R.Deutsch
28.08.2003, 16:23 |
Interessante These von unserem lieben Herrn Hannich zu dottores rasender Inflati Thread gesperrt |
-->Hallo,
das ist ein ganz schwerer irrtum!
Die M3 Geldmenge sagt gar nichts aus. Würden die Leute nur mehr Geld hin und her überweisen, dann steigt schon M3 an. Ich überweisen jedem Forumsschreiber hier 1000 Euro und er sofort an mich zurück - plötzlich steigt M3 um vielleicht 100.000 Euro an und alle schreien"hilfe Inflation!"
Die M3 Geldmenge ist das dümmste was es gibt, hat keinerlei Aussagekraft.
Gruß
G. Hannich
Was ist davon zu halten?
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Theo Stuss
28.08.2003, 16:31
@ R.Deutsch
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Re: Sagt Dottore das nicht auch so ähnlich? (owT) |
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Nachfrager
28.08.2003, 16:37
@ R.Deutsch
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Komisch... |
-->...als ich damals noch ganz altmodisch ohne PC Rechnungswesen gelernt habe, hieß es immer: keine Buchung ohne Gegenbuchung.
Also.
Kontostand: Hannich 1000 Kontostand Nachfrager 119.000 (*g*)
Überweisung Hannich - Nachfrager 1.000
Neuer Stand: Hannich 0 Nachfrager 120.000
Jetzt haben Hannich und ich statistisch ein Durchschnittsguthaben von 60.000,- *g*. Aber die"Geldmenge" an sich hat sich leider nicht verändert.
So sehe ich das jedenfalls.
Gruß
Nachfrager
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CRASH_GURU
28.08.2003, 16:45
@ R.Deutsch
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Re: Hannich hat recht, gibt FED ja auch zu - deshalb wurde MZM kreiert (owT) |
-->
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Bob
28.08.2003, 16:48
@ R.Deutsch
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Re: M1=Zahlungsmittel, M3=Wertaufbewahrungsmittel |
-->Sofern man den Geldmegenaggregaten überhaupt irgendwelche"Funktionen" zuweisen kann, so ist doch M3 gerade kein Geld, das sofort nachfragewirksam ist, oder?
bob
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Theo Stuss
28.08.2003, 16:50
@ Nachfrager
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Re: Komisch... |
-->>...als ich damals noch ganz altmodisch ohne PC Rechnungswesen gelernt habe, hieß es immer: keine Buchung ohne Gegenbuchung.
>Also.
>Kontostand: Hannich 1000 Kontostand Nachfrager 119.000 (*g*)
>Überweisung Hannich - Nachfrager 1.000
>Neuer Stand: Hannich 0 Nachfrager 120.000
>Jetzt haben Hannich und ich statistisch ein Durchschnittsguthaben von 60.000,- *g*. Aber die"Geldmenge" an sich hat sich leider nicht verändert.
>So sehe ich das jedenfalls.
>Gruß
>Nachfrager
Wenn wir wechselseitige Verbindlichkeiten eingehen, deren Fälligkeiten sich zeitlich überschneiden, dann steigt nach der Rechnung der Geldmengler M3 an, auch wenn das Saldo aller Forderungen Null ist. Die Crux der Geldmengler.
Da Fiat-Money aber immer nur ein Nullsummenspiel ist, ist das genauso dumm, als wenn ich im FAlle von Kräfteparallelogrammen, deren vektorielle Summe Null ist, behaupten würde, es gäbe eine Kraftmenge K3, deren Betrag die Summe aller Beträge der Kraftvektoren wäre.
(3 / 5 / 0) + ( 2 / -1 / -10) + (-5 / -4 / 10) = ( 0 / 0/ 0)
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Bob
28.08.2003, 16:53
@ Theo Stuss
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Re: Das tut Ihr aber nicht so einfach, deswegen ist doch was dran (owT) |
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Nachfrager
28.08.2003, 17:10
@ Theo Stuss
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Interessant... |
-->...bislang dachte ich immer, Kredit erhöht die Geldmenge. Also:
Hannich 0 Nachfrager 100.000
Überweisung Hannich (Dispo) - Nachfrager 100.000
Hannich -100.000 Nachfrager 200.000
Anscheinend habe ich Sache wohl doch noch nicht kapiert *g*.
Vielleicht erbarmt sich Dottore ja mal, die Geschichte in einem Kontenrahmen darzustellen.
Gruß
Nachfrager
P.S.: Eins ist jedenfalls klar: die praktizierte Rechnerei, dass Null mal null nicht Null, sondern x ist, führt den statistischen Posten"M3" komplett ad absurdum.
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Goldfinger
28.08.2003, 17:44
@ R.Deutsch
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Re: Geldmenge - Definition lt. Bundesbank |
-->Geldmenge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Unter der Geldmenge versteht man in der Ã-konomie den gesamten Bestand an Geld, der in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht.
In der Volkswirtschaftslehre und von den Zentralbanken werden verschiedene Geldmengenkonzepte unterschieden, die traditionellerweise durch ein »M« gefolgt von einer Zahl bezeichnet werden. Für M1 und die folgenden Geldmengenaggregate M2 und M3 gilt dabei, dass das Geldmengenaggregat mit einer höheren Zahl das mit einer niederen miteinschließt. Außerdem soll eine niedrigere Zahl eine größere Nähe der betrachteten Geldmenge zu unmittelbaren realwirtschaftlichen Transaktionen bedeuten. Die Abgrenzung der einzelnen Aggregate ist konventionell und international nicht einheitlich. Eine Sonderstellung nimmt M0 ein, die Geldbasis, d.h. die Summe von Bargeldumlauf und Zentralbankgeldbestand der Kreditinstitute.
Für M1 bis M3 definierte z.B. die Deutsche Bundesbank:
M1 Bargeldumlauf und Sichteinlagen (unterliegen keiner Kündigunsfrist und stehen deshalb jederzeit als Zahlungsmittel zur Verfügung);
M2 M1 plus Termineinlagen bis zu 4 Jahren Fälligkeit;
M3 M2 plus Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist.
Anders die Schweizer Nationalbank:
M1 Bargeldumlauf und Sichteinlagen;
M2 M1 plus Spareinlagen in Schweizer Franken;
M3 M2 plus Termineinlagen in Schweizer Franken.
Im Zusammenhang mit der Geldmenge steht auch die Umlaufgeschwindigkeit.
Grüsse - Goldfinger
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Bob
28.08.2003, 18:24
@ Nachfrager
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Re: Hannich 0"Null" - Nachfrager 200.000 |
-->Das ganze Mißverständnis hängt mit der bekloppten Buchungsmethode zusammen.
Wenn Du zu Deiner Bank gehst und um"Kredit" bittest, dann schreibt Dir die Bank eigentlich 100.000 gut. Die 100.000 kannst Du dann überweisen. Danach steht Dein Konto eigentlich auf Null.
Deswegen ist es schon ganz richtig, daß sich die Geldmenge erhöht.
Wenn der Zins schwankt, dann schichten die Leute zwischen Depositen, Termingeldern und Spargeldern hin und her.
Dann ergibt sich aber das Problem, welche Geldmenge man zur Steuerung verwenden soll M1 oder M2. Deswegen hat man M3 entwickelt. M3 schwankt nicht mit den Zinsen, deshalb kann man sagen, daß dieses Aggregat eher die Geldfunktion"Wertaufbewahrung" reflektiert.
Man hat jetzt zwar eine stetig wachsende Größe gefunden, aber leider hat die Bedeutung als Inflationsindikator gelitten.
bob
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CRASH_GURU
28.08.2003, 18:40
@ Goldfinger
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Re: Geldmenge - Definition lt. Bundesbank |
-->Geldmarktanteile unterliegen auch keiner Kündigungsfrist, sind aber in M1 nicht enthalten.
gruss
cg
>Geldmenge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
>Unter der Geldmenge versteht man in der Ã-konomie den gesamten Bestand an Geld, der in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht.
>In der Volkswirtschaftslehre und von den Zentralbanken werden verschiedene Geldmengenkonzepte unterschieden, die traditionellerweise durch ein »M« gefolgt von einer Zahl bezeichnet werden. Für M1 und die folgenden Geldmengenaggregate M2 und M3 gilt dabei, dass das Geldmengenaggregat mit einer höheren Zahl das mit einer niederen miteinschließt. Außerdem soll eine niedrigere Zahl eine größere Nähe der betrachteten Geldmenge zu unmittelbaren realwirtschaftlichen Transaktionen bedeuten. Die Abgrenzung der einzelnen Aggregate ist konventionell und international nicht einheitlich. Eine Sonderstellung nimmt M0 ein, die Geldbasis, d.h. die Summe von Bargeldumlauf und Zentralbankgeldbestand der Kreditinstitute.
>Für M1 bis M3 definierte z.B. die Deutsche Bundesbank:
>M1 Bargeldumlauf und Sichteinlagen (unterliegen keiner Kündigunsfrist und stehen deshalb jederzeit als Zahlungsmittel zur Verfügung);
>M2 M1 plus Termineinlagen bis zu 4 Jahren Fälligkeit;
>M3 M2 plus Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist.
>Anders die Schweizer Nationalbank:
>M1 Bargeldumlauf und Sichteinlagen;
>M2 M1 plus Spareinlagen in Schweizer Franken;
>M3 M2 plus Termineinlagen in Schweizer Franken.
>Im Zusammenhang mit der Geldmenge steht auch die Umlaufgeschwindigkeit.
>Grüsse - Goldfinger
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Nachfrager
28.08.2003, 19:53
@ Bob
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Bei Kredit - o.k. aber sonst? Ich komme Dottore auf die Schliche ;-) |
-->Das ist es ja, was mir nicht in die Birne will: wie die Geldmenge steigen kann, wenn ich eine einfache Guthabenbuchung von einem Konto auf ein anderes vornehme.
Das bedeutet ja nichts anderes, dass ich nur zwei Konten eröffnen muss und dann durch tägliches Hin- und herüberweisen die Geldmenge steigern kann.
Das ist doch Schwachsinn und keine seriöse Berechnungsmethode.
Anders ausgedrückt: der Manipulation sind da Tür und Tor geöffnet. Und ich kann - darauf wird Dottore wohl auch hinausgewollt haben - durch Kirmesbuchungen eine Inflation vortäusche, wo keine ist.
Gruß
Nachfrager
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Liated mi Lefuet
28.08.2003, 20:31
@ Bob
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Re: Hannich 0"Null" - Nachfrager 200.000 |
-->Sali Bob et al.
<ul><font color=blue>Bob: Das ganze Mißverständnis hängt mit der bekloppten Buchungsmethode zusammen.
Wenn Du zu Deiner Bank gehst und um"Kredit" bittest, dann schreibt Dir die Bank eigentlich 100.000 gut. Die 100.000 kannst Du dann überweisen. Danach steht Dein Konto eigentlich auf Null. </font></ul>
Darf ich präzisieren?
Was Du beschreibst, nennt man die [indirekte] 'englische Buchungsmethode'. Die 'bekloppte Methode' ist das, was man im Volksmund 'Konto überziehen'nennt; im Fachjargon [direkte] 'kontinentale Methode'.
Genau läuft das so ab:
i) Englische Methode:
Firma X hat mit Bank ein Kredit ausgehandelt: Zum Zeitpunkt 'a' belastet die Bank die Firma X (aktiva Bank, passiva Firma X) und schreibt gleichzeitig der Firma X einen Sichtkontostand gut (aktiva Firma, passiva Bank). Dann zum Zeitpunkt 'b' überweist Firma X an Firma Y. Siehe dazu folgendes monetäres Raumzeit-Diagram:
<ul><font size=2><font face="Courier New, Courier, monospace">
Legende:
--- Schuldverhältniss(bargeldloser teil von 'M1')
=== Schuldverhältnis 'überzogenes Konto'
[ Kreation von Schuldverhältnis
| umbuchen von Schuldverhältnis
(+) Guthaben des Gläubigers
(-) Schuld des Schuldners
* *a* * * * * * * * * * *b* * * * * * * * * *>Zeit-Achse
*.¦...........¦............
*.[------(+)----Firma X>|-----(+)----Firma Y>..
*.[------(-)-------Bank>|-----(-)-------Bank>..
*.¦.......................
*.[===========================(+)=======Bank>..
*.[===========================(-)=====FirmaX>..
*.......................
*.......................
*.......................
Raumachse</font></font>
</ul>
i)) Kontinentale Methode:
Firma X verhandelt mit Bank eine Kreditlinie aus: Gebucht wird (noch) nichts.
Firma X veranlasst eine Überweisug('überzieht ihr Kontokorrent )innert Kreditline zu Gunsten Firma Y: d.h. Zum Zeitpunkt 'a' belastet Bank die Firma X und 'verguthabt' die Firma Y direkt:<ul>
<font size=2><font face="Courier New, Courier, monospace">
* *a* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *>Zeit-Achse
*.¦......................
*.[---------------------------(+)----Firma Y>..
*.[---------------------------(-)-------Bank>..
*.¦
*.[===========================(+)=======Bank>..
*.[===========================(-)=====FirmaX>..
*.......................
*.......................
*.......................
Raumachse</font></font></ul>
Grüsse
Liated
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dottore
29.08.2003, 10:27
@ R.Deutsch
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Re:"Meine" Inflation rast nicht - im Gegenteil |
-->>Hallo,
>das ist ein ganz schwerer irrtum!
>Die M3 Geldmenge sagt gar nichts aus.
Richtig. Sie erklärt nur, wann was fällig ist. Mit etwas, das nicht fällig ist, kann nicht bezahlt werden.
Desungeachtet kann jederzeit etwas gekauft werden = Nachfrage und preisrelevant. Gekauft wird immer auf Kredit, gezahlt (= Kaufvertrag durch den Käufer erfüllt) wird mit Geld (= jederzeitig fällig).
>Würden die Leute nur mehr Geld hin und her überweisen, dann steigt schon M3 an.
Nein. Es sei denn M3 wird genau zwischen"hin" und"her" ermittelt. Dann steigt die tägliche Fälligkeit (und man kann nur tägliche Fälligkeiten überweisen) um just den überwiesenen Betrag. Aber: Wie kann jemand eine tägliche Fälligkeit (Forderung) überweisen, die er selbst nicht hat?
>Ich überweisen jedem Forumsschreiber hier 1000 Euro
Womit? Dann müsste er für jeden Schreiber eine tägliche Fälligkeit in Höhe 1000 selbst haben, da er nicht etwas überweisen kann, was er nicht auf dem Konto hat.
Besorgt er sich die 1000 für jeden Schreiber, dann muss er sich den Betrag von der Bank kreditieren lassen, womit wir einen Kredit ex nihilo haben. Wie das gebucht wird ("überziehen"), siehe Liated.
>und er sofort an mich zurück - plötzlich steigt M3 um vielleicht 100.000 Euro an und alle schreien"hilfe Inflation!"
M3 steigt nur, wenn die 1000 pro Schreiber per"Überziehung" beschafft werden (= Kredit der Bank) und die 1000 pro Schreiber noch nicht zurück sind. Sind sie zurück, wird das erste Konto entsprechend erkannt und der Überziehungskredit verschwindet im gleichen Augenblick automatisch.
>Die M3 Geldmenge ist das dümmste was es gibt, hat keinerlei Aussagekraft.
Das ist mit der obigen Einschränkung richtig. Aus M3 lassen sich kommende Fälligkeiten sehr schön ablesen oder anders: Alles M3 (außer den täglichen Fälligkeiten) wandert auf der Zeitachse nach vorn und wird zu täglichen Fälligkeiten und zwar just dann, wenn die Frist, die diese Fälligkeiten haben abgelaufen ist, die"marktfähigen Finanzinstrumente" (M3 minus M2) z.B. ablaufen (Laufzeit im Euro-Raum: max. zwei Jahre).
Gruß!
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Nachfrager
29.08.2003, 16:04
@ dottore
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Re: Vielen Dank für die Bestätigung |
-->Hallo Dottore,
"M3 steigt nur, wenn die 1000 pro Schreiber per"Überziehung" beschafft werden (= Kredit der Bank) und die 1000 pro Schreiber noch nicht zurück sind. Sind sie zurück, wird das erste Konto entsprechend erkannt und der Überziehungskredit verschwindet im gleichen Augenblick automatisch."
Dann habe ich es doch halbwegs verstanden. [img][/img]
Gruß
Nachfrager
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