- RAND - Die"Player" hinter dieser einflußreichen Lobby - stocksorcerer, 29.08.2003, 23:48
RAND - Die"Player" hinter dieser einflußreichen Lobby
-->Aus dem Kapitel:"Wer befiehlt Amerika".... [img][/img]
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»Handle heidnisch...«
Die Bush-Regierung läßt sich bei ihren Entscheidungen weniger von evangelikaler Apokalyptik als von den rationalen Überlegungen der RAND Corp. leiten. Ein Porträt des Think Tank
Folgt man den Debatten in deutschen Presseerzeugnissen, entsteht der Eindruck, die Bushisten in Washington zwischen State Department und Pentagon ließen sich vornehmlich von religiösen Fundamentalisten und einem deutsch-jüdischen Philosophen namens Strauss leiten.
Rhetorik und Regierungspraxis sind aber noch lange nicht dasselbe. »Rede viktorianisch (d. h. angelsächsisch christlich), und handle heidnisch«, rät Pentagon-Ideologe Robert Kaplan. 1) Würde nicht am Ende die amerikanische Neigung zu pragmatischen Lösungen über atavistische Weltanschauungen triumphieren, es wäre unerklärlich, wie die USA erfolgreich und in aller Stille in 170 Ländern der Erde ihre »silent professionals«, ihre effektiv handelnden Agenten, arbeiten lassen können. 2) Diese Leute agieren in Kleingruppen, passen sich den Landesgewohnheiten an, sprechen die Landessprache flüssig und wissen genau, welche Personen und Cliquen sie für welche Zwecke der USA einspannen können. Mögen miserabel instruierte GIs im Irak Minarette unter Feuer nehmen, weil sie jene Türme für Funkstationen halten: An den entscheidenden Stellen der Bush-Administration sitzen Leute, die über den Irak bestens unterrichtet sind. 3).
Staat im Staate
In aller Stille hat sich in den USA ein Wissenskonglomerat herangebildet, das zu einem Staat im Staate zu werden sich anschickt. Die Rede ist von RAND. RAND steht für Research and Development (Forschung und Entwicklung). Die Corporation ist ein privater Think Tank, der sich durch staatliche Zuschüsse, private Spenden und Erträge aus Auftragsgutachten finanziert. Er verfügt über einen Stamm fester Mitarbeiter, die für RAND-Projekte profilierte Wissenschaftler aus aller Welt heranziehen. Mit Doktorandenstipendien und Fellowships zieht das Wissenszentrum Nachwuchs heran. RAND ist keiner politischen Richtung verpflichtet. Die US-Regierungen der Demokraten und Republikaner kommen und gehen, RAND aber bleibt, und kein Präsident würde es wagen, sich der beratenden Umarmung durch RAND zu entziehen.
RAND ist eine Geburt der Rüstungsindustrie. Die Generäle H.H. Arnold und Curtis LeMay sowie Edward Bowles vom Massachussetts Institute for Technology (MIT) hatten am Ende des Zweiten Weltkriegs folgendes begriffen: Während des Krieges waren Massen der besten Wissenschaftler aus aller Welt in die amerikanische Rüstungsindustrie eingebunden worden. Diese Konzentration technisch-wissenschaftlicher Intelligenz hatte technologische Entwicklungsschübe wie noch nie ausgelöst. Die Luxushirne wollte man nicht so einfach wieder im Zivilleben verschwinden lassen. Also schuf man eine Organisation, um die Leute zu halten.
Im Büro der Douglas Aircraft im kalifornischen Santa Monica wurde das Projekt aus der Taufe gehoben. Das erste Gutachten schätzte 1946 die Entwicklungschancen von Satelliten ab. 1948 wurde die RAND ganz offiziell gegründet.
Mit dem neuentwickelten Magnetbandcomputer UNIVAC befreite RAND 1951 die amerikanische Volkszählungsbehörde von den lästigen Hollerith-Lochkarten. Rüstung und Administration wurden in den fünfziger und sechziger Jahren mit computertechnischen Konzepten aus dem Hause RAND wesentlich windschnittiger gestaltet. RAND-Mann Paul Baran erfand das »Packet Switching«, eine Methode, elektronische Nachrichten über lange Entfernungen in Segmente zu zerlegen, über verschiedene Leitungen simultan zu versenden und so das Übermittlungstempo zu beschleunigen. Wie die hauseigene Chronik von RAND berichtet, haben sich ihre Forscher in jenen Jahren mit Spieltheorie, linearem und dynamischem Programmieren, mathematischem Modellieren und Simulieren, Netzwerktheorie sowie Kosten- und Systemanalyse für Militärs befaßt.
In den Jahren der Johnson-Regierung erweiterte RAND ihren Tätigkeitsbereich auf soziale Felder. »Systemanalyse diente als methodische Grundlage für sozialpolitische Planung sowie für die Analyse so verschiedenartiger Bereiche wie Niedergang städtischer Strukturen, Armut, Gesundheitsfürsorge, Erziehung und die effiziente Einrichtung kommunaler Dienste wie Polizeischutz und Feuerwehr«, faßt RAND-Doktorand David Jardini zusammen.
RAND ist flexibel. Ein Energiegutachten für die Region Columbia gibt sich rot-grün: Der Abriß von vier Staudämmen mit Wasserkraftwerken wird vorgeschlagen. Die Wasserläufe sollen renaturiert werden. Lachse sollen sich wieder tummeln. Energiesparen ist Trumpf, und es soll in erneuerbare Energie investiert werden. Das, so schätzt RAND, bringt 15 000 neue Arbeitsplätze!
Geopolitische Analysen
RAND ist mittlerweile in allen Ecken dieser Welt präsent mit Gutachten, Planspielen und geopolitischen Analysen. Stolz verweist RAND auf eine Anzahl »größerer Kunden und Sponsoren«, u.a. in Deutschland. Neben DaimlerChrysler und Airbus gehören zu den deutschen Großkunden auch das Bundesverkehrs- und das Bundesverteidigungsministerium. Die jW-Frage nach dem Charakter dieser Kooperation beantwortete das Verteidigungsministerium recht allgemein: Es handle sich um Forschungsaufträge, »um Projekte aus den Bereichen Sicherheitspolitik, Militärpolitik und transatlantische Rüstungskooperation«.
Die Kerngeschäfte von RAND liegen nach wie vor in den Bereichen Militär und Innere Sicherheit. Einen Einblick, wie RAND politischen Einfluß nimmt, bietet die Juli-August-Doppelnummer dieses Jahres in der amerikanischen Zeitschrift Atlantic Monthly. Verschiedene RAND-Autoren informieren die Ã-ffentlichkeit über zehn Krisenregionen dieser Welt, die ihrer Ansicht nach gründlicher unter die Lupe genommen werden sollten. Beispielsweise Rußland. Julie Davanzo entwirft ein erschütterndes Bild. Die Bevölkerung sei in den letzten zehn Jahren um drei Millionen Menschen geschrumpft. Alkoholismus, Tuberkulose und AIDS führten dazu, daß sich die Sterblichkeitsrate unter jungen Männern zwischen 15 und 25 Jahren verdoppelt habe und damit dreimal so hoch sei wie in der Vergleichsgruppe in den USA. Die Hoffnungslosigkeit drückt sich zudem in stark verminderten Geburtenraten aus. »Anders als in europäischen Staaten, die ebenfalls eine Abnahme in der Kopfzahl unter jungen Menschen verzeichnen, ist Rußland im Moment nicht in der Lage, den Verlust an Humankapital dadurch auszugleichen, daß es mehr Geld investiert in sein Militär und in die anderen Sicherheitsorgane.«
RAND bewegt sich in einem bellizentrischen Orbit: Weil Spannungen zunehmen und diese Spannungen unerklärt bleiben, können Konflikte nur mit militärischen oder polizeilichen Mitteln gelöst werden. RAND finanziert sich zum großen Teil aus Bedrohungsgutachten für Pentagon und Rüstungsindustrie. Und RAND liefert dem für Finanzmittel zuständigen US-Kongreß und der Presse in den USA die Begründungen, warum mehr Geld in die US-Rüstung gepumpt werden soll.
In der Atlantic Monthly raunen RAND-Autoren, Rußland, China, Pakistan, Nordkorea sowie der Iran seien in den nächsten fünf Jahren in der Lage, Satelliten mit Nuklearraketen zu beschießen. Wahrscheinlich kommt keine Nation auf so eine idiotische Idee, räumen die Autoren Mueller und Harris ein, aber man kann ja nie wissen...
Noch mehr Flugzeugträger
John Birkler und John Schank finden, daß zwölf Flugzeugträger für die USA nicht ausreichen. Zwölf Milliarden Dollar für den Bau eines einzigen Flugzeugträgers und 100 Millionen Dollar pro Jahr für deren Unterhaltung sind zugegebenermaßen viel Holz. Und dann ist so ein Pott nur ein Drittel seiner Lebenszeit wirklich im Einsatz. Aber mit Flugzeugträgern können die USA in den internationalen Gewässern überall herumoperieren. Im Irak-Krieg habe der Bestand an Flugzeugträgern noch gerade so gereicht, aber: »Wenn man bedenkt, welchen militärischen und sicherheitstechnischen Herausforderungen die USA sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stellen werden, dann sind zwölf Flugzeugträger einfach zu wenig.« Das wird hart für den US-Etat, wissen Birkler und Schank, aber Opfer müssen sein...
Neben solchen Appellen an die Adresse der Politiker, öffentliche Gelder in die Taschen der Rüstungskonzerne umzuleiten, gibt es die allgemeineren geopolitischen Bedrohungsszenarien, die als Antwort ganz neue Rüstungssysteme verlangen. Da warnt RAND-Expertin Christine Fair vor einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Indien und Iran, die den geopolitischen Interessen der USA, dem Bau einer Pipeline von Zentralasien an den Persischen Golf, in die Quere kommen könnte.
Das spektakulärste Bedrohungsszenario, mit dem RAND unfreiwillig in die Topnachrichten geraten ist, basiert auf einer peinlichen Fehlbesetzung im Washingtoner RAND-Büro. Der dort stationierte französische Politologe Laurent Murawiec nutzte seine Credentials als RAND-Mitarbeiter, um sich im August letzten Jahres von Richard Perle als Gastredner zu einer Sitzung des Defense Policy Board (DPB) einladen zu lassen. Dieses Gremium, besetzt mit Top-Leuten aus dem Pentagon und der Rüstungsindustrie, berät die US-Regierung in zentralen Fragen - ohne jede demokratische Legitimation. Der - inzwischen zurückgetretene - DPB-Vorsitzende Richard Perle ist ein beinharter Scharon-Lobbyist (junge welt vom 15. Juli 2003).
Murawiec schloß seinen Laptop an die Projektionsmaschine an und hielt einen aufrüttelnden Vortrag, unterstützt von bunten Graphiken und Tabellen, in dem er zu dem Schluß gelangte, die Terrorgruppe Al Qaida habe ihren Heimatbahnhof im saudiarabischen Establishment. Die USA müsse die Saudis fortan als Feinde behandeln, die US-Konten der Saudi-Prinzen einfrieren und letztendlich die saudischen Ã-lfelder beschlagnahmen.
Perle hatte gut vorgearbeitet: Am nächsten Tag diskutierten alle Talkshows der USA die Frage, »ob wir den Saudis noch vertrauen können«. RAND hatte alle Hände voll zu tun, sich von den abenteuerlichen Spekulationen ihres Mitarbeiters Murawiec zu distanzieren.
Bleibt die Frage, auf welche Weise ein rechtsextremer Fanatiker wie Murawiec in die oberen Etagen von RAND gelangen konnte. Murawiec, Sproß trotzkistischer Eltern, betätigte sich in den achtziger Jahren in der Wiesbadener Europazentrale der EAP, einer obskurantistischen Sekte um den amerikanischen Multimillionär Lyndon LaRouche. Dann wurde er politischer Berater einer Genfer Bank, der Geldwäsche für Drogenbarone nachgesagt wird, sodann Berater im französischen Verteidigungsministerium, um schließlich bei RAND unterzukommen. Er ist von RAND bislang nie verwarnt worden.
Drehtüreffekt
Im Aufsichtsrat (Board of Trustees) der RAND Corp finden wir allerlei ehrenwerte Ruheständler aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, wie den ehemaligen schwedischen Regierungschef Carl Bildt. Noch etwas frischer im Saft sind John S. Reed, der die Bank Citigroup vertritt, oder Donald Rice von der Agensys Inc. Da ist auch Paul O’Neill, der zunächst den Alumiumkonzern Alcoa in Pittsburgh sanierte, bevor er im Jahre 2001 Finanzminister bei George Bush II. wurde. O’Neill wollte die Entwicklungshilfe komplett abschaffen und die Staatsfinanzen durch eine rigide Ausgabensperre sanieren. Die Republikaner ekelten ihn im Dezember 2002 aus dem Kabinett, sie sind nicht im mindesten daran interessiert, den Staat durch sanierte Finanzen wieder handlungsfähig zu machen.
Gleich zwei Herren vertreten die Carlyle-Gruppe, die sich im Rüstungs- und Erdölgeschäft im Umfeld der Bushisten besonders vorteilhaft positionieren konnte. Da ist zum einen Carlyle-Vorstand Arthur Levitt, zum anderen Frank Carlucci, ehemals Verteidigungsminister und jetzt enger Berater von Donald Rumsfeld, den er zu jeder Tages- und Nachtzeit mit den neuesten Angeboten von Carlyle vertraut machen darf.
Um die ganze Dynamik US-amerikanischer Gravitationszentren wie RAND zu begreifen, muß man sich den sogenannten Drehtüreffekt (Revolving Door Effect) vergegenwärtigen. Das Curriculum eines amerikanischen Karrieremenschen sieht so aus, daß er einen Studienabschluß an einer eleganten Uni macht, dann eine Zeitlang einen Industriekonzern managt, in einem Think Tank mitwirkt, einer Uni als Dekan - de facto als Geldbeschaffer - vorsteht, und seinen Kurswert durch ein politisches Amt noch einmal steigert. Die RAND-Alumni, ehemalige Mitarbeiter des Think tanks, rotieren auf diese Weise kreuz und quer durch die oberen Etagen der US-Gesellschaft.
In einer Zeit, wo der Staat und die Kommunen finanziell kollabieren, treten immer stärker private Gruppierungen wie RAND auf den Plan und übernehmen Aufgaben, die bislang der Staat wahrgenommen hat. An die Stelle der öffentlichen Abstimmung und Diskussion über Ziele und Reichweiten gesellschaftlicher Vorhaben tritt eine unkontrollierbare Planung auf mäzenatischer Basis. RAND hat die Entdemokratisierung in die Hände genommen und preist die Enteignung des Volkssouveräns als »Ã-ffentlich-Private Partnerschaft« (Public-Private Partnership - PPP). RAND ist dabei, wenn Küstenschutzprojekte oder Klimaüberwachung neu strukturiert werden und hortet die ermittelten Daten.
RAND hat die Konzeption des neuen Ministeriums für Heimatschutz geprägt. Bevor das Ministerium überhaupt eingerichtet war, hatte RAND bereits alle Informationsfäden in ihren Büros verknüpft und sich selbst zum Sammelpunkt aller sensiblen Informationen gemacht. Zunächst trafen sich 127 Vertreter von Bund, Bundesstaaten, örtlichen Verwaltungen und der Privatindustrie im Washingtoner RAND-Büro und ermittelten, welche Transporteinrichtungen für terroristische Anschläge besonders verwundbar sind. In einer zweiten Runde erzählten Energieexperten der RAND treuherzig, wo ihre Achillesfersen liegen. Diese Befunde wertete RAND aus, um in einer dritten Runde Leuten, die als erste im Falle einer terroristischen Attacke handeln müssen, zu sagen, was sie tun sollen. Als Heimatschutzminister Thomas Ridge sein Amt antrat, hatte RAND die Hausaufgaben des Ministers schon gemacht.
Was für die Kriege draußen gilt, das ist auch für die Kriege im Innern gültig. Warum Leute aufmüpfen, ist egal. Für RAND ergibt sich hier nur ein Securityproblem. Und dafür haben die personell und finanziell assoziierten Privatfirmen technische Lösungen zur Hand. So wissen die Autoren Critton und Anton in Atlantic Monthly zu berichten, daß sich Bösewichte in dichtbesiedelten Stadtbereichen gut einnisten können. Was also tun? Critton/Anton bieten Microair Vehicles - kleine Videokameras - an, die den Soldaten begleiten. Minikameras in Flugrobotern, die aussehen wie Insekten, brummen in vom Feind besetzten Gebieten und senden das Bild zu den wackeren GIs. Smart Dust: Ein intelligenter Staub legt sich auf Feindesland und dient mit Kleinstspiegeln als Reflektor für Laserabtastung. Echte Insekten sollen die Vergiftung uneroberter Territorien abchecken.
NGOs im Visier
Abschließend seien noch internationale Bürgerrechts- und Umweltorganisationen darauf hingewiesen, daß sie sich seit geraumer Zeit im Visier der RAND befinden: »Der Kampf der Zukunft spielt sich nicht ab zwischen Armeen der führenden Staaten, und er wird auch nicht mit den Waffen der konventionellen Streitkräfte ausgefochten. Vielmehr stammen die Kämpfer aus bombenbauenden Terroristengruppen wie Osama bin Ladens Al Qaida oder aus Drogenschmugglerkartellen wie jenen aus Kolumbien und Mexiko. Auf der positiven Seite sind jene Zivilgesellschaftsaktivisten, die für Umwelt, Demokratie und Menschenrechte kämpfen. Was sie alle gemeinsam haben: Sie operieren in kleinen, verstreuten Einheiten, die überall eingesetzt werden können, jederzeit bereit, einzusickern und Dinge zum Stillstand zu bringen. Sie alle bilden netzwerkartige Formationen der Organisation, Doktrin, Strategie und Technologie, angepaßt an das Informationszeitalter. Und, von der Intifada bis zum Drogenkrieg erweisen sie sich als sehr schwer zu besiegen.«
So lautet die Zusammenfassung eines RAND-Buches, das im Auftrag der US-Streitkräfte die Potentiale globaler Netzkriege auslotet. RAND hat die aufständische Region Chiapas in Mexiko als Hort einer neuen durchtriebenen Kriegführung ausgemacht. Die Zapatisten von der EZLN treten gar nicht mehr mit ihren rostigen Gurken von Waffen gegen Armeen an. Sie mobilisieren durch das Internet internationale Gruppen (NGOs) und die liberale Presse. Mit ihren Sperrmüllcomputern, durch schläfrige Analogleitungen, informieren sie die Weltöffentlichkeit darüber, was gerade in Chiapas vorgeht. Für die RAND-Autoren ist dies ein Akt des Netzkrieges.
Ihren Kunden, den US-Militärs, deren kantige Kinnladen bei der Lektüre dieser Befunde vor Entgeisterung noch tiefer runterhängen dürften als sonst, versichern die RAND-Leute trotzig: »Die NGOs der globalen Zivilgesellschaft, deren Schwerpunkt eher im Informationsbereich als in Wirtschaft, Politik oder Militär liegt, könnten sich als mächtiger erweisen als die politischen und strategischen Instrumente im Computerzeitalter.«
In diesem Falle scheinen die RAND-Dienstleister eher ihre eigenen Interessen als die ihrer Kunden zu bedienen. Krampfhaft erproben sie die abwegigsten Konstruktionen, um die NGOs zu einer realen Gefahr für die Neue Weltordnung der Bushisten heraufzufrisieren. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Vermutlich sieht RAND die NGOs als Konkurrenten, weil sie auf derselben Ebene wie sie selber zwischen Staat und Privatgesellschaft agieren.
Mal sehen, ob eine RAND-assoziierte Firma demnächst ein wirksames Produkt gegen NGOs auf den Markt bringt.
1 Interview mit Robert Kaplan in Atlantic Monthly, Juli/August 2003
2 Ebenda. Atlantic Monthly nennt die Zahl von 170 infiltrierten Ländern, und Kaplan widerspricht nicht.
3 Unglaublich, aber wahr. Die Geschichte mit den beschossenen Minaretten berichtet der embedded-Journalist Sean Maguire in der London Literary Review of Books, Vol 25, Nr. 11, 5. Juni 2003
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winkäää
stocksorcerer
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