- ATTENTAT: SchiitenfĂĽhrer Mohammed Bakir al-Hakim ermordet - stocksorcerer, 29.08.2003, 18:17
- Re: ATTENTAT: SchiitenfĂĽhrer Mohammed Bakir al-Hakim ermordet - Loki, 29.08.2003, 22:53
ATTENTAT: SchiitenfĂĽhrer Mohammed Bakir al-Hakim ermordet
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Tot: SchiitenfĂĽhrer Mohammed Bakir al-Hakim </center>
SPIEGEL ONLINE - 29. August 2003, 17:21
URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,263492,00.html
Chaos im Irak
Autobombe tötet Saddams Gegenspieler
Fünf seiner Brüder ließ Saddam ermorden, nun traf es den Scheich selbst: Bei einem verheerenden Attentat in Nadschaf sind der einflussreiche Schiitenführer Ajatollah Mohammed Bakir al-Hakim und mindestens weitere 74 Menschen getötet worden. Der Anschlag wurde nahe der Imam-Ali-Moschee verübt, einer der heiligsten Stätten der Schiiten.
Bagdad - Als al-Hakim die Moschee in Begleitung seiner Leibwächter nach dem Freitagsgebet verlassen habe, seien zwei Autos mit gewaltigen Detonationen explodiert, berichtet sein Neffe Mohsen Hakim gegenüber CNN. Nach Krankenhausangaben wurden mindestens 75 Menschen bei dem Anschlag getötet und weitere 140 zum Teil schwer verletzt worden. Fahrzeuge und Geschäfte in der Umgebung der Imam-Ali-Moschee wurden von der Detonation völlig zerstört.
Al-Hakim war der Vorsitzende des Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak (Sciri). Dies ist eine der wichtigsten und einflussreichsten Schiitengruppen des Landes. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag 150 Kilometer südlich von Bagdad. Verwaltungsratsmitglied Achmed Tschalabi beschuldigte Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Fünf Brüder von al-Hakim waren vom Saddam-Regime ermordet worden. Al-Hakim selbst floh 1980 nach Teheran, wo ihm seine iranischen Glaubensbrüder Asyl gewährten, und kehrte nach dem Sturz des Saddam-Regimes in seine Heimat zurückgekehrt.
Erst vor knapp einer Woche war ein Onkel des Geistlichen bei einem Attentat in Nadschaf verletzt worden. Der US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, verurteilte das Attentat auf al-Hakim scharf und versprach die Hilfe der alliierten Truppen bei der Aufklärung des Verbrechens. Die Feinde eines neuen Iraks schreckten vor nichts mehr zurück, heißt es in einer in Bagdad verbreiteten Erklärung Bremers. Erneut seien unschuldige Iraker getötet und einer der heiligsten Plätze im Islam geschändet worden.
Das Attentat ist bereits der dritte schwere Autobombenanschlag im Irak in diesem Monat. Am 19. August starben bei einem Anschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen in Bagdad 23 Menschen, darunter der Uno-Menschenrechtskommissar und Sonderbeauftragte für den Irak, Sergio Vieira de Mello. Am 7. August wurden vor der jordanischen Botschaft in Bagdad elf Menschen durch eine Autobombe getötet.
Die Folgen der neuerlichen Explosion sind noch unabsehbar. Im schlimmsten Fall droht dem Irak jetzt ein Bürgerkrieg innerhalb der schiitischen Bevölkerungsmehrheit. Rund zwei Drittel der Iraker sind Schiiten. Seit dem Sturz von Saddam Hussein hatte es in Nadschaf immer wieder Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der wichtigsten schiitischen Führer gegeben.
Der Oberste Rat hat mit Abdelasis al-Hakim einen Bruder des Sciri-Chefs als Vertreter in den 25 Mitglieder umfassenden Provisorischen Regierungsrat im Irak entsandt. FĂĽr die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Besatzungsmacht ist Sciri von anderen schiitischen Gruppen wiederholt kritisiert worden.
Erst am vergangenen Sonntag war Saijid Mohammed Said Hakim, ein Onkel des Sciri-Vorsitzenden, bei einem Bombenanschlag gegen die Schiitengruppe in Nadschaf leicht verletzt worden. Drei seiner Leibwächter wurden dabei getötet. Auch dieser Anschlag hatte sich in der Nähe der Imam-Ali-Moschee ereignet.
Am 10. April war der moderate Schiitenführer Abdel Madschid al-Choei nach Angaben seiner Anhänger in der Moschee ermordet worden. Ein Sprecher der in London ansässigen al-Choei-Stiftung hatte damals erklärt, der Geistliche sei von mehreren Männern mit Messern angegriffen und getötet worden. Al Choei war erst zwei Wochen zuvor aus zwölfjährigem Londoner Exil in seine Heimat zurückgekehrt.
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Wollen wir dabei mal nicht vergessen, dass Schiitenführer Mohammed Bakir al-Hakim nicht nur der größte Feind von Saddam Hussein gewesen ist, (was mittlerweile eigentlich kaum noch zählen sollte), sondern auch derjenige Kopf im Irak, der das größte Bollwerk gegen einen hörigen amerikanischen Vasallenstaat darstellte. Derjenige Ayatollah, der sämtliche Schiiten Iraks auf seiner Seite wußte und Unterstützung von den Schiiten Irans und auch Saudi-Arabiens erhielt. Ich frage CUI BONO.
Und ich frage mich, ob sich da (in Nähe der Autobombe) zuvor wieder bärtige, in einheimische Kleidung gehüllte Männer in einem Jeep verfahren haben, die ansonsten in perfektem Englisch nach dem Weg fragen, wenn sie plötzlich mal angehalten werden......
Ein echter Machtkampf geschieht zwischen zwei Parteien immer erst, wenn der Besatzer raus ist, der das Land ausplündert. Weder versprengte Saddamtreue Soldaten noch andere dem Irak verpflichtete bzw. loyale Kräfte haben ein berechtigtes Interesse daran, den Schiiten jetzt zu Leibe zu rücken.
Nur eine einzige Gruppierung mag davon profitieren mit Scheckheft und Postenzusicherungen. Und das wären diejenigen ehemaligen Bath-Seilschaften, deren sich die Amerikaner im Irak bedienen. Auftragsarbeit? Von wem in Auftrag gegeben? Ja..... wer spielt mit?
Alles abwegig? Wohl kaum.
winkääää
stocksorcerer

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