- Meldungen am Morgen - COSA, 22.08.2003, 10:45
Meldungen am Morgen
-->Hallo,
~ Eurozone/Leistungsbilanz Juni +2,5 (Vj: +5,7) Mrd EUR
Frankfurt (vwd) - Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone hat sich im Juni auf 2,5 Mrd EUR verringert, verglichen mit 5,7 Mrd EUR im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Überschuss im Vormonat von 2,8 Mrd EUR blieb die Leistungsbilanz im Juni hingegen fast unverändert. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag berichtete, basierte die Abnahme des Aktivsaldos vor allem auf Defiziten in der Einkommensbilanz (minus 4,5 Mrd EUR) und bei den laufenden Übertragungen (minus 3,3 Mrd EUR), die die Aktivsalden in der Handelsbilanz (plus 9,4 Mrd EUR) und der Dienstleistungsbilanz (plus 1,0 Mrd EUR) teilweise ausgeglichen hätten.
~ Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt im Mai erneut
Wiedbaden (vwd) - Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen hat sich im Mai erneut deutlich erhöht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, meldeten die deutschen Amtsgerichte 3.363 Insolvenzfälle, das waren 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der übrigen Insolvenzfälle, darunter von Verbrauchern und ehemals Selbständigen, stieg um 33,2 Prozent auf 4.912. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres lag die Zahl der Unternhemensinsolvenzen um 8,5 Prozent über dem Stand des Vorjahres und die Zahl der übrigen Insolvenzen um 39,4 Prozent. Die Gesamtsumme der offenen Forderungen bezifferte Destatis für diesen Zeitraum auf 19,1 Mrd EUR, was einer Steigerung um zehn Prozent entspricht.
~ Die Europäische Union (EU) und die USA sind mit ihrem gemeinsamen Papier zur Reform des weltweiten Agrarhandels auf Widerstand bei den anderen Staaten gestoßen. Drei Wochen vor Beginn der WTO-Ministerkonferenz im mexikanischen Cancun legten 13 Länder, unter ihnen Brasilien, China und Indien, einen eigenen Vorschlag vor, in dem sie deutlich weiter reichende Einschnitte in die Agrarsubventionen der USA und der EU fordern. Sie gehen damit weit über das US-EU-Papier hinaus.
~ Deutschland wird voraussichtlich auch in diesem Jahr das Defizitkriterium des Maastricht-Vertrages deutlich verfehlen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres betrug die deutsche Defizitquote 3,7 Prozent, berichtet das"Handelsblatt" (HB, Freitagausgabe) unter Berufung auf interne Berechungen des Statistischen Bundesamtes, die dem Blatt vorlägen. Insgesamt hätten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen im ersten Halbjahr neue Schulden in Höhe von 38,45 Mrd EUR gemacht. Das seien 560 Mio EUR mehr als im Vorjahreszeitraum. Einnahmen von 467,1 Mrd EUR stünden Ausgaben von 505,5 Mrd EUR gegenüber. Größter Schuldenmacher sei der Bund.
~ Exportkreditgarantien steigen im 1. Hj um gut 20 Prozent
Berlin (vwd) - Im ersten Halbjahr 2003 hat die Bundesregierung neue Deckungen für Exportgeschäfte mit einem Auftragsvolumen von 8,5 Mrd EUR übernommen. Das sei im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2002 eine Steigerung um gut 20 Prozent, teilte am Donnerstag das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit mit. 76,6 Prozent der Deckungen seien in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf Entwicklungs- und Schwellenländer entallen.
~ US-Daten von gestern, z.T. aus dem Morgenkommentar von Folker Hellmeyer, Bremer Landesbank:
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen in der letzten Berichtswoche von (wie üblich nach oben revidierten) 403.000 (398.000) auf 386.000. Wir sind auf die nächste Revision gespannt. Der 4-Wochendurchschnitt liegt bei 394.250. Dieser Wert liegt zwar unter der Marke von 400.000, die von vielen Analysten als wesentlich eingestuft wird, ohne damit jedoch eine Trendwende am Arbeitsmarkt zu signalisieren. Fakt ist, dass die Zahl der Arbeitslosenhilfe beziehender Personen im Vergleich zur Vorwoche von 3,623 Mio. auf 3.645 Mio. angestiegen ist.
Die Frühindikatoren stiegen erwartungsgemäß um 0,4 %. Fünf von zehn Unterindikatoren verbesserten sich und fünf hatten Rückgänge zu verzeichnen.
die Komponenten des Frühindikatorenindex im einzelnen:
<ul><ul>Geldmengenwachstum (+0,18),
Aktienmarkt (+0,01),
„Interest Rate Spreads“ (+0,29),
Arbeitslosenerstanträge (+0,18),
Verkäuferverhalten (+0,06),
durchschnittliche Arbeitszeit im produzierenden Gewerbe (-0,10),
Index der Verbrauchererwartungen (-0,06),
Baugenehmigungen (-0,05),
Auftragseingänge für das produzierende Gewerbe (-0,02),
Auftragseingänge für Verbrauchsgüter (-0,01).</ul></ul>
Die negativen Indices stellen überwiegend harte Fakten der ökonomischen Realität dar, die positiven Unterindices sind überwiegend Folgen der Fed-Politik (Geldmengenwachstum und via aggressive Liquiditätsausweitung „Interest Rate Spreads und Aktienmarkt), die mit der Realwirtschaft nichts zu tun haben, sondern am Finanzmarkt wirken und Treibsatz der Konjunkturhoffnungen sind.
Der Philadelphia Fed Survey überraschte positiv mit einem Anstieg auf 22,1. Die Region Philadelphia kann durch zunehmende Ordereingänge (+4,2 Punkte) überzeugen. Gleichzeitig ist der Beschäftigungsindex jedoch von 0,8 auf -8,7 gefallen. Der Investitionsindex fiel gleichfalls geringfügig. Die Gewinnmargen bleiben im Bereich Philadelphia unter Druck. Die „Prices Paid“ Komponente stieg von -6,5 auf 16 an, wogegen die „Prices Received“ Komponente lediglich von -7,7 auf +1,1 anzog. Mithin sind einige positive Aspekte gegeben. Viele der Einzelindices mahnen jedoch zur Skepsis. Der Umstand, dass sich genereller Optimismus in zunehmenden Entlassungen und zurückgehenden Investitionen niederschlägt, ist bezeichnend.
Gruss
Cosa

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