Otto_Ludwig_Piffel
26.08.2003, 10:07 |
Frage an das Forum (esp. Dottore) wegen Cash Strategie Thread gesperrt |
-->Hallo ans Forum!
Ich möchte vorher vorausschicken, dass ich schon längere Zeit mitlese und die Bücher von Dottore kenne und gelesen habe und mir am Wochenende money upside down"reingezogen" habe (Hat mir übrigens recht gut gefallen. Gratulation zur feinen Arbeit!)
Soweit sogut.
Meine eigentliche Frage ist bzgl. Dottores Cashstrategie. Ich möchte mal sagen, dass die Idee wenn es tatsächlich zu einer Deflationären Depression kommt eigentlich richtig geadacht ist. Meine Befürchtung bzgl. der Strategie von Dottore ergibt sich aus folgender Überlegung.
1.) Das gesamte WeltFinanzsystem/Währungssystem steht und fällt mit dem Dollar! (Ich hoffe wir sind hier einer Meinung)
2.) Zentralbanken sind für stabile Währungen verantwortlich und haben"recht viele" Dollarreserven
3.) Was passiert mit Euro, Yen, Franken etc. wenn es zu einer starken Dollarabwertung oder (im schlimmsten Fall) zu einer Währungsreform in den USA kommen kann (Einführung von farbige Dollars, bzw. Wertloserklärung der bestehenden Dollars oder Währungsschnitt 1:10 bei Währungsreform??
4.) Müsste sich die Bilanz einer Zentralbank nicht erheblich verschlechtern wenn die Währungsreserven einer Zentralbank durch Dollarabsturz nichts mehr wert sind?
5.) Wenn wir uns den Mechanismus der Geldschöpfung anschauen so steigen doch die Bargeldausgabe (Passivseite ZB) mit dem Anwachsen der Währungsreserven (Aktivseite). Was passiert aber mit der Passivseite einer ZB (=Bargeld) wenn es auf der Aktivseite zu erheblichen Wertberichtigungen kommen muss? Oder verhandeln die USA mit den Zentralbanken spezielle Konditionen bzgl. wertloser Währungsreserven aus? (kann ich mir eigentlich nicht vorstellen)
6.) Das einzige was ich mir auf die Schnelle vorstellen könnte, wären wohl die Ausgabe von Darlehenskassenscheine und eine entsprechende Hereinnahme von neuen Schuldtiteln (z.b. Wechesel von Klein& Mittelbetrieben) in die Bilanz der ZB um die Aktivseite wieder aufzupeppen! Dahrlehenskassen würden (wie schon aus den 20er Jahren bekannt) in Personalunion mit der ZB geführt dejure aber getrennte Einheiten sein. Aufhänger wäre wohl dem Mittelstand wieder"Kredit" zu verschaffen bzw. Euroscheine gegen Dahrlehenskassenscheine einzutauschen!
Frage 1.) Was haltet ihr davon??
Frage 2.) Muss man damit die Cashstrategie von Dottore neu überdenken?
Bitte um zahlreiche Antworten (auch spontae) da ich glaube eine solche diskussion kann nur allen nützen
Gruss
OLP
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Heller
26.08.2003, 11:10
@ Otto_Ludwig_Piffel
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Cash ist nicht durch Währungsreserven gedeckt |
-->>1.) Das gesamte WeltFinanzsystem/Währungssystem steht und fällt mit dem Dollar! (Ich hoffe wir sind hier einer Meinung)
>2.) Zentralbanken sind für stabile Währungen verantwortlich und haben"recht viele" Dollarreserven
>3.) Was passiert mit Euro, Yen, Franken etc. wenn es zu einer starken Dollarabwertung oder (im schlimmsten Fall) zu einer Währungsreform in den USA kommen kann (Einführung von farbige Dollars, bzw. Wertloserklärung der bestehenden Dollars oder Währungsschnitt 1:10 bei Währungsreform??
>4.) Müsste sich die Bilanz einer Zentralbank nicht erheblich verschlechtern wenn die Währungsreserven einer Zentralbank durch Dollarabsturz nichts mehr wert sind?
>5.) Wenn wir uns den Mechanismus der Geldschöpfung anschauen so steigen doch die Bargeldausgabe (Passivseite ZB) mit dem Anwachsen der Währungsreserven (Aktivseite). Was passiert aber mit der Passivseite einer ZB (=Bargeld) wenn es auf der Aktivseite zu erheblichen Wertberichtigungen kommen muss? Oder verhandeln die USA mit den Zentralbanken spezielle Konditionen bzgl. wertloser Währungsreserven aus? (kann ich mir eigentlich nicht vorstellen)
Soweit ich das bisher verstanden habe, ist die Bargeldseite (Münzen, Scheine) durch Grundpfänder gesichert.
Die Schwankungen auf der Währungsreserven-Seite haben mit der Bargeldausgabe nichts zu tun.
Im Falle einer Währungsabwertung des Dollar 1:10 ist immer noch die Frage, wie sich das Verhältnis zu den anderen Währungen verändert. Ein solcher Schnitt hat ja massive Folgen für den Wechselkurs: Es wird ja nicht so sein, dass vorher für 1 Euro 3 Dollar bekommt und nacher nur 30 Cents. Das ganze zieht sich vielleicht ein halbes oder 1 Jahr hin: zunächst massiver Einbruch des Dollars. Dann werden vielleicht die Länder der Achse des Bösen (Frankreich, Deutschland, Russland...) gezwungen, massiv den Dollar zu stützen, um auf dem Höchststand der Dollarreserven in diesen Ländern dann den Währungsschnitt zu machen.
Vielleicht gibt es aber auch kluge Währungshüter, die das Spiel gerade anders herum treiben.
Ich halte das alles für viel zu komplex, als dass man es so einfach vorausberechnen kann (vielleicht schafft das ein Numbercruncher wie Greenspan).
Und noch ganz nebenbei: Es geht ja nicht um Kaufkraft, sondern um Schuldentilgung bzw. die einseitige Ungültig-Erklärung von Schulden. Die Währungsreform, die die USA brauchen, müsste doch eigentlich gerade umgekehrt gehen: 10 neue Dollar für einen alten, damit sie ihre Schulden bezahlen können.
Die Frage ist aber, ob sich der ganze Rest der Welt, bei dem die USA verschuldet sind, das gefallen lassen.
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Silberfuchs
26.08.2003, 17:48
@ Heller
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Ich sag nur Silber-/cashstrategie ist mir lieber da nur der Zusamenbruch gewiss, |
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nicht aber der Zeitpunkt.
MfG
Silberfuchs
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LenzHannover
27.08.2003, 02:49
@ Otto_Ludwig_Piffel
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Re: Frage an das Forum (esp. Dottore) wegen Cash Strategie |
-->>1.) Das gesamte WeltFinanzsystem/Währungssystem steht und fällt mit dem Dollar! (Ich hoffe wir sind hier einer Meinung)
Wenn irgendwas richtig fällt (z.B. Yen, Pfund, Can $) geht allen mächtig der Arsch auf Grundeis. Bei (ich glaube) 8% totalen Forderungsausfall sind die Banken pleite!
D.h. wenn Forderungen in/an irgendwas/wen wegfallen (sei es auch nur bei Kunden/Lieferanten) wird es eng.
>2.) Zentralbanken sind für stabile Währungen verantwortlich und haben"recht viele" Dollarreserven
Jeder will halt ne eigene Bank haben -unqualifiziert-
>3.) Was passiert mit Euro, Yen, Franken etc. wenn es zu einer starken Dollarabwertung oder (im schlimmsten Fall) zu einer Währungsreform in den USA kommen kann (Einführung von farbige Dollars, bzw. Wertloserklärung der bestehenden Dollars oder Währungsschnitt 1:10 bei Währungsreform??
1. Der Papieranteil ist sehr sehr gering!
2. Pleite, siehe oben
>4.) Müsste sich die Bilanz einer Zentralbank nicht erheblich verschlechtern wenn die Währungsreserven einer Zentralbank durch Dollarabsturz nichts mehr wert sind?
Bis zur Pleite
>5.) Wenn wir uns den Mechanismus der Geldschöpfung anschauen so steigen doch die Bargeldausgabe (Passivseite ZB) mit dem Anwachsen der Währungsreserven (Aktivseite). Was passiert aber mit der Passivseite einer ZB (=Bargeld) wenn es auf der Aktivseite zu erheblichen Wertberichtigungen kommen muss? Oder verhandeln die USA mit den Zentralbanken spezielle Konditionen bzgl. wertloser Währungsreserven aus? (kann ich mir eigentlich nicht vorstellen)
Laut d. buchen ZBs wie Firmen, ggf. Konkurs, wenn Ford. wertlos werden!!!
>6.) Das einzige was ich mir auf die Schnelle vorstellen könnte, wären wohl die Ausgabe von Darlehenskassenscheine und eine entsprechende Hereinnahme von neuen Schuldtiteln (z.b. Wechsel von Klein& Mittelbetrieben) in die Bilanz der ZB um die Aktivseite wieder aufzupeppen! Dahrlehenskassen würden (wie schon aus den 20er Jahren bekannt) in Personalunion mit der ZB geführt dejure aber getrennte Einheiten sein. Aufhänger wäre wohl dem Mittelstand wieder"Kredit" zu verschaffen bzw. Euroscheine gegen Dahrlehenskassenscheine einzutauschen!
>Frage 1.) Was haltet ihr davon??
>Frage 2.) Muss man damit die Cashstrategie von Dottore neu überdenken?
Sieht einfach schei..e aus, wenn 1 Arbeiter 1-2 Kind, Frau und 1 Rentner (oder mehr) versorgen muß. Da nutzt Papier äh Geld nix. Funktioniert einfach nicht.
10-30% cash unterm"Kopfkissen" / im Tresor schaden zur Zeit nicht (Wert- / Zinsverlust)
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