- @Taktiker, nereus: Griechische Soldaten singen Marschlieder. Ziel? Ratet mal - Theo Stuss, 25.10.2007, 11:21
- @Theo: Das ist das Problem: Du bist zu aufgeladen. - Taktiker, 25.10.2007, 13:13
- Re: @Theo: Das ist das Problem: Du bist zu aufgeladen. - certina, 25.10.2007, 14:12
- Ouzoperation Wodka? - kosh, 25.10.2007, 14:45
- Re: Kommt darauf an, wie stark die Türkei im Irak eingebunden sein wird (o.Text) - Theo Stuss, 25.10.2007, 14:50
- Du meinst, ob die Türken die Amerikaner im Irak konfrontieren? - Taktiker, 25.10.2007, 15:30
- Re: Wie soll Russland auf den amerikanischen Raketenschild reagieren? - Theo Stuss, 25.10.2007, 16:08
- Was, wenn in Wirklichkeit Russland den Westen bedroht? - Taktiker, 25.10.2007, 16:30
- Eindimensional - kosh, 25.10.2007, 18:09
- Re: Wie soll Russland auf den amerikanischen Raketenschild reagieren? - Theo Stuss, 25.10.2007, 16:08
- Du meinst, ob die Türken die Amerikaner im Irak konfrontieren? - Taktiker, 25.10.2007, 15:30
- Re: Kommt darauf an, wie stark die Türkei im Irak eingebunden sein wird (o.Text) - Theo Stuss, 25.10.2007, 14:50
- Re: Griechische Soldaten singen Marschlieder. Ziel? Ratet mal - Cujo, 25.10.2007, 20:34
- @Theo: Das ist das Problem: Du bist zu aufgeladen. - Taktiker, 25.10.2007, 13:13
Ouzoperation Wodka?
-->Hallo Theo
Also dann ma ein bisschen einen auf Identität:
aus http://de.wikipedia.org/wiki/Griechisch-T%C3%BCrkischer_Krieg
- Der Griechisch-Türkische Krieg war ein griechischer Angriffskrieg gegen das Osmanische Reich in den Jahren 1919-1923. In Griechenland wird die Niederlage gegen die Türken als Kleinasiatische Katastrophe bezeichnet, aus türkischer Sicht handelt es sich dagegen um den Sieg im Türkischen Befreiungskrieg.
... Vertrag von Lausanne im Einvernehmen beider Regierungen ein Austausch der Bevölkerungen beschlossen. Die Zwangsumsiedlung betraf ca. 1,25 Millionen Griechen und 500.000 Türken [5]. Als ausschlaggebendes Kriterium der Volkszugehörigkeit wurde die Religion festgelegt (orthodox = griechisch, muslimisch = türkisch), die nicht immer der ethnischen Zugehörigkeit entsprach. Durch den Zuzug der Griechen aus dem anatolischen Festland und dem Pontos hatte Griechenland eine Flüchtlingsquote von ca. 25% zu bewältigen, d.h. jeder vierte Grieche war Flüchtling.
Die meisten der 500.000 Türken, die zwangsumgesiedelt wurden, siedelten zuvor in Nord-Griechenland, Makedonien und auf den ägäischen Inseln, ca. ein Drittel der zwangsumgesiedelten Griechen in der Stadt Smyrna, dem heutigen Izmir. Ausnahmen wurden nur für die Türken im westlichen Thrakien und für die Griechen in Konstantinopel sowie auf den vorgelagerten Inseln Imbros (Gökçeada) und Tenedos (Bozcaada) gemacht. Viele der von der Umsiedlung ausgenommenen Griechen folgten jedoch später ihren vertriebenen Landsleuten, besonders nach den Pogromen an Griechen in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1955 und aufgrund der staatlichen Diskriminierungspolitik, Enteignungen und dem gegen den Vertrag von Lausanne verstoßenden Entzug des Aufenthaltsrechts[6], so dass die griechische Gemeinde in Istanbul heute auf geschätzte 2.500 Mitglieder geschrumpft ist.
Ich war mal auf Urlaub in der Türkei, Anfang 90iger Jahre, wehe man bestellte versehentlich Feta, versteht jeder, kriegste aber nicht, danach im Zentrum des Hafens von Athen mit den übrig gebliebenen türkischen Lira in einer Bank, einen uniformierten Bankmitarbeiter auf englisch ansprechend, den Rücken hat er gezeigt, obwohl gleich nebenan täglich türkische Fähren anlegen. Hat nichts genützt ihm zu sagen, dass wir bloss griechischen Ouzo kaufen wollten, dabei sehe ich absolut nicht türkisch aus. Der Mann am Bankschalter hat uns dann aber doch bedient, mit deutlich widerwilliger Kundenfreundlichkeit. Ich möchte nur drauf hinweisen, wenn Griechen an der Grenze stehen, stehen auf der anderen Seite entsprechend Türken. Hast Du davon schon irgendwie auch Kunde? Das griechische Dilemma in Zahlen:
aus http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Streitkr%C3%A4fte_der_Welt
- Staat --- Soldaten (Stand 5. Mai 2006) --- Militärbudget (US-Dollar) (Stand 5. Mai 2006)
... Russland --- 1.000.000 --- 24.000.000.000
... Türkei --- 511.000 --- 8.300.000.000
... Griechenland --- 141.600 --- 2.015.840.000
Nun also, wenn die Türkei nur 1/5 ihrer Streitkräfte gegen Griechenland aufstellt, dürften in einem konventionellem Krieg, und davon sollten wir zunächst ausgehen, unabhängig wer gewinnt die Verluste multimedial unbequem hoch ausfallen. Nebenbei bemerkt verfügt die Türkei über kampferprobte Truppenteile in Kurdistan, Griechenland ist dagegen lediglich drohgebärdenerprobt, brustrommelnde Gorillas müssen sich aber erst beweisen. Des Weiteren hat Griechenland seine Diktatur offiziell hinter sich gelassen, sich auf die EU eingelassen, während die Türkei de facto weiterhin eine Militärdiktatur repräsentiert, dort weiss man also mehr oder weniger was man zu tun hat, die Türkei kann von der Organisation her adäquater reagieren.
Der direkte Vergleich:
aus http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Streitkr%C3%A4fte
- Mannschaftzahlen [Bearbeiten]
* Heer: 114.000 [1]
* Luftwaffe: 19.000
* Marine: 33.000
* Küstenwache: 4.000 (inkl. Zoll), sie untersteht im Frieden dem Ministerium für Handelsschifffahrt. Im Kriegsfall erfolgt die Unterstellung unter die Seestreitkräfte.
Ausrüstung [Bearbeiten]
* Armee:1735 Hauptkampfpanzer (400 M-48 MOLF, 300 M-60, 500 Leopard 1A5,183 Leopard 2A4, 170 Leopard 2 A6)
* Luftwaffe: 312 Kampfflugzeuge (A-7, F-4E 2000, F-16, Mirage 2000), daneben auch Löschflugzeuge (15 Canadair CL-215 und 8 CL-415GR)
* Marine: 8 U-Boote (davon 7 mit AIP), 14 Fregatten und 18 Lenkwaffenboote
* keine Nuklearwaffen
Dem Gegenüber die Türkei:
aus http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkische_Streitkr%C3%A4fte
- Das Heer ist mit 391.000 die größte Teilstreitkraft und gliedert sich wie folgt:
* 4 Armee-Hauptquartiere
* 1. Armee, mit Stab in Istanbul, an der Grenze nach Griechenland und Bulgarien
* 2. Armee, mit Stab in Malatya, an der Grenze nach Syrien, Irak und Iran
* 3. Armee an der Grenze zum Kaukasus
* 4. Armee Ägäis an der türkischen Westküste
Von 114'000 Griechen müsste ein Grossteil von ihren Posten abgezogen werden und stünden dennoch 2 von 4 ausschliesslich für diesen Einsatz organisierten Armeen aus nahezu 400'000 Mann gegenüber, also rund 200'000 mit Heimvorteil. Welche militärische Kompetenz würde sich ohne wirtschaftspolitische Notwendigkeit auf diesen Feldzug einlassen?
Und was erwartet das russisch-griechische Unternehmen? Eine Metropole, von der man sagt, sie sei mit zwischen 10 und 16 Millionen Menschen bevölkert. Wenn dort nur ein bisschen Bagdad gespielt wird, dürften die Griechen mit ihrem gepflegten Türkeihass zu spüren bekommen, was ein gesalzener Intifada-Muselmanen-Antigriechen-Terrormix für Auswirkungen hat.
Ein weiterer Punkt, der Bosporus allein bringt Dir gar nix, da müsstest Du runter bis zu den Dardanellen das gesamte Marmara-Meer besetzen plus die gegenüber liegende Küste. Während aber die Türkei ein kompakter Koloss ist, zu Fuss gehen kann jeder, ist Griechenland ein verzetteltes Inselreich, welches nur durch eine intakte Marine zu halten ist. Des Weiteren sind auch flügellahme US-Antischiffsraketen gegen zivilen Schiffsverkehr ausreichend. Vom Ufer aus losgelassen reichen die locker in griechische Gewässer, jo mei, da hätte die Ukraine aber Freude, wenn ihre Pötte bei den Griechen baden gehen und hinten rum via Rest-EU auch dicht ist. D.h. letztlich, dass Griechenland auch die türkische Ägäsiküste besetzen müsste um halbwegs vor türkischen Vergeltungsschlägen gegen die Schifffahrt sicher zu sein und die werden kommen, das ist so sicher wie das Allah' u akbar in der Moschee (nebst der ex-orthodoxen Hagia Sophia steht in Istanbul übrigens auch die Blaue Moschee und der Topkapı Sarayı, der ehemalige Sultanspalast und Hauptsitz der Türken, als Motivation auch nicht ganz ohne). Die Frontlinie und die religiöse Sprengkraft sind viel zu gross, um auch nur annähernd von Griechenland gehalten zu werden, folglich müsste auch Russland seinen Teil dazu beisteuern um die Schiffe sicher durch das Nadelöhr zu manövrieren und damit selbst weitere Truppenteile binden. Bulgaren oder Rumänen kannst Du dort nicht hinstellen, die fallen als wankelmütige mal-da-mal-dort-Taktierer gegen motivierte Türken erst mal aus. Nebenbei bemerkt wäre noch zu klären, wie sich das wankelmütige Anti-NATO-Bulgarien-Rumänien-Griechenland unter russischer Militär-Hegemonie trotzdem innerhalb der EU zu halten gedenkt.
Putin hat dazu seine Meinung klipp und klar geäussert:
-> http://f17.parsimony.net/forum30434/messages/394915.htm
-"Aber es ist völlig sinnlos, gegen ein Volk zu kämpfen.""Wir sehen, was dort vor sich geht", sagte Putin."Sie haben dort gelernt zu schießen, aber sie können keine Ordnung schaffen."
Fazit: Putin wird nicht mitspielen, also wollen wer erstmal kucken, wie lange er noch die Fäden in der Hand hält und ob sie danach einen Bushin an die Spitze spülen, der Russland schon wieder an den Rand des Untergangs FÜHREN soll.
Putin wird aber noch aus einem anderen Grund nicht mitspielen. Sollte er die Orthodoxen-Macker mimen wollen, kann man das leicht als Religionskrieg darstellen. Angegriffen hat er aber nicht Westrom, sondern den Islam, wovon er genug eigene Krisenherde zu meistern hat. Das Signal an seine Knechtschaft wäre keines von denen, die er freiwillig aussenden würde. Trotz gestiegener Randzonengefahr müsste Putin seinerseits Truppen binden, die ihm dann genau dort fehlen würden. Bekanntlich darf er schon froh sein, wenn ihm der Kaukasus nicht um die Ohren fliegt, so toll macht er das dort unten. Auf seine jüngsten Bündnisse würde er auch nicht unbedingt den besten Eindruck machen, weil die auf dem Islam bauen, d.h. er könnte seine Politik nicht Vertrauen fortsetzen, sondern müsste wie zu schrecklichen Iwan-Zeiten mit der Daumenschraube argumentieren.
Konsequenz des von Dir geschilderten Spaziergangs: Bulgarien und Rumänien, eben erst dem Russen entronnen und der NATO beigetreten, blicken betreten auf die russischen Spaziergänger und wechseln schon wieder die Seiten, freiwillig, ohne Widerstand, und fallen samt Griechenland aus der NATO raus oder können sich fortan darauf verlassen, dass sie von der NATO so gut wie verlassen sind, Spielball von übergeordneten Interessen. Die Türkei, nunmehr einziger Aussenposten der NATO, interessengleich gegen die neue Kraft, muss entweder taktisch fallengelassen oder unterstützt werden, und zwar durch die USA, EU und NATO, also dem gesamten Westen (Kanada, Australien, Neuseeland). Was übrigens unerwartete Sympathien für den Islam einbringen könnte, weil kein Bollwerk Europas gegen die Türkei, sondern die Türkei Bollwerk für den Westen wäre. Die Umkehrung der türkischen Bestimmung schlechthin.
Dieses Szenario würde den Westen zusammenschweissen wie noch nie zuvor, was nicht im Sinn von Putin sein kann, weil er sich damit eine"unbequeme Wahrheit" geschaffen hätte. Eine seltene Energieoffensive von Al Goreschem Ausmass steht in den Startblöcken -> http://f17.parsimony.net/forum30434/messages/395105.htm und könnte den Westen ungewollt zum Weltmarktführer in Sachen alternative Versorgung katapultieren, was schon kurzfristig Auswirkungen auf Ã-l-, Gas- und Rohstoffpreise haben dürfte. Die Technik wie antirussische Propaganda sind erprobt und müssen nurmehr angefeuert werden.
In Asien würden vom Westen in allererster Konsequenz sofort Verbündete zusammengeramscht, auf Teufel und Menschenrechtsverletzungen komm raus, jeder wäre willkommen, Birma eine lupenreine Demokratie, die SCO würde an Fahrt verlieren noch bevor sie welche aufgenommen hat. China würde vorrangig von den USA intensiv hofiert werden, was China gelegen käme um seinerseits Russland unter Druck zu setzen und davon profitierend, dass sich die Langnasen gegenseitig zerfleischen. Indien wäre als nächstes dran, wobei die westliche Orientierung Indiens v.a. im Zivilbereich heute schon relativ ausgeprägt ist und nur weiteren Anreiz bräuchte (via Bollywood, US-Universitäten). Trotz allem müsste Russland weiterhin Energie und Rohstoffe liefern, weil es sonst keine finanziellen Äquivalente hat, um Unruhen im eigenen Land zu verhindern.
Ganz zu schweigen von der Stellungnahme Südamerikas als einem der katholischen Kernländereien. Chavez würde im Nu isoliert werden, Kuba zu überfahren wäre nicht länger Gegenstand von Diskussionen, sondern im Lichte der Operation Bosporus nur Frage von opportunistischen Entscheidungen um auch Venezuela entscheidend zu schwächen.
Für Russland wäre dieses Szenario schon kurz-, sicher aber mittel- bis langfristig absolut unvorteilhaft. Also warum sollte Russland wegen ein paar Kirchengötzen soviel riskieren, wenn mit etwas Geduld die Rendite auch ohne Einsatz von Gewalt eintrifft. Da kann man auch gut und gerne auf dieses olle Konstantinopel verzichten und die orthodoxen Glaubensdeppen stellvertretend bluten lassen wenn sie bluten wollen, zumal der russische Patriarch seinen Sitz ohnehin in Moskau poliert. Andernfalls verkauft man ihnen Energie und lässt es sich immer besser und mächtiger gehen.
Grüsse
kosh

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