- Beschäftigungsabbau auf Rekordniveau - Karl, 20.08.2003, 09:42
- Arbeitslosigkeit steigt obwohl... - Sascha, 20.08.2003, 10:29
- Beschäftigungsabbau: 646.000 Jobs gestrichen + Die ehrliche Zahl - Sascha, 20.08.2003, 11:04
- Re: Beschäftigungsabbau: Schutzzoll, Schutzzoll, Schutzzoll (owT) - Bob, 20.08.2003, 11:12
Beschäftigungsabbau auf Rekordniveau
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Beschäftigungsabbau auf Rekordniveau
Die Auswirkungen der notorisch schwachen Konjunktur auf den Arbeitsmarkt werden immer dramatischer. Neue Zahlen des statistischen Bundesamtes offenbaren einen drastischen Beschäftigungsabbau: Noch nie ging in einem zweiten Quartal die Beschäftigung so stark zurück.
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AP
Hofft auf die Wirkungen seiner Arbeitsmarktreformen: Bundesarbeitsminister Clement
Wiesbaden - Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement versuchte, die ernüchternden Zahlen diplomatisch zu umschreiben:"Das zweite Quartal war sicherlich kein Renner, um es mal vorsichtig zu sagen", erklärte er vor Journalisten.
Hält man sich die aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik vor Augen, klingt selbst diese pessimistische Aussage wie eine Beschönigung. Denn von April bis Juni kam es nach Berechnungen des statistischen Bundesamts zum höchsten Beschäftigungsabbau in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung Deutschlands."Normalerweise ist das zweite Quartal der Zeitraum in einem Jahr, in dem ein starker Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen ist", sagte Margrit Thiele, die für die Studie verantwortlich zeichnet. In einzelnen sei die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2003 um 646.000 oder 1,7 Prozent auf 38,1 Millionen gesunken, sagte Thiele weiter.
Alle Wirtschaftsbereiche seien vom Beschäftigungsabbau betroffen gewesen. Der stärkste Rückgang der Erwerbstätigen im Vorjahresvergleich sei absolut gesehen im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) mit 267.000 zu verzeichnen gewesen - das bedeutet ein Minus in Höhe von 3,2 Prozent. In den Dienstleistungsbereichen (Handel, Gastgewerbe, Verkehr und sonstige Dienstleistungen) sank die Zahl der Erwerbstätigen um 211.000 (minus 0,8 Prozent). Im Bausektor waren es 149.000 Personen (minus 6,1 Prozent).
DDP
Zahl der befristeten Arbeitsverträge steigt: Arbeitslose im Arbeitsamt
Problematisch sei die Situation insbesondere für jüngere Erwerbstätige. Gut jeder Dritte der unter 20-Jährigen (37 Prozent) hatte im Frühjahr 2002 nur einen befristeten Vertrag, was auf die immer schwieriger werdenden Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt zurückzuführen sei. In der Gruppe dieser Erwerbstätigen seien allerdings mit 39 Prozent naturgemäß viele Schüler und Studenten vertreten, schränkten die Statistiker ein. Auch die Auszubildenden seien nicht eingerechnet, da die Ausbildungsverträge stets nur für eine bestimmte Dauer abgeschlossen würden.
Nennenswerte Auswirkungen der neuen, zm 1. April wirksam gewordenen Minijob-Regelung auf die Zahl der erwerbstätigen Personen ließen sich derzeit noch nicht erkennen, heißt es in dem Papier des Bundesamts weiter. Daten hierzu werde die Bundesanstalt für Arbeit erstmals Mitte des vierten Quartals veröffentlichen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,261833,00.html

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