- Zurück aus Königsberg+Baltikum - FAZIT: GENIAL + FASZINIEREND - Praxedis, 28.08.2003, 11:34
- bin sehr gespannt auf die Fortsetzung. Wie ist die kurische Nehrung??? (owT) - Mat72, 28.08.2003, 13:15
- Auf alle Fälle ein krasser Infrastruktursprung zw. RUSSLAND und LITAUEN - Praxedis, 28.08.2003, 14:04
- Re: Zurück aus Königsberg+Baltikum - FAZIT: GENIAL + FASZINIEREND - Welwitschia, 28.08.2003, 13:50
- Bin im September in Lettland - Mat72, 28.08.2003, 19:22
- Ein schönes Fleckchen Erde - die lettische Ostseeküste - Praxedis, 28.08.2003, 20:42
- bin sehr gespannt auf die Fortsetzung. Wie ist die kurische Nehrung??? (owT) - Mat72, 28.08.2003, 13:15
Zurück aus Königsberg+Baltikum - FAZIT: GENIAL + FASZINIEREND
-->Wie bringt man seine Freundin und ihre 13-jährige Tochter dazu, nicht an die Strände der Adria, des Mittelmeeres bzw. auf die Ballermann-Insel zu fahren und dafür ein bisschen Abenteuer im wilden Osten zu erleben?
Man macht Ihnen die Zunge wässrig mit alten Trakehnergestüten, verspricht die Ansicht alter Ritterordensburgen, „bestellt vorab bei Petrus“ 21°C warmes Ostseewasser mit 1,5 m hohen Wellen und tollem Sonnenschein an menschenleeren Stränden - und - fährt einfach in der Frühe gen Osten los:-)
FAZIT der Königsberg-Baltikum-Tour: GENIAL, FASZINIEREND, EINFACH EIN MUSS!
Abgesehen von der sehr interessanten Fluss-Seenketten-Landschaft in Ostlettland und Nordost-Litauen ist besonders das ehemalige Nord-Ostpreußen als Entdeckungstour empfehlenswert. Wer keine direkten familiären Beziehungen zu diesem ehemaligen deutschen Landstrich hat und ansonsten kein Interesse am Entdecken, wird es sicherlich schwer haben, sich mit all dem, was da „noch“ zu sehen ist, auseinanderzusetzen. Aber wer zusätzlich ein Faible für besonders deutsche Geschichte hat und etwas Neues entdecken will, der dürfte keine Schwierigkeiten haben.
Be“waffnet“ mit Wissen über die mittelalterliche Geschichte (Deutscher Ritterorden) und ganz besonders über die Jahre 1933-1945 sowie dem Buch „Fernes, nahes Land“ von Bednarz und einem sehr guten Nordostpreußen-Reiseführer machten wir uns also in das einst gesperrte Gebiet um Kaliningrad auf.
Das Bemerkenswerteste und im Nachhinein auch Traurigste war der Umstand, dass das früher als Deutschlands Kornkammer geltende Nordostpreußen nahezu fast vollständig versteppt daliegt. Hunderte Dörfer und Dorfstellen wurden dem Erdboden gleichgemacht und von ihrer Existenz zeugen heute nur noch Obstbaumwiesen und Holunderbüsche an alten Fundamenten. Was aber nicht heißen soll, dass grundsätzlich alles von den Sowjets geschliffen wurde. Komplett erhaltene Bahnhofsgebäude, Speicher, Reste von Ordensburgen sowie Verwaltungsgebäude stehen nach wie vor, jedoch in erbarmungslos heruntergekommenem Zustand. Die Landschaft ist weit und offen, man fühlt sich manchmal in den mittleren Westen der USA oder in die Steppengebiete der Ukraine bzw. Südrusslands versetzt. Unter herrlichsten Alleen (Kastanien, Linden, Eichen, Obstbäume) gleitet man mit dem Auto dahin, teils auf staubigen Waschbrettpisten oder auf der fast autofreien und über 20 m breiten Hauptverkehrsstraße, die das ehemalige Königsberg mit Litauen verbindet und die Kaliningrader Oblast in einen nördlichen und südlichen Teil teilt.
Das ehemalige Hauptgestüt Trakehnen ist nur noch zum Teil vorhanden, Pferde gibt es dort schon seit 58 Jahren nicht mehr (schade). Einzig allein das Landesstallmeisterhaus mit dem Eingangstor (und dem daran angebrachten Brandzeichen der Trakehnerpferde, der Elchschaufel) ist noch gut erhalten und wird als kleine Ausstellung und Mittelschule genutzt. In der kleinen Ausstellung werden deutsch/russisch beschriftete historische Fotos des Gestüts dargestellt und per Video kann man sich einen 15-minütigen Zusammenschnitt alter Propagandafilme über das Trakehnerpferd aus den mittleren 1930er Jahren ansehen. Reithallen, Pferdeboxen, Koppeln etc. alles wirkt verfallen und bemitleidenswert. Pferdenarren, die noch Lust und Muse zum auch mal „freiwillig-mit-anpacken“ haben, könnten hier innerhalb von zwei Jahren wieder ein Zentrum der Pferdezucht aufziehen, was sich als internationale Anlaufstelle etablieren könnte. Doch die Zeit scheint noch zu schlafen, die Politik lahmt und das Geld wird zwischenzeitlich für alles andere zum Fenster sinnlos hinausgeschmissen.........
....Fortsetzung folgt in kleinen Sprüngen.....:-)

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