771720071102
>Diese Meldung ist wirklich unglaublich: C, JPM, die DeuBa und Bank of America können ihren toxic waste beim Super-SIV abladen und brauchen nur mit 1:10 dafür zu haften. Das ist ja Wahnsinn. Ein Bailout durch den Taxpayer mit 90% Staatshaftung. Unglaublich.
>Geht's noch näher dran an der direkten Monetisierung der Schulden als DAS? Da lade ich mir 1 Mio EUR an Schulden auf, kaufe phys. Pt oder Au dafür, und lade die Schulden beim Super SIV ab und zahle dann 100.000 EUR dafür.
>Ob das ganze schon mal den 10:1 Währungsschnitt anzeigt? Hatten wir ja schon mal anno 48...
>In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweise auf die sehr versteckte, jedoch öffentlich zugängliche Seite der Fed"Legal Interpretations" wichtig, auf der schon im August etwa eine Woche vor Bekanntwerden Ausnahmen zB für die Bank of America im Rahmen von mehreren Dutzend Mrd USD über den Federal Reserve Act hinaus gemacht wurden.
>Interessant jetzt die Schreiben der Fed an die C, RBOS, Barclays und auch die DeuBa in Fft, wo Transfers zwischen den Bank und Mortgage Abteilungen möglich werden und diese auch transnational möglich werden.
>Bei der C sind die Volumina im Bereich von 25 Mrd USD, bei der DeuBa 13 Mrd USD. Ähnliche Schreiben sind auch noch an JPM ergangen.
>http://www.federalreserve.gov/boarddocs/legalint/FederalReserveAct/2007/
>
>Gruß DT
>Federal Reserve says super SIV requires less capital
>Fri Nov 2, 2007 5:25pm EDT
>WASHINGTON (Reuters) - Banks that back a proposed new multi-billion dollar investment fund that may purchase risky mortgage-related assets will need only one tenth of the capital they would need if they were to take the assets onto their own balance sheets, the Federal Reserve has said.
>Under Federal Reserve rules on capital requirements for banks, off balance sheet commitments require less capital.
>Encouraged by the U.S. Treasury Department, Citigroup (C.N: Quote, Profile, Research), JP Morgan (JPM.N: Quote, Profile, Research) and Bank of America (BAC.N: Quote, Profile, Research) have proposed setting up a special investment vehicle to either guarantee or buy U.S. mortgage-related assets in order to help dissipate some of the credit concerns that caused this summer's global liquidity crisis.
>Promises to lend against assets transferred from a bank to the new fund, known as the Master Liquidity Enhancement Conduit, would qualify as a commitment needing less capital, the Fed said in a letter last week to Citigroup.
>"The credit conversion factor that would apply to the notional amount of the M-LEC liquidity facility would be 10 percent," wrote Norah Barger, the associate director of the Fed's Division of Banking Supervision and Regulation.
>"The effect of the letter is that assets placed in the super-SIV (technically termed M-LEC, or Master Liquidity Enhancement Conduit) would have a capital treatment that is 10 times more favorable than if the same assets were placed on the bank's balance sheet," Mike Mayo, an analyst with Deutsche Bank said in a note to clients.
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igelei
03.11.2007, 13:52
@ weissgarnix
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Sie enthält schon dramatisches: Bilanzfälschung mit Hilfe der FED mkT |
-->>Mit Haftung oder gar dem Steuerzahler hat das ja zunächst mal überhaupt nix zu tun: die Banken haften voll für diese Committments. Und wenn ihnen diese Committments absaufen, dann löhnen sie natürlich zu 100%. Aber, und nichts anderes wird hier zunächst mal unterstellt, es ist eben nicht erforderlich, gleich von Beginn an die möglichen Risiken mit 100% Kapital zu unterlegen, sondern nur mit 10%... nicht unähnlich dem Geschäftsprinzip von Versicherungen.
Ähm, die Kaufen aber zum Kurs von 98% oder so Anleihen mit einem Marktwert von 40%, damit die Banken sie zu knapp 100% bilanzieren können. So hab ich das Prinzip verstanden, korrigiere mich, wenn das falsch ist. Da ist es doch schon merkwürdig, ein weit höheres bekanntes Risiko nur mit 10% zu unterlegen, oder? Darf man das nach BaselII???
MfG
igelei
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DT
03.11.2007, 14:19
@ weissgarnix
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An weissgarnix (mT) |
-->Hallo weissgarnix,
vielen Dank daß Sie sich als Bilanzexperte zu Wort melden.
Mich hat der folgende Satz bei Reuters stutzig gemacht:
"The effect of the letter is that assets placed in the super-SIV (technically termed M-LEC, or Master Liquidity Enhancement Conduit) would have a capital treatment that is 10 times more favorable than if the same assets were placed on the bank's balance sheet," Mike Mayo, an analyst with Deutsche Bank said in a note to clients.
Im fractional reserve banking (und in diversen Seiten der Fed) ist natürlich bekannt, daß für Einlagen größer als z.Zt. 49.3 Mrd USD ein 10:1 leverage erlaubt ist.
Aber seit wann darf ich Verluste, die aufgetreten sind, wenn man von mark to model zu mark to market übergeht (und nichts anderes zeigen uns die ABX Indizes bei markit.com an, dort kann man sogar die einzelnen einliegenden Konstituenten mit Banknamen als PDF anzeigen lassen), 10:1 leveragen?
Da könnte auch die Telekom mal kurz ihre 50 Mrd EUR Verluste aus 2003 in einen SIV auslagern, 10:1 leveragen, und schwupp stünden nur noch./. 5 Mrd EUR in der GuV bzw auf der Passivseite in der Bilanz.
Da frage ich mich: wieso dann nur 10:1, wieso nicht 100:1, dann werden die Verluste noch kleiner.
Fakt ist: Es ist Geld von A nach B geflossen (und zwar an die Homebuilder und die Hausverkäufer) als die Häuser zu überhöhten Preisen gekauft wurden. Dieses geflossene Geld hat einige sehr reich gemacht und wird dort gebunkert, mit Glück in Form von Au etc.
Aber dieses geborgte Geld kam irgendwo her. Und dieses geborgte Geld"im Sinn" kann man jetzt nicht einfach mal so kurz um Faktor 10 verringern. Da sind Ausborger, die das gerne zurück hätten.
Den einzigen Effekt, den ich mir vorstellen kann: man lagert die Schulden aus und es wird binnen 3-5 Jahren so viel inflationiert, daß die Rückzahlung ein Klacks ist. Hugo Stinnes anno 1923 all over again. Oder auch viele fast bankrotte Bauern aus den Ostgebieten während der Hyperinflation der 20er Jahre. Vorher fast bankrott, danach die Schulden weginflationiert.
Beim Währungsschnitt 1948 ging das nicht, da waren Guthaben wie Schulden 1:10 umgestellt worden.
Ich freue mich schon jetzt auf Ihre weiteren Erläuterungen.
Danke und Gruß, DT
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Vatapitta
03.11.2007, 14:31
@ weissgarnix
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Re:Im Prinzip wie von Meryll Lynch versucht. - Problem zeitlich ausgelagert! (o.Text) |
-->
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Vatapitta
03.11.2007, 14:45
@ igelei
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Lagebeurteilung durch Dr. Jens Ehrhardt - aktuelle Finanzwoche |
-->>Die AA Anleihen bei 48% wurden zum 30.09. auf 80% raufgepflegt.
>ca 900 Mrd $ ABS mit zweifelhaftem Wert werden von Ratingagenturen abgestuft.
>Die institutionellen Anleger müssen dann verkaufen, da sie minderwertige Papiere nicht in den Büchern halten dürfen.
>100 Mrd. ist nahe der Größenordnung aller amerikanischer Bankgewinne.
>Ergibt Bilanzprobleme.
>Stop der Aktienrückkaufprogramme (auf Kredit)
>Ausserhalb der Bilanz geparkte Titel müssen in die Bilanz aufgenommen werden.
>Daraus ergibt sich rückläufige Kreditgewährung (steigende Langfristzinsen?)
>
>Gruss
>Vatapitta
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LenzHannover
03.11.2007, 16:36
@ DT
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Der *Landfunk* - als ich meine dazu.... |
-->was soll die FED / der Staat den machen?
Für ordentliches bilanzieren sorgen und damit die Banken platt teilweise machen (incl. aller Folgeprobleme)
oder
durch solche Konstrukte (quasi Dispo mit geringen Zinsen und ohne wirklich belastbare Sicherheiten) den Banken ein absottern / realisieren der Schulden über Jahr e/zehnte zu ermöglichen.
Version 2 ist einfach die leisere und den Michel stört ja nicht einmal die absurde Abgabenquote auf seine Einkünfte (ich nehme bewußt nicht das Wort Bruttolohn).
Um zum Dorf zu kommen: Hast du 100.000 € Schulden hast du ein Problem, hast du 100 Mio Schulden, hat die Bank ein Problem.
Es gibt nun die Ergänzung, hat die Bank 100 Mrd. €/$ faule Schulden, hat der Staat ein Problem.
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weissgarnix
03.11.2007, 17:02
@ DT
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Re: An weissgarnix (mT) |
-->Im Prinzip passiert folgendes:
SPV hält 100 in assets, für die bislang eine Gegenfinanzierung über Commercial Paper möglich war, nun aber nicht mehr. Bank hat das SPV nicht in der Bilanz
Fall 1 (Stand heute): Bank übernimmt die fehlende Finanzierung und im Gegenzug die assets aus dem SPV. Die Höhe der nötigen Finanzierung kennt sie (im worst case 100%), aber den Wert der übernommenen assets nicht. Dies deshalb weil kein Marktpreis mehr gestellt wird. Insoferne hat sie ein echtes Bewertungsrisiko aus dieser Position, sie wird also versuchen, die assets schnellstmöglich loszuwerden. Dies wird schwierig, weil Markt illiquide, Vertrauensverlust, mithin weder Nachfrage noch Kursstellung. Sie bleibt also auf ihren Papieren sitzen und muß sie noch dazu vermutlich drastisch abwerten.
Fall 2 (M-LEC, so wie ich ihn verstehe): anstatt auf den Papieren sitzen zu bleiben und weiterhin die volle Exposure zu tragen oder sie in einem illiquiden Markt nur zu extrem schlechten Preisen loszuwerden, hat sie die Möglichkeit, die Papiere auf diesen M-LEC zu übertragen. Vermutlich bleibt das Kreditrisiko bei ihr, ergo wird der Abschlag auf den Nominalwert der assets, den der S-LEC berechnet, nicht wesentlich höher sein als die übliche Zinsmarge plus alle Arten von Gebühren. Vielleicht werden sogar nur die Principalien auf den S-LEC übertragen, nicht jedoch die Zinserträge, dann wäre der Abschlag noch niedriger. Im Prinzip geht es also darum, Liquidität quasi"innerhalb des Systems" zu schaffen, wo sie anderweitig nicht oder nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Wenn die auf unterster Stufe liegenden Assets (also die Hypotheken von irgendwelchen US Häuslebauern) weiterhin so halbwegs performen, ist im Grunde nichts großartiges passiert, ausser, dass die Bank den Ausfall der Refinanzierung mittels Commercial Paper quasi"endogen" kompensieren konnte, natürlich zu deutlich schlechteren Konditionen, als ursprünglich geplant. Wenn die zugrundeliegenden Assets jedoch ausfallen, dann wird sie weiterhin das Problem an der Backe haben. Ich glaube nicht, zumindest habe ich das aus bisheriger Berichterstattung über den S-LEC nicht herauslesen können, dass dieser das Kreditrisiko übernimmt.
Der Verlustausweis bei der Bank käme demnach auch in dem Umfang zustande, wie sie eben tatsächlich Verluste realisieren bzw. antizipieren muß, in Fall 2 aber eben rein aus der Verschlechterung der zugrundeliegenden Assets (also mangelnder Bonität) und nicht wie in Fall 1, aus Gründen mangelnder Liquidität. Dennoch geht aus obigem natürlich klar hervor dass, falls die Bonität sich dramatisch verschlechtert, in extremis also 100% der assets wertberichtigt werden müssen, dieser S-LEC nur eine zusätzliche"Galgenfrist" einräumt. So negativ wird sich diese Geschichte aber vermutlich ja nicht entwickeln.
>Hallo weissgarnix,
>vielen Dank daß Sie sich als Bilanzexperte zu Wort melden.
>Mich hat der folgende Satz bei Reuters stutzig gemacht:
>"The effect of the letter is that assets placed in the super-SIV (technically termed M-LEC, or Master Liquidity Enhancement Conduit) would have a capital treatment that is 10 times more favorable than if the same assets were placed on the bank's balance sheet," Mike Mayo, an analyst with Deutsche Bank said in a note to clients.
>Im fractional reserve banking (und in diversen Seiten der Fed) ist natürlich bekannt, daß für Einlagen größer als z.Zt. 49.3 Mrd USD ein 10:1 leverage erlaubt ist.
>Aber seit wann darf ich Verluste, die aufgetreten sind, wenn man von mark to model zu mark to market übergeht (und nichts anderes zeigen uns die ABX Indizes bei markit.com an, dort kann man sogar die einzelnen einliegenden Konstituenten mit Banknamen als PDF anzeigen lassen), 10:1 leveragen?
>Da könnte auch die Telekom mal kurz ihre 50 Mrd EUR Verluste aus 2003 in einen SIV auslagern, 10:1 leveragen, und schwupp stünden nur noch./. 5 Mrd EUR in der GuV bzw auf der Passivseite in der Bilanz.
>Da frage ich mich: wieso dann nur 10:1, wieso nicht 100:1, dann werden die Verluste noch kleiner.
>Fakt ist: Es ist Geld von A nach B geflossen (und zwar an die Homebuilder und die Hausverkäufer) als die Häuser zu überhöhten Preisen gekauft wurden. Dieses geflossene Geld hat einige sehr reich gemacht und wird dort gebunkert, mit Glück in Form von Au etc.
>Aber dieses geborgte Geld kam irgendwo her. Und dieses geborgte Geld"im Sinn" kann man jetzt nicht einfach mal so kurz um Faktor 10 verringern. Da sind Ausborger, die das gerne zurück hätten.
>Den einzigen Effekt, den ich mir vorstellen kann: man lagert die Schulden aus und es wird binnen 3-5 Jahren so viel inflationiert, daß die Rückzahlung ein Klacks ist. Hugo Stinnes anno 1923 all over again. Oder auch viele fast bankrotte Bauern aus den Ostgebieten während der Hyperinflation der 20er Jahre. Vorher fast bankrott, danach die Schulden weginflationiert.
>Beim Währungsschnitt 1948 ging das nicht, da waren Guthaben wie Schulden 1:10 umgestellt worden.
>Ich freue mich schon jetzt auf Ihre weiteren Erläuterungen.
>Danke und Gruß, DT
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weissgarnix
03.11.2007, 17:59
@ igelei
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Re: Sie enthält schon dramatisches: Bilanzfälschung mit Hilfe der FED mkT |
-->>Ähm, die Kaufen aber zum Kurs von 98% oder so Anleihen mit einem Marktwert von 40%, damit die Banken sie zu knapp 100% bilanzieren können. So hab ich das Prinzip verstanden, korrigiere mich, wenn das falsch ist. Da ist es doch schon merkwürdig, ein weit höheres bekanntes Risiko nur mit 10% zu unterlegen, oder? Darf man das nach BaselII???
Siehe mein Posting vorhin. Die Anleihen oder was für assets auch immer wurden ja nicht auf 40 taxiert, weil die restlichen 60 jetzt plötzlich nichts mehr wert waren, sondern weil Schlicht keine Nachfrage da war. Insofern ist die Vermutung zulässig, dass es sich um eine"vorübergehende Wertminderung" handelt, die würdest du sogar nach stock-konservativem HGB nicht bilanzieren (soferne die assets im Anlagevermögen gehalten werden, was ich hier mal unterstelle). Der S-LEC, soferne er das Kreditrisiko nicht übernimmt, kann die Dinger dann sowieso zu 100 bilanzieren, die Bank ihrerseits muß in dem Ausmass Verluste realisieren (bzw. nach HGB, IFRS als auch USGAAP antizipieren) soweit sich die Kreditqualität verschlechter, d.h. echte Ausfälle entstehen.
Mithin kommt also durch den S-LEC nur Liquidität ins Spiel (wie der Name ja schon sagt), sonst nix.
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JüKü
03.11.2007, 18:06
@ weissgarnix
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Re: Sie enthält schon dramatisches: Bilanzfälschung mit Hilfe der FED mkT |
-->>Die Anleihen oder was für assets auch immer wurden ja nicht auf 40 taxiert, weil die restlichen 60 jetzt plötzlich nichts mehr wert waren, sondern weil Schlicht keine Nachfrage da war.
Doch, Nachfrage ist da, aber zu 40!
Oder meinst du, Dt. Telekom ist noch 100 €"wert", nur dÃe Nachfrage fehlt?
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chiron
03.11.2007, 18:45
@ igelei
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Re: denke, das werden wir Mo. am ABX sehen. Volumenmäßig reicht das gerade..mkT |
-->Also wenn man annehme, dass sie sie mit 100% bewertet haben, wäre das dann schon Bilanzfälschung?
Nein das ist keine Bilanzfälschung, zumindest nicht offiziell ;-)
Die Bewertungen dürfen mangels Marktpreises zu mark-to-model bewertet werden und die werden ihr"model" schon so machen, dass es auch passt. Level 3 nennt sich diese Bewertungsmethode. Genauere Angaben kenne ich nicht.
Gruss chiron
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DT
03.11.2007, 19:19
@ weissgarnix
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Nochmal an weissgarnix (mT) |
-->Hallo Weissgarnix,
die Situation ist ja sehr ähnlich zur S&L Crisis aus den 80er Jahren in den USA und damals war die Auflösung via Resolution Trust Corporation und Steuerzahler mit 100 Mrd USD (zum damaligen Kurs, was heute einem Vielfachen entspricht).
Wieso hat man damals nicht die Prolongiermethode via Super Conduit gewählt?
Da könnte ich genauso bei Verlusten aus der dritten Tranche Telekom Aktien (Annahme: gekauft zu 65) diese Verluste aus Liquiditätsgründen (das Geld ist halt weg und ich nehme mal an, es wird ja nicht so schlimm kommen) auf einen Super Conduit verschieben, und wenn der bis 2037 läuft, dann wird ja irgendwann der DTE Kurs mal wieder auf 65 steigen.
Die Deuba hat ja grade Bear Stearns dazu aufgefordert, die Karten auf den Tisch zu legen und einen margin call gemacht. Wie sagt Warren B so schön: when the tide goes out, we will see who was swimming naked.
Alle 6 Stunden wechselt die Tide. Und die Fed will dies jetzt aufhalten. Beim Skat und Poker müssen die Karten auch irgendwann auf den Tisch. Wieso nicht jetzt? Weil die Amis die miesen Karten in der Hand halten. Und die Chinesen und Saudis etc die guten Karten und dann ruck zuck die Amis übernehmen würden (was die natürlich verhindern, schon aus gesetzlichen Regulationsgründen).
Wie gesagt: moral hazard: nach diesen precedents wird noch more recklessly spekuliert werden, der Hebel wird noch größer werden und die Probleme noch gigantischer. Die Korrektive müssen wieder erlaubt werden.
Gruß DT
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Vatapitta
04.11.2007, 00:08
@ DT
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Die Deuba hat für Bear Stearns einen margin call gemacht. Bitte die Quelle DT (o.Text) |
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Vatapitta
04.11.2007, 00:12
@ DT
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Die AA Anleihen bei 48% wurden zum 30.09. auf 80% raufgepflegt. Finanzwoche (o.Text) |
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igelei
04.11.2007, 02:31
@ JüKü
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Sehr gutes Argument:-) Die Telekom ist wert, was der Markt zahlt!!! (o.Text) |
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DT
04.11.2007, 03:07
@ Vatapitta
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An Vatapitta (mT) |
-->Sorry V,
hatte mich verschrieben, die Deuba machte den Margin Call für die IKB. Das war ja einer der Punkte gegen Ackermann.
http://www.finsens.nl/en/nieuws.php?nieuws=bericht&id=35&menu=aktueel&text_id=16
Sanio allerdings brachte mit seinen wahren Bemerkungen, bevor er in den Urlaub nach Kanada fuhr, auch ein paar Steine ins Rollen.
Gruß DT
http://www.hartgeld.com/html2007/infos-DE_2007-07.htm
Neu 2007-08-14:
Deutsche Bank und IKB:
Spiegel: Deutsche Bank soll Problemfonds der IKB verwaltet haben
Die Deutsche Bank ist Finanzkreisen zufolge tiefer in die US-Hypothekenkrise verstrickt als bislang angenommen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat das Geldinstitut den in Schieflage gerutschten IKB-Fonds Rhineland Funding als Depotbank verwaltet.
Deutschlands größtes Geldhaus hatte den Stein bei der IKB ins Rollen gebracht, als es Finanzkreisen zufolge Ende Juli die auf die IKB zukommenden Probleme erkannte und Kreditlinien für die Bank kappte. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe zudem die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, die eine groß angelegte Rettungsaktion für die IKB ins Leben rief.
Die Deutsche Bank hat mit ihrem Margin Call an IKB offenbar das IKB-Desaster ausgelöst. Vorher, in der Bubble-Phase hat man zugeschaut.
Die Deutsche Bank scheint derzeit überhaupt gerne Margin Calls zu verteilen: Weitere Fonds in Schwierigkeiten
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weissgarnix
04.11.2007, 13:24
@ DT
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Re: Nochmal an weissgarnix (mT) |
-->>Hallo Weissgarnix,
>die Situation ist ja sehr ähnlich zur S&L Crisis aus den 80er Jahren in den USA und damals war die Auflösung via Resolution Trust Corporation und Steuerzahler mit 100 Mrd USD (zum damaligen Kurs, was heute einem Vielfachen entspricht).
kenne die Hintergründe von damals zu wenig, sorry.
>Wieso hat man damals nicht die Prolongiermethode via Super Conduit gewählt?
Weiss ich nicht, die spannende Frage ist für mich genau andersrum: warum wählt man heute nicht die Vorgehensweise von damals?
Nicht das ich das wollte, verstehe mich nicht falsch. Mir ist eine"brancheninterne" Lösung allemal lieber, als eine staatliche Rettungsgesellschaft.
>Da könnte ich genauso bei Verlusten aus der dritten Tranche Telekom Aktien (Annahme: gekauft zu 65) diese Verluste aus Liquiditätsgründen (das Geld ist halt weg und ich nehme mal an, es wird ja nicht so schlimm kommen) auf einen Super Conduit verschieben, und wenn der bis 2037 läuft, dann wird ja irgendwann der DTE Kurs mal wieder auf 65 steigen.
Wenn du die Papiere im Anlagevermögen hältst und das gut und plausibel begründen kannst, kommst du vielleicht sogar damit durch, zumindest nach HGB. Allerdings werden Projektionen bis 2037 zur Plausibilisierung eher schwer rüberzubringen sein, die killen dir vermutlich schon deine Wirtschaftsprüfer im allerersten Anlauf. Nach den Gesetzen der modernen Portfoliotheorie (Markowitz & Co.) wird das zudem auch technisch nicht ganz so leicht sein. Von denen mag man halten, was man will, sie gelten halt nunmal...
Der Vorteil bei Krediten/Anleihen ist: die müssen irgendwann mal zu 100 getilgt werden. In dem Ausmaß wie das geschieht oder eben nicht geschieht, kannst du vergleichsweise einfach Szenarien rechnen und deine Verluste prognostizieren.
>Die Deuba hat ja grade Bear Stearns dazu aufgefordert, die Karten auf den Tisch zu legen und einen margin call gemacht. Wie sagt Warren B so schön: when the tide goes out, we will see who was swimming naked.
Mag sein, nur die Frage ist, was heisst"Naked" in diesem Kontext? - Heisst es, jemand mit schlechten assets hat ein Bonitätsproblem mit selbigen, oder jemand mit an und für sich soliden Assets hat ein temporärers Liquiditätsproblem, d.h. er kriegt seine Refinanzierung nicht mehr zusammen? Beides ist natürlich für Banker peinlich, aber ich halte persönlich den zweiten Fall für, na sagen wir mal:"unfair", weil wieder einmal ein Aufguß der uralten Geschichte"die Großen fressen die Kleinen"... notabene: das gilt nicht für die IKB, aber nach allem was ich weiss, sehr wohl für Bear Stearns. Und dass die Deutsche lustig auf einen Kollaps der entsprechenden Papiere spekuliert, und hernach einigen Kunden in diesem Segment lässig die Linien streicht, hat zumindest ein gewisses"Geschmäckle".... aber OK, that's capitalism und so sind nun mal die rules, alle Beteiligten wußten das im vorhinein, niemand muß sich jetzt beschweren.
>Alle 6 Stunden wechselt die Tide. Und die Fed will dies jetzt aufhalten.
Die FED weiss mM nach genau, dass"Aufhalten" unmöglich ist."Hinauszögern solange es nur geht", das ist wohl eher das Motto der Herren Bernanke & Co.
>Beim Skat und Poker müssen die Karten auch irgendwann auf den Tisch. Wieso nicht jetzt? Weil die Amis die miesen Karten in der Hand halten. Und die Chinesen und Saudis etc die guten Karten und dann ruck zuck die Amis übernehmen würden (was die natürlich verhindern, schon aus gesetzlichen Regulationsgründen).
Das greift viel zu kurz: ein"Karten auf den Tisch legen" bedeutete wohl den totalen, weltweiten Finanzkollaps. Inkl. DAX, EuroStoxx, FTSE, SWX, ATX und alle Emerging Markets sowieso... detaillierte Erläuterungen spare ich mir, wenn es eine Lehre aus dem August gibt, dann diese. Merke:"Investors don't sell what they should, but what the can", alte Fondsmanager-Weisheit. Oder wer hätte denn gedacht, dass wegen der Subprime-Chose im August plötzlich die T-Bonds und die AAA-Bonds in den Keller rauschen?
>Wie gesagt: moral hazard: nach diesen precedents wird noch more recklessly spekuliert werden, der Hebel wird noch größer werden und die Probleme noch gigantischer. Die Korrektive müssen wieder erlaubt werden.
Die gute alte Inflation wird den Zentralbankern eh keine Wahlmöglichkeit lassen. Würde mich ja mal interessieren, wie Bernanke einen weiteren Zinsschritt rechtfertigen wollte, wenn der CPI in USA 3% und mehr erreicht. Ditto UK. Ditto, demnächst, Europa... Stagflation ist meiner Meinung nach bereits so gut wie sicher.
>Gruß DT
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000
04.11.2007, 15:49
@ igelei
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Re: das werden wir Mo. am ABX sehen - bitte Link dazu - Danke! (o.Text) |
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dottore
04.11.2007, 17:41
@ weissgarnix
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Re: ML überträgt auf M-LEC was? |
-->Hi weissgarnix,
wie immer ein Genuss. Danke.
Nun dazu:
1. Insoferne hat sie ein echtes Bewertungsrisiko aus dieser Position, sie wird also versuchen, die assets schnellstmöglich loszuwerden. Dies wird schwierig, weil Markt illiquide, Vertrauensverlust, mithin weder Nachfrage noch Kursstellung. Sie bleibt also auf ihren Papieren sitzen und muß sie noch dazu vermutlich drastisch abwerten.
Jau! Zwei Analysten (Mayo, Deutsche; Albrecht, S&P) haben gestern weitere Abschreibungs"bedürfnisse" der New Yorker Investment-Banken in Höhe von 10 Mrd USD als"coming soon" angekündigt. C und ML je 4, Wachovia und BoA zusammen 2.
>Fall 2 (M-LEC, so wie ich ihn verstehe): anstatt auf den Papieren sitzen zu bleiben und weiterhin die volle Exposure zu tragen oder sie in einem illiquiden Markt nur zu extrem schlechten Preisen loszuwerden, hat sie die Möglichkeit, die Papiere auf diesen M-LEC zu übertragen. Vermutlich bleibt das Kreditrisiko bei ihr, ergo wird der Abschlag auf den Nominalwert der assets, den der S-LEC berechnet, nicht wesentlich höher sein als die übliche Zinsmarge plus alle Arten von Gebühren. Vielleicht werden sogar nur die Principalien auf den S-LEC übertragen, nicht jedoch die Zinserträge, dann wäre der Abschlag noch niedriger. Im Prinzip geht es also darum, Liquidität quasi"innerhalb des Systems" zu schaffen, wo sie anderweitig nicht oder nicht mehr ausreichend vorhanden ist.
Innerhalb des Systems? Wie soll das gehen? Buffett meinte: Schulden bleiben Schulden - egal, wer sie gerade hat. Die CP des M-LEC wird doch keiner mit der Kneifzange anfassen.
(...)
>Der Verlustausweis bei der Bank käme demnach auch in dem Umfang zustande, wie sie eben tatsächlich Verluste realisieren bzw. antizipieren muß, in Fall 2 aber eben rein aus der Verschlechterung der zugrundeliegenden Assets (also mangelnder Bonität) und nicht wie in Fall 1, aus Gründen mangelnder Liquidität. Dennoch geht aus obigem natürlich klar hervor dass, falls die Bonität sich dramatisch verschlechtert, in extremis also 100% der assets wertberichtigt werden müssen, dieser S-LEC nur eine zusätzliche"Galgenfrist" einräumt. So negativ wird sich diese Geschichte aber vermutlich ja nicht entwickeln.
Ihr Wort in des Höheren Ohr. Dass die New Yorker sämtlich downgegradet wurden, kommt noch on top ("Bonität"): ML auf Hold von Buy, C gleich auf Hold von Strong Buy, Wachovia und GS auf Buy von Strong Buy. Hoffentlich haben die berühmten August-Insider ihre damaligen Käufe inzwischen glatt gestellt.
Gruß!
PS: Im WSJ stand: Die SEC (oder ist es schon der Staatsanwalt?) ermittle gegen ML wg."its handling of mortgage debt".
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dottore
04.11.2007, 17:46
@ dottore
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Re: Sorry, chiron, es stand schon bei Dir mit ML/SEC (o.Text) |
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weissgarnix
04.11.2007, 17:57
@ dottore
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Re: ML überträgt auf M-LEC was? |
-->>Innerhalb des Systems? Wie soll das gehen? Buffett meinte: Schulden bleiben Schulden - egal, wer sie gerade hat. Die CP des M-LEC wird doch keiner mit der Kneifzange anfassen.
Der Kandidat hat 99 Punkte! - Genau das ist für mich die offene Frage: woher kommt die Refinanzierung dieses S-LEC? Habe ich bislang noch nicht viel von gehört...
>Ihr Wort in des Höheren Ohr. Dass die New Yorker sämtlich downgegradet wurden, kommt noch on top ("Bonität"): ML auf Hold von Buy, C gleich auf Hold von Strong Buy, Wachovia und GS auf Buy von Strong Buy. Hoffentlich haben die berühmten August-Insider ihre damaligen Käufe inzwischen glatt gestellt.
Naja, man kann es natürlich nur hoffen, dass diese zugrundeliegenden Mortgages nicht alle samt und sonders reinster Schrott sind. Sonst dauert die tiefe, dunkle Nacht selbstredend ein paar Stunden länger...
>Gruß!
>PS: Im WSJ stand: Die SEC (oder ist es schon der Staatsanwalt?) ermittle gegen ML wg."its handling of mortgage debt".
Hatte ich schon was zu gepostet: wenn es stimmt, was man hört und liest, wandert der ML-CFO die nächsten 5 Jahre in den Bau... Andererseits, die Amis waren, was das"offloading" dieser ABS aus den Bankbilanzen betrifft, immer schon extrem kreativ, mit ausdrücklicher Billigung von SEC und FASB..."Expected Loss Notes" (ELN), schnell mal an ein paar Hedgefonds verhökert, drückten das Risiko der Bank aus dem jeweiligen ABS-Vehikel künstlich unter 50%... voilà , schon war es aus der Bilanz verschwunden... ging nach GAAP, jedoch nicht nach IFRS... theoretisch müßten also die US-Banken deutlich mehr Schrott in den Büchern haben, als die Europäer, auch wenn sie sehr erfolgreich waren im Weiterverkauf des toxic waste...
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