Cichetteria
25.08.2003, 12:31 |
@dottore: cash Thread gesperrt |
-->hi dottore,
eine Frage eines grübelnden Neulings:
Ich lese immer wieder aus Ihrer Feder: bloss keine Wertpapiere, keine Aktien, keine Bonds - CASH ist die Mutter der Porzellankiste, um gewappnet zu sein.
Genauso oft wird der direkte Zusammenhang hergestellt:
Staatsbankrott der Euro-Länder = Währungsreform = alles pulverisiert.
Was wollen Sie dann mit Ihrem Cash?
Oder - ich glaube Sie wohnen in der Schweiz - Cash in Schweizer Franken?
Denn US- Dollar kann ich mir bei den Hiobsbotschaften ja noch weniger als eiserne Währung bei einem Globalzusammenbruch der Finanzen vorstellen.
Also wieso Cash?
Danke für eine Aufklärung.
chichette
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dottore
25.08.2003, 13:39
@ Cichetteria
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Re: @dottore: cash |
-->>hi dottore,
>eine Frage eines grübelnden Neulings:
>Ich lese immer wieder aus Ihrer Feder: bloss keine Wertpapiere, keine Aktien, keine Bonds - CASH ist die Mutter der Porzellankiste, um gewappnet zu sein.
Hi chichette,
das ist meine ganz persönliche Vorgehensweise, nichts weiter. Grundidee: Ich kann aus Cash jederzeit in alles Mögliche gehen, umgekehrt könnte es schwierig werden. Mir ist die Lage nicht geheuer und deshalb riskiere ich jetzt nichts. Das kann sich von einem Tag auf den anderen ändern.
>Genauso oft wird der direkte Zusammenhang hergestellt:
>Staatsbankrott der Euro-Länder = Währungsreform = alles pulverisiert.
Staatsbankrott kommt, klar. Der wird aber nicht von jetzt auf gleich erklärt, sondern hat eine höchst unangenehme"Vorlaufzeit" (deflationäre Depression). In dieser Vorzeit steckt die Chose, meine Meinung.
Nun lassen sich zwei Varianten denken:
- Lösung per Inflation ---> Hyperinflation (Hubschraubergeld o.ä.). Jede Inflation sieht man aber 1000 Meilen gegen den Wind. Ich sehe da nichts. Eine"Währungsreform" ist ein Staatsbankrott nach Hyperinflation, entweder offener (1923) oder versteckter, d.h. durch Preisgesetze"unten" gehaltener (1948).
- Lösung per offen erklärtem Bankrott. Dies kann plötzlich geschehen, weshalb man auf der Hut sein und ganz genau beobachten muss. Vom offen erklärten Bankrott sind wir m.E. aber noch entfernt. Derzeit sind wir in der Würge-Phase, d.h. der Staat versucht mit allen Mitteln, von seinen Zahlungsverpflichtungen (gesetzlichen zumeist) herunter zu kommen, was die DeDe verstärken muss und dem Cash letztlich ein Aufgeld gegen den Rest der Güterwelt verschafft.
In der Würge-Phase japst jeder nach Cash, der Staat vorneweg. Das, was überall fehlt bzw."knapp" ist, zu halten, kann nicht falsch sein.
>Was wollen Sie dann mit Ihrem Cash?
Das überlege ich mir, wenn die Brücke in Sicht kommt, über die wir alle müssen.
>Oder - ich glaube Sie wohnen in der Schweiz - Cash in Schweizer Franken?
Nein, in Euro. Im Euro-Raum wird sich der Staatsbankrott, bis er endlich erklärt wird, ziemlich lange hinziehen. Ergo auch die Würge-Phase der DeDe.
>Denn US- Dollar kann ich mir bei den Hiobsbotschaften ja noch weniger als eiserne Währung bei einem Globalzusammenbruch der Finanzen vorstellen.
>Also wieso Cash?
Frage müsste lauten: Wie lange Cash? Also heute auf jeden Fall noch. Tomorrow is another day.
Gruß!
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Diogenes
25.08.2003, 14:06
@ dottore
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Re: @dottore: cash |
-->Hi dottore,
Wie lange wird sich die"Würgephase" voraussichtlich hinziehn?
Hoffentlich nicht zu lange, sonst würgen am Ende nicht die Kredite die Schuldner, sondern das Volk die Politiker und Bankiers. Ich denke, man wird die Würgephase eine Zeit lang laufen lassen und dann die Währungsreform starten. Es dürfte nach einer Zeit lang Misere ein leichtes sein, diese den Leuten zu verkaufen. Oder aber der Markt macht gleich selber reinen Tisch und läßt die Währungen einfach krachen.
Gruß
diogenes
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dottore
25.08.2003, 14:38
@ Diogenes
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Re: @dottore: cash |
-->>Hi dottore,
>Wie lange wird sich die"Würgephase" voraussichtlich hinziehn?
Hi Diogenes,
keine Ahnung, leider. Deshalb sitzen wir doch jeden Tag an den Geräten und stieren uns die Augen aus dem Kopp, um zu sehen, was der Gegenseite als Nächstes einfällt.
Derzeit nicht viel. Also geht's erstmal weiter in der Richtung und der Würge-Engel dreht an der Garotte.
>Hoffentlich nicht zu lange, sonst würgen am Ende nicht die Kredite die Schuldner, sondern das Volk die Politiker und Bankiers. Ich denke, man wird die Würgephase eine Zeit lang laufen lassen und dann die Währungsreform starten.
Und die Nummer will ich sehen. Wie startet man eine Währungsreform? Ich kann mir alles Mögliche vorstellen und bin für jede"Lösung" offen. Aber da versagt meine Phantasie. Sorry.
>Es dürfte nach einer Zeit lang Misere ein leichtes sein, diese den Leuten zu verkaufen. Oder aber der Markt macht gleich selber reinen Tisch und läßt die Währungen einfach krachen.
Schon gut - nur gegen was sollen sie"krachen"? Alle Währungen können ja nicht gegen alle Währungen krachen.
Rein"technisch" ginge es mit einer Mega-Goldaufwertung. Aber Gold als nächstes GZ (was es dann ja sein müsste) halte ich, wie oft genug gepostet, inzwischen für eine absolut bizarre Vorstellung (obwohl ich sie vor Jahren noch selbst im Auge hatte).
Gruß (ratlos)!
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chiron
25.08.2003, 15:34
@ dottore
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Re: @dottore: cash oder doch Gold |
-->Hallo Dottore
Die ganze Deflationsgeschichte scheint mir schlüssig für die westlichen Länder, was aber ist mit China? Könnte nicht China quasi über Nacht eine Gold-Währung ausrufen lassen. Und wenn ja, dann steigt Gold, trotz Deflation in unseren Landen. Wenn China realisiert, dass ihre USD-Reserven schon bald nichts mehr wert sind, traue ich ihnen einiges dazu. Die Goldbörse in Shanghai deutet auch schon in diese Richtung.
Und noch was zu Euro oder Schweizer Franken. Müsste nicht der CHF den EURO wegen den Goldbeständen outperformern? Auch die Haushaltslage sieht in der Schweiz noch ein bisserl besser aus, auch wenn das Alpenland kräftig am Aufholen ist. Ein weiteres Argument, dass für den CHF spricht, ist, dass man hier die Gemeinden bankrott gehen lässt. Leukerbad war ein Warnfinger für alle Gemeinde-Politiker, ihre Finanzen in Ordnung zu halten. Auf der Gemeindeebene siehts hier bis jetzt noch ganz ordentlich aus. Nur als Beispiel: die Stadt Zürich ist schuldenfrei.
Gruss Chiron
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stocksorcerer
25.08.2003, 16:53
@ dottore
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@ dottore: Vielleicht wählt man ja Gold nur als vorübergehendes GZ....?? |
-->...der Gedanke kam mir, als ich darüber nachdachte, wie man einem besetzten Land seine eigenen Spielregeln aufzwingt, um sich dann nachher wieder zurückziehen zu können, ohne dass alles in sich zusammen fällt und man bei allem im Spiel bleibt.
Gold wäre dann wie eine Art"Übergangsregierung", bis man sich was"besseres" einfallen läßt. Es wäre keine Dauerlösung, aber ein breit anerkannter Übergang, etwas, woran man sich festhalten kann, bis wieder"normale" Zustände funktionieren.....
winkääää
stocksorcerer
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dottore
25.08.2003, 17:06
@ chiron
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Re: Jeder wie er möchte |
-->>Hallo Dottore
>Die ganze Deflationsgeschichte scheint mir schlüssig für die westlichen Länder, was aber ist mit China?
Mitten in einer schweren Deflation.
>Könnte nicht China quasi über Nacht eine Gold-Währung ausrufen lassen.
Möglich. Aber warum? Papier ist billiger.
>Und wenn ja, dann steigt Gold, trotz Deflation in unseren Landen.
Bekanntlich glaube ich nicht an einen POG-Anstieg in Euro. Falls ich mich täusche - Verzeihung!
>Wenn China realisiert, dass ihre USD-Reserven schon bald nichts mehr wert sind, traue ich ihnen einiges dazu.
Die Reserven sind solange etwas wert, wie US Gov sie bedient. Es sind Staatstitel. US Gov geht m.E. als letzter großer Staat vom Schlitten.
>Die Goldbörse in Shanghai deutet auch schon in diese Richtung.
Kenn ich leider nicht.
>Und noch was zu Euro oder Schweizer Franken. Müsste nicht der CHF den EURO wegen den Goldbeständen outperformern?
Wg. Gold sicher nicht. In Euroland liegt auch nicht nichts. D, F, I usw. zusammen ca. 9000 t (mehr als USA). Obs physisch greifbar ist - wer weiß?
>Auch die Haushaltslage sieht in der Schweiz noch ein bisserl besser aus, auch wenn das Alpenland kräftig am Aufholen ist.
Ja, noch ists besser.
>Ein weiteres Argument, dass für den CHF spricht, ist, dass man hier die Gemeinden bankrott gehen lässt. Leukerbad war ein Warnfinger für alle Gemeinde-Politiker, ihre Finanzen in Ordnung zu halten. Auf der Gemeindeebene siehts hier bis jetzt noch ganz ordentlich aus. Nur als Beispiel: die Stadt Zürich ist schuldenfrei.
Ich will den CHF nicht schlecht reden, aber m.E. leidet der Euro länger und wird im Euro-Raum die DeDe intensiver.
Gruß!
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Cichetteria
25.08.2003, 17:21
@ dottore
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Re: @dottore: cash |
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>Frage müsste lauten: Wie lange Cash? Also heute auf jeden Fall noch. Tomorrow is another day.
>Gruß!
hi dottore,
Gruß zurück und herzlichen Dank für die Antworten.
Wegen tomorrow is another day: Da frage ich doch am besten nun jeden Morgen gegen 9.00 h nach.
Keine Angst, sollte ein Scherz sein.[img][/img]
tschuess
cichette
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