- Neuer MĂ€rtyrer! Heiligsprechung vermutlich 2050 - dottore, 24.08.2003, 11:35
- Der fÀhrt sicherlich mit Leib und Seele in den Himmel auf. Wie Maria;-) (owT) - sensortimecom, 24.08.2003, 12:20
- Re: Wieso? Passt dir das nicht? (owT) - Theo Stuss, 24.08.2003, 14:59
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- Priesterschweine - warum i.d. Ferne schwengeln, wenn das Miese grapscht so nah - Baldur der Ketzer, 24.08.2003, 22:20
- Re: Elternschweine - warum i.d. Ferne schwengeln, wenn das Miese grapscht so nah - Theo Stuss, 25.08.2003, 09:30
- Der fÀhrt sicherlich mit Leib und Seele in den Himmel auf. Wie Maria;-) (owT) - sensortimecom, 24.08.2003, 12:20
Priesterschweine - warum i.d. Ferne schwengeln, wenn das Miese grapscht so nah
-->www.profil.at
Fundsache
Sexueller Missbrauch: SĂŒndenregister
Tausende Kinder und Frauen wurden in den vergangenen Jahren weltweit von Priestern verfĂŒhrt, genötigt und vergewaltigt.
Anfang der sechziger Jahre, als der Religionslehrer Hans Groer am bischöflichen Knabenseminar in Hollabrunn zum Priester geweiht wurde, könnte es angefangen haben. DreiĂig Jahre spĂ€ter geben ehemalige Zöglinge aus der schwierigen Zeit ihrer PubertĂ€t zu Protokoll, dass sie vom Lehrer genötigt wurden, sich vor ihm auszuziehen, dass er sie unterwiesen habe, wie man sich richtig wĂ€scht, dass er sie eigenhĂ€ndig eingeseift und ihnen ĂŒber ihre Genitalien gestrichen habe. Auch ZungenkĂŒsse habe er versucht. 1985 wurden die Kirchenoberen informiert. Ein Jahr darauf war Groer Erzbischof von Wien. Erst zehn Jahre spĂ€ter, als ein ehemaliger SchĂŒler Groers in profil ĂŒber seine traumatischen Erlebnisse sprach und sich weitere Opfer meldeten, wurde die Angelegenheit von der Kirche ernst genommen. Im vergangenen MĂ€rz ist Groer gestorben - ohne zu verstehen, dass er sie missbraucht habe, sagen ehemalige SchĂŒler,
die noch das GesprÀch mit ihm gesucht hatten.
Vor der AffĂ€re Groer wurde nur vereinzelt ĂŒber derartige Vorkommnisse berichtet. 1969 kam der Fall eines anerkannt feschen und beliebten Pfarrers in der burgenlĂ€ndischen Gemeinde Lackenbach in die Zeitungen, der einen 14-JĂ€hrigen auf ein Hotelzimmer geschleppt hatte. âDer Teufelâ habe von ihm âBesitz ergriffenâ, rechtfertigte sich der Pfarrer. Die Familie, die zur Polizei gegangen war, hatte danach in der Gemeinde kein leichtes Leben.
In den achtziger Jahren verstĂ€ndigten BadegĂ€ste in einem Strandbad am Mondsee die Gendarmerie, nachdem der allseits bekannte Pfarrer von Bad Goisern einen 13-JĂ€hrigen heftig liebkost hatte und ihn dann in die Umkleidekabine bugsieren wollte. 1990 ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen einen steirischen Landpfarrer, der Schulbuben auf dem Heimweg abpasste und sich vor ihnen entblöĂte. 1991 entdeckte eine Mutter aus Korneuburg bei ihrem ZwölfjĂ€hrigen Briefe des Pfarrers, in denen dieser seine sexuellen WĂŒnsche zu Papier gebracht hatte. Sie verstĂ€ndigte die Polizei.
Nach dem Fall Groer hĂ€uften sich die Berichte. Immer mehr Familien und ehemalige Opfer fĂŒhlten sich ermutigt, an die Ă-ffentlichkeit zu gehen. Eine junge Frau, die als ZwölfjĂ€hrige von einem Pfarrer in Niederösterreich auf den SchoĂ genommen, ausgezogen und gestreichelt wurde, erzĂ€hlte ihren Eltern nach den Zeitungsartikeln von ihren eigenen Erlebnissen. Der Pfarrer rechtfertigte sich damit, sie wĂ€re schon ganz entwickelt gewesen und hĂ€tte âeh ganz brav mitgetanâ.
Ein Pfarrer aus Salzburg gestand von sich aus - âweil es so wie im Fall Groer nicht weitergehen kannâ -, dass er vor 30 Jahren einen SchĂŒler sexuell missbraucht hatte. 1997 wurde ein Pfarrer in Pottenstein suspendiert, nachdem in der Erzdiözese anonyme Hinweise ĂŒber sexuellen Missbrauch an Buben eingegangen waren. Die VorfĂ€lle aus den sechziger Jahren waren bereits verjĂ€hrt.
1999 wurde in Wien-Favoriten der Pfarrer von den Gemeindemitgliedern wegen Sexspielen mit MinderjĂ€hrigen angezeigt. Im selben Jahr beobachtete eine Pflegerin im Wiener Spital Haus der Barmherzigkeit, wie ein uralter Seelsorger einem geistig behinderten jungen Mann an die Genitalien griff. Sie meldete es der Spitalsleitung. âMein Gottâ, sagte Kardinal Christoph Schönborn in einem ORF-Interview, âdas kann doch passieren.â
Ein Ordensbruder des Klosters Seitenstetten ging 2002 selbst zur Polizei, nachdem sich eines seiner Opfer bei der kirchlichen Ombudsstelle fĂŒr sexuellen Missbrauch gemeldet hatte.
Offenbar braucht es die Ă-ffentlichkeit, um MissstĂ€nde zu Ă€ndern. In den USA wurden im vergangenen Jahr 250 Priester suspendiert. Vier Bischöfe, die sexuellen Missbrauch in ihren Reihen toleriert, den Familien der Opfer Millionen Dollar an Schweigegeld gezahlt und die TĂ€ter von einer Gemeinde in die andere versetzt hatten, sind bisher zurĂŒckgetreten, darunter der höchste katholische WĂŒrdentrĂ€ger der USA, der Bostoner Kardinal Bernard Law. Sein Nachfolger OâMalley steht wegen Schadenersatzforderungen vor dem Konkurs. Durch einen Priester in Boston, der 230 Kinder sexuell missbraucht haben soll, war eine Lawine ins Rollen gekommen. Nach und nach meldeten sich hunderte Opfer, die als Kinder vergewaltigt, zu Oralverkehr und Sexspielen vor der Kamera genötigt worden waren.
In Australien gerieten vor acht Jahren katholische Ordensschulen in Verruf, ihre Zöglinge massenhaft geschĂ€ndet zu haben. Im Vorjahr entschuldigten sich die australischen Bischöfe öffentlich und sprachen vom âersten Schritt zur Heilungâ. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr dutzende neue FĂ€lle bekannt. âNĂŒchtern betrachtetâ, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, mĂŒsse man âwohl mit weiteren EnthĂŒllungen dieser Art rechnenâ.
In Belgien wurden Bischöfe angezeigt, weil sie dem Treiben mancher Priester tatenlos zugesehen hatten. In Polen musste vor einem Jahr der Posener Erzbischof und Vertraute des Papstes zurĂŒcktreten. Junge Geistliche waren mit Berichten ĂŒber sexuelle Ăbergriffe an die Ă-ffentlichkeit gegangen. Verfahren gab es jedoch keines. Ein Pfarrer, der in Nordirland wegen Missbrauch an MinderjĂ€hrigen vier Jahre inhaftiert gewesen war, wurde erst Jahre spĂ€ter in Irland, als ĂŒber neuerliche Verfehlungen geschrieben wurde, suspendiert. Von 1994 bis 1998 wurden in 24 afrikanischen Staaten Nonnen vor allem von Benediktinern vergewaltigt. Notker Wolf, Oberer des Benediktinerordens sagte dazu, die westliche SensibilitĂ€t sei eben sehr hoch, deshalb könnten sexuelle Verfehlungen in Afrika âfalsch eingeschĂ€tztâ werden.
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