Vatapitta
06.11.2007, 02:17 |
Citigroup - Was passiert bei einer transnationalen Bankenkrise? Thread gesperrt |
-->Moin moin,
Ich möchte mein Augenmerk auf die Citibank richten.
Im Zuge der ersten Bankenkrise wurde in Europa ein Krisenmanagment für eine grenzübergreifende
Bankenkrise zumindest angedacht.
Wie sieht es bei einer Vertrauenskrise bei einem solchen Moloch wie der Citibank aus?
Die Schwierigkeiten laufen ohne Pause rund um den Globus und sind auch wegen unterschiedlicher
nationaler Interessen und Mentalitäten schwerer in den Griff zu kriegen als bei nationalen Instituten.
Dank des Dollarbetruges und aufgrund des ohne Zweifel vorsätzlich herbeigeführten
Kreditratingbetruges sind international erhebliche politische Spannungen entstanden..
Dazu kommt das imperiale Machtstreben der USA - eine Fortsetzung von Sklaverei und Kolonialismus
mit anderen Mitteln -, dem die Kontrahenten mit ihren Mitteln Grenzen setzen möchten.
Die Zerstörung der Weltleitwährung stellt einen nachhaltigen Machtverlust dar.
Dieses Ziel muss nicht, kann aber bei entsprechendem Bedarf forciert werden.
Das könnte dann zum Beispiel zu einem Bank - Run auf die Citibank in China und Hongkonk führen
- eventuell sogar organisiert - bei dem die Chinesen die Hände in den Schoß legen und genüsslich
zuschauen. Wenn sie nicht nur zuschauen möchten, können sie natürlich auch noch noch Ã-l ins Feuer
gießen und sämtliche US - Banken in Asien in Schwierigkeiten bringen.
Und ehe das Problem dann in Amerika angekommen ist, haben auch die Europäer noch Zeit für einen
ordentlichen Bank - Run. Die völlig ungeklärten politischen Verantwortlichkeiten in Europa begünstigen
eine Verschärfung der Lage der Citibank bis zur Banköffnung in Amerika.
Das wäre es dann für die Citibank gewesen.
Obendrauf gibt es noch einen kräftigen Dollar- und Bondabsturz.
Dieses Szenario entspricht durchaus chinesischem Vorgehen. Man denke nur an die
Schulbuchkrise mit Japan, bei der es in Wirklichkeit um von den Japanern an US - Konzerne
vergebene Ã-lbohrlizenzen für strittige Gebiete im Südchinesischen Meer ging - wenn ich mich
recht erinnere.
Was sagt ihr zu diesem Szenario.
Gruss
Vatapitta
<ul> ~ http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-11/artikel-9380706.asp</ul>
|
DT
06.11.2007, 02:27
@ Vatapitta
|
Hier das balance sheet von Citibank (von heute): der Sensenmann klopt schon an: |
-->[img][/img]
939 Mrd USD Level 2 debt.
Stand heute: Noch 127 Mrd USD equity.
Wenn das Level 2 debt nur um etwas mehr als 10% abgewertet wird, ist Sense.
Wenn die 135 Mrd USD nur noch 20-30% wert sind, kommen nochmal 80 Mrd Verluste dazu.
Ich würde sagen, die Lage ist wie auf dem folgenden Bild.
<IMG src="http://borderlinegypsies.files.wordpress.com/2007/08/kiffisia-fire2.jpg" alt="http://borderlinegypsies.files.wordpress.com/2007/08/kiffisia-fire2.jpg">
Wenn man tatsächlich Mark to Market machen würde, wäre bereits Schluß.
Es wäre interessant, zu sehen, wie das bei der DeuBa aussieht. Vielleicht war der Beitrag von Igelei, der von weissgarnix stark dafür kritisiert wurde, doch nicht so falsch. Wie groß ist das Level2 und Level3 debt der Deuba?
Gruß DT
|
igelei
06.11.2007, 07:38
@ DT
|
notfalls ändern sie halt die Bilanzregeln und Gesetze, dottores... mkT |
-->... Gag"Accounting is not a science, but an art" hat mir großartig gefallen, den kannte ich ar nicht.
Es war ja schließlich schonmal so, als die Pensionslasten für die Autohersteller"problematisch" wurden.
MfG
igelei
|
prinz_eisenherz
06.11.2007, 09:26
@ Vatapitta
|
Abwarten bis der Sturm vorrüber ist? |
-->## Dank des Dollarbetruges und aufgrund des ohne Zweifel vorsätzlich Herbeigeführten
Kreditratingbetruges sind international erhebliche politische Spannungen entstanden. ##
1)Der Dollarbetrug
Ein Betrug war das generell nicht, denn ein Betrug findet mit Planung und verdeckt statt, sonst wäre es folgerichtig auch kein Betrug. Soweit ich es übersehen kann, fand die Aufhebung der Golddeckung, nicht zuletzt zur Finanzierung der globalen, militärischen Ambitionen der USA, nicht nur der jahrelange Vietnamkrieg, sondern auch die Stützpunkte, die permanente Präsents zu Lande, zu Wasser und in der Luft, mit Truppen, mit Flugzeugträger und U - Botten und den ständig kreisenden Spionageflugzeugen. Hinzu kommen seit einigen Jahren die stationären Spionagesatelliten im Weltraum, das alles ist mit einem goldgedeckten Geld nicht zu finanzieren, keinesfalls und somit wurde Druck ausgeübt diese Bremse aus der Geldentstehung und dem Umlauf auszubauen, mit der Absicht dieses schwere Fahrzeug nur in der Ebene langsam rollen zu lassen, schwer, aber jederzeit in der Lage die Beschleunigung und die Geschwindigkeit zu kontrollieren.
Das geschah vor den Augen der Weltöffentlichkeit, mit Zustimmung aller Beteiligten und war somit kein Betrug. Es war ein schwerer Fehler, das schon. Und die ersten Anzeichen, als der Geldzug dann doch auf eine schwache schiefe Ebene geraten war, den wieder zu stoppen, mit vereinten Kräften, das wurde nicht unternommen. Wieder kein Betrug, sondern wieder ein genauso schwerer Fehler.
Die einen könnten jetzt sagen:“ Blöde gelaufen“. Und die andern, wir sind tatsächlich wieder beim Betrug, bei einem perfiden Plan, das dieses alles von Beginn an so gewollt war. Das dahinter wieder und immer gleich die sog. Hochfinanz steckt, die es mit Absicht so herbeigeführt hat. Das mal so angenommen, erweitert die mögliche Spekulation auf eine lange Kette von Fragen, denn ein solcher Plan, ein geheimer Plan, somit ein betrügerischer Plan, der muss ein Ziel verfolgen. In diesem Fall nicht nur ein begrenztes Ziel, meinetwegen eine Region eines Landes, eine kleine Mittelmacht wie Deutschland, vielleicht sogar einen Kontinent wie Europa klein zu halten, als Mitstreiter auszuschalten, zum Zulieferbetrieb für die Zentrale umzufunktionieren, ein solcher Plan muss nicht weniger als die gesamte Welt zum Ziel haben. Und dann, spätestens dann, verlasse ich mit meinem Verstand diese Spielweise, weil dazu so viele unplanbare Unbekannte in diese Gleichung eingesetzt werden müssen, um die zu lösen, genauso viele Bedingungen dafür gefunden werden müssen, das schafft keine Hochfinanz.
2) Kreditratingbetrug
Als Betrugsversuch, als vollendeter Betrug, analog zum Dollarbetrug kann man auch das nicht nennen, denn auch auf den wurde, noch in den Kinderschuhen, besonders hier im Forum, ausgiebig hingedeutet. Und angefangen hat dieses Manöver aber nicht mit den Bewertungsagenturen, Läden, die sich zu Gefälligkeitsmutanten entwickelt haben, sondern mit der aberwitzigen Art des Finanzierens für den Immobilienkauf keine Sicherheiten mehr zu fordern, dieses Geschäftsmodell als Massengeschäft eskalieren zu lassen und als Krönung des Ganzen, nicht nur die Immobilie als solche zu finanzieren, immer teurer gemessen an den explodierenden Wertsteigerungen, den daraus folgernden Preisen, nein, oben drauf wurden diese Immobilien bereitwillig überfinanziert, mal mit einer Einmalfinazierung von mehr als 100% vom Kaufpreis und mal mit einem zusätzlichen Zwischenkredit, auf die fiktive Wertsteigerung der Immobilie. Das war nicht nur aberwitzig, das geschah vor unseren Augen. Das war somit kein Betrug, sondern eine Handlung wie bei kleinen Kindern, denen man so oft man will erklären kann, dass die Herdplatte noch warm ist und die dann trotzdem zugreifen und sich folgerichtig im selben Augenblick schwer die Finger verbrennen.
Fazit:
Was Immobilen angeht, die Errichtung, die Ausführung und die Finanzierung, dabei kenne ich mich gut aus. Aber mindestens genauso gute Experten gibt es bei den Banken, in den Planungsetagen, die das unter Punkt 2 angedeutete gefährliche Kinderspiel einschätzen könnten, vorher, dass man sich dabei die Finger verbrennt. Und weil es sich über die Leitwährung entwickelt, dem Dollar, nicht nur die Finger der verführten, der gierigen Hauskäufer verbrennt, sondern über die USA hinaus chaotische Auswirkungen haben wird. Wenn selbst ich dieses vorhersehen konnte, mit Entsetzen und Unverständnis, dann konnten es viel besser auch die, die auf den Starknopf gedrückt haben.
An diesen Beispielen und an vielen anderen lässt sich ableiten, das es nicht leicht ist der Chef sein zu wollen, über die halbe Welt, mit der Absicht, die andere Hälfte auch noch zu beherrschen. Da man in dieser Rolle von niemanden von außen kontrolliert wird, keiner seine Fehler bestrafen kann, ist man in der misslichen Lage sich selber zu kontrollieren, sich eigenhändig zu bestrafen, für die Fehler, die man gemacht hat. Das ist möglich, aber aus der Sicht dessen, der Selbstjustiz üben muss, Bescheidenheit, Selbstdisziplin an den Tag legen muss, ist so etwas sehr anstrengend, wenig erfreulich, eher eine schwere Last, als die ungetrübte Freude nur einem Gott gegenüber Rechenschaft ablegen zu müssen, der bestimmt hat, dass die USA das auserwählte Land, das Volk sein soll, welches der Welt die Erlösung bringen wird.
Das ist eher so, wie die nach Blut süchtige Pflanze im „Kleinen Horrorladen“, die einer Normalkreatur Ruhm, Ehre, Geld und viel Macht verspricht, wenn der Besitzer sie nur ausgiebig mit Menschenfleisch und Blut füttert. Die wird immer größer, braucht immer mehr. Verschlingt erst den Zahnarzt, dann den Bettler. Die bekommt die Schwiegermutter in den Rachen geworfen, nach und nach die besten Freunde, die Schwester, die Mutter und zu guter Letzt, jeder wird es sich leicht denken können, zum Schluss wirft sich das Imperium dieser Monsterpflanze selbst in den Schlund. Eine Pflanze von den USA selbst gezüchtet, den Vertrag mit der Pflanze selbst unterschrieben, also selbst verantwortlich für die Folgen, für sich und andere. Und von solchen Pflanzen, wie der Geldpflanze haben die USA nicht nur eine, sondern viele, wie die Unterhaltungsindustrie, die Wirtschaftsform, ihre unerträgliche, selbstverschuldete Fixierung auf sich selbst, ein Rückfall in die Zeit, als den Menschen noch mit der flachen Erde Angst und Gehorsamkeit eingetrichtert wurde. Die kleinen Eliten wussten es schon im Mittelalter besser, das die Erde keine Scheibe ist, nicht sein kann.
bis denne
eisenherz
|
BillyGoatGruff
06.11.2007, 13:18
@ Vatapitta
|
Der DAX wird steigen! |
-->Vorsicht, Ironie
|
CaptainB
06.11.2007, 13:24
@ DT
|
Beitrag von Igelei? welchen meinst Du? Danke. |
-->
>Es wäre interessant, zu sehen, wie das bei der DeuBa aussieht. Vielleicht war der Beitrag von Igelei, der von weissgarnix stark dafür kritisiert wurde, doch nicht so falsch. Wie groß ist das Level2 und Level3 debt der Deuba?
>Gruß DT
|
weissgarnix
06.11.2007, 13:38
@ DT
|
Re: Hier das balance sheet von Citibank (von heute): der Sensenmann klopt schon |
-->>Stand heute: Noch 127 Mrd USD equity.
>Wenn das Level 2 debt nur um etwas mehr als 10% abgewertet wird, ist Sense.
Level 2 ist nicht so arg spannend, höchstens die Position"Derivatives", mit über 300 Mrd auch nicht gerade eine Lappalie... für Level 3 assets gibt es ja definitionsgemäß"sehr ähnliche" Referenz-assets mit Marktpreisen, also sollte hier die Luft weitestgehend raus sein. Zumal diese Positionen ja nicht samt und sonders"naked" sind, sondern sich häufig auf ein"underlying" beziehen. Oder sich untereinander netten... das geht aus der Bilanz nicht so ganz eindeutig hervor.
>Wenn die 135 Mrd USD nur noch 20-30% wert sind, kommen nochmal 80 Mrd Verluste dazu.
Man kann nur hoffen, dass die - je nach Kriterium - größte oder zweitgrößte Bank der Welt noch halbwegs weiss, was sie tut... wenn sie wirklich so tief in die Scheisse gegriffen hat, dann hat sie es auch nicht anders verdient... gehört sie halt demnächst den Chinesen, warum nicht...
>Wenn man tatsächlich Mark to Market machen würde, wäre bereits Schluß.
Das ist ja alles Teil von"Mark to Market", insoferne wird das schon durchaus gemacht. Die Annahmen sind es halt... netter kleiner Beitrag dazu in der heutigen FT, die Wirtschaftsprüfer sind in der Sache wohl supernervös, zum Jahresende hin darf man gespannt sein... man wird noch viel darüber zu hören und zu lesen kriegen in den nächsten 6-9 Monaten.
Nur eines wird hier scheint es immer vergessen:"Fair Value" bzw."Mark to Market" ist die moderne Form des alten Klassikers"Des einen Leid, des anderen Freud...". Soll heissen: was auch immer die liebe Citi hier noch erfolgswirksam abschreiben muss, in jemand anderes Büchern steht der spiegelbildliche Ertrag. Und zwar, in der Regel, erfolgswirksam, tutto completto. Ergo sind Phänomene wie jüngst auch weiterhin möglich, dass uU eine Merrill Lynch und eine Citi leiden wie Sau, dafür aber eine GS und eine Deutsche Bank richtig dicke Ergebniszuwächse verzeichnen.
Das beantwortet vermutlich auch deine Frage aus dem vorherigen Posting: die"transnationale" Bankenkrise wird soweit gehen, soweit die internationalen Banken alle ein und diesselben Kreditpositionen eingenommen haben. Wenn sie also alle"auf dem falschen Fuss erwischt werden, dann wird das ziemlich unerfreulich, wenn jedoch innerhalb des Bankensektors die einen short sind, wo die anderen long sind, dann wird das Thema zwar auch einer gewissen Tragik nicht entbehren, aber die Bankenlandschaft als ganzes wird nicht absaufen...
>Es wäre interessant, zu sehen, wie das bei der DeuBa aussieht. Vielleicht war der Beitrag von Igelei, der von weissgarnix stark dafür kritisiert wurde, doch nicht so falsch.
piano, piano, mein Guter: ich kritisierte nicht die"Möglichkeit" eines Fiaskos, welche durchaus gegeben ist, sondern die a priori Gleichsetzung der Begriffe"Exposure" und"Verluste". Das tue ich auch nach wie vor.
Darüberhinaus sei an dieser Stelle mal daran erinnert, was"fair value" überhaupt ist, nämlich der Betrag,"zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird". Absurde Preisstellungen in einem temporär illiquiden Markt fallen da sicher nicht darunter, sondern es gilt folgende (mittlerweile ja bekannte Reihenfolge):
1) Notierter Kurs in einem aktiven Markt
2) Kein aktiver Markt - Bewertungsverfahren (i.e. Vergleich mit Fair Value eines sehr ähnlichen Assets, DCF-Modelle, Optionspreismodelle)
3) Bei Eigenkapitalinstrumenten: wenn FV nicht innerhalb sehr enger Bandbreite bestimmbar, dann Bewertung nach fortgeführten Anschaffungskosten
>Wie groß ist das Level2 und Level3 debt der Deuba?
Merrill Lynch schätzt 80 Mrd. Euro. Im IFRS gibt es die Begriffe"Level 1,2,3" so eigentlich nicht, zudem existiert eine Besonderheit dahingehend, dass"Kredite und Forderungen", soweit sie nicht explizit zum Trading gehalten werden, NICHT nach Fair Value bewertet werden, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die erstmalige Kategorisierung eines assets bei Zugang entscheidet also darüber, wie es später bilanziell behandelt wird. Das Fair Value Prinzip wurde als hier durchbrochen, aufgrund massiven Protests der Banken, allen voran der EZB, die"Volatilität in der G&V" in diesem Bereich tunlichst vermeiden wollte. Ähnliches gilt für"bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" und"Eigenkapitalinstrumente" (vgl. oben), die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden". Kann also gut sein, dass die Deutsche einen Teil ihres Asset-Portfolios gar nicht nach fair value bewerten muss, sondern ähnlich wie bei HGB nach Anschaffungskosten minus Ausfallsraten, dauerhaften Kursschwankungen und dergleichen.
>Gruß DT
|
SUCRAM
06.11.2007, 13:55
@ DT
|
Re: Bewertung CITIGROUP |
-->Die Citi bewertet seit Januar 2007 zum Fair Value gemaess SFAS 157 (to maximize the use of observable inputs and minimize the use of unobservable inputs) bzw. nutzt die Optionen geamaess SFAS 159.
Hier ein Auszug ueber die Bewertung zum Fair Value:
"This Statement emphasizes that fair value is a market-based measurement, not an entity-specific measurement. Therefore, a fair value measurement should be determined based on the assumptions that market participants would use in pricing the asset or liability. As a basis for considering market participant assumptions in fair value measurements, this Statement establishes a fair value hierarchy that distinguishes between (1) market participant assumptions developed based on market data obtained from sources independent of the reporting entity (observable inputs) and (2) the reporting entity’s own assumptions about market participant assumptions developed based on the best information available in the circumstances (unobservable inputs). The notion of unobservable inputs is intended to allow for situations in which there is little, if any, market activity for the asset or liability at the measurement date. In those situations, the reporting entity need not undertake all possible efforts to obtain information about market participant assumptions. However, the reporting entity must not ignore information about market participant assumptions that is reasonably available without undue cost and effort."
Insbesondere fuer die"unmarketable" Assets wie ABCPs und CDOs, dass heisst, fuer die der Markt derzeit brach liegt und man einfach keinen Fair Value auf Grund von zugaenglichen Marktinformationen ableiten kann, gilt, dass man verschiedene andere Methoden hinzuziehen kann, z.B. eigene, interne Ratings, etc..(sprich FAIR VALUE LEVEL3-Valuation). Die Neubewertungen haben uebrigens zusammengenommen bei der Citi im QI zu einem ploetzlichen und zusaetzlichen Buchgewinn von 402 mio USD vor Steuer gefuehrt.
Fair Value im Level 1 ist ja einigermassen nachvollziehbar, Level 2 und 3 neigen dann wohl eher in das kuenstlerische ueberzugehen. Bei der Citi machen die nach Level 2 und 3 bewerteten Assets uebrigens ueber 81% der gesamten nach Fair Value bewerteten Assets (1,324 Bio USD) aus. (Bilanzsumme: 2,358 Bio USD).
Habe die DeuBA nicht angeschaut, weiss aber, dass sie wohl auch so bewerten.
Dazu kommt noch, dass auch die Verbindlichkeiten nach Fair Value gemaess SFAS bemessen werden koennen (und bei der Citi auch werden). Habe jetzt aber keine Analyse der Auswirkung parat.
Uebrigens. Hier die sehr umfangreiche Quelle:
http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/831001/000104746907008376/a2180583z10-q.htm
Gruss
|
SUCRAM
06.11.2007, 14:31
@ DT
|
Re: Hier das balance sheet von Citibank (von heute): Anmerkungen: |
-->>939 Mrd USD Level 2 debt.
Das sind"assets", also zu mindest fuer die Citi keine debts (Liabilities).
Die Einteilung in Levels bezieht sich uebrigens einzig und allein auf die Einteilung der zum Fair Value angesetzten Bilanzpositionen gemaess der Zugaenglichkeit zu vergleichbaren Marktpreisen.
Level 1—Quoted prices for identical instruments in active markets.
•
Level 2—Quoted prices for similar instruments in active markets; quoted prices for identical or similar instruments in markets that are not active; and model-derived valuations in which all significant inputs and significant value drivers are observable in active markets.
•
Level 3—Model derived valuations in which one or more significant inputs or significant value drivers are unobservable.
This hierarchy requires the use of observable market data when available.
>Stand heute: Noch 127 Mrd USD equity.
Das sind 5,39% der Bilansumme, die DeuBa hatte zueltzt nur 1.50%. Aber was sagen uns diese Zahlen?
>Wenn das Level 2 debt nur um etwas mehr als 10% abgewertet wird, ist Sense.
>Wenn die 135 Mrd USD nur noch 20-30% wert sind, kommen nochmal 80 Mrd Verluste dazu.
So lange die im Level 2 und 3 herumgeistern, ist alles gut, denn hier kann man noch trixen. Wenn sich aber assets aus Level 3 nach 1 bewegen, weil ploetzlich wieder ein Markt da ist, oder weil man sie verkaufen will / muss, dann erst schlaegt die Stunde der Wahrheit. (Natuerlich vorausgesetzt es exisiert ein transparenter und freier Markt und nicht nur ein Bankengewurschtel wie das geplante Super-Conduit, wo sich die Banken ihre assets gegenseitig zuschachern)
>Wenn man tatsächlich Mark to Market machen würde, wäre bereits Schluß.
Das mag sein, siehe oben. Aber wie gesagt, erst einmal muss ein"Market" existieren und dann muessen die betreffenden assets, die jetzt nach Level 1 rutschen, sowieso laut SFAS nach reellem Marktpreis bewertet werden. Siehe oben.
>Es wäre interessant, zu sehen, wie das bei der DeuBa aussieht. Vielleicht war der Beitrag von Igelei, der von weissgarnix stark dafür kritisiert wurde, doch nicht so falsch. Wie groß ist das Level2 und Level3 debt der Deuba?
Weiss nicht, ob die den Ansatz nach SFAS 157 schon offiziell vornehmen (Ist ja, glaube ich, erst ab November 2007, also fruehestens fuer das Geschaeftsjahr 2008, Pflicht)
>Gruß DT
Gruss
|
dottore
06.11.2007, 15:09
@ SUCRAM
|
Re: Zur DeuBa: |
-->Hi,
>>Es wäre interessant, zu sehen, wie das bei der DeuBa aussieht. Vielleicht war der Beitrag von Igelei, der von weissgarnix stark dafür kritisiert wurde, doch nicht so falsch. Wie groß ist das Level2 und Level3 debt der Deuba?
Lt. DeuBa selbst per 30. 9. 2007:
Total regulatory capital: 37,385 Mrd. (Bank hält keine Tier III). Vj: 35,284.
BIS risk position: 311,347 (Vj: 271,217).
BIS capital ratio (BIS risk position and capital adequacy ratio) 12,0 (13,0) %.
>Weiss nicht, ob die den Ansatz nach SFAS 157 schon offiziell vornehmen (Ist ja, glaube ich, erst ab November 2007, also fruehestens fuer das Geschaeftsjahr 2008, Pflicht)
Ja. Im nächsten Quartal könnten wir schon mehr erfahren.
Gruß!
|
dottore
06.11.2007, 15:45
@ dottore
|
Re: DeuBa hat auch viel Grundbesitz in Cleveland - schön da! |
-->Hi,
aus einem BBC-Bericht (bitte Deutsche Bank properties anklicken).
hier lang
Gruß!
|
weissgarnix
06.11.2007, 16:02
@ dottore
|
Re: Zur DeuBa: |
-->>>Weiss nicht, ob die den Ansatz nach SFAS 157 schon offiziell vornehmen (Ist ja, glaube ich, erst ab November 2007, also fruehestens fuer das Geschaeftsjahr 2008, Pflicht)
>Ja. Im nächsten Quartal könnten wir schon mehr erfahren.
Mag sein, aber nicht deswegen: SFAS157 erweitert weder die Anwendung des fair-Value-Begriffs nämlich überhaupt nicht. Er konkretisiert lediglich die Anwendung. Wortwörtlich heisst es:"FAS157 kommt überall dort zur Anwendung, wo andere GAAP Standards die Anwendung von"fair value" vorsehen. Soweit es level 3 Bewertungen betrifft, werden lediglich die Pflichten von Zusatzangaben in den Notes etwas weiter gefasst.
Das kann der DeuBa aber ziemlich egal sein, weil die bialnziert sowieso nach IFRS. Und der IASB kam auf seiner Sitzung im Dezember 2006 zur Erkenntnis, dass es hinsichtlich der IFRS lediglich darum geht, die in verschiedensten Standards enthaltenen Definitionen von"fair value" zu vereinheitlichen und zu konkretisieren, ohne den Begriff oder seine Anwendung zu erweitern. Ein entsprechender Standard ist für 2008 geplant...
|
webmax
06.11.2007, 16:06
@ Vatapitta
|
Re: Citigroup - Was passiert bei einer transnationalen Bankenkrise? |
-->Hi Vatapitta,
gewiß ein Szenario, daß von chin. Hardlinern erwogen wird...
Aber imho
- sind die chinesischen Dollarbestände - noch - zu groß
- und wie wollten sie mit dem Wegbrechen ihres größten Absatzmarktes USA umgehen?
Übrigens lautet ein chinesischer Fluch:"Ich wünsche dir spannende Zeiten..."
Und die stehen uns Westlern wohl jetzt bevor.
Gruß w
|
dottore
06.11.2007, 17:08
@ dottore
|
Re: DeuBa hat auch viel Grundbesitz in Cleveland - schön da! |
-->Hi,
auch anderer Grundbesitz tut sich's schwer:
Hier
Gruß!
PS: Hinweis kam von einem alten Forumsfreund - Dank!
|
aprilzi
06.11.2007, 17:37
@ dottore
|
Re: alles junk? |
-->>Hi,
>auch anderer Grundbesitz tut sich's schwer:
>Hier
>Gruß!
>PS: Hinweis kam von einem alten Forumsfreund - Dank!
Hi
This is because the success of debt-based central banking has led to a situation where even successful corporations use debt-based paper to operate; and, on a more ominous note, so do the less successful. Fully 71 % of today's corporate debt is rated junk; and, the contraction of capital markets now threatens the continued existence of these junk-rated corporations.
Wall Street has used these corporations' need for capital to issue and repackage debt for yield-hungry markets. Because increasing the money supply by central banks debases the value of previously issued paper-money, producers and savers are forced to invest their paper savings in instruments that yield more than the prevailing rate of debasement, sic inflation.
aus http://www.dollardaze.org/blog
Wenn ich das richtig verstehe, dann offenbart sich nun, dass die new credits im Bankensektor dazu gefuehrt haben, dass dahinter keine new assets stehen, sondern nur huebsch verpackte Luft. Und daraus resultiert der Crash.
Gruss
|
McShorty
06.11.2007, 19:46
@ dottore
|
Re: DeuBa Properties *lach* in Cleveland - Grafiken - mTmLmG |
-->Hallo,
hoffe das Reinstellen der Bilder klappt mal.
Tja, gute Auswahl getroffen würde ich sagen. Aber einst kann man der DeuBa nicht vorwerfen: Rassimus oder mangelnde Entwicklungshilfe (bei 50 % Schwarzenanteil in C.).
Clever von den Amis den Ausländern ihren Immomüll aufzuladen. Warum kommt in D. keiner auf sowas? Ich will auch ´ne 500m² Hütte mit 2 SUV´s in der Auffahrt!
Gruß
McShorty
P.S. viell. haben die ja doch Glück und ein Tornado or so fegt den waste weg und die Versicherungen müssen blechen
|
alberich
06.11.2007, 20:18
@ McShorty
|
hat sie nun oder hat sie nicht? die DeuBa? Lesen kann bilden... |
-->muß aber nicht.
and the company making the most foreclosures in Cleveland is Deutsche Bank Trust, which acts on behalf of such investment pools.
'on behalf' heißt immer noch 'im Auftrag von'.
Sozusagen ein Erfüllungsgehülfe. Nicht mehr und nicht weniger. Aber Grundbesitz? Davon steht nichts im Artikel, zumindest nichts darüber, wieviel der DB gehört.
Ein bischen Genauigkeit schadet nicht, auch wenn es bei den großen Zahlen schwer fällt.
Schönen Abend noch.
alberich
|
dottore
07.11.2007, 10:43
@ alberich
|
Re: Property heißt immer noch 'Eigentum', siehe: |
-->Hi alberich,
es geht - auf die Schnelle so:
"A house that went through foreclosure auction [nachdem die mortgage nicht bedient wurde] and failed to attract any bids becomes property of the bank. It is called"REO" (real estate owned). The bank will typically try to sell it at a loss later through standard channels."
Die Immobilien sind zweifelsfrei"property" (Eigentum) der DeuBa (was diese auch nicht bestreitet) und nicht von irgendwem anderem.
Die Bank kann ja ihr HQ nach Cleveland verlegen, spart teures Geld für Mieten in Frankfurt, London usw.
Gruß!
|
LenzHannover
07.11.2007, 14:09
@ dottore
|
Die können Ihren Kunden ja US-Wohnsitze verkaufen... |
-->Der Versicherung"Z." gehört z.B. natürlich nicht das Haus"X" hier im Dorf. Faktisch sind Sie aber"Eigentümer", weil Sie Forderungen an den Eigentümer haben, die über dem Wert des Hauses liegen.
Ein Urteil über Ansprüche an diesen Eigentümer können Sie sich an die Wand nageln. Der müsste sich mächtig den Arsch aufreissen, um deutlich über die Pfändungsfreigrenze zu kommen.
Sie hoffen auf cash bei der nächsten Versteigerung. Eine intelligentere Dorfbank (ja, so etwas gibt es) war neulich so schlau, ein entsprechendes Objekt einfach selbst zu ersteigern. Kostet zwar knapp 5 % an Gebühren, damit haben die aber volle Verfügungsgewalt über das Objekt.
[b][/b]
|