Wal Buchenberg
25.08.2003, 11:05 |
Wo bleibt der Bankencrash? Thread gesperrt |
-->[b]Wo bleibt der Bankencrash?
[/b]
Die Jahre 2000 bis 2003 werden als kapitalistische Krisenjahre im Gedächtnis bleiben, auch wenn die vereinte Medienpropaganda nur verschämt und indirekt die Weltwirtschaftskrise eingesteht, indem sie ständig wiederholt:"Der Aufschwung kommt!" Weiter steigende Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit, leere Staatskassen, Aktiencrash und Unternehmenspleiten sprechen eine deutlichere Sprache, als die Medien, die ständig Optimismus verkaufen wollen.
Vor allem die zwei größten Pleiten der Geschichte - Enron und WorldCom -, mit denen mehr als 34 Milliarden Dollar Vermögen vernichtet wurde, mussten finanzielle Schockwellen ins kapitalistische Finanzsystem senden. Aber die beiden größten US-Banken, Citigroup und J.P. Morgan Chase, wiesen in ihren Quartalsberichten für das Jahr 2003 Gewinne aus, als hätten sie nichts mit diesen Megapleiten zu tun gehabt. Da fragt sich nicht nur der britische"Economist" (16.08.2003): Wer muss denn nun die Zeche bezahlen?"Where have all the losses gone, if not through the profit-and-loss accounts of the few big banks that do most of the lending to giant corporations?" Der"Economist" kommt zu dem Schluss: Niemand weiß es!"But analysts and central bankers do not have a complete picture of where the banks' risks have ended up. One thing is certain. Such risk does not neatly disappear into thin air." (Economist, 16.08.03)
Das Eingeständnis, dass niemand weiß, wo nun die Mega-Pleitenbombe tickt, die das kapitalistische Bankensystem zum zeitweiligen Einsturz bringt, entspricht völlig der Marxschen Kapitalismuskritik. "Der im Konkurrenzkampf befangene, seine Erscheinungen in keiner Art durchdringende praktische Kapitalist (muss) durchaus unfähig sein..., durch den Schein hindurch das innere Wesen und die innere Gestalt... (seines Wirtschaftssystems, wb) zu erkennen.“ Karl Marx, Kapital III. MEW 25: 178.
Solche eingestandene Ignoranz der politischen und wirtschaftlichen Machthaber widerspricht allerdings allen rechten Verschwörungstheorien und vielen linken Antikapitalisten, die beide gleichermaßen der Kapitalistenklasse und ihren Agenten eine gottähnliche Allmacht andichten.
Die kapitalistischen Ã-konomen geben zu, dass sich die Schulden-Schockwellen von Enron und WorldCom nicht in Wohlgefallen auflösen können. Sie wissen zwar nicht, wo genau sich heute die diese Schuldenberge befinden, aber sie wissen, in welche Richtung sie dem Blickfeld der Ã-konomen verschwunden sind.
Seit den 90er Jahren hatten die großen Weltbanken zunehmend ihre Finanzrisiken"weiterverkauft". Anfang der 90er betrugen diese Risiko-Transfers nur wenige Milliarden Dollars. Im Jahr 2002 wuchsen die Finanztransfers auf 2.000 Milliarden Dollars - eine Summe, die ungefähr der gesamten Wirtschaftsleistung eines halben Jahres in der Bundesrepublik oder der Wirtschaftsleistung eines Quartals in den USA entspricht.
Transfer von Finanzrisiken:
[img][/img]
(aus Economist (16.08.03)
Der Transfer von Kredit- und Finanzrisiken hat sich in der Krise und durch die Krise weiter beschleunigt. In den letzten zwei Jahren hat zum Beispiel die Deutsche Bank ihre Kredite um rund 40% von 281 Milliarden Euro auf 165 Milliarden Euro reduziert. (Economist, 16.08.03) Und Warum?"The reason is not hard to find. Loans produce on average only half the 15% return on equity that banks and their shareholders demand these days." (Economist, 16.08.03). Obwohl die Profitraten angesichts weltweiter Überkapazitäten in wichtigen Produktionsbereichen schrumpfen, wollen Banken möglichst mehr als den Durchschnittsprofit machen.
Aber welches kapitalistische Unternehmen will das nicht? Seitdem auch Finanzdienstleistungen als"Derivate" als Waren verkauft werden, wandert der Schwarze Niedrigprofit-Peter von Hand zu Hand. Ebenso wie die tickenden Bomben von faulen Krediten von einem Unternehmen zum anderen wandern. Sofern die Finanzhändler ihre"heiße Ware" wieder loswerden, machen sie damit ein Geschäft. Bei wem die faulen Kredite dann hängen bleiben, der muss bluten. Man kann diesen Finanzkreislauf"Kettenbriefsystem" nennen oder"Pyramidensystem". Aber auch Grimms Märchen vom"Hans im Glück", der über mehrere Stationen einen Goldklumpen gegen einen Stein tauscht, liest sich als Parabel des heutigen Finanzsystems.
"In jeder Aktienschwindelei weiß jeder, dass das Unwetter einmal einschlagen muss, aber jeder hofft, dass es das Haupt seines Nächsten trifft, nachdem er selbst den Goldregen aufgefangen und in Sicherheit gebracht hat. Nach mir die Sintflut! ist der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation." Karl Marx, Kapital I. MEW 23: 285.
Soweit nicht der kapitalistische Staat eingreift - wie in Japan, aber auch in Berlin - und für die faulen Kredite aus Steuergeldern aufkommt, bleiben die Risiken an den kleineren Marktteilnehmern hängen:"A worrying factor for regulators is that a good chunk of that credit insurance has been provided by smaller, regional banks, which may have misjudged the risk as well as the price put on it." (Economist, 16.08.03)
Die Gesamtwirkung des Transfers von Kreditrisiken ist also fatal: Die Finanzrisiken und faulen Kredite, die sich in der heutigen weltweiten Krise anhäufen, verschwinden nur aus dem Blickfeld der Manager und Ã-konomen, nicht aus dem kapitalistischen Wirtschaftskreislauf.
In den Bilanzen der großen Konzerne, also an der Oberfläche des Wirtschaftsgeschehens sieht alles normal und gesund aus. Unter dieser künstlich geglätteten Oberfläche bauen sich jedoch kollabierende Kräfte auf, die die zerstörerische Gewalt einer Tsunami-Welle erreichen werden.
"Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.“ K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 468.
Wal Buchenberg, 25.08.03
<ul> ~ http://www.marx-forum.de</ul>
|
Euklid
25.08.2003, 11:40
@ Wal Buchenberg
|
Re: Wo bleibt der Bankencrash? |
-->Hallo Wal
ist doch inzwischen alles fein eingeteilt.
Die Mittelschicht wurde an der Börse mit Hilfe des Trommelfeuers aus n-tv Kanälen und einigen Mr Dausends enteignet.
Allerdings muß man dazu sagen daß halt viele naiverweise geglaubt hatten morgen einen blendenden Millionär abzugeben und ohne Arbeit rein leistungslos an der Substanz eines Unternehmens beteiligt zu sein.
Das ist gründlich mißlungen.
Auch die Optionenausgaben diverser Firmen an ihre Angestellten als Ersatz für Gehaltserhöhungen waren ein Warnzeichen.
Damals habe ich voraus gesagt daß diese Optionen nur deshalb zur richtigen Zeit angeboten wurden weil man mit Hintergrundwissen davon ausgehen konnte daß diese Optionen sich stark entwerten;-))
Ein Beispiel dafür die SAP.
Sehr geschickt hat man sich dort um Gehaltserhöhungen gemogelt und seine faulen Eier an die Belegschaft verkauft.
Nur so konnte man den Kies aus dem Unternehmen ziehen um die Segeltörns möglich zu machen.
Das sind alles Meisterleistungen der hoch geschätzten Managergilde.
Und da jetzt laut Handelsblatt sogar die Inder nicht mehr nach Deutschland wollen geht die Industrie eben direkt dorthin.
Da werden die Arbeitsplätze geschaffen während hier noch immer großzügigst Subventionen an die Großfirmen vergeben werden die zwar die Infrastruktur hier noch nutzen jedoch nichts mehr in steuerlicher Hinsicht beitragen wollen.
Das ist alles kein nationales Problem mehr sondern immer mehr ein internationales Problem.
Es interessiert halt keinen Kapitalisten was der Arbeiter hier für seinen Lebensunterhalt mindestens benötigt.
Kriegt er das in Indien will er das hier auch.Das ist wie bei kleinen Kindern.
Vorsicht teilweise ganz schön Satire.
Gruß EUKLID
|
dottore
25.08.2003, 13:13
@ Wal Buchenberg
|
Re: Ganz falsche Frage, Wal! Die Kapitalisten haben ihre Lektion gelernt |
-->>[b]Wo bleibt der Bankencrash?
>[/b]
>Die Jahre 2000 bis 2003 werden als kapitalistische Krisenjahre im Gedächtnis bleiben, auch wenn die vereinte Medienpropaganda nur verschämt und indirekt die Weltwirtschaftskrise eingesteht, indem sie ständig wiederholt:"Der Aufschwung kommt!"
Der Kapitalist braucht den Aufschwung nicht. Der Staat braucht ihn - siehe die Diskussion über die Staatsfinanzen.
>Weiter steigende Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit, leere Staatskassen, Aktiencrash und Unternehmenspleiten sprechen eine deutlichere Sprache, als die Medien, die ständig Optimismus verkaufen wollen.
Es geht nur um eins: Wer muss eher vom Schlitten: Der Kapitalismus oder der Staat? Diesmal wollen es die Kapitalisten wissen. Der Kapitalist ist gelehrig, der Staat nicht.
>Vor allem die zwei größten Pleiten der Geschichte - Enron und WorldCom -, mit denen mehr als 34 Milliarden Dollar Vermögen vernichtet wurde, mussten finanzielle Schockwellen ins kapitalistische Finanzsystem senden. Aber die beiden größten US-Banken, Citigroup und J.P. Morgan Chase, wiesen in ihren Quartalsberichten für das Jahr 2003 Gewinne aus, als hätten sie nichts mit diesen Megapleiten zu tun gehabt. Da fragt sich nicht nur der britische"Economist" (16.08.2003): Wer muss denn nun die Zeche bezahlen?
Wieso bezahlen? Bezahlt wird mit cash und Bücher sind geduldig. Was ist das überhaupt für eine Denke, dass Verluste gezahlt werden müssten? Etwa an sich selbst? Verluste werden gebucht.
"Where have all the losses gone, if not through the profit-and-loss accounts of the few big banks that do most of the lending to giant corporations?" Der"Economist" kommt zu dem Schluss: Niemand weiß es!"But analysts and central bankers do not have a complete picture of where the banks' risks have ended up. One thing is certain. Such risk does not neatly disappear into thin air." (Economist, 16.08.03)
Larifari. Risiken sind Risiken und keine Verluste. Also"losses" mit"risks" verwechselt.
>Das Eingeständnis, dass niemand weiß, wo nun die Mega-Pleitenbombe tickt, die das kapitalistische Bankensystem zum zeitweiligen Einsturz bringt, entspricht völlig der Marxschen Kapitalismuskritik.
Die Banken werden schließen, nachdem der Staat die Schalter geschlossen hat. Und zwar justamente in dieser Reihenfolge. Der Staat ist der große Netto-Schuldner im"System".
"Der im Konkurrenzkampf befangene, seine Erscheinungen in keiner Art durchdringende praktische Kapitalist (muss) durchaus unfähig sein..., durch den Schein hindurch das innere Wesen und die innere Gestalt... (seines Wirtschaftssystems, wb) zu erkennen.“ Karl Marx, Kapital III. MEW 25: 178.
Der Kapitalist hat das längst kapiert und hat die"innere Gestalt" des Systems bestens drauf: Solange der Staat steht, steht er auch.
>Solche eingestandene Ignoranz der politischen und wirtschaftlichen Machthaber widerspricht allerdings allen rechten Verschwörungstheorien und vielen linken Antikapitalisten, die beide gleichermaßen der Kapitalistenklasse und ihren Agenten eine gottähnliche Allmacht andichten.
Der"wirtschaftliche Machthaber" kennt sich bestens aus: Der"politische Machthaber" steht mit dem Rücken an der Wand, nicht er.
>Die kapitalistischen Ã-konomen geben zu, dass sich die Schulden-Schockwellen von Enron und WorldCom nicht in Wohlgefallen auflösen können. Sie wissen zwar nicht, wo genau sich heute die diese Schuldenberge befinden, aber sie wissen, in welche Richtung sie dem Blickfeld der Ã-konomen verschwunden sind.
Nochmals: Verluste sind keine Schulden! Schon allein deshalb nicht, weil Verluste aktiv gebucht werden. What me worry?
>Seit den 90er Jahren hatten die großen Weltbanken zunehmend ihre Finanzrisiken"weiterverkauft". Anfang der 90er betrugen diese Risiko-Transfers nur wenige Milliarden Dollars. Im Jahr 2002 wuchsen die Finanztransfers auf 2.000 Milliarden Dollars - eine Summe, die ungefähr der gesamten Wirtschaftsleistung eines halben Jahres in der Bundesrepublik oder der Wirtschaftsleistung eines Quartals in den USA entspricht.
Optimal! So werden die Risiken Richtung"kleiner Mann" weitergeschoben. Siehe die deutsche Bad Bank mit der KfW vorweg. Geht was schief, wird die KfW reingehängt und damit wieder der Staat, der dann noch enger an der Wand steht.
>Transfer von Finanzrisiken:
>[img][/img]
>(aus Economist (16.08.03)
>Der Transfer von Kredit- und Finanzrisiken hat sich in der Krise und durch die Krise weiter beschleunigt. In den letzten zwei Jahren hat zum Beispiel die Deutsche Bank ihre Kredite um rund 40% von 281 Milliarden Euro auf 165 Milliarden Euro reduziert. (Economist, 16.08.03) Und Warum?"The reason is not hard to find. Loans produce on average only half the 15% return on equity that banks and their shareholders demand these days." (Economist, 16.08.03). Obwohl die Profitraten angesichts weltweiter Überkapazitäten in wichtigen Produktionsbereichen schrumpfen, wollen Banken möglichst mehr als den Durchschnittsprofit machen.
Der Bankenprofit war zuletzt auch arg mager. Siehe Buba MB 9/2002, 17 ff.
>Aber welches kapitalistische Unternehmen will das nicht? Seitdem auch Finanzdienstleistungen als"Derivate" als Waren verkauft werden, wandert der Schwarze Niedrigprofit-Peter von Hand zu Hand. Ebenso wie die tickenden Bomben von faulen Krediten von einem Unternehmen zum anderen wandern.
Nein, sie landen im Publikum ("securization")
>Sofern die Finanzhändler ihre"heiße Ware" wieder loswerden, machen sie damit ein Geschäft. Bei wem die faulen Kredite dann hängen bleiben, der muss bluten. Man kann diesen Finanzkreislauf"Kettenbriefsystem" nennen oder"Pyramidensystem". Aber auch Grimms Märchen vom"Hans im Glück", der über mehrere Stationen einen Goldklumpen gegen einen Stein tauscht, liest sich als Parabel des heutigen Finanzsystems.
Wie"heutig"? So wars immer.
>"In jeder Aktienschwindelei weiß jeder, dass das Unwetter einmal einschlagen muss, aber jeder hofft, dass es das Haupt seines Nächsten trifft, nachdem er selbst den Goldregen aufgefangen und in Sicherheit gebracht hat. Nach mir die Sintflut! ist der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation." Karl Marx, Kapital I. MEW 23: 285.
Ein herrlicher Schlachruf! Dummerweise kann nicht jeder gleichzeitig Millionär werden. Nicht mal im Märchen.
>Soweit nicht der kapitalistische Staat eingreift - wie in Japan, aber auch in Berlin - und für die faulen Kredite aus Steuergeldern aufkommt, bleiben die Risiken an den kleineren Marktteilnehmern hängen:"A worrying factor for regulators is that a good chunk of that credit insurance has been provided by smaller, regional banks, which may have misjudged the risk as well as the price put on it." (Economist, 16.08.03)
Die faulen Kredite müssen nur geklumpt und weitergeschoben werden. Der private Kredit ist immer nur ein Derivat des Staatskredits. Der private Sektor kann saldieren und dann wird zum Schluss die Idealpaarung zur Beschau gegeben:
Der Staat schuldet den Bürgern den Gegenwert von Steuerzahlungen, welche die Bürger selbst zu erbringen haben. Das ist der ganze Trick.
>Die Gesamtwirkung des Transfers von Kreditrisiken ist also fatal: Die Finanzrisiken und faulen Kredite, die sich in der heutigen weltweiten Krise anhäufen, verschwinden nur aus dem Blickfeld der Manager und Ã-konomen, nicht aus dem kapitalistischen Wirtschaftskreislauf.
Im kapitalistischen Wirtschaftskreislauf mag das eine oder andere ausfallen. Das kriegen die Kapitalisten schon hin. Aufs Ende schauen! Die Finanzrisiken und faulen Kredite bestehen in Forderungen der Bürger an sich selbst. Der Bürger kann als Staatstitelhalter dann den Bürger als Steuerzahler, also sich selbst betrachten.
>In den Bilanzen der großen Konzerne, also an der Oberfläche des Wirtschaftsgeschehens sieht alles normal und gesund aus. Unter dieser künstlich geglätteten Oberfläche bauen sich jedoch kollabierende Kräfte auf, die die zerstörerische Gewalt einer Tsunami-Welle erreichen werden.
Wunschdenken. Die Tsunami-Welle ist die Staatsverschuldung. Die großen Konzerne kriegen ihre Bilanzen bestens in den Griff. Wie? Solange Leute entlassen, bis es jene Instanz endlich zerreißt, die vorgibt, für"alle" so was wie"Lebensunterhalt" zu garantieren (Grundeinkommen, Grundrente usw.). Wozu sollen denn die Kapitalisten für Einkommen sorgen, wenn der Staat ihnen dies dankenswerterweise abgenommen hat?
>"Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.“ K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 468.
Old stuff. Der Staat, bar aller Mittel (siehe aktuell), wird die gewaltigste Krise herbeizaubern. Die Bourgeoisie hat das inzwischen gelernt, wir schreiben schließlich nicht mehr 1848.
Die Frage ist: Was brennt zuerst - die Hallen der Bourgeoisie (Fabriken, Banken) oder die Hallen der Staatsmacht (Rathäuser, Ministerien)?
Die Antwort ist nicht schwer. Lass' Deinen Antikapitalismus ruhig stecken, lieber Wal."Wir haben gelernt."
Gruß!
|
Wal Buchenberg
25.08.2003, 13:40
@ dottore
|
Re: Risiken, Verluste und Vater Staat... |
-->Hallo dottore,
mag sein, dass es mit meiner Begrifflichkeit ein bisschen durcheinandergeht und"Risiken" synonym für"Verluste" verwendet wird.
Was heute ein"Risiko" ist, ist der Verlust von morgen.
Und okay, Verluste werden"gebucht", nicht"bezahlt". Jedenfalls werden dadurch Leute arm, die sich bisher reich wähnten.
Dass der weltweite Kapitalismus schwer beschädigt ist, da sind wir wohl einer Meinung, nicht aber bei den möglichen Optionen.
Letztlich besteht deine Hoffnung doch darin, dass Vater Staat für die Kapitalisten die Kastanien aus dem Feuer holt.
Die Keynsianer vertrauen da auf Staatsgarantie für notleidende Kredite.
Du hoffst/befürchtest/baust auf den Staatsbankrott.
Beide Krisenheilmittel wurden schon probiert und haben das Leiden nur verlängert.
Gruß Wal
|
dottore
25.08.2003, 14:20
@ Wal Buchenberg
|
Re: Risiken, Verluste und Vater Staat... |
-->>Hallo dottore,
>mag sein, dass es mit meiner Begrifflichkeit ein bisschen durcheinandergeht und"Risiken" synonym für"Verluste" verwendet wird.
>Was heute ein"Risiko" ist, ist der Verlust von morgen.
Hi Wal!
Wieso? Es kann durchaus der Gewinn von Morgen sein. Bisher sind die Gewinne immer stärker gestiegen als die Verluste - weil es sonst längst kein Wirtschaften mehr gäbe.
>Und okay, Verluste werden"gebucht", nicht"bezahlt". Jedenfalls werden dadurch Leute arm, die sich bisher reich wähnten.
Da sich reich / arm im Aktienkurs ausdrückt und nicht in der Liquidisierungs-Bilanz mit anschließender Auskehrung der Aktiva an die Berechtigten, ist jeder jederzeit so reich wie es der Kurs seiner Aktiva ausweist. Das ganze"Economist"-Beispiel (Enron, Worldcom) ist gegurkt.
>Dass der weltweite Kapitalismus schwer beschädigt ist, da sind wir wohl einer Meinung, nicht aber bei den möglichen Optionen.
Der Kapitalismus ist ein Staatsderivat, wo oft genug vorgetragen (Abgaben-, Geld-, Machtmonopol). Einen"staatsfreien" oder gar"vorstaatlichen" Kapitalismus gibt es nicht, gab es nicht, kann es niemals geben. Das hat Marx leider nicht geschnallt.
Beschädigt ist nicht das Derivat, sondern der Staat. Bankruptcy dead ahead!
>Letztlich besteht deine Hoffnung doch darin, dass Vater Staat für die Kapitalisten die Kastanien aus dem Feuer holt.
Dabei will er nicht die Kapitalisten retten, sondern sich selbst.
Sind Morgen alle Kapitalisten weg (inkl. ihrer"Komplotte" in Form von"Kapitalgesellschaften") hat der Staat
a) keinerlei Einnahmen mehr und
b) 34 Millionen zusätzliche Arbeitslose am Hals.
>Die Keynsianer vertrauen da auf Staatsgarantie für notleidende Kredite.
Jeder Kredit ist nur dann einer, wenn er der Kreditnehmer zur Fälligkeit zur Zahlung gezwungen werden kann (wahlweise Vollstreckung). Ohne Staat unvorstellbar.
<font color="red">Also garantiert der Staat mit seiner Staatsmacht (zunächst und a priori) jeden Kredit.</font>
Ohne Staatsmacht käme es nicht zu einem einzigen Kreditvorgang. Ist jeder Kredit ordentlich besichert (Eigentumsvorbehalt, Pfand, Abtretung usw.), was den Kredit schließlich definiert, kann sich der Gläubiger entweder durch Zahlung oder Vollstreckung in die Besicherung schadlos halten. Ohne bewaffneten Staatszwang geht das leider nicht.
Der Kapitalismus basiert auf (staatsmachtgesichertem) Eigentum und (staatsmachtgesicherter) Erfüllung. Das wars auch schon.
Kapitalismus"als solchen" gibt es nicht.
>Du hoffst/befürchtest/baust auf den Staatsbankrott.
Einfache Finanzmathematik. Das Staatsproblem (frühere Auszahlungen, spätere Einzahlungen) ist niemals zu lösen. Also nur eine Frage der Zeit, bis der Bankrott eintritt.
>Beide Krisenheilmittel wurden schon probiert und haben das Leiden nur verlängert.
Die Krise kommt vom Staat - wie sollte er sie heilen können?
Gruß!
|
Bob
25.08.2003, 14:31
@ dottore
|
Re: Das Ausbleiben einer größeren Bankenkrise ist tatsächlich auffällig (owT) |
-->
|
MC Muffin
25.08.2003, 14:34
@ Wal Buchenberg
|
Re: Risiken, Verluste und Vater Staat... |
-->Sorry das ich mit reinhänge
>Hallo dottore,
>mag sein, dass es mit meiner Begrifflichkeit ein bisschen durcheinandergeht und"Risiken" synonym für"Verluste" verwendet wird.
>Was heute ein"Risiko" ist, ist der Verlust von morgen.
Das ist so nicht richtig, das Risiko ist immer gleich der Gewinnchance, das Risiko KANN also auch der Gewinn von morgen sein, z.B. ich kaufe hohe Risiken ein mit einem hohen Bonus ( weil sehr riskant und jeder sie loswerden will ). Wie der Zufall es will entsteht auf einmal eine lange und dauerhafte Inflation 6 % jährlich und inflationiert das Problem weg = Gewinner ich. Ist natürlich nur ein Beispiel. Wenn es nicht so wäre und ein Risiko keine Chance wäre würde nie jemand Aktien kaufen. Also immer beide Seiten sehen und nicht nur das was ins Konzept passt.
>Und okay, Verluste werden"gebucht", nicht"bezahlt". Jedenfalls werden dadurch Leute arm, die sich bisher reich wähnten.
Das Glück wechselt im Leben ein Naturgesetzt das nicht zu brechen ist.
>Dass der weltweite Kapitalismus schwer beschädigt ist, da sind wir wohl einer Meinung,
Ja durch die immer größere Ausufferung des Staates. Die Probleme die wir gerade sehen ist nichts als der Todeskampf des Staates der gerade an sich selber erstickt. Der Kapitalismus kann sich nur wieder durchsetzen wenn er dem Staat die Umverteilungsgrundlage entzieht und so der Staat stirbt oder in sich zusammen schrumpft.
nicht aber bei den möglichen Optionen.
Das ist sicher richtig denn deine Option die ich befürchte, einen zu großen Staat mit noch einen größeren zu bekämpfen wiederspricht jeder Logik, aber leider nicht jeder Idiologie.
>Letztlich besteht deine Hoffnung doch darin, dass Vater Staat für die Kapitalisten die Kastanien aus dem Feuer holt.
Unsinn, Vater Staat hat sie reingelegt ins Feuer und staunt jetzt das sie keiner holt.
>Die Keynsianer vertrauen da auf Staatsgarantie für notleidende Kredite.
>Du hoffst/befürchtest/baust auf den Staatsbankrott.
>Beide Krisenheilmittel wurden schon probiert und haben das Leiden nur verlängert.
Aber keiner der Leidenswege war jemals so lang wie der komunistische Weg. Die Leidensverlängerung entsteht ja nur dadurch das der Staat auch immer versuche unternimmt sich auszuweiten ( also den komunistischen Weg zu gehen )
Bestes Beispiel BRDDR, weil er meint mit Umverteilung alles besser regeln zu können als der Markt, was natürlich nicht funktioniert x mal wiederlegt.
Einige Punkte fand ich dennoch interessant an deinen Beitrag, nur die Entteuschung am Schluss immer mit der linken Schiene die dazu nicht passt, schade eigendlich.
Ich denke das Dottore weder hofft noch auf einen Staatsbankrott baut, ich denke er zieht die Möglichkeit in betracht und positioniert sich dementsprechend.
Letztendlich tun wir das nicht alle hier? Du gehst doch auch den goldenen Weg, so weit ich weis, was eindeutig kapitalistisch ist, denn Gold ist Kapital in seiner Naturform, da keine uneinbringliche Forderung.
MFG
|
MC Muffin
25.08.2003, 14:42
@ dottore
|
Re: Risiken, Verluste und Vater Staat... |
-->Eigentum und (staatsmachtgesicherter) Erfüllung[/b]. Das wars auch schon.
>Kapitalismus"als solchen" gibt es nicht.
Das sehe ich auch so, letzt endlich ist der Sozialismus nur eine Abart des Kapitalismus, weil dort die gleichen Wirtschaftsgesetze greifen.
Man könnte auch folgende Formel aufstellen:
Sozialismus = Kapitalismus + aufgeblähter Staatsaperat
MFG
|
Bob
25.08.2003, 14:59
@ MC Muffin
|
Re: alternative Formulierung: Kapitalismus - Innovation = Sozialismus |
-->oder auch Kapitalismus - Kredit = Sozialismus
aber mal ehrlich,
dottore glaubst Du wirklich, daß der Staat früher klüger war als das Kapital?
Das Kapital hat den Nachteil, daß es sich in Konkurrenz zu anderem Kapital befindet. Daraus folgt, daß immer ein Teil der Ressourcen aufgewendet werden muß, um die Konkurrenz zu besiegen.
Der Staat hat ein natürliches Monopol, es sei denn im Krieg.
Deswegen scheint mir Deine These"Staat geht vor Banken pleite" gleichbedeutend mit Krieg zu sein, stimmt das?
gruß
bob
|
dottore
25.08.2003, 15:28
@ Bob
|
Re: alternative Formulierung: Kapitalismus - Innovation = Sozialismus |
-->>oder auch Kapitalismus - Kredit = Sozialismus
>aber mal ehrlich,
>dottore glaubst Du wirklich, daß der Staat früher klüger war als das Kapital?
Nein. Kleiner. Das Überlebensrisiko lag beim Einzelnen. Jetzt ist es sozialisiert. Damit sind die Kapitalisten vom Haken und das haben sie begriffen.
>Das Kapital hat den Nachteil, daß es sich in Konkurrenz zu anderem Kapital befindet. Daraus folgt, daß immer ein Teil der Ressourcen aufgewendet werden muß, um die Konkurrenz zu besiegen.
Das verschuldete (belastete) Kapital muss nur den Nachschuldner finden, nochmals ausführlich in Maliks neuesten M.o.M dargestellt (Stichwort"Debitimus"). Die Aufwendung von Ressourcen schafft immer Einkommen (= Auszahlungen des Aufwenders an denjenigen, der sie ausbeutet, bei dem sie Einzahlungen werden).
>Der Staat hat ein natürliches Monopol, es sei denn im Krieg.
>Deswegen scheint mir Deine These"Staat geht vor Banken pleite" gleichbedeutend mit Krieg zu sein, stimmt das?
Warum Krieg? Der Staat geht heute an seinem (per se unerfüllbaren) Versprechen pleite, für alle den Lebensunterhalt beschaffen zu können. Das haben die Kapitalisten kapiert und sind vom Haken. Sie werden solange ihre Kosten senken (= Leute in die Staatsobhut entlassen), bis der Staat erledigt ist.
Die Zauberformel lautet: Ich muss 10.000 entlassen, um die Arbeitsplätze der restlichen 10.000 nicht zu gefährden. Dagegen ist argumentativ kein Kraut gewachsen.
Man kann auch nicht mit dem"Gewinn" daherkommen, nach dem Motto: Nehmt doch das Geld für den Erhalt der Arbeitsplätze aus dem Profit. Selbst wenn alle Kapitalisten ohne Profit arbeiten würden, würde das für eine maximal 3 Prozent höhere Beschäftigung reichen (= ca. 1 Mio Arbeitslose weniger).
Die Staatsfinanzen (Wegfall der Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, anteilig Kapitalertragsteuer usw.) hätten schlagartig ein um ca. 80 % größeres Loch als heute schon.
Du kannst es drehen und wenden wie Du willst - es geht schief! Sorry for that.
Gruß!
|
pecunia
25.08.2003, 15:35
@ dottore
|
Hier stimmt aber auch etwas nicht... |
-->>>[b]Wo bleibt der Bankencrash?
>Wieso bezahlen? Bezahlt wird mit cash und Bücher sind geduldig. [b]Was ist das überhaupt für eine Denke, dass Verluste gezahlt werden müssten? Etwa an sich selbst? Verluste werden gebucht.
Das trifft doch nur dann zu, wenn die Verluste mit vorhandenen Mittel verbucht werden koennen. Aber bitteschoen: Welcher Grosskonzern hat denn heute noch Mittel zur Verfuegung? Die Verluste der Grosskonzerne sind fast ausschliesslich kreditfinanziert und muessen somit zurueck bezahlt werden.
Wenn es so einfach waere, wie Du es darstellst, dann wuerde ich mir sofort das Depot mit aussichtsreichen Aktien vollpacken. Sollte ich Pech haben - na und. Die Verluste werden ja nur gebucht. Also wen juckts...
MfG
pecunia
|
MC Muffin
25.08.2003, 15:42
@ pecunia
|
Re: Hier stimmt aber auch etwas nicht... |
-->>>>[b]Wo bleibt der Bankencrash?
>>Wieso bezahlen? Bezahlt wird mit cash und Bücher sind geduldig. [b]Was ist das überhaupt für eine Denke, dass Verluste gezahlt werden müssten? Etwa an sich selbst? Verluste werden gebucht.
>Das trifft doch nur dann zu, wenn die Verluste mit vorhandenen Mittel verbucht werden koennen. Aber bitteschoen: Welcher Grosskonzern hat denn heute noch Mittel zur Verfuegung? Die Verluste der Grosskonzerne sind fast ausschliesslich kreditfinanziert und muessen somit zurueck bezahlt werden.
>Wenn es so einfach waere, wie Du es darstellst, dann wuerde ich mir sofort das Depot mit aussichtsreichen Aktien vollpacken. Sollte ich Pech haben - na und. Die Verluste werden ja nur gebucht. Also wen juckts...
Also wen juckts...
genau das ist es, so lange du die Aktien nicht verkaufst ist alles Banane.
So lange du über den Anleihe Markt wie im laufenden Sommer dich refinanzieren kannst ist alles in Butter. Alles 0 Problem.
>MfG
>pecunia
|
CRASH_GURU
25.08.2003, 16:00
@ Euklid
|
Re: Wo bleibt der Bankencrash? |
-->Hi!
Wir bekommen doch letztlich immer das was wir verdienen, oder etwa nicht?
gruss
cg
>Hallo Wal
>ist doch inzwischen alles fein eingeteilt.
>Die Mittelschicht wurde an der Börse mit Hilfe des Trommelfeuers aus n-tv Kanälen und einigen Mr Dausends enteignet.
>Allerdings muß man dazu sagen daß halt viele naiverweise geglaubt hatten morgen einen blendenden Millionär abzugeben und ohne Arbeit rein leistungslos an der Substanz eines Unternehmens beteiligt zu sein.
>Das ist gründlich mißlungen.
>Auch die Optionenausgaben diverser Firmen an ihre Angestellten als Ersatz für Gehaltserhöhungen waren ein Warnzeichen.
>Damals habe ich voraus gesagt daß diese Optionen nur deshalb zur richtigen Zeit angeboten wurden weil man mit Hintergrundwissen davon ausgehen konnte daß diese Optionen sich stark entwerten;-))
>Ein Beispiel dafür die SAP.
>Sehr geschickt hat man sich dort um Gehaltserhöhungen gemogelt und seine faulen Eier an die Belegschaft verkauft.
>Nur so konnte man den Kies aus dem Unternehmen ziehen um die Segeltörns möglich zu machen.
>Das sind alles Meisterleistungen der hoch geschätzten Managergilde.
>Und da jetzt laut Handelsblatt sogar die Inder nicht mehr nach Deutschland wollen geht die Industrie eben direkt dorthin.
>Da werden die Arbeitsplätze geschaffen während hier noch immer großzügigst Subventionen an die Großfirmen vergeben werden die zwar die Infrastruktur hier noch nutzen jedoch nichts mehr in steuerlicher Hinsicht beitragen wollen.
>Das ist alles kein nationales Problem mehr sondern immer mehr ein internationales Problem.
>Es interessiert halt keinen Kapitalisten was der Arbeiter hier für seinen Lebensunterhalt mindestens benötigt.
>Kriegt er das in Indien will er das hier auch.Das ist wie bei kleinen Kindern.
>Vorsicht teilweise ganz schön Satire.
>Gruß EUKLID
|
dottore
25.08.2003, 19:19
@ pecunia
|
Re: Doch, doch... |
-->>>>Wo bleibt der Bankencrash?
>>Wieso bezahlen? Bezahlt wird mit cash und Bücher sind geduldig. Was ist das überhaupt für eine Denke, dass Verluste gezahlt werden müssten? Etwa an sich selbst? Verluste werden gebucht.
>Das trifft doch nur dann zu, wenn die Verluste mit vorhandenen Mittel verbucht werden koennen.
Das können sie immer - oder der Konzern ist wg. Insolvenz im Konkurs. Entweder - oder.
>Aber bitteschoen: Welcher Grosskonzern hat denn heute noch Mittel zur Verfuegung?
Bitte Beispiel, dann gehen wir es gerne durch.
>Die Verluste der Grosskonzerne sind fast ausschliesslich kreditfinanziert und muessen somit zurueck bezahlt werden.
Es gibt keine Bank, die Verluste finanziert. Motto:"Liebe Bank, ich habe Verluste und brauche jetzt Geld, damit ich nicht insolvent werde.""Aber gern, wie viel darfs sein?"
>Wenn es so einfach waere, wie Du es darstellst, dann wuerde ich mir sofort das Depot mit aussichtsreichen Aktien vollpacken.
Aktienkurse hängen nicht von tatsächlichen Gewinnen oder Verlusten ab, sondern (falls überhaupt) von erwarteten.
>Sollte ich Pech haben - na und. Die Verluste werden ja nur gebucht. Also wen juckts...
Aktien würde ich jetzt nicht anfassen. Aber wens juckt...
Gruß!
|
pecunia
25.08.2003, 20:30
@ dottore
|
Re: Doch, doch... |
-->>>Aber bitteschoen: Welcher Grosskonzern hat denn heute noch Mittel zur Verfuegung?
>Bitte Beispiel, dann gehen wir es gerne durch.
Hallo dottore,
DCX z.B. 90 Mrd. Euro Schulden.
Nehmen wir mal an, DCX machte dieses Jahr 500 Mio. Verlust. Das wuerde doch bedeuten, dass 500 Mios mehr ausgegeben wurden (z.B. Zulieferer, Gehaelter, Verwaltung,...) als eingenommen wurden. Das Geld ist weg, ohne dass es zuvor als"fluessige Mittel" vorhanden gewesen waere. Um den Verlust ueberhaupt buchen zu koennen musste bereits wieder Kredit aufgenommen werden (ob von der Bank oder durch Ausgabe voon Anleihen). Jedenfalls muss dieser Mehrkredit zurueck bezahlt werden. Folglich muss (indirekt) auch der Verlust (inkl. Zinsen) zurueck gezahlt werden.
MfG
pecunia
|