- Einzelhandel drängt auf längere Ã-ffnungszeiten (Handelsblatt, 25.08.03) - Sascha, 26.08.2003, 02:25
- Zurück in die gute alte Zeit... - fridolin, 26.08.2003, 09:07
- Re: Einzelhandel drängt auf längere Ã-ffnungszeiten (Handelsblatt, 25.08.03) - CRASH_GURU, 26.08.2003, 15:52
- Re: Einzelhandel drängt auf längere Ã-ffnungszeiten (Handelsblatt, 25.08.03) - Sascha, 27.08.2003, 02:38
Zurück in die gute alte Zeit...
-->> Eigener Kommentar: Ich frage mich was das bringen soll mit den längeren Ã-ffnungszeiten. Teile des Handels haben höhere Umsätze durch das verlängerte Samstagsgeschäft. Wenn man das unter dem Hintergrund betrachtet, daß der gesamte(!) Handel keine Umsatzsteigerungen hatte (alleine schon wegen der schlechten Konjunkturentwicklung nicht) kann man schon erkennen was das heißt. Die großen, fetten Handelsketten werden noch dicker und die kleinen Läden macht man schließlich ganz kaputt. Wo früher noch ein Tante Emma Laden war und die Atmosphäre noch ruhig, locker, persönlich und freundlich war muß man heute auf die grüne Wiese fahren, sich in zehn Meter Schlangen stellen, teilweise noch in Parkhäuser fahren, sieht überall hektische, gestresste Leute die entweder an der Kasse entnervt warten oder Kassiererinnen die auch genervt sind weil die Schlange nicht kürzer wird. Da frage ich mich manchmal was denn besser ist? Ganz so leicht zu beantworten ist die Frage nicht. Für alte Leute dürfte es ziemlich sch.... sein wenn sie kein Auto haben oder nicht mehr fahren können und es den nächsten Riesenladen in 5 km Entfernung gibt.
Ja, ja, die gute alte Zeit, wo die Läden noch um 18:30 schließen mußten und dies meist schon um 18:00 taten... man hatte als Berufstätiger bis 17:00 zu arbeiten und durfte dann hopplahopp in einer knappen Stunde seine Besorgungen im Laufschritt zusammenraffen. Und am Samstag waren die Kaufhäuser gerammelt voll, so daß kaum mehr ein Durchkommen war. Alles wunderschön auf die fünfziger Jahre ausgelegt, wo der Mann draußen im"feindlichen Leben" das Geld verdiente und die Hausfrau am Herd stand und viel Zeit zum Einkaufen tagsüber hatte - einschließlich Dorfklatsch im Tante-Emma-Laden. Es lebe die"gute alte Zeit"! Ach wenn es doch immer so bliebe, ach wenn es doch immer so blieb'... ;-)
Um's wieder einmal zu sagen: Niemand ist gezwungen, den Laden offenzuhalten. Gerade die kleineren Geschäfte könnten sich flexibel auf die Zeiten des tatsächlichen Bedarfs einstellen (das haben sie früher übrigens auch getan, wenn auch ohne Erlaubnis). Wenn Du Dir die USA anschaust, wo weitgehend Freizügigkeit in dieser Sache besteht, wirst Du auch den Effekt feststellen, daß die billigeren Läden keinesfalls rund um die Uhr aufhaben, sondern nur zu den umsatzstärksten Zeiten. Diese richtigen sich allerdings an den tatsächlichen Bedürfnissen der Konsumenten aus (z.B. ist von 18-21 Uhr meist Hochbetrieb) und nicht an dem, was Beamte am grünen Tisch so für richtig halten.
Gruß

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