- Neue Theorie des Geldes - Silberblick, 19.08.2003, 09:15
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Bob, 19.08.2003, 09:34
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Standing Bear, 19.08.2003, 09:47
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Bob, 19.08.2003, 10:06
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Standing Bear, 19.08.2003, 10:10
- Re: Das Märchen von der bankm.Kreditschöpfung- ja, ja -wenn dottore mal fehlt... - Koenigin, 19.08.2003, 10:59
- Re: Mit der Formel kann man ausrechnen, wieviel Kredit die Banken NEHMEN - Bob, 19.08.2003, 11:33
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - dottore, 19.08.2003, 17:32
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Standing Bear, 19.08.2003, 10:10
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Bob, 19.08.2003, 10:06
- Das sehe ich aber anders... - chiron, 19.08.2003, 10:17
- Exakt. - Standing Bear, 19.08.2003, 11:13
- Re: Und wo sind die Fr. 1000 her? Ewiggeld? (owT) - dottore, 19.08.2003, 17:24
- ...nee, aber darum ging es doch gar nicht - chiron, 19.08.2003, 18:25
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Ich kapituliere! (owT) - Bob, 19.08.2003, 10:47
- Re: Nein, Du musst nicht kapitulieren (mkT) - Tassie Devil, 19.08.2003, 11:38
- Re: Nein, Du musst nicht kapitulieren (mkT) - Danke (owT) - Bob, 19.08.2003, 12:07
- Re: Nein, Du musst nicht kapitulieren (mkT) - Tassie Devil, 19.08.2003, 11:38
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Standing Bear, 19.08.2003, 09:47
- Re: Ach was! Gekauft wird auf Kredit, gezahlt mit Geld - ganz einfach (owT) - dottore, 19.08.2003, 17:22
- Re: Das Märchen von der bankmäßigen Kreditschöpfung - Bob, 19.08.2003, 09:34
Neue Theorie des Geldes
-->Aus der FTD vom 19.8.2003 www.ftd.de/101koepfe
101 Köpfe, auf die Sie achten sollten: Richard Werner
Von Martin Kölling, Tokio
Richard Werner legt sich gerne an - am liebsten attackiert er die Zentralbanken der weltgrößten Volkswirtschaften. Schließlich hat der 36-jährige Wirtschaftsprofessor an der Sophia-Universität in Tokio eine neue Theorie des Geldes entworfen - und die gilt international.
"Die Wahrheit ist immer ganz einfach", sagt Richard Werner. Der Assistant Professor für Wirtschaft steht in einem engen Büro auf dem Campus der renommierten Sophia-Universität in Tokio. Die Krawatte elegant geknotet, der Bart frisch getrimmt. Meterweise Bücher auf Japanisch, Englisch, Deutsch rahmen seinen Schreibtisch ein. Werner rafft einige Unterlagen zusammen. Schnell rüber zu den Studenten, denen will er erklären, was die Wirtschaft wirklich bestimmt. Danach muss er weiterhetzen zu einem Interview mit dem Nachrichtendienst Bloomberg.
Seit drei Jahren ist der 36-jährige Bayer, Ex-Chefvolkswirt einer Investmentbank, Kolumnist und Investmentfonds-Gründer ein gefragter Mann - in Japan, bald vielleicht international. Der Grund für die Popularität ist ein Buch:"The Princess of Yen - Japan’s Central Bankers and the Transformation of the Economy" heißt die kürzlich erschienene englische Ausgabe.
Selbstbewusst beschuldigt Werner darin Japans Notenbank, erst die Spekulationsblase in den 1980ern und danach zwölf Jahre Rezession in dem ostasiatischen Land erzeugt zu haben, um neoliberale Strukturreformen durchzusetzen. Vehement fordert er eine demokratische Kontrolle der unabhängigen Währungshüter weltweit, besonders der Europäischen Zentralbank (EZB)."Die ist die unkontrollierteste Zentralbank der entwickelten Staaten", sorgt sich Werner.
Neues Paradigma
Nebenbei verkauft er seine Wirtschaftstheorie. Freier Markt? Pure Ideologie!"Money makes the world go round, stupid", hämmert er seinen Lesern ein. Nicht etwa gemessen in den diversen Geldmengen von M0 bis MX, die nach offizieller Propaganda durch den Leitzins bestimmt werden."Die Kreditschöpfung von Banken und Notenbanken bestimmt das Wirtschaftswachstum."
Nur wenn die Geldhüter mehr leihen und damit Geld schaffen, kann die Wirtschaft wachsen. Senken sie die Kreditschöpfung, geht es auch mit den größten Konjunkturprogrammen bergab. So hat die Bank von Japan das japanische Wirtschaftsmodell gegen die Wand gesteuert, klagt Werner an."Die EZB macht nun mit dem deutschen System das Gleiche." Die Notenbanken vernebeln den einfachen Mechanismus, sagt Werner."Sie haben eine Geheimwissenschaft geschaffen."
Für Werner ist klar, dass er ein neues Paradigma in der Wirtschaftslehre aufzustellen versucht."Mein Ansatz ist nicht neu", gesteht er beim Kaffee zwar zu. Schon zur Wende des vorigen Jahrhunderts kam die Idee auf."Aber keiner hat es so zusammengefasst und empirisch belegt."
Hoher Preis
Das Ergebnis polarisiert."Ein bahnbrechendes Stück Forschung", wirbt Tobias Hoschka, Head of Research von McKinsey Thailand. Neoklassische Ã-konomen oder die amerikanische Finanzpresse hingegen ignorieren oder verdammen ihn."Ein netter Kerl", sagt Richard Koo, einer seiner ehemaligen Mentoren und Chefvolkswirt des renommierten Nomura Research Institute in Tokio. Dann schlägt der frühere Manager der US-Notenbank stellvertretend für seine Ex-Kollegen zu:"Ein Desaster" sei sein Buch,"unfundiert","kein Notenbanker nimmt Werner ernst".
Diesen Preis muss der Abweichler seit Beginn seiner Karriere zahlen. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der London School of Economics und Oxford hat er an der Universität Tokio, bei dem Bankhaus Nomura, der japanischen Entwicklungsbank und der Notenbank gastiert. In Tokio löste er die Rätsel der neoklassischen Theorie."Als ich Japan 1991 in einem Oxford-Papier eine lange Rezession und Bankenpleiten voraussagte, hielten mich alle für verrückt", erinnert sich Werner. Mit seiner Vorhersage behielt er indes Recht.
Danach erschien die Wissenschaft ihm zu feindlich für seine Forschung. Ohne Berührungsängste heuerte er 1994 als Chefvolkswirt bei der Investmentbank Jardine Flemings Securities in Tokio an."Investoren sind undogmatisch. Die interessiert, ob die Theorie ihre Rendite erhöht." Als er dort mit seinen Ergebnissen bei seinen Vorgesetzten aneckte, hielt Werner wieder seiner Wahrheit die Treue und ging 1998."Man macht sich zum Clown, wenn man schreibt, was man nicht glaubt", sagt Werner heute.
Fonds als lukratives Beiwerk
Er gründete das Profit Research Center mit der Asian Development Bank als erstem Kunden. Für die untersuchte er, wie Thailand in die Währungskrise stürzte. Hauptprodukt sind seine Liquiditätsberichte, in denen er für institutionelle Anleger die Aktionen von über 30 Notenbanken analysiert. 2000 etablierte Werner seine eigene Fondsgesellschaft ProfitFundCom in Liechtenstein. Im Board sitzt Prinz Michael von Liechtenstein, dessen Industrie- und Finanzkontor Establishment 12,5 Prozent der Anteile hält. Der Fonds managt unter anderem den Global Macro Fund. Mit dem will er aller Welt beweisen, dass seine Theorie vom Kredit stimmt.
Letztlich ist der Fonds nur lukratives Beiwerk. Seine Wahrheit würde er gern in Europa an eine neue Generation von Ã-konomen weitergeben. In Davos war er schon - auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum als einer von 100"globalen Führungskräften von morgen". Seine Heimat würde ihn besonders reizen. Für den"Währungshüter" drängt die Zeit:"Alle glauben irrtümlich, dass Deutschland wegen seiner Strukturen in der Rezession steckt", sagt Werner."Ich muss so schnell wie möglich die wirklichen Tatsachen bekannt machen."
<ul> ~ http://www.ftd.de/pw/ka/1061019384447.html</ul>

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