- Terror für Bush - Standing Bear, 20.08.2003, 22:05
- Aber:immerhin wurden 2 v. Bushs Mafiaorganisationen in die Flucht geschlagen! - kingsolomon, 21.08.2003, 00:08
- Na schau einmal, der Mossah kann es doch noch. - prinz_eisenherz, 21.08.2003, 21:07
Terror für Bush
-->War es nicht schon immer eine Binsenweisheit, daß der, der einen Nutzen aus ein bestimmten Handlung zieht, diese auch fördert oder ausführt? Niemand von Verstand kann gegen die Uno bomben, um die USA zu bekämpfen. Die Uni ist zwar schon ein Büttel der Amerikaner, verglichen mit diesen trotzdem das geringere Übel. Wer die Amis aus dem Irak haben will, darf deren potentiellen Gegenspieler doch nicht angreifen.
Gerade weil das so einfach und logisch ist, werden wir es in der Presse nicht lesen. Außer natürlich in diesem Kommunisten-Blatt, das man deswegen schon als unseriös einstufen muß. BILD wird wieder heulen über die bösen Terroristen und Osama und überhaupt. Da hilft nur die harte Keule und der weise George II wird sie richtig zu schwingen wissen.
Gruß
SB
Anschlag auf UN-Quartier international verurteilt. Iraker zur Kollaboration mit USA aufgefordert
Die Bombenattacke auf das UN-Hauptquartier im Irak am Dienstag war der schwerste Angriff auf ein ziviles Gebäude der UNO in der 58jährigen Geschichte der Vereinten Nationen. Am Mittwoch dauerten die Rettungsarbeiten und die Suche nach Verschütteten im zerstörten »Canal Hotel« von Bagdad, wo bis zum Kriegsbeginn auch die UN-Waffeninspektoren ihren Sitz hatten, an. Die blaue Fahne der UNO hing auf Halbmast: Unter den Toten befindet sich der Irak-Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, der Brasilianer Sergio Viera de Mello. Die Nachricht löste bei Politikern und Diplomaten weltweit Bestürzung aus. Nach jüngsten Informationen kamen mindestens 20 Menschen ums Leben, mehr als 100 weitere UN-Mitarbeiter wurden verletzt. Die Zahl der Opfer könne sich weiter erhöhen, da zahlreiche Menschen noch in den Trümmern des Gebäudes eingeklemmt seien, sagte eine UN-Sprecherin.
Entgegen ersten Ankündigungen wollen die Vereinten Nationen ihre Arbeit im Irak trotz des gezielten Anschlags fortsetzen. »Wir werden das Mandat fortführen, das uns der Sicherheitsrat gegeben hat«, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan am Mittwoch mittag in Stockholm. Die Mörder »haben nicht nur ein Verbrechen gegen die UNO, sondern auch gegen den Irak selbst verübt«. Indirekt kritisierte Annan die USA. Auf die Frage nach der Verantwortung der Besatzungsmächte für die Sicherheit der UN-Einrichtung in Bagdad sagte der Generalsekretär: »Wir hatten gehofft, daß die Koalition bis zum jetzigen Zeitpunkt die Sicherheitslage unter Kontrolle bekommen würde.« Das sei nicht geschehen.
Noch ist vollkommen unklar, wer den Anschlag in dem eigentlich von US-Truppen gesicherten UN-Komplex durchführen konnte. Die US-Führung machte - ohne daß es hierfür Beweise gäbe - umgehend wahlweise islamische Terroristen und Anhänger des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Husseins verantwortlich. Präsident George W. Bush, der innenpolitisch wegen offensichtlicher Lügen im Vorfeld des Irak-Krieges und des anhaltenden Widerstands im besetzten Zweistromland unter Druck geraten ist, nutzte im texanischen Crawford den Anschlag zu einer Neuauflage seiner Antiterrorrhetorik.
Wenn auch unklar ist, wer das UN-Gebäude tatsächlich zerstörte, so wird schon jetzt deutlich, wem der Terroranschlag nützt. Geeint wie seit langem nicht mehr, hatte der UN-Sicherheitsrat in einer umgehend einberufenen Dringlichkeitssitzung das Attentat verurteilt. Mit drastischen Worten stellten sich die einstigen Irak-Kriegsgegner Deutschland, Frankreich und Rußland hinter die Besatzungstruppen und damit auch hinter die Supermacht in Bedrängnis. Auch der vom US-Zivilverwalter Paul Bremer III. eingesetzte provisorische irakische Regierungsrat verurteilte das Attentat am Mittwoch scharf. Das handverlesene 25köpfige Gremium forderte die irakische Bevölkerung auf, mit Bushs Besatzungsmacht gegen den Widerstand zu kollaborieren. Am Mittwoch abend wollte der UN-Sicherheitsrat das weitere Vorgehen im Irak beraten.
Tatsächlich liegt ein Angriff auf die UNO kaum im Interesse all derer, die in erster Linie für ein rasches Ende der Besatzung kämpfen. Es gäbe aus irakischer Sicht genügend am opportunistischen Vorgehen der Vereinten Nationen gegenüber den USA zu kritisieren. Doch warum sollten Guerilla-Gruppen, die es regelmäßig schaffen, die wichtige Ã-lpipeline ins türkische Ceyhan sofort nach ihrer Wiedereröffnung zu unterbrechen, und die über 150000 Besatzungssoldaten als potentielle Ziele haben, sich ausgerechnet ein Ziel aussuchen, das bei allem Unmut sicherlich nicht einen Hauptfeind repräsentiert? Bei aller Kritik an der UNO steht für die Iraker deren positiver Beitrag für die Bevölkerung im Vordergrund. Nach wie vor sind es die UN-Organisationen und nicht die Besatzungsbehörden, die am meisten für die Versorgung im Zweistromland leisten.
Und unabhängig davon, wer hinter dem Anschlag auf die UN-Zentrale in Bagdad steckt: Es werden die Besatzer sein, die davon profitieren. Der irakische Widerstand, der in der Welt auf viel Verständnis, Sympathie und Unterstützung zählen kann, kann damit - zumindest im Westen - zunehmend als »terroristisch« diffamiert werden. In dem Maße, wie Widerstand als willkürlicher Terror erscheint, der sich gleichermaßen gegen Besatzer wie Zivilbevölkerung und UN-Organisationen richtet, steigt auch der Druck auf Länder wie Deutschland und Frankreich, sich aktiv an der »Befriedung« des Iraks zu beteiligen.
Im bosnischen Bürgerkrieg führte im Sommer 1992 das »Brotschlangen-Massaker« in Sarajevo zu einer kollektiven Intervention des Westens. Im Fall des Kosovo bildete das »Massaker von Racak« den Anlaß für den NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Die erschütternden Bilder vom »Blutbad im Canal-Hotel« dürften eine ähnliche Fanalwirkung haben - und Bush aus der Klemme helfen.
<ul> ~ http://www.jungewelt.de/2003/08-21/001.php</ul>

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