- Leistung und Sicherheit - CDU Regierungsprogramm - oder wie man mit viel Worten - Popeye, 22.06.2002, 11:30
- Re: Leistung und Sicherheit - CDU Regierungsprogramm - oder wie man mit viel Worten - Henning, 22.06.2002, 12:14
- Re: Leistung und Sicherheit - CDU Regierungsprogramm - oder wie man mit viel Worten - Popeye, 22.06.2002, 14:31
- CDU vs. SPD die Schlacht ist eröffnet - nasdaq, 22.06.2002, 15:07
- Re: Ein paar Bemerkungen... - Henning, 22.06.2002, 18:38
- Re: Ein paar Bemerkungen... - nasdaq, 22.06.2002, 23:44
- Re: Ein paar Bemerkungen... - Henning, 23.06.2002, 00:12
- Re: Ein paar Bemerkungen... - nasdaq, 22.06.2002, 23:44
- Re: Ein paar Bemerkungen... - Henning, 22.06.2002, 18:38
- Re: Pack, Pack, Pack, paque, Pack und Packkkkkk ;-((((( ois zamä owT - Baldur der Ketzer, 22.06.2002, 20:55
- Re: Leistung und Sicherheit - CDU Regierungsprogramm - oder wie man mit viel Worten - Henning, 22.06.2002, 12:14
Re: Ein paar Bemerkungen...
>Fleibilisierung und Arbeistzeitkonto gehören zusammen ;)
>Es geht darum das die Arbeitszeit zu senken - eben Umverteilung. Nehmen wir
>einen Bauarbeiter - im Sommer macht er 60h die Woche und wird im Winter
>entlassen. So ist es jetzt. Was erreicht werden soll ist das er im Sommer 60 h
>arbeitet - er aber nur 40 bezahlt bekommt und dann im Winter nicht entlassen
>wird (aber eben auch nicht arbeitet sondern von seinem Konto lebt).
>Ist doch sinnvoll? Der Arbeiter bekommt immer sein Geld, sein Chef muß keine
>Zuschlage zahlen, der Arbeiter weiss das er im Frühjar immernoch einen Job hat,
>wir (der Steuerzahler) müssen den Arbeiter nicht im Winter durchfütern, der
>Verwaltungsaparat (Arbeitsamt) wird entlastet. Das ist Felxibilisierung.
>Oder andere Fiktion - Arbeitszeit Konto - Ein junge Frau arbeitet 40h - hat
>aber nur einen 30h Vertrag - arbeitet also viel auf Ihr Langzeitkonto.
>Nach ein paar Jahren wird sie Schwanger und bestreitet Ihre Mutterschaftszeit
>aus dem Langzeitkonto. Sie hat planungssicherheit - das Gehalt bleibt gleich -
>sie zahlt insgesammt weniger Steuern. Dem Arbeitgeber kanns egal sein..
Trotzdem dür mich bleibt es eine Illusion und ein unnötiger Verwaltungsakt mehr.
Bezahlt wird doch Arbeit und nicht Zeit. D.h. konkret, dass ein Arbeitnehmer nach seiner Leistung bezahlt wird. Leistet er viel (unabhängig von der Zeit aber ein 60 Stunden lang arbeitender Bauarbeiter leistet i.d.R viel) so bekommt er eine gerechtere (höhere) Entlohnung.
Deine Argumentation, dass es dem Arbeitgeber egal ist und es nicht teurer wird teile ich so nicht, denn es würde ja darauf hinauslaufen, dass er im Winter Cash-Flow negativ operieren müsste (da er die Löhne weiter bezahlen muss) wenngleich er nicht weiss wie die Auftragslage im Frühjahr aussieht.
Arbeitszeitkonten stellen für mich eine Abkopplung vom Leistungsprinzip dar.
>Das was Du unter Flexibilisierung verstehst ist Hire and Fire.
Nicht unbedingt, es geht darumm, dass wirtschaftliche Realitäten erkannt werden und zwar in der Form, dass wenn es notwendig wird Industrieunternehmen in der Lage sind Entlassungen durchzuführen, ohne dafür mit zu hohen Abfindungen belastet zu werden. Was bringt es wenn ein Betrieb fast bankrott ist, sich aber nicht restrukturieren kann, selbst wenn er einige zukunftsträchtige Bereiche hat. Die Abfindungen führen zu einem Mittelabfluss, der die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.
Ein weiterer Punkt der Flexibilisierung bedeutet für mich, dass man in der Lage ist Arbeiten zu vergeben wenn sie anfällt. D.h. Projektarbeiten über einige Monate hinweg, die durchausaus 12 Stunden am Tag dauern können.
Ausserdem muss Schluss sein mit der Praktik, dass man nach 24 Monaten befristeter Beschäftigung ein festes Arbeitsverhältnis bekommen muss. Es sieht ja so aus, dass man im Zweifel lieber entlässt und einen neuen Mitarbeiter einstellt. Wenngleich das auch gewisse Kosten mit sich bringt sind diese Kosten mitunter kalkulierbarer als die Festanstellung.
>Durch oben beschiebene Flexibilisierung will man von den Überstunden weg.
>Ausserdem solltest Du mal nach Frankreich schauen wo man durch die gesetzliche
>einführung der 35h Woche (vor 2 Jahren war es glaub ich) die Arbeitslosigkeit
>deutlich um ein paar Prozente gesenkt hat - so schlim kanns denen damit ja nicht
>gehen, weil das Schlußlich sind ja wir ;))
Die Franzosen haben dieses Gesetz hauptsächlich für Großunternehmen eingeführt. Erst nach und nach beginnt die Anwendung auf den Mittelstand, die sich schwieriger gestaltet als erwartet.
Zur Entlastung der Unternehmen hat man massive Steuersenkungen durchgeführt. Der Nettoeffekt war eine Endlastung. Morgan Stanley hat glaube ich mal die Kosten für diese Zwangsmaßnahmen errechnet und es kam kein besonders positives Bild dabei heraus.
Unbestreitbar ist auf jeden Fall, dass diese Zwangsmaßnahmen zum Überstundenabbau zu höheren Arbeitskosten geführt haben und ein Gewinneinbruch bei den Unternehmen nur durch die Steuerentlastungen verhindert wurde.
Dakt ist ausserdem, dass v.a. der französische Mittelstand die Arbeitsplätze geschaffen hat, die zu einem Abbau der Arbeitslosigkeit geführt haben. Die Großunternehmen haben weniger entlassen aber auch nicht neu eingestellt (wieso auch sie sind ja schon groß)
Wird Frankreich diese direktive Politik weiter durchsetzen (was ich unter Chirac nicht nötigerweise erwarte) werden in den nächsten Jahren erhebliche Probleme auf die französiche Wirtschaft zukommen.
Das Frankreich in ihrer Wirtschaftspolitik den deutschen überlegen ist stelle ich sehr stark in Zweifel. Insbesondere Westdeutschland wäre heute immer noch wesentlich dynamischer als Frankreich. Das im Osten noch Defizite sind, dass kann man allenfalls den dortigen Politikern (PDS) in die Schuhe schieben, die weiterhin mit alten SED Parolen die Wähler ohne Gehirnmasse bei Laune hält.
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