MI
05.11.2007, 18:05 |
"Was soll ich machen?..." (Leserbriefe auf Hartgeldseite) Thread gesperrt |
-->Hab ein paar interessante Leserbriefe auf der Hartgeldseite gefunden, vielleicht interessierts ja den/die ein oder anderen hier.
Zunächst was über die"freie Presse":
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Leserreaktion zu"lügenden Journalisten":
Lieber Herr Eichelburg,
welche Journalisten sind das,die die Daten öffentlich hinterfragen sollen. Sind sie Angestellte in einer Institution, haben sie genug Geld und Mut um einen Rausschmiss zu wagen? Ich denke sie wissen die Antwort, das sind ja abhängig Beschäftigte. Ein Freund von mir ist Journalist in Berlin in einer grossen Tageszeitung. Er meint dazu:
<font color=#FF0000>"Was soll ich machen? Ich bin verheiratet habe 2 Kinder und einen Hauskredit abzuzahlen. Selbstverständlich wissen wir in der Redaktion, was wir schreiben dürfen und was auf keinen Fall. Falls wir mal zu weit gehen kommt das ganze durchgestrichen zurück und wird entsprechend umgeschrieben. Falls der Chef etwas doch durchgehen lässt, läuft am anderen Tag das Telefon bei ihm heiss. Politiker, Intressenverbände und vor allem auch von Verlagsseite bekommt er dann einiges zu hören." (...) </font>
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Könnte man sich doch ausdrucken und dann immer dabei haben. Und wenn - wie so oft - selbst die klügsten Leute von der"freien Presse" anfangen zu faseln, dann hält man denen das unter die Nase. Na ja, wird vermutlich dann auch nichts nützen. Es muß ein gewisser Grundzweifel bereits da sein, sonst gehts nicht.
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Dann folgende Zuschrift, auch sehr aufschlussreich:
Goldkauf und die deutsche Justiz - ein Erfahrungsbericht:
"Für meine Mutter habe ich das Sorgerecht und alle größeren finanziellen Angelegenheiten müssen vom Vormundschaftsgericht genehmigt werden. Ich stellte einen Antrag auf Goldkauf in physikalischer Form in Höhe von 10% des Bankvermögens. (80% wären mir lieber gewesen, aber durch telefonische Absprache vorher war mit klar, dass es schwierig wird; also erst einmal mit 10% anfangen) Heute bekam ich die Ablehnung mit folgender Begründung (Auszug):
<font color=#0000FF>... Der Antrag des Betreuers vom... auf Gestattung des Ankaufs von Gold wird abgelehnt.
Gründe:
...
Die beabsichtigte Anlage von... bietet gegenüber den Anlagen gem. §
1807 BGB keine erkennbaren wirtschaftlichen Vorteile. Die Anlage in Gold bietet keine gesicherte oder gar garantierte Rendite - im Vergleich zu den in §§ 1806/1807 BGB in Betracht kommenden bzw. zu den bestehenden Anlagen. Der Wert der beabsichtigten Anlage ist abhängig vom jeweiligen Kurs des Goldpreises und damit als spekulativ einzustufen. Der Ankauf von Gold verursacht einen Aufschlag zwischen 2,5% und 10% auf den reinen Materialwert. Hinzukommen die Lagerkosten. Schließlich ist der Erwerb von Gold mehrwertsteuerpflichtig....
Die vom Betreuer ins Feld geführten Argumente für den Goldkauf, insbesondere die beabsichtigte Absicherung gegen einen Totalverlust im Falle einer möglichen Finanzsystemkrise, sind auf einen sehr unwahrscheinlichen Fall bezogen. Goldkauf als möglicher Schutz vor Krisen und Inflation stellt letztlich eine Spekulation auf einen Sachwert dar....</font>
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Ist ja ein Ding, daß da in die Anlageentscheidung so massiv eingegriffen wird. Und noch was von nem Banker:
Leserzuschrift aus dem Inneren einer Bank (DE):
"mit großem Interesse verfolge ich jeden Tag Ihre neuen Informationseinstellungen, obwohl es für mich als Banker nicht gerade karrierefördernd ist. Es ist nicht ganz leicht, einigermaßen glaubwürdig gegenüber seinen Kunden zu bleiben und gleichzeitig eine Erwartung über die künftige Marktentwicklung zu haben, die teilweise sehr konträr zu den Vorgaben des Arbeitgebers ist."
Und passend dazu ein Bankkunde:
"Meiner Bank traue ich jetzt einfach nicht mehr, vielleicht auch aus dem Grunde, das mir die Bankangestellten mitlerweile schon zum x-ten Mal in den letzten Tagen eine Risterrente angeboten haben."
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Na denne,
MI
<ul> ~ Quelle</ul>
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sensortimecom
05.11.2007, 18:38
@ MI
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Re:"Was soll ich machen?..." (Leserbriefe auf Hartgeldseite) |
--> Ein Freund von mir ist Journalist in Berlin in einer grossen Tageszeitung. Er meint dazu:
><font color=#FF0000>"Was soll ich machen? Ich bin verheiratet habe 2 Kinder und einen Hauskredit abzuzahlen. Selbstverständlich wissen wir in der Redaktion, was wir schreiben dürfen und was auf keinen Fall. Falls wir mal zu weit gehen kommt das ganze durchgestrichen zurück und wird entsprechend umgeschrieben. Falls der Chef etwas doch durchgehen lässt, läuft am anderen Tag das Telefon bei ihm heiss. Politiker, Intressenverbände und vor allem auch von Verlagsseite bekommt er dann einiges zu hören." (...) </font>[/i]
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Hallo. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Genau so ist wahrscheinlich fast überall. Es gibt kaum noch Leute, die NICHT die Hose gestrichen voll haben - außer sie schreiben im Internet. Möglichst anonym, versteht sich.
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prinz_eisenherz
05.11.2007, 19:37
@ MI
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"Was soll ich machen?..." Dazu Betrachtungen eines besiegten Kämpfers. |
-->Hallo MI,
## Und wenn - wie so oft - selbst die klügsten Leute von der"freien Presse" anfangen zu faseln, dann hält man denen das unter die Nase. ##
Es stimmt, von der Freien Presse reden manche, von der vierten Gewalt die anderen und es stimmt ebenso, das es eher die Grabreden sind, auf die freie Presse, die es so nie gab, wie wir es uns unter dem Prinzip vorstellen. Immer spielten der Kommerz, die Politik, der Hausgeber, der Verlag, das Überleben der Zeitung die ausschlagebene Rolle, kommen im Zweifelsfalle vor der Wahrheit, auch und gerade vor der Wahrheit, die verschwiegen wird. Der Spiegel wird nicht den Rudolf Augstein niederschreiben und das katholische Sonntagsblatt nicht die Kriminalgeschichte des Papsttums in zwanzig Folgen dem Leser offerieren. Die Zeitungen müssen verkauft werden, wie heiße Würstchen oder Halsschmerztabletten.
Und wenn sie mal freier war, die Presse, dann war sie es im besten Falle in einer Umbruchzeit, in der die medialen Schutzgeldbezirke in der Fläche und von oben nach unten noch nicht abgesteckt waren. Jedoch, damit muß man, könnte man als interessierter Bürger leben, wenn es zu der einen Zeitung, aber auch die bei den anderen Medien, eine ausgewogene Vielfalt einer UNFREIEN Presse geben würde, mit verschiedenen Richtungen. Dann ist es immer noch keine Freie Presse, in der versucht wird möglichst objektiv die verschiedenen Ansichten dem Leser aufzuzeigen, aber immerhin, man könnte auswählen und sich sein eigenes Urteil bilden. Ich meine besser geht es kaum, den Idealzustand erreicht keiner.
Und genau hier liegt zunehmend der eigentliche Grund deiner berechtigten Klage, es gibt sie nicht mehr, die Buntheit der Presseerzeugnissee, regional und überregional.
Welche Mühe kostet es den hier versammelten Forenteilnehmer, aus sehr verschiedenen, kleinen, ausländische Quellen, von WEB - Seiten mit einem eher privaten Charakter, eine andere Sicht der Dinge wie Privatdetektive aufzuspüren. Das ist manchmal enorm, aber auch ein sehr schlechtes Zeugnis für das, was wir als freie Presse vorgesetzt bekommen. Die bestimmenden Presseerzeugnisse, im Hintergrund zunehmend große Konzerne, sind bei Großereignissen, bei weltanschaulichen Richtungsvorgaben, bei ihrer Berichterstattung und Urteilen mit gespaltener Zunge, mehr oder weniger alle gleichgeschaltet, trotz der ernormen Menge der westlichen Presseerzeugnisse. Eintönigkeit durch Vielfalt. Im TV sieht es kaum besser aus, Beispiel die Riesterente. Wenn ich mich nicht schon in dem Zustand befinde, wegen des Alters, das früher immer alles besser war, dann behaupte ich einfach, das mit der Presse war besser.
## Meiner Bank traue ich jetzt einfach nicht mehr, vielleicht auch aus dem Grunde, das mir die Bankangestellten mittlerweile schon zum x-ten Mal in den letzten Tagen eine Risterrente angeboten haben.##
Wie kann es dort anders sein als bei der Presse, den heißen Würstchen oder den Hustenbonbons? Der Grund ist kein anderer, die Verpackung ist der Inhalt der verkauft werden soll, die bittere Feststellung der dort Tätigen, des zitierten Journalisten: „Was soll ich machen......?!" Kopftstehen und lachen?
alles Gute
eisenherz
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Zahnloser
05.11.2007, 19:58
@ MI
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Re:"Was soll ich machen?..." (Leserbriefe auf Hartgeldseite) |
-->Der Antrag des Betreuers vom... auf Gestattung des Ankaufs von Gold wird abgelehnt.
>Gründe:
>...
>Die beabsichtigte Anlage von... bietet gegenüber den Anlagen gem. §
>1807 BGB keine erkennbaren wirtschaftlichen Vorteile. Die Anlage in Gold bietet keine gesicherte oder gar garantierte Rendite - im Vergleich zu den in §§ 1806/1807 BGB in Betracht kommenden bzw. zu den bestehenden Anlagen. Der Wert der beabsichtigten Anlage ist abhängig vom jeweiligen Kurs des Goldpreises und damit als spekulativ einzustufen. Der Ankauf von Gold verursacht einen Aufschlag zwischen 2,5% und 10% auf den reinen Materialwert. Hinzukommen die Lagerkosten. Schließlich ist der Erwerb von Gold mehrwertsteuerpflichtig....
Gold ist nicht mehrwertsteuerpflichtig, Silber schon!!!
Siehe hier: http://www.proaurum.de/preise.php
Gruß Jaques
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André
05.11.2007, 20:05
@ MI
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Re:"Was soll ich machen?.. Die Freiheit, die ich meine.... |
-->Bei Banken ist es nach meinen derzeitigen Erfahrungen inzwischen auch zu einem einzigen Graus geworden. Angeblich als Folge der neuen Vorschriften, die als Vorwand für eine Bevormundung der Berater herhalten müssen.
Angeboten werden jeweils ein paar alternative Hausmeinungsvorschläge, zugepasst zur"Risikogruppe" des Kunden.
"Und was ist Ihre persönliche Meinung?" fragt der Kunde.
"Ich habe nur noch die Hausmeinung zu haben" ist die Antwort der armen Berater, die das selbständige Denken systematisch abgewöhnt bekommen.
Und dabei ist die Hausmeinung oftmals - natürlich wohlabgestimmt und gegengeprüft - eine einzige"abgesicherte" Anlage, falls alles so bliebe wie es ist... In Wahrheit, weil die Dinge eben nicht so bleiben, wie sie sind und es Friktionen gibt, handeln es sich zumeist um wüste Spekulationen, die man niemandem, für den man nur eine Spur Sympathie hat, zumuten kann. Es ist oft heller Wahnsinn oder Schwachsinn, der verkauft wird zum (oftmals nur vermeintlichem) Nutzen der Bank.
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Hasso
05.11.2007, 20:59
@ André
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Re: Ich finde meine Bank gut..... die hat mir gerade |
-->... anstandlos 45 x 10 Euro-Gedenkmünzen für 450 Euro verkauft!
Und ganz ohne Beratung und viele Worte... einfach so über den Tresen...ggg!
Gruß
Hasso
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kieselflink
05.11.2007, 21:57
@ prinz_eisenherz
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Gut formuliert!... |
-->...Prinz, aber Vorsicht:
> mit gespaltener Zunge, mehr oder weniger alle gleichgeschaltet,...
"Gleichschaltung" geht auch nicht! ;-)
Wie auch immer, an dem Zustand der Presselandschaft
zeigt sich auch recht gut der Zustand der Leserschaft
bzw. das, was jene mit sich machen läßt.
Die kollektiven Schmerzgrenzen sind
a) in den letzten 10 Jahren durch mediales Doping weit nach hinten verschoben und
b) zudem sehr genau vermessen.
Sofern beim Thema"Brot und Spiele"
keine großen handwerklichen Fehlergemacht werden,
sehe ich in D. noch nicht sooo schnell eine Revolution.
Und ausserdem:
Das Rasenbetreten ist in D. ja auch weitgehend
verboten - was soll also passieren?
cheers - kieselflink
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MI
06.11.2007, 14:25
@ MI
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Re: dazu:"Ihre Dollars können Sie behalten" |
-->Hier das passende Beispiel dafür, wie ein eigentlich lesenswerter Artikel
dann doch wieder zurückgezogen wird (ursprüngliche Veröffentlichung am 30.10.2007):
"Ihre Dollars können Sie behalten"
Weltweit müssen Touristen immer öfter in der Landeswährung bezahlen
Tokio -"Ihre Dollars können Sie behalten." Diese Worte hören Touristen auf den
Malediven in jüngster Zeit immer häufiger - und sie zeigen, wie schlecht es um
den Greenback inzwischen steht.
Lange Zeit hat der winzige Staat mit seinen 1200 Inseln die US-Währung
akzeptiert - um den Besuchern das Leben einfacher zu machen und auch aus
finanziellem Realitätssinn. Immerhin entwickelte sich der Dollarkurs an den
internationalen Finanzmärkten von der Tendenz besser als die Landeswährung, die
Malediven-Rupie oder Rufiyaa. Doch dies ändert sich nun - und das ist ein böses
Omen für die wichtigste Reservewährung der Welt.
(...)
Solche Prozesse setzen zumeist schleichend ein - aber wer will, kann die Zeichen
erkennen: In den vergangenen Monaten konnte der Reisende Erfahrungen wie auf
den Malediven in vielen Ländern machen - von Mexiko bis hin nach Vietnam. Auf
Märkten, in Restaurants, bei Taxifahrten und im Touristenladen: Wo bislang der
Dollar willkommen war, muss immer häufiger in Landeswährung bezahlt werden. Es
geht die Furcht um, dass der von Analysten seit Jahren prognostizierte Einbruch
des Dollar nun da ist - und dass die USA darüber hinaus auch kein Interesse
haben, etwas dagegen zu unternehmen. (...)"
Verschwörung? Aus Versehen? Jedenfalls nur noch über google-cache zu
erreichen, aber nicht mehr auf den WELT-Seiten.
Grüße,
MI
http://64.233.183.104/search?q=cache:87LoWoP_dX0J:www.welt.de/welt_print/article1311861/Ihre_Dollars_koennen_Sie_behalten.html+%22Ihre+Dollars+k%C3%B6nnen+Sie+behalten%22&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de
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Mephistopheles
06.11.2007, 15:08
@ MI
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Re: Kuck mal ins Welt-Archiv |
-->>Verschwörung? Aus Versehen? Jedenfalls nur noch über google-cache zu
>erreichen, aber nicht mehr auf den WELT-Seiten.
>Grüße,
>MI
>http://64.233.183.104/search?q=cache:87LoWoP_dX0J:www.welt.de/welt_print/article1311861/Ihre_Dollars_koennen_Sie_behalten.html+%22Ihre+Dollars+k%C3%B6nnen+Sie+behalten%22&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de
Kuck mal ins Archiv; aber jetzt mit politisch korrektem Titel:
http://www.welt.de/reise/article1311861/Der_Dollar_ist_nicht_mehr_so_gern_gesehen.html
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MI
06.11.2007, 15:41
@ Mephistopheles
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Re: Kuck mal - Ah, danke, muß ja nicht immer gleich alles verschworen sein ;-) (o.Text) |
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