- Springer-Verlag demaskiert sich als reines Propaganda-Unternehmen - Tempranillo, 23.08.2003, 00:20
- Na ja:) Wer braucht schon heute Journalismus? - Turon, 23.08.2003, 01:50
- Re: Springer-Verlag demaskiert sich als reines Propaganda-Unternehmen - Euklid, 23.08.2003, 09:32
- Re: Springer-Verlag demaskiert sich als reines Propaganda-Unternehmen - Tassie Devil, 23.08.2003, 10:11
- Re: kommunistische Plattform - prinz_eisenherz, 23.08.2003, 16:39
- Re: Springer-Verlag demaskiert sich als reines Propaganda-Unternehmen - Standing Bear, 23.08.2003, 10:27
- Re: Ich erzaehle Dir das ;-) - Tassie Devil, 23.08.2003, 11:05
- Re: Jetzt werd´ ich auch mal auf Definitionen herumreiten ;-)) - Tempranillo, 23.08.2003, 11:48
- Re: Jetzt werd´ ich auch mal auf Definitionen herumreiten ;-)) - Euklid, 23.08.2003, 12:03
- Re: Bleib so wie du bist - prinz_eisenherz, 23.08.2003, 16:22
- Re: Definitionsreiterei ;-)) - Tassie Devil, 23.08.2003, 19:48
- Re: Von Nutz und Frommen der Wortklauberei - Tempranillo, 23.08.2003, 22:15
- Re: @ Tassie. Fortsetzung Silbenstechen - Tempranillo, 23.08.2003, 23:05
- Re: Am A.... der Welt ;-) - Tassie Devil, 24.08.2003, 03:46
- Re: Leichter Sarkasmus inkognito - Tassie Devil, 24.08.2003, 03:33
- Re: @ Tassie. Fortsetzung Silbenstechen - Tempranillo, 23.08.2003, 23:05
- Re: Von Nutz und Frommen der Wortklauberei - Tempranillo, 23.08.2003, 22:15
- Re: Jetzt werd´ ich auch mal auf Definitionen herumreiten ;-)) - Euklid, 23.08.2003, 12:03
- Re: Jetzt werd´ ich auch mal auf Definitionen herumreiten ;-)) - Tempranillo, 23.08.2003, 11:48
- Re: Ich erzaehle Dir das ;-) - Tassie Devil, 23.08.2003, 11:05
- Re: Von wegen Information, Springer ist ein Tendenzbetrieb - Tempranillo, 23.08.2003, 10:37
Re: Von Nutz und Frommen der Wortklauberei
-->Hallo Tassie,
Ich beginne mal mit ein paar Sätzen, die nicht zu unserem Thema gehören. Da mir die Sache nahe liegt, erlaube ich mir eine kleine Abschweifung.
Ob Du meine Ausführungen über D-Land und Russland verfolgt hast, weiß ich nicht. Gestern in einem meiner kulturellen Anfälle habe ich etwas von der russischen Liebe zu Beethoven geschrieben. Heute kam die Bestätigung: Das Marinskyi-Orchester (St. Petersburg) unter der Leitung von Valery Gergijew (Georgien)und Vadim Repin spielten Beethovens Violinkonzert; im Konzertsaal des Kurhauses Wiesbaden, das natürliche Lebensumfeld, in dem früher reiche Russen Geld verblasen haben. Dabei sollte man nicht nur an Dostojewski denken, sondern auch an den D-Land sehr wohlgesonnenen Iwan Turgenjew, über dessen Germanophilie sich Dostojewski wiederholt lustig gemacht hat.
Hast Du gewußt, daß russische Großfürsten, Rasumowsky und Galizin, Beethoven, heute würde man sagen, gesponsert haben? Die Herren waren nicht kleinlich!
Das nur, um zu zeigen, woran sich, guten Willen vorausgesetzt, anknüpfen ließe.
Jetzt aber zu den Nüssen, die Du mir wieder zu knacken gibst:
>Jetzt bin ich aber baff, dass Du ueberrascht bist.
>Nein, Tempranillo, Du hast einen falschen Eindruck von mir, wenn Du glaubst, dass ich Wahrheit und Luege so in etwa gleichwertig gewichte, das ist keinesfalls so.
>Ich mag die Luege ueberhaupt nicht, aber deshalb vermag ich sie nicht abzuschaffen, noch sehe ich einen Sinn fuer mich darin, tagtaeglich deshalb zu weinen und zu wehklagen, dass es Luege ueberhaupt gibt. Und Macht. Und Korruption. Und noch einiges andere mehr, wie z.B. die GeCHichte der Siegermaechte.
Da haben wir ein schönes Beispiel, wie man aneinander vorbeireden kann. Ich wollte die Verwendung Deiner Begrifflichkeiten - Information=Aussage - mal haarspalterisch genau beim Wort nehmen, und Du faßt meine Zeilen genau so auf, als hätten sie sich auf Deine innerste Einstellung bezogen, und nicht bloß auf eine Folge von Buchstaben.
Das ist ein klassisches Mißverständnis. Ich wollte mir einzig und allein mal Deine Wortwahl vorknöpfen, und so tun, als hätte ich nicht verstanden, was Du in Wahrheit sagen wolltest.
Ein schönes Beispiel für Nutz und Frommen der Wortklauberei.
>>Information in dem von mir und im Alltagsverstand verwendeten Sinne unterstellt doch immer Wirklichkeitsbezug!
>Das ist aber m.E. ein grosser Irrtum Deinerseits. Ich habe die Qualitaet einer Informationsquelle, i.e. deren Naehe zur Wahrheit der Wirklichkeit, auch immer an deren Motivationsbezug gemessen.
Tassie, das ist schon klar, ich habe Dich halt beim Wort genommen, weil Deine sprachliche, nicht gedankliche (!!!) Unschärfe eine allgemeine ist. Du rennst jetzt ein paar Türen ein, die sperrangelweit offenstehen.
Ich habe mal so getan, ALS OB man jedes Wort eines Postings auf die Goldwaage legen könne. Es hat mir Spaß gemacht, und ich meine nach wie vor, daß damit etwas allgemeines sichtbar geworden ist: Sinn und Unsinn der Wortklauberei - wenn man über dem Silbenstechen den GEDANKEN aus den Augen verliert.
>>Würde man Deine Definition übernehmen, hätte man jede Möglichkeit, Berichterstattung auch nur ansatzweise einer kritischen Prüfung zu unterziehen aus der Hand gegeben.
>Aber nein, es ist halt nur manchmal etwas muehsam, den Massgrad der Wahrheit oder der Luege einigermassen korrekt einzuschaetzen.
Hat man nichts anderes an der Hand als die Systempresse ist es fast unmöglich. In Wahrheit sind wir, die deutsche Gesellschaft, blind, taub und stumm!
>Sachgerechte und manipulierte Berichterstattung lassen sich manchmal und im Einzelfall direkt ueberhaupt nicht unterscheiden, wenn man jedoch den Fluss der Faktenlage aus Vergangenheit und Gegenwart einkalkulierend in die Zukunft projiziert, dann allerdings hat man ziemlich schnell den Bogen raus, was in welchem Massgrad manipulierte und was in welchem Massgrad sachgerechte Berichterstattung sein duerfte, wenn man dieses Projektionsverfahren stetig anwendet.
Eine offene Tür, durch die Du dankenswerterweise erhobenen Hauptes hindurchgehst. Du rührst an das Problem der Gleichschaltung, und die Frage, aus welchen Quellen, man sich noch informieren kann, wenn man keinen Zugriff auf´s Internet hat?
>Du stehst mit beiden Beinen auf dem Boden der Realitaet.
Danke, ich bin mir da nicht so sicher, und versuche meinen Standpunkt (guter Begriff, nicht wahr?) immer wieder neu einzustellen
>Nein, die Tatsache, dass wir Menschen letztendlich alle sterblich sind, sollte uns nicht nach Begreifen dieser Erkenntnis bereits in der Kindheit stante pede in den Suizid treiben.
Denn alles Fleisch, es ist wie Gras."Man sollte sich narkotisieren lassen, bevor man das Leben über sich ergehen lassen muß." (Karl Kraus)
>>So einfach würde das gehen, wenn man nur wollte.
>Rein rethorische Gegenfrage: wer ist"man" und was will"man"?
"Man", das sind wir alle, die Gesellschaft in allen Schichten, von oben bis unten, alle, die es sich in der eigenen Verlogenheit gemütlich gemacht haben. Ausnahmsweise stimmt der Satz mal.
>Dauerobjektivitaet ist lediglich ein Alias fuer Wahrheitsliebe.
>Nicht nur die Springerpresse hat dabei themenabhaengig so ihre liebe Not und Muehe.
Die Verlogenheit, das Unterdrücken unliebsamer Wahrheiten, ist das Grundübel der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Davon ist die Kloaken-, pardon, Springer-Presse nur der Reflex.
Das Übel liegt sehr viel tiefer. Die BILD-Zeitung ist nur ein Symptom.
Mit der Bitte, Dich an den GEDANKEN, nicht an den BUCHSTABEN zu halten,
Schicke ich Dir
Beste Grüße zum A... der Welt
Tempranillo

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