- Chemiekonjunktur bröckelt (Artikel) - Sascha, 21.06.2001, 19:17
Chemiekonjunktur bröckelt (Artikel)
Europäische Chemieaktien im Sog der BASF - Analysten erwarten weitere Korrekturen von Ertragsprognosen
<font size=5>Chemiekonjunktur bröckelt</font>
Die flaue Konjunktur und hohe Rohstoffpreise treffen den Chemiekonzern BASF hart. Das Unternehmen streicht Investitionen und schließt weltweit zehn Standorte.
bef/agr DÜSSELDORF. <font color="#FF0000">Die konjunkturelle Eintrübung macht vor der Chemie nicht halt. Am Donnerstag hat BASF, Europas größter Chemiekonzern, seine Gewinnprognose für das zweite Quartal 2001 deutlich zurückgenommen</font>. In diesem Quartal sei keine Ergebnissteigerung zu erwarten, sagte Vorstandschef Jürgen Strube. Auch das mittelfristige Ertragsziel sei nur mit größten Anstrengungen zu erreichen. <font color="#FF0000">Noch Ende März hatte BASF ein deutliches Gewinnplus angekündigt</font>.
Strube führte als Begründung für die Gewinnstagnation Probleme an, die nach Einschätzung von Analysten auch die meisten anderen Chemiekonzerne treffen: die <font color="#FF0000">anhaltend flaue US-Konjunktur, den Rückgang der Geschäfte in Europa und Asien sowie die Belastung durch den hohen Ã-lpreis</font>. Deshalb interpretierten die Aktienmärkte die Warnung der BASF AG als Hiobsbotschaft für die gesamte europäische Chemie. Die BASF-Aktie verlor bis zum Mittag gut 3 %, das Bayer-Papier sogar fast 4 %. Auch Celanese und andere europäische Chemiewerte wie Clariant (Schweiz) oder DSM und Akzo Nobel (beide Niederlande) standen unter Druck.
<font color="#FF0000">Analysten erwarten, dass noch weitere europäische Chemiefirmen ihre Prognosen für 2001 senken werden</font>. Die Leverkusener Bayer AG hat für die nächsten Tage eine aktuelle Gewinnprognose angekündigt. Sie analysiert derzeit die Mai-Zahlen. Immerhin erzielt sie ein Drittel des Umsatzes in den USA. Schon seit der Hauptversammlung Anfang Mai ist bei Bayer nicht mehr von zweistelligen Wachstumsraten, sondern nur noch vom Übertreffen des operativen Rekordergebnisses 2000 die Rede. Die Chemiekonzerne Degussa und Henkel sehen keinen Anlaß, ihre - ohnehin nicht sehr konkreten - Prognosen zu ändern.
"Von den konjunkturellen Problemen werden alle Konzerne der Branche betroffen sein", sagt Commerzbank-Analyst Michael Vara. Das Chemie-Wachstum sei zuletzt aus Europa und Asien gekommen. Nun zeigten sich diese Regionen im Sog der US-Konjunktur wesentlich schwächer als noch im Frühjahr erwartet. Bisher hatte die europäische Chemie auf eine deutliche Erholung im zweiten Halbjahr gesetzt. Nun gehen immer mehr Unternehmen und Analysten davon aus, dass ein Aufschwung frühestens im ersten Halbjahr 2002 einsetzt. Der Chemie-Verband VCI wird sich erst am 4. Juli zur Lage der Branche äußern. Vieles spricht dafür, dass auch er seine Prognosen - plus 2 % Produktion, plus 5 % Umsatz - revidieren muss.
<font color="#FF0000">Die Branchenexperten der GZ Bank wiesen darauf hin, dass in den kommenden Wochen nun mit weiteren Gewinnwarnungen und Umsatzrevisionen auch aus den zyklischen Wirtschaftssektoren zu zu rechnen sei</font>. Kurzfristig ist nach Einschätzung der Analysten nicht mit einer nachhaltigen weltweiten konjunkturellen Erholung zu rechnen. Auch bei den Rohstoffkosten sei keine deutliche Entlastung zu erwarten. Die Analysten stuften nach der Gewinnwarnung die BASF-Aktie von"Outperformer" auf"Marketperformer" herunter.
HANDELSBLATT, Donnerstag, 21. Juni 2001
Quelle: http://www.handelsblatt.com[/b]
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