- Alltag im Abbruchaffenland - Baldurs Impressionen vom 28.8.03 - Baldur der Ketzer, 28.08.2003, 23:29
- Vier. Erholsame Nacht!:-)) (owT) - YooBee, 28.08.2003, 23:41
- Re: Alltag im Abbruchaffenland - Baldurs Impressionen vom 28.8.03 - chiron, 28.08.2003, 23:49
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- Ich knack 'ne Bank und geh schlimmsten falls surven... ;-) - stocksorcerer, 29.08.2003, 08:24
- Ich knack 'ne Bank und geh schlimmstenfalls surfen - Emerald, 29.08.2003, 08:43
- Du bist nicht auf dem letzten Stand;-))) - Euklid, 29.08.2003, 10:03
- Dafür verkaufen die Kindern Abführmittel, ist ja besser als eine Bulemie - LenzHannover, 29.08.2003, 21:20
Ich knack 'ne Bank und geh schlimmsten falls surven... ;-)
--><center>Surfen auf Staatskosten?</center>
Huhu Baldur,
ist doch erstaunlich, dass es nicht nur Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, sondern mittlerweile auch Kriminellen besser geht, als so manchem braven (oder soll ich sagen: saublöden) Arbeiter.
Das sind auch Beispiele für die Zerfallserscheinungen eines maroden Apparates. In Florida wohnt man mit 1500€ Beihilfe aus Niedersachsen am Strand und die Knackis spielen Sport&Fun.
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SPIEGEL ONLINE - 29. August 2003, 6:21
URL: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,263351,00.html
Sozialstaat
Empörung über Surfkurse für Kriminelle
Von Martin Dommer
Ein neuer Fall von Sozial-Sponsoring erzürnt Bürger und Politiker: Das Land Nordrhein-Westfalen zahlt Straftätern Surf- und Skikurse. Die einzigartigen Ausflüge gelten als"pädagogische Maßnahme".
Hamburg - Für den stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden in Nordrhein Westfalen, Robert Orth, ist die derzeitige Regelung unhaltbar."Ich sehe ja noch ein, dass Maßnahmen mit Gemeinschaftscharakter zur Resozialisierung sinnvoll sind, aber Straftätern aus Steuergeldern Freizeitspaß zu finanzieren, geht zu weit", sagte Orth gegenüber SPIEGEL ONLINE.
Aufmerken ließ den FDP-Fraktionsvize ein Controlling-Bericht"Förderprogramm gemeinnützige Arbeit" des Düsseldorfer Landesjustizministeriums, in dem unter der Rubrik"pädagogische Maßnahmen" im Rahmen der Bewährungshilfe neben Forsteinsätzen auch Surfkurse, Segeltraining und Radtouren auftauchten. Freizeitspaß als Alternative zu einer Haftstrafe oder Bewährungsauflagen?
Jährlich 23.000 Euro in NRW für Resozialisierungsmaßnahmen
Orth hakte nach und erhielt schriftlich die Auskunft durch die gemeinsamen Maßnahmen solle bei den Probanden"die häufig kaum vorhandene Gemeinschaftsfähigkeit - Anerkennung von Regeln, Rücksicht auf andere, Disziplin, Unterordnung, Zusammenarbeit auf ein Ziel hin - entwickelt und gestärkt werden". Die Trainingsmaßnahmen seien in den letzten Jahren von diversen Bewährungshilfestellen und einer gerichtlichen Entscheidung als Alternativen zur Verhängung von Geld- und Arbeitsauflagen entwickelt worden. In den Jahren 2000 bis 2002 seien hierfür jeweils 23.000 Euro aus dem Justizhaushalt des Landes bereitgestellt worden. Für 2003 ist der gleiche Betrag vorgesehen.
Gegenüber SPIEGEL ONLINE bestätigt der Pressesprecher des Landesjustizministeriums NRW, Ralph Neubauer, die Etatbereitstellungen. Es handele sich um Projekte, die von den Bewährungshilfestellen bei den zuständigen Landgerichten beantragt und schließlich bei Genehmigung, mit Landeshaushaltsmitteln bezuschusst würden."Man kann hier nicht von einem Segelurlaub oder einer Skifreizeit im herkömmlichen Sinne sprechen", verteidigt Neubauer die Projekte."Das läuft alles ganz bescheiden ab, die Probanden versorgen sich selbst und die Unterbringung ist nicht gerade luxuriös. Es geht darum Sekundärtugenden wie Gemeinsinn, Hilfsbereitschaft etc. zu trainieren."
Derzeit gibt es in NRW 46.000 Probanden
Über mangelnde Nachfrage kann sich Nordrhein-Westfalen jedenfalls nicht beklagen. Für 2004 liegen bereits so viele Anmeldungen vor, dass die Kosten auf gut 64.000 Euro ansteigen würden."Im Moment sind allerdings alle freiwilligen Zuwendungen auf Null heruntergefahren", sagt Neubauer. Bislang zahlte das Land jedem Übeltäter maximal 50 Cent Zuschuss für die sportlichen Aktivitäten, klassischen Therapien, Diskussionsrunden und PC-Schulungen. 46.000 Probanden sind es derzeit.
In anderen Bundesländern hat man für soviel Großzügigkeit kein Verständnis."In der jetzigen finanziellen Situation geht es eindeutig zu weit, teure Surfkurse zu bezahlen. Mir kann keiner erzählen, dass die für die Resozialisierung unbedingt notwendig seien", sagt etwa Fabian Scherf vom Justizministerium in Rheinland-Pfalz.
Schwitzen statt Sitzen
Dort heißt die Devise für Straftäter"Schwitzen statt Sitzen". Wer eine Straftat begeht, die auf Bewährung mit Auflagen ausgesetzt werden kann, geht in den Stadtpark, statt in den Knast. Rheinland-Pfalz setzt auf gemeinnützige Arbeit, soziale Trainingskurse und Täter-Opfer-Ausgleiche. Wie auch in Bayern werden hier fast alle Maßnahmen im Rahmen der Bewährungshilfe über so genannte"Bußgeldzuweisungen" finanziert.
Gesetzesbrecher, deren Verfahren von der Staatsanwaltschaft gegen Zahlung eines Bußgeldes eingestellt werden können, zahlen das Geld an gemeinnützige Vereine und Einrichtungen, wie etwa Bewährungshilfeeinrichtungen."Praktisch zahlt hier ein Täter für die Bewährungsmaßnahmen eines anderen", erklärt Kord Lemke, stellvertretender Pressesprecher am Bayerischen Staatsministerium der Justiz."Aus Haushaltsmitteln gibt es hier keine Zuschüsse."
Auch im Norden lehnt man Steuerfinanzierte Freizeitangebote für Straftäter ab."Bezuschussungen für Segelkurse oder ähnliche Freizeitveranstaltungen kann ich für Hamburg sicher ausschließen", sagt Kai Nitschke von der Justizbehörde der Hansestadt."Abgesehen davon, dass man sich fragen sollte, wie sinnvoll solche Veranstaltungen sind, haben wir für so etwas schlichtweg kein Geld." Aus dem ebenfalls hoch verschuldeten Osten kommen ähnliche Töne. Petra Marx vom Landesministerium der Justiz in Brandenburg:"Für derartigen Luxus gibt es bei uns kein Haushaltsgeld. Die Maßnahmen haben alle primär etwas mit Erziehung zu tun, weniger mit Spaßurlaub."
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Dein Bild mit der Lawine war so schön. [img][/img] Das wollte ich Dir noch sagen.
winkääää
stocksorcerer
<ul> ~ http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,263351,00.html</ul>

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