- Allgefahrenversicherung (schönes Wort) - Euklid, 19.08.2003, 15:35
- Re: Allgefahrenversicherung und Kleingedrucktes - Uwe, 19.08.2003, 15:43
- Frage zur Graffiti Absicherung bzw.Versicherung - Tierfreund, 19.08.2003, 15:54
- Re: Frage zur Graffiti Absicherung bzw.Versicherung - Bär, 20.08.2003, 11:51
- Frage zur Graffiti Absicherung bzw.Versicherung - Tierfreund, 19.08.2003, 15:54
- Der Staat ist wenigstens noch ein ordentlicher Arbeitgeber - Sascha, 19.08.2003, 19:49
- Re: Allgefahrenversicherung und Kleingedrucktes - Uwe, 19.08.2003, 15:43
Der Staat ist wenigstens noch ein ordentlicher Arbeitgeber
--> Immerhin: Der Staat ist ein Arbeitgeber der seine Arbeitnehmer noch nicht ganz so extrem ausbeutet. Er setzt seine Arbeitnehmer nicht unter den enormen Leistungsdruck mit dem er das Betriebsklima zersört. Er führt keine"teilautonomen Gruppen" wie in der Industrie ein bei der alle Arbeitnehmer nach der Gruppenleistung bezahlt werden und die schlechtesten aus der Gruppe herausgeekelt werden oder sich gegenseitig rausmobben müssen um zu überleben (den Job zu behalten). Der Staat bricht auch nicht die Tarifverträge indem er unbezahlte Überstunden anordnet. Es wird die Zeit gearbeitet die im Vertrag drinsteht. Und wenn jemand zuviel zu arbeiten hätte dann wird i.d.R. jemand neues eingestellt und nicht - wie in der Wirtschaft oft üblich - einfach den bestehenden Mitarbeitern mehr Arbeit aufgedrückt sodaß diese bald wahnsinnig werden weil sie Überstunden in riesengroßem Ausmaß haben (oft auch noch unbezahlt!) und der Chef immer meint"Sie sind halt zu langsam, ich habe die Überstunden ja nicht angeordnet".
Ob man Arbeitsverhältnisse auf Lebenszeit machen muß?... Darüber kann man sicherlich diskutieren genauso wie man über leistungsgerechtere Bezahlung bei Beamten diskutieren könnte. Da könnte man sicherlich vieles verbessern. Das ist richtig! Aber der Staat schließt sich wenigstens den Sauerein wie Unterbezahlung, Angestellte durch Überstunden ausquetschen, Befristungswahn, usw. nicht an.
Der Staat als Arbeitgeber macht den Befristungswahn nicht mit der momentan überall herrscht.
Ein Kollege von mir sagte mal m.E. richtigerweise: Der Befristungswahn ist die Umwälzung des unternehmerischen Risikos auf die Arbeitnehmer!
Und damit hat er m.E. auch voll ins schwarze getroffen. Es ist einfach eine Sauerei! Befristung kann durchaus sinnvoll und angebracht sein aber mittlerweile wird damit andauernd nur noch Mißbrauch betrieben wenn ich manchmal die Gründe höre die z.T. für Befristung des Arbeitsvertrags herhalten müssen....
Der Staat ist ein Arbeitgeber der was für seine Mitarbeiter tut. Aber auch bei anderen Unternehmen wird manchmal noch was für die Mitarbeiter gemacht. So wie es eigentlich auch sein sollte. Es gibt auch heute noch Unternehmen die ihren Mitarbeitern eine besonders gute Rentenversicherung anbieten, eine bessere Krankenversicherung bieten, ihren Azubis verbilligte Jahresfahrkarten u.v.m. anbieten und auch ihre Überstunden noch bezahlen (BASF z.B.). Die Heidelberger Druck AG zahlt soweit ich das weiß auch bei Zahnbehandlungen mit.
Leider aber wird die Zahl der Unternehmen größer die ihren Mitarbeitern überhaupt nichts bieten (weder Betriebsrente, noch verbilligte Tickets, noch Krankenversicherung noch sonstwas). Das ist bis hierher ihr gutes Recht wenn sie nichts bieten. Aber sie gehen sogar weiter. Sie verlangen klammheimlich Überstunden die nicht bezahlt werden. Der Herr Maier soll die Arbeit halt einfach bis am nächsten Tag um 14 Uhr fertig machen. Egal ob er dabei bis um 20 Uhr im Büro sitzt. Und wenn er das anspricht kommen die Kommentare á la"Die Überstunden seien ja nicht angeordnet worden. Man sei zu langsam". Seltsamerweise sind dann aber ziemlich viele Arbeitnehmer zu langsam. Seltsam in Zeiten in denen die Arbeitnehmer sowieso schon Angst haben den Job zu verlieren. Oft sind die Unternehmen die von ihren Angestellten soviele Überstunden verlangen das diese ein Dauerzustand sind auch diejenigen die unter Tarif bezahlen usw.
Und sind wir doch mal ehrlich. Den Beamten geht's doch heute nicht viel besser als früher. Ganz im Gegenteil. Auch sie mußten schon mehrmals den Kopf hinhalten und auch beim Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld geht's ihnen jetzt an den Geldbeutel. Die Arbeitsbedingungen und Entlohnung der Beamten hat sich nicht groß verbessert oder verschlechtert. In der Wirtschaft jedoch geht's mit den Arbeitsbedingungen wohl rapide bergab. So sagt es mir Euklid immer. Aber ich selbst glaube ihm das da ich letztes Jahr mein 6-monatiges Praktikum gemacht habe und gesehen habe wieviel Angst die Angestellten dort hatten ihre Meinung vor den jeweiligen Vorgesetzten zu vertreten und wie brav jeder seine Überstunden (unbezahlt!) ohne zu murren gemacht hat und wie manche Samstags morgens noch gearbeitet haben weil sie zugeschmissen worden sind das es gerade so kracht. Ob das normal ist? Ich denke sowas ist und kann eigentlich nicht mehr normal sein. Mich wundert nur warum die Menschen das so mitmachen? Wahrscheinlich pure Existenzangst und Angst dann wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Sonst ginge das nicht mehr!
[b] Viele Grüße
Sascha

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