- amerik. Alltag eines 'Reservisten' - Emerald, 20.08.2003, 20:52
amerik. Alltag eines 'Reservisten'
-->die hälfte aller im Ausland dienenden US-Amerikaner von gegenwärtig über
250.000*) Menschen, rekrutieren sich als sog. Reservisten.
Ein CH-Reporter in den USA hat einer dieser armen Teufel interviewt und
was dabei herauskam hier im Steographen-Stil gekürzt:
Reservisten müssen, wenn einmal aufgeboten innert zwei Tagen bei der Truppe
eintreffen bzw. beim US-Kommando unter Aufgabe ihres Jobs, ihrer Familie und
ihrer Freunde. Wenn es gut geht, vor allem ältere Personen, haben maximal
zwei Wochen dafür Zeit einzurücken.
Die Kinder müssen in fremde Obhut gegeben werden, oder vom verbleibenden Partner
über Monate, ja Jahre selbst versorgt werden. Oftmals müssen gleich beide
Eltern-Paare in den Kriegs-Dienst einrücken.
Dazu kommt ein massiv tieferer Lohn, welcher zwar auf dem Papier vom Arbeit-
geber angeglichen werden muss, aber auf Grund der gegenwärtigen Wirtschafts-
Flaute oftmals nicht wird. Zum absoluten Aergnis diese zirka 125.000 Leute hat
Bush jetzt eine Senkung der Sold-Zahlung ausgesprochen, um einen Beitrag an
die Budget-Verbesserung zu erbringen.
Viele dieser Reservisten sind jetzt bereits zum 2.Mal im Irak unterwegs, oder
dienten vorher in Afghanistan, Bosnien oder andern Kriegs-Schauplätzen. Der
Reservist ist ein ganz gewöhnlicher Bürger welcher sich verpflichtet für sein
Heimatland jederzeit aufgeboten zu werden, wenn die Army dies für nötig findet.
Der Sprecher meint, dass vielen nichts anderes übrig bleibe, als diese
Verpflichtung so bald wie möglich aufzukünden, da sie mit den schon vor der Sold-Kürzung erlangten Zahlung massive Schulden machen mussten um ihren
Verpflichtung nachzukommen. Er denkt ferner, dass sich junge Leute jetzt viel-mehr überlegen je in die sog. freiwilligen Army einzutreten, da unter solchen
Umständen jegliche Anreize verloren gegangen wären. Die Reservisten sind die
unter hiesigen Umständen zu verstehenden"Freiwilligen-Armee" der UsA, welche
auf diese Menschen schamlos zurückgreift ob es für Irak, Afghanistan oder
irgend eine andere Terror-Bekämpfungs-Aufgabe handeln würde.
Dieser Bericht zeigt offenkundig und augenscheinlich, dass die Moral bei
der Truppe alles andere als motivierend ist. Gerade dieser Zustand war in
der Vergangenheit immer wieder der Anfang vom Ende.
Emerald.
*) 185.000 im Irak
35.000 in Südkorea
10.000 in Afgahnistan
5.000 in Liberia
10.000 in Kosovo / Balkan
5.000 diverse Einsatz-Orte

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