- Dow Jones -357,59, -2,57%, 21:52 Uhr. SchlÀft die Rettungsmannschaft? (o.Text) - prinz_eisenherz, 19.10.2007, 22:11
- Re: Dow Jones -357,59, -2,57%, 21:52 Uhr. SchlÀft die Rettungsmannschaft? - certina, 19.10.2007, 22:59
- Dazu einen gespielten Witz von der Hochfinanz, von ganz oben. - prinz_eisenherz, 19.10.2007, 23:17
- Re: Dazu einen gespielten Witz von der Hochfinanz, von ganz oben. - certina, 20.10.2007, 10:51
- Ich kenne den TĂ€ter - prinz_eisenherz, 20.10.2007, 12:37
- Re: Ich kenne den TĂ€ter - ich auch!!!! - certina, 20.10.2007, 13:22
- Re: Ich kenne den TĂ€ter - Herbi, dem Bremser, 20.10.2007, 13:25
- Re: Ich kenne den TĂ€ter - prinz_eisenherz, 20.10.2007, 14:29
- Re: Ich kenne den TĂ€ter - Hephaistos, 21.10.2007, 03:00
- Is' ja zum Kringeln, beides! (-; - Vanitas, 20.10.2007, 14:52
- Ich kenne den TĂ€ter - prinz_eisenherz, 20.10.2007, 12:37
- Re: Dazu einen gespielten Witz von der Hochfinanz, von ganz oben. - certina, 20.10.2007, 10:51
- Dazu einen gespielten Witz von der Hochfinanz, von ganz oben. - prinz_eisenherz, 19.10.2007, 23:17
- Prima Crash - Da freut sich das PPT [[applaus]] - Vatapitta, 20.10.2007, 12:43
- Re: Dow Jones -357,59, -2,57%, 21:52 Uhr. SchlÀft die Rettungsmannschaft? (o.Text) - sensortimecom, 20.10.2007, 13:03
- Re: Dow Jones -357,59, -2,57%, 21:52 Uhr. SchlÀft die Rettungsmannschaft? - certina, 19.10.2007, 22:59
Ich kenne den TĂ€ter
-->Hallo certina,
ich werde dir das letzte groĂe Geheimnis verraten, wie dieser Witz wohl in windeseile den deutschen Sprachraum, weltweit durchlaufen hat. Nur noch kurz vorneweg, ich fand den so treffend, weil du mich nach der schnellen Eingreiftruppe fĂŒr die Börsen gefragt hattest und wie oft die wohl noch den armen, geplagten Anlegern von ganz oben zur Hilfe eilen werden.
Also, mein Frau erzĂ€hlte mir, das diesen Witz der Norbert BlĂŒm vor ein paar Tagen in irgendeiner Sendung im TV erzĂ€hlt hat. Und da der aus Köln ist, ist dem das Witze erzĂ€hlen mit in die Wiege gelegt worden. Das Studio und halb Deutschland soll wohl auf der Erde gelegen haben um sich vor VergnĂŒgen den Bauch zu halten. So, jetzt weiĂt du bescheid.
Aber meine Frau kann den auch gut erzĂ€hlen, weil sie an den richtigen Stellen bei dem Witz wie eine Madonna die HĂ€nde faltet und ihren schmachtenden Blick gen Himmel richtet. Auch den SchluĂ bring sie hervorragen rĂŒber, so das ich mich vor Lachen regelrecht bekrĂŒmelt hatte. Und wenn es so ist, dann gestatte ich mir den WitzerzĂ€hler ganz vorsichtig aufzufordern, ein paar Stunden spĂ€ter, ohne das er es merkt, den Witz noch einmal zu erzĂ€hlen,. Es ist unglaublich, zu welchen schauspielerischen Varianten dann Laien auflaufen können, so auch meine Frau, im Gegensatz zu mir. Wenn ich einen Witz beginne, dann scheint ein solch merkwĂŒrdiger Geruch von mir auszugehen, wo die Zuhörer sofort wissen, daĂ ich den SchluĂ versauen werde und sie haben recht, ich versaue ihn.
GruĂ
eisenherz
So wie die beiden hier:
Ein Ehepaar erzÀhlt einen Witz
Kurt Tucholsky
»Herr Panter, wir haben gestern einen so reizenden Witz gehört, den mĂŒssen wir Ihnen... also den muĂ ich Ihnen erzĂ€hlen. Mein Mann kannte ihn schon... aber er ist zu reizend. Also passen Sie auf.
Ein Mann, Walter, streu nicht den Tabak auf den Teppich, da! Streust ja den ganzen Tabak auf den Teppich, also ein Mann, nein, ein Wanderer verirrt sich im Gebirge. Also der geht im Gebirge und verirrt sich, in den Alpen. Was? In den Dolomiten, also nicht in den Alpen, ist ja ganz egal. Also er geht da durch die Nacht, und da sieht er ein Licht, und er geht grade auf das Licht zu... laĂ mich doch erzĂ€hlen! das gehört dazu!... geht drauf zu, und da ist eine HĂŒtte, da wohnen zwei Bauersleute drin. Ein Bauer und eine Bauersfrau. Der Bauer ist alt, und sie ist jung und hĂŒbsch, ja, sie ist jung. Die liegen schon im Bett. Nein, die liegen noch nicht im Bett... «
»Meine Frau kann keine Witze erzÀhlen. Laà mich mal. Du kannst nachher sagen, obs richtig war. Also nun werde ich Ihnen das mal erzÀhlen.
Also, ein Mann wandert durch die Dolomiten und verirrt sich.
Da kommt er - du machst einen ganz verwirrt, so ist der Witz gar nicht! Der Witz ist ganz anders. In den Dolomiten, so ist das! In den Dolomiten wohnt ein alter Bauer mit seiner jungen Frau. Und die haben gar nichts mehr zu essen; bis zum nĂ€chsten Markttag haben sie bloĂ noch eine KonservenbĂŒchse mit Rindfleisch. Und die sparen sie sich auf.
Und da kommt... wieso? Das ist ganz richtig! Sei mal still..., da kommt in der Nacht ein Wandersmann, also da klopft es an die TĂŒr, da steht ein Mann, der hat sich verirrt, und der bittet um Nachtquartier. Nun haben die aber gar kein Quartier, das heiĂt, sie haben nur ein Bett, da schlafen sie zu zweit drin.
Wie? Trude, das ist doch Unsinn... Das kann sehr nett sein!«
»Na, ich könnte das nicht. Immer da einen, der - im Schlaf strampelt..., also ich könnte das nicht!«
»Sollst du ja auch gar nicht. Unterbrich mich nicht immer.«
»Du sagst doch, das wÀr nett. Ich finde das nicht nett.«
»Also... «
»Walter! Die Asche! Kannst du denn nicht den Aschbecher nehmen?«
»Also... der Wanderer steht da nun in der HĂŒtte, er trieft vor Regen, und er möchte doch da schlafen. Und da sagt ihm der Bauer, er kann ja in dem Bett schlafen, mit der Frau.«
»Nein, so war das nicht. Walter, du erzÀhlst es ganz falsch! Dazwischen, zwischen ihm und der Frau - also der Wanderer in der Mitte!«
»Meinetwegen in der Mitte. Das ist doch ganz egal.«
»Das ist gar nicht egal... der ganze Witz beruht ja darauf.«
»Der Witz beruht doch nicht darauf, wo der Mann schlÀft!«
»NatĂŒrlich beruht er darauf! Wie soll denn Herr Panter den Witz so verstehen... laĂ mich mal - ich werd ihn mal erzĂ€hlen! - Also der Mann schlĂ€ft, verstehen Sie, zwischen dem alten Bauer und seiner Frau. Und drauĂen gewittert es. LaĂ mich doch mal!«
»Sie erzĂ€hlt ihn ganz falsch. Es gewittert erst gar nicht, sondern die schlafen friedlich ein. Plötzlich wacht der Bauer auf und sagt zu seiner Frau - Trude, geh mal ans Telefon, es klingelt. - Nein, also das sagt er natĂŒrlich nicht... Der Bauer sagt zu seiner Frau... Wer ist da? Wer ist am Telefon? Sag ihm, er soll spĂ€ter noch mal anrufen - jetzt haben wir keine Zeit! Ja. Nein. Ja. HĂ€ng ab! HĂ€ng doch ab!«
»Hat er Ihnen den Witz schon zu Ende erzÀhlt? Nein, noch nicht? Na, erzÀhl doch!«
»Da sagt der Bauer: Ich muĂ mal raus, nach den Ziegen sehn - mir ist so, als hĂ€tten die sich losgemacht, und dann haben wir morgen keine Milch! Ich will mal sehn, ob die StalltĂŒr auch gut zugeschlossen ist.«
»Walter, entschuldige, wenn ich unterbreche, aber Paul sagt, nachher kann er nicht anrufen, er ruft erst abends an.«
»Gut, abends. Also der Bauer - nehmen Sie doch noch ein biĂchen Kaffee! - Also der Bauer geht raus, und kaum ist er rausgegangen, da stupst die junge Frau... «
»Ganz falsch. Total falsch. Doch nicht das erstemal! Er geht raus, aber sie stupst erst beim drittenmal - der Bauer geht nÀmlich dreimal raus - das fand ich so furchtbar komisch! Laà mich mal! Also der Bauer geht raus, nach der Ziege sehn, und die Ziege ist da; und er kommt wieder rein.«
»Falsch. Er bleibt ganz lange drauĂen. Inzwischen sagt die junge Frau zu dem Wanderer -«
»Gar nichts sagt sie. Der Bauer kommt rein... «
»Erst kommt er nicht rein!«
»Also... der Bauer kommt rein, und wie er eine Weile schlÀft, da fÀhrt er plötzlich aus dem Schlaf hoch und sagt: Ich muà doch noch mal nach der Ziege sehen - und geht wieder raus.«
»Du hast ja ganz vergessen, zu erzÀhlen, dass der Wanderer furchtbaren Hunger hat!«
»Ja. Der Wanderer hat vorher beim Abendbrot gesagt, er hat so furchtbaren Hunger, und da haben die gesagt, ein biĂchen KĂ€se wĂ€re noch da... «
»Und Milch!«
»Und Milch, und es wĂ€r auch noch etwas Fleischkonserve da, aber die könnten sie ihm nicht geben, weil die eben bis zum nĂ€chsten Markttag reichen muĂ. Und dann sind sie zu Bett gegangen.«
»Und wie nun der Bauer drauĂen ist, da stupst sie den, also da stupst die Frau den Wanderer in die Seite und sagt: Na... «
»Keine Spur! Aber keine Spur! Walter, das ist doch falsch! Sie sagt doch nicht: Na...!«
»NatĂŒrlich sagt sie: Na...! Was soll sie denn sagen?«
»Sie sagt: Jetzt wÀre so eine Gelegenheit... «
»Sie sagt im Gegenteil: Na... und stupst den Wandersmann in die Seite... «
»Du verdirbst aber wirklich jeden Witz, Walter!«
»Das ist groĂartig! Ich verderbe jeden Witz? Du verdirbst jeden Witz - ich verderbe doch nicht jeden Witz! Da sagt die Frau... «
»Jetzt laà mich mal den Witz erzÀhlen! Du verkorkst ja die Pointe...!«
»Also jetzt mach mich nicht böse, Trude! Wenn ich einen Witz anfange, will ich ihn auch zu Ende erzÀhlen... «
»Du hast ihn ja gar nicht angefangen... ich habe ihn angefangen!« - »Das ist ganz egal - jedenfalls will ich die Geschichte zu Ende erzĂ€hlen; denn du kannst keine Geschichten erzĂ€hlen, wenigstens nicht richtig!« - »Und ich erzĂ€hle eben meine Geschichten nach meiner Art und nicht nach deiner, und wenn es dir nicht paĂt, dann muĂt du eben nicht zuhören...!« - »Ich will auch gar nicht zuhören... ich will sie zu Ende erzĂ€hlen - und zwar so, dass Herr Panter einen GenuĂ von der Geschichte hat!« - »Wenn du vielleicht glaubst, dass es ein GenuĂ ist, dir zuzuhören... « - »Trude!« - »Nun sagen Sie, Herr Panter - ist das auszuhalten! Und so nervös ist er schon die ganze Woche... ich habe... « - »Du bist... « - »Deine Unbeherrschtheit... « - »Gleich wird sie sagen: Komplexe! Deine Mutter nennt das einfach schlechte Erziehung... « - »Meine Kinderstube...!« - »Wer hat denn die Sache beim Anwalt rĂŒckgĂ€ngig gemacht? Wer denn? Ich vielleicht? Du! Du hast gebeten, dass die Scheidung nicht... « - »LĂŒge!« - Bumm: TĂŒrgeknall rechts. Bumm: TĂŒrgeknall links.
Jetzt sitze ich da mit dem halben Witz.
Was hat der Mann zu der jungen Bauersfrau gesagt?
Peter Panter
Vossische Zeitung, 29.09.1931, Nr. 458.

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