- Meldung am Morgen von JÜKÜ - ManfredF, 22.06.2001, 09:30
Meldung am Morgen von JÜKÜ
Geschrieben von JÜKÜ am 22. Juni 2001 09:20:52:
Die Stimmung unter deutschen Geschäftsleuten hat sich nach
Einschätzung von Volkswirten im Mai weiter eingetrübt. Deshalb
werde der an den Finanzmärkten viel beachtete
Ifo-Geschäftsklimaindex erneut zurückgehen. Dennoch erwarten die
Experten, dass die seit rund einem Jahr andauernde Talfahrt des
Index an Geschwindigkeit verlieren wird. Von Reuters befragte
Analysten erwarten im Durchschnitt einen Rückgang auf 91,7
Punkte nach 92,5 Punkten im April. In den kommenden Monaten sei
dann mit einer Verbesserung des Geschäftsklimas zu rechnen.
Sollten die Geschäftsleute bereits im Mai optimistischer in die
Zukunft geblickt haben, so könne dies ein erstes Anzeichen für
eine Trendwende beim Ifo-Index sein, hieß es. Das Münchner
Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut wird den Index voraussichtlich
am Freitag gegen 10.00 Uhr MESZ veröffentlichen.
Nach den Worten ihres Präsidenten Duisenberg ist die
EZB über die expansiven Budgetpläne Irlands besorgt,
da die Wirtschaft ohnehin schon mit
Überhitzungsgefahr zu kämpfen hat.
EU-Kommissionspräsident Prodi bezeichnet die irische
Zustimmung zum Vertrag von Nizza als notwendig.
Irland habe noch bis Ende des kommenden Jahres Zeit,
sein Nein zu überdenken. Prodi stellte damit eine
vorherige Äußerung klar, dass rein juristisch die
Zustimmung Irlands keine Voraussetzung für die
Aufnahme neuer EU-Mitglieder sei, da der derzeitig
gültige Vertrag von Amsterdam die Erweiterung um fünf
Mitglieder zulasse.
In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 16. Juni unerwartet
stark zurückgegangen. Mit 400.000 lag die Zahl der Anträge um 34.000 unter dem Niveau der
Vorwoche. Der Vierwochen-Durchschnitt sank leicht auf 422.500 Erstanträge. Der Philly Fed
Geschäftsklimaindex stieg überraschend auf -3,7 Punkte. Der Markt hatte im Schnitt eine
weitere Verschlechterung gegenüber dem Mai auf -10,0 Punkte erwartet. Die positive Bewertung der
aktuellen Situation und die Erwartungskomponente deuten auf eine Erholung auch beim NAPM-Einkaufsmanagerindex
hin, wenn auch einige Subkomponenten negativ ausfielen. Die gestrigen
Handelsbilanzzahlen machten die aktuelle Exportschwäche der US-Wirtschaft deutlich. Im
April waren die Importe schwach, aber die Exporte noch schwächer. Das Handelsbilanzdefizit lag mit
32,2 Mrd. USD über den Erwartungen. Der Vormonatswert wurde leicht nach unten revidiert. Trotz der
gestern unter dem Strich eher positiven Zahlen, signalisieren die Eurodollarzinsen, dass der Markt
einer Zinssenkung von 50 Bp. in der nächsten Woche immer noch eine größere Wahrscheinlichkeit
einräumt.
Der Verband des Verarbeitenden Gewerbes (NAM) übt
jetzt auch Druck auf den Handel aus, damit dieser
einen offiziellen Bericht über die Folgen des starken
Dollars verfasst.
Vertreter des US-Finanzministeriums haben dem
bereits widersprochen und klargestellt, dass die Politik
des starken US-Dollars aufrecht erhalten werde.
Die überraschende Zinserhöhung
(Tagesgeldsatz plus 150 Bp. auf 18,25 %)
der brasilianischen Notenbank sorgte im gestrigen
Handelsverlauf für eine Erholung des Reals zum
US-Dollar. Die Währungshüter versuchen damit
den drastischen Verfall der eigenen Währung (seit
Jahresanfang minus 21 %) und den Anstieg der
Inflation zu stoppen. Allerdings dämpft die Erhöhung
der Zinsen das Wachstum der brasilianischen
Wirtschaft zusätzlich, das bereits durch die
Auswirkungen der Finanzkrise in Argentinien, den
Korruptionsskandalen im eigenen Land sowie der
Energiekrise unter Druck steht.
Innerhalb der Bank von Japan gibt es angeblich
wachsende Meinungsverschiedenheiten darüber, ob
das Deflationsproblem Japans durch eine Yen-Schwäche
behoben werden kann.
Notenbankgouverneur Hayami hält diesen Ansatz nicht
für geeignet.
Finanzminister Shiokawa spielt die gestrigen
Äußerungen Lindseys herab: Seine Meinung sei “nur
eine von vielen”. (Lindsey ist Wirtschaftsberater von
US-Präsident Bush und hatte gestern erklärt, die USA
würden eine Yen-Schwäche hinnehmen, wenn sie
durch strukturelle Reformen verursacht wären.)
Zusätzlich warnte Shiokawa, das Finanzministerium sei
bereit, Maßnahmen zu ergreifen, wenn es “dramatische
Bewegungen” am Devisenmarkt gebe.
Die japanische Regierung gab heute ihre Reformpläne bekannt. Im wesentlichen ist darin
nichts Neues enthalten. Die Reformen konzentrieren sich auf die Bereinigung notleidender Kredite
und fiskalische Konsolidierung. Nicht nur Bankaktien sollen von einem staatlichen Fond aufgekauft
werden, sondern auch notleidende Kredite, die innerhalb der nächsten Jahre nicht abgeschrieben
werden können. Gleichzeitig soll aber die Emission von Staatsanleihen nicht ausgeweitet werden.
Über die Finanzierung der Fonds wurden keine Aussagen gemacht. Die Regierung geht davon aus,
dass das Wirtschaftswachstum aufgrund der Reformen in den nächsten zwei bis drei Jahren gedämpft
bleibt und eine Wachstumsrate von 0 bis 1% realistisch ist.
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