- Schlußbemerkungen zu der Debatte über dem sozialen Staat - Turon, 24.06.2001, 23:07
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 25.06.2001, 00:07
- Vielleicht falsch ausgedrückt - Turon, 25.06.2001, 03:26
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - McMike, 26.06.2001, 00:43
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 26.06.2001, 00:57
- Goldene Regel: watt ich hab, hab ich... owT - Der Unsichtbare, 26.06.2001, 14:35
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 26.06.2001, 00:57
- Re: Bemerkungen zu der Debatte über dem sozialen Staat - André, 25.06.2001, 00:18
- Hallo André - Turon, 25.06.2001, 04:17
- Re: Primär mit folgenden Aussagen voll einverstanden: Und Ergänzung - André, 25.06.2001, 10:03
- Hallo André - Turon, 25.06.2001, 04:17
- Re: Schlußbemerkungen zu der Debatte über dem sozialen Staat - McMike, 25.06.2001, 00:39
- Mike - Turon, 25.06.2001, 04:57
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 25.06.2001, 00:07
Re: Bemerkungen zu der Debatte über dem sozialen Staat
Das Engagement von Turon, der offensichtlich Zugereister ist, ist durchaus nachzuvollziehen.
Jedoch in der politischen Diskussion geht es nicht (!) um relative Vergleiche zu Ländern, wo die Dinge (noch) schlechter liegen. Das ist hier wohl bekannt, sondern es geht darum, daß die Dinge in diesem Land nicht so laufen, wie sie laufen könnten.
Und das liegt zwar durchaus auch an den Politikern, denen niemand mehr traut, jedoch alles zutraut, vornehmlich jedoch an der deutschen Gesellschaft selbst. Einer Gesellschaft, die"Sicherheit" über"Freiheit" stellt.
Und aus dieser pervertierten Einstellung haben sich in der Geschichte dieses Landes bekanntlich irrsinnige Probleme ergeben.
Welches andere Land hatte je sowohl einen funtionierenden Faschismus und (!) einen funktioniernenden Kommunismus=Stalinismus (bitte ohne h!) hintereinander ausgelebt?
Eben deshalb weil den meisten unserer Landsleute Sicherheit, Heilserwartung vom Staat und der Bürokratie über Eigenverantwortung und Freiheit geht.
Und das ist die Wurzel des immer wiederkehrenden Ungemachs.
Sicher hat die deutsche Nation eine überdurchschnittlich hohe Zahl an herausragenden Philosophen, Dichter und Musikern und Künstlern hervorgebracht, und auch verbrecherische Politiker, die aber nur deshalb reüssieren konnten, weil die Gesellschaft, d.h. nahezu jeder Einzelne sie gewähren ließen und die Majorität gläubig von ihnen das Heil erwartete, wie unreife Kinder statt die Wahrheit in der eigenen Brust zu suchen.
Zivilcourage und Eigenverantwortungsbewußtsein ist in diesem Land deshalb noch immer Mangelware. Und wenn sich letztere Mangelware in diesem Board äußert, so ist das ein gutes Zeichen, selbst da, wo sie aus persönlich erlebtem Frust mit unserer Bürokratie, Justiz etc.pp. allzudrastisch formuliert sein mag und möglicherweise über das Ziel hinausschießt(!)
Aber Änderungen sind in diesem Land bitter notwendig. Und sie werden kommen, weil die"Großwetterlage" sie erzwingen wird. Wenn wir sie jedoch freiwillig vollziehen könnten, würden sie jedoch gewiß nicht so schmerzhaft und mit so vielen neuen Ungerechtigkeiten verbunden sein, als wenn sie uns überrennen werden. Aber kommen werden sie.
Deshalb,werter Turon, hier will und wird niemand das kind mit dem Bade ausschütten, aber die schier unerträglichen Defizite sollen, nein müssen beim Namen genannt werden.
Ein Deutscher, der sich oftmals schon geschämt hat, einer zu sein.
MfG
A.
<center>
<HR>
</center>

gesamter Thread: