- Beschäftigungsabbau auf Rekordniveau - Karl, 20.08.2003, 09:42
- Arbeitslosigkeit steigt obwohl... - Sascha, 20.08.2003, 10:29
- Beschäftigungsabbau: 646.000 Jobs gestrichen + Die ehrliche Zahl - Sascha, 20.08.2003, 11:04
- Re: Beschäftigungsabbau: Schutzzoll, Schutzzoll, Schutzzoll (owT) - Bob, 20.08.2003, 11:12
Re: Beschäftigungsabbau: Schutzzoll, Schutzzoll, Schutzzoll (owT)
-->>19.08.2003 / 16:30 Uhr
>Beschäftigungsabbau
><font size=5>646.000 Jobs gestrichen</font>
><font color="#FF0000">Der Trend zieht sich durch sämtliche Wirtschaftbereiche: Die Zahl der Erwerbstätigen ist im ersten Quartal des Jahres weiter gesunken - auf Rekordniveau seit der Wiedervereinigung</font>.
>
><font color="#FF0000">Der Beschäftigungsabbau in Deutschland erreichte im Frühjahr einen Spitzenwert</font>. Im zweiten Quartal sank die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum <font color="#FF0000">um 1,7 Prozent </font>auf 38,1 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.
>FrĂĽhjahrsbelebung ohne Effekt
>Von April bis Juni wurden 646.000 Arbeitsplätze gestrichen. Das sei der höchste Beschäftigungsabbau in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung 1990. <font color="#FF0000">Die positiven Effekte der Frühjahrsbelebung seien ausgeblieben</font>.
>Vom Personalabbau war vor allem das produzierende Gewerbe betroffen. Von April bis Juni fielen hier 267.000 Arbeitsplätze weg, was einem Rückgang von 3,2 Prozent entspricht.
>Im Handel, im Gastgewerbe, im Verkehr und bei anderen Dienstleistern sank die Zahl der Erwerbstätigen um 211.000 oder 0,8 Prozent. Im Baugewerbe ging der Stellenabbau auf hohem Niveau weiter. Ende Juni gab es hier 149.000 oder 6,1 Prozent Erwerbstätige weniger als ein Jahr zuvor.
>In der Land- und Forstwirtschaft arbeiteten 19.000 Beschäftigte weniger (minus zwei Prozent).
>Arbeitnehmer besonders betroffen
>Der Rückgang der Erwerbstätigkeit traf besonders die Arbeitnehmer. Ihre Zahl nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwei Prozent auf knapp 34 Millionen ab.
>Dagegen stieg die Zahl der Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen um 0,9 Prozent auf 4,1 Millionen. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen sank um 2,3 Prozent auf 13,1 Milliarden Stunden.
>(sueddeutsche.de/AP)
>
>
> Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/450/16434/, SĂĽddeutsche Zeitung, 19.08.2003
>- - - - - - - - - - - - -
>19.08.2003 / 17:22 Uhr
>Kommentar
><font size=5>Die ehrliche Zahl</font>
>Die Zahl, der jegliche Unschärfe fehlt - zur Veröffentlichung der Beschäftigtenzahlen des Statistischen Bundesamtes.
>Nikolaus Piper
>
>(SZ vom 20.08.2003) — <font color="#FF0000">Mit Statistik lässt sich lügen, das ist bekannt</font>, kommt aber eher selten vor. Häufiger wird die Wahrheit mittels Statistik, nun ja, redigiert.
>Die Arbeitslosenzahl zum Beispiel ist in diesem Sinne interpretationsfähig: Müsste man nicht auch ABM-Kräfte hinzurechnen und die Arbeitsunwilligen heraus? Und was ist mit jenen Menschen, die bei der Arbeitssuche resigniert haben?
><font color="#FF0000">Es gibt eine Zahl, der solche Unschärfen fehlen: die der Beschäftigten</font>. Ob jemand in Arbeit ist oder nicht, daran lässt sich wenig herumdeuteln. Die neue Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes dazu gibt jedenfalls <font color="#FF0000">ein ehrliches Bild von der wirklichen Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt</font>: Im zweiten Quartal ist die Zahl der Arbeitnehmer und Selbstständigen <font color="#FF0000">um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen </font>- der stärkste Rückgang in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung.
>AuĂźerdem ist die Zahl der Arbeitsstunden geschrumpft, die Menge der geleisteten Arbeit sank dadurch um 2,3 Prozent.
><font color="#FF0000">Der Beschäftigungsrückgang ist ein Ergebnis der Konjunkturkrise, gewiss. Es ist das Ausmaß, das Besorgnis erregt</font>. Die Veröffentlichung passt zu der am selben Tag veröffentlichten Nachricht, dass Westdeutschland, nach Norwegen, die zweithöchsten Arbeitskosten der Welt hat.
>Der Zusammenhang zwischen beidem, dem Preis der Arbeit und der nachgefragten Menge, lässt sich vielleicht noch durch eine gewagte Interpretation der Arbeitslosenzahl bestreiten, nicht jedoch, wenn man die Beschäftigten-Statistik ernst nimmt: In den Niederlanden erhöht ein Wachstumsprozent die Beschäftigung um 0,74 Prozent, in Deutschland um 0,04 Prozent.
>Keine Frage, wo jetzt gehandelt werden muss.
>
>[b] Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/498/16482/, SĂĽddeutsche Zeitung, 19.08.2003

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