- Fed-Präsidenten verteidigen Kommunikationspolitik - Cosa, 25.08.2003, 17:02
Fed-Präsidenten verteidigen Kommunikationspolitik
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Fed-Präsidenten verteidigen Kommunikationspolitik
Frankfurt/Washington (vwd) - Die Gouverneure regionaler Federal Reserve Banks haben in der Nacht zum Freitag Vorwürfe hinsichtlich ihrer Kommunikationspolitik zurückgewiesen und zugleich bekräftigt, dass die Fed ihren Leitzins vorerst nicht anheben wird. William Poole (St. Louis) und Robert Parry (San Francisco), äußerten sich erstaunt über die Reaktionen an den Anleihemärkten nach den jüngsten Zinsentscheidungen. Poole sprach von"schlechter Vermittlung", Parry nannte die Fed-Statements"klar".
Hintergrund sind die zuletzt starken Schwankungen an den US-Anleihemärkten. Nachdem sich das FOMC in seiner Mai-Sitzung besorgt über Deflationsrisiken geäußert und die Möglichkeit von Anleiherückkäufen erwogen hatte, war es zu einer Rally an den Bondmärkten gekommen. Hierauf folgte im Juni ein Ausverkauf, nachdem die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt hatte. Zugleich hatte Fed-Chairman Alan Greenspan deutlich gemacht, das"unkonventionelle" Maßnahmen wie Anleiherückkäufe nicht bevorstünden. Viele Marktteilnehmer warfen der Fed daraufhin"Fehlinformation" vor.
William Poole betonte am Donnerstag, an den Märkten sei das Statement missverstanden worden, folgende zwei Punkte habe die Fed vermitteln wollen: Die Inflation habe erstmals seit 40 Jahren ein Niveau erreicht, bei dem man von"symetrischen Inflationsrisiken" sprechen könne, von diesem Niveau seien weder große Anstiege noch Rückgänge der Verbraucherpreise wünschenswert.
Der andere Punkt habe die von Fed-Governor Ben Bernanke und anderen aufgeworfene Frage berührt, ob die Fed implizit eine gewisse Bandbreite für den Preisauftrieb bevorzuge. Die FOMC-Aussage, die Inflation habe jetzt einen angemessenen langfristigen Zielwert erreicht, hätte eigentlich nicht zu einer Bondmarkt-Rally führen dürfen, kritisierte Poole. Seiner Einschätzung nach liege Preisstablität in der Nähe einem Prozent Teuerung.
Als entscheidend bezeichnete Poole, dass die Anleiherenditen Erwartungen widerspiegelten, die mit den Bemühungen der Fed zur Belebung der Wirtschaft übereinstimmten. Er habe keine Daten gesehen, die eine Differenz zwischen beidem nahelegten, sagte er und fuhr fort:"Diese Bewegung an den Anleihemärkten ist bald vergessen."
Auch der der Präsident der Federal Reserve Bank of San Francisco, Robert Parry, verteidigte die jüngsten Statements der Federal Reserve. Diese seien stets klar gewesen, so dass ihn die Reaktionen der Anleihemärkte überrascht habe, sagte Parry. Der so verursachte Anstieg der Hypothekenzinsen könnte über eine Dämpfung des Marktes für Eigenheime negative Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben, warnte er.
Zugleich bekräftigten einige Fed-Gouverneure ihre Einschätzung, dass die Fed vorerst ihre Leitzinsen nicht erhöhen wird. Parry sagte, die gegenwärtige Erholung könne kaum als robust bezeichnet werden, es blieben trotz ermutigender Anzeichen Risiken bestehen, zum Beispiel der jüngste Anstieg der Hypothekenzinsen. William Poole sprach von moderatem Wachstum, das unterhalb des Potenzials liege. Der Präsident der Dalles-Fed, Robert McTeer, äußerte zwar die Ansicht, dass das BIP im zweiten Quartal um mehr als drei Prozent gewachsen sein dürfte, sagte aber zugleich, angesichts steigender Produktivität sei es erforderlich, die US-Wirtschaft"mit einem höheren Tempo zu fahren", um wieder zu Beschäftigungswachstum zu kommen.
Quelle: vwd/DJ/22.8.2003/hab/cv

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