- Fundsache: Vatikan, Opus Dei und so dingens - äh! - Baldur der Ketzer, 25.08.2003, 22:09
- More of the same - HB, 25.08.2003, 22:31
- Re: Fundsache: Vatikan, Opus Dei und so dingens - äh! - Karl52, 25.08.2003, 23:42
- @Turon Suche in PL - Rene, 26.08.2003, 09:22
More of the same
-->Da lege ich noch ein paar Zeilen Lesestoff dazu:
aus"Im Namen Gottes?" von David A. Yallop:
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Seit Karol Wojtyla amtiert, ist Diskretion im Hinblick auf das Opus Dei nicht mehr ge-fragt.
Daß er ein Freund dieser Organisation ist, dafür gibt es zahlreiche Zeugnisse. In
Anbetracht der Tatsache, daß diese katholische Sekte in vielen ihrer Anschauungen der
P 2 nahesteht und daß sie heute innerhalb der Kirche im allgemeinen und der Vatikan-stadt
im besonderen eine ernst zu nehmende Kraft darstellt, scheint es angebracht, sie
hier einmal kurz vorzustellen:
Opus Dei ist eine katholische Organisation von internationaler Reichweite. Sie hat
zwar nur eine relativ geringe Mitgliederzahl (die Schätzungen pendeln zwischen 60 000
und 80 000), aber ihr Einfluß ist beträchtlich. Opus Dei ist ein Geheimorden - eine Or-
ganisationsform, die nach Kirchenrecht streng verboten ist. Opus Dei bestreitet, ein Ge-heimbund
zu sein, weigert sich aber zugleich, sein Mitgliederverzeichnis öffentlich zu-gänglich
zu machen.
Opus Dei wurde 1928 von dem spanischen Priester Josemaria Escriva gegründet. Es
verkörpert den extremen rechten Flügel der katholischen Kirche, und dieses politische
Faktum hat dafür gesorgt, daß der Organisation treue Anhänger ebenso wie erbitterte
Feinde erwachsen sind. Geistliche stellen mit rund fünf Prozent nur einen kleinen Teil
der Mitglieder; der Rest besteht aus Laien beiderlei Geschlechts. In seinen Reihen fin-det
man zwar Menschen aus allen Schichten und Sparten, doch ist Opus Dei bestrebt,
Angehörige der akademischen und politischen Elite beziehungsweise Studenten an sich
zu ziehen, die die Chance und den Ehrgeiz haben, in führende gesellschaftliche Positio-nen
aufzusteigen. Dr. John Roche, Dozent an der Universität Oxford und Exmitglied des
Opus Dei, charakterisiert die Organisation als »bösartig, geheimbündlerisch und orwel-lianisch«.
Möglicherweise hat die Vorliebe der Opus-Dei-Leute für gewisse eigentümli-che
Formen der Selbstkasteiung wesentlich zu der unfreundlichen Behandlung dieser
Sekte durch die Medien beigetragen. Gewohnheiten wie die, sich zum höheren Ruhme
Gottes selbst Hiebe auf den nackten Rücken zu verabreichen und sich Metallstrapsen
mit inwendig angebrachten Stacheln um die Oberschenkel zu schnallen, dürften aller-dings
für die meisten Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts schwer nachvoll-ziehbar
sein. Aber das ist natürlich kein Grund, an der ehrlichen Hingabe und Opferbe-reitschaft
der Opus-Dei-Mitglieder zu zweifeln. Eines der bedeutsameren Ziele, dem sie
sich mit aller Hingabe widmen, ist die Eroberung der römisch-katholischen Kirche. Nicht
nur für die große Mehrheit der Katholiken, sondern auch für alle anderen sollte dies An-laß
zu größter Wachsamkeit sein. Zweifellos weist diese Geheimgesellschaft auch be-wundernswerte
Facetten auf. Albino Luciani wies nur einen Monat vor seiner Wahl zum
Papst lobend auf einige der vom Opus Dei vertretenen geistlichen Grundprinzipien hin.
Er ging mit diskretem Schweigen über die Frage der Selbstkasteiung und ebenso auch
über die weit bedeutsamere Frage der faschistoiden politischen Philosophie des Opus
Dei hinweg. Unter Papst Johannes Paul II. erlebt der Geheimbund eine neue Blüte.
Auch wenn Karol Wojtyla nicht Mitglied des Opus Dei ist, verkörpert er doch für dessen
Gefolgsleute alles, was sie sich von einem Papst nur wünschen können. Eine der ersten
Amtshandlungen, die er nach seiner Wahl vornahm, war ein Besuch am Grab des
Gründers von Opus Dei, wo er sich zum Gebet niederließ. In der Folge hat er dem Or-den
eine persönliche Prälatur gewährt, was man als einen bedeutenden Schritt auf dem
Weg ins Kardinal-Cody-Land bewerten kann, in dem man dann nur noch gegenüber
Rom und Gott verantwortlich ist.
Mitglieder von Opus Dei sind, den eigenen Angaben des Ordens zufolge, in den Re-daktionen
von über 600 Zeitungen, Zeitschriften und wissenschaftlichen Publikationen
sowie in mehr als 50 Hörfunk- und Fernsehanstalten in aller Welt vertreten. Drei Opus-Dei-
Mitglieder saßen angeblich in den 60er Jahren im Kabinett des spanischen Diktators
Franco und halfen mit, das spanische »Wirtschaftswunder« zu vollbringen. Der Mann,
der bis vor kurzem an der Spitze des riesigen spanischen Rumasa-Konzerns stand, ist
Mitglied des Opus Dei; er mußte untertauchen, als die spanische Regierung die Konse-quenzen
aus der Einsicht zog, daß im Innern von Rumasa, ähnlich wie im Calvi-lmperium,
ein Abgrund von Korruption gähnte. Opus Dei, das bedeutet auch: enormer
Reichtum, Reichtum beispielsweise in Gestalt von Kapitalbeteiligungen und Grundbe-sitz.
José Mateos, der als der reichste Mann Spaniens gilt, pumpte Millionen in das Opus
Dei; ein beträchtlicher Teil dieses Geldes stammte aus illegalen Geschäften, die er zu-
sammen mit Calvi in Spanien und Argentinien getätigt hatte. Der Zahlmeister der P 2
Hand in Hand mit dem Zahlmeister des Opus Dei - könnte es das sein, was die Kirche
meint, wenn sie davon spricht, daß die Wege Gottes manchmal rätselhaft seien?
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