- Schlußbemerkungen zu der Debatte über dem sozialen Staat - Turon, 24.06.2001, 23:07
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 25.06.2001, 00:07
- Vielleicht falsch ausgedrückt - Turon, 25.06.2001, 03:26
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - McMike, 26.06.2001, 00:43
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 26.06.2001, 00:57
- Goldene Regel: watt ich hab, hab ich... owT - Der Unsichtbare, 26.06.2001, 14:35
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 26.06.2001, 00:57
- Re: Bemerkungen zu der Debatte über dem sozialen Staat - André, 25.06.2001, 00:18
- Hallo André - Turon, 25.06.2001, 04:17
- Re: Primär mit folgenden Aussagen voll einverstanden: Und Ergänzung - André, 25.06.2001, 10:03
- Hallo André - Turon, 25.06.2001, 04:17
- Re: Schlußbemerkungen zu der Debatte über dem sozialen Staat - McMike, 25.06.2001, 00:39
- Mike - Turon, 25.06.2001, 04:57
- Re: Abschreibungen sind Vergünstigungen? Hör ich recht? - Baldur der Ketzer, 25.06.2001, 00:07
Hallo André
Sicherlich sollen alle Sachen geklärt werden, und ich stehe auch nicht zum Schutze der politiker da, nur wenn wir anfangen alle zu jammern, aus welchen Grund auch immer dies geschieht, aber keine Vorteile sehen, die dieses Land
immer noch bietet, nicht nur weil Deutschland mitten in Europa liegt,
aber weil es hier wirklich kreativen Geist mal gegeben hat, so ist die Sache
doch deutlich. Wenn wir uns jetzt alle schön hinsetzen und so tun als gebe
es überhaupt keine Hoffnung mehr - so sehe ich das bei weitem überspitzt.
Kein Mensch hatte es jemals leicht gehabt irgendetwas zu erreichen,
doch selten wo in Europa war es einfacher was zu erreichen.
Die Kunden sind weitgehend zahlungsfähiger als sonst wo in Europa, und dazu gibt es auch noch genug davon. Ich bemängele zwar auch etliche Schieflagen in diesem Lande, aber ehrlich gesagt: wo gibt es die nicht? O ja sicherlich gibt es paar Länder wo es natürlich besser geht, aber: man sollte nicht übertreiben.
So schlimm ist hier noch gar nicht, daß wird es aber wenn es so weiter läuft.
Ich denke es wäre besser einfach den besten Moment zur Besinnung nicht zu verpassen. Es könnte in der tat noch alles viel schlimmer sein oder kommen.
Ich lebe hier in Deutschland in etwa bereits seit 16 Jahren. In meiner anderer
Ex-Heimat war mein Vater selbständig ich bin hier selbständig. Kann also sehr wohl mitreden.
Bei jedem Auftrag der mein vater bekommen hat vom Staat, hat man nachträglich
versucht die Summe des Entgelds streitig zu machen. Lege Dich mit der Armee
und der Regierung gerichtlich an, das kann monatelang gehen. Und einen Sachverständigen für das junge Gewerbe der auch tatsächlich unabhängig ist
findest Du erst in der Hauptstadt. Und wenn es zum Streit kommt darfst Du selbst noch anwalt werden, denn es hat keinem gegeben, der den Job gegen Staat
übernimmt. Und da frage ich: was kann denn noch viel schlimmer sein?
Du hast 5 leute zu bezahlen, monatlich anfallende Abgaben und bist gezwungen
eigentlich jedesmal gleich die Löcher zu stopfen. Daher - man sollte nicht
gleich übertreiben.
Mir ist auch der Umstand sehr bewußt, daß hier nicht jeder gleich als selbständiger als Bank auftreten kann, und das wird man auch nur ganz selten.
Aber es gibt Schlimmeres.
Und das derzeit an jede Ecke was fehlt, wir haben zwei Möglichkeiten. Entweder geben wir gleich auf, weil sich nichts lohnt, oder wir machen einfach weiter wie bisher. Aber werden wir uns darüber bewußt, daß es einfach kaum anders geht.
Bedauerlich, aber wahr.
Eine andere Frage: weswegen schämst Du Dich Deutscher zu sein? Warum?
Ich nehme meine Nationalität einfach nicht wahr. Ich stamme aus Polen,
bin aufgrund der Scheidung meiner Eltern hierher gekommen. Und rein zufällig erfuhr ich, daß mein Großvater Deutscher ist - und deswegen muß ich wohl auch
einer sein - laut Vorschriften.:)
Bin ich das? weiß ich nicht,aber es liegt mir einfach was daran, daß die Leute
nicht so enden wie paar eingefrorrene Rentner in Osten Polens, weil sie kein Geld mehr für Heizmittel hatten, weil man es einfach ihnen gestohlen hat,
und es liegt mir etwas daran, daß es diesem Lande besser geht. Woher das kommt,
frage mich nicht. Ich lebe hier nun mal, und es liegt mir einfach daran,
aus der schlechter Situation, in der wir uns befinden, nicht noch schlechtere
zu machen.
Meine Erfahrung lehrt mich nämlich, daß es vollkommen egal ist, was man tut und
wo man lebt, wenn man was werden will, dann schafft man es auch. Ein Ex Freund von mir - da sagten wir seit Jahren, aus dem typ wird nichts werden. (In Polen).
Ewige Diebstähle, selten in der Schule. Heute gehört er zu den Unternehmertum in Polen, und ist in der Baubranche in seiner Stadt Marktführer geworden.
Sein Betrieb zählt auch noch zu den bestzahlenden Betrieben. Er geht mit den Leuten auch nicht gerade zimperlich um, aber als letztes Jahr einem seiner
Angestellten die Hütte abgefackelt wurde, hat er jegliche Hilfe geleistet die
vmöglich war.
Und wenn wir hier von Auschlachtung des Systems reden, - dann trifft es nicht auf mein Verständnis - reduzieren ja, aber es müssen Alternativen geschaffen werden. Und im Moment, wenn sich Jemand es wünscht, daß der Sozialstaat Geschichte sein soll, dann muß er auch auch selbst was dafür tun.
Etliche Millionen an Überstunden - da kann man was machen. Doch hier ganz klar: Überstundenabbau ist Freiheitsbegrenzung, aber das da etliche Leute in der Gulli stecken, daß sieht man gar nicht. Der Staat soll´s richten. Na klar,
immer muß Jemand anders was machen, nach der 10 A Regel.
Gruß.
>Das Engagement von Turon, der offensichtlich Zugereister ist, ist durchaus nachzuvollziehen.
>Jedoch in der politischen Diskussion geht es nicht (!) um relative Vergleiche zu Ländern, wo die Dinge (noch) schlechter liegen. Das ist hier wohl bekannt, sondern es geht darum, daß die Dinge in diesem Land nicht so laufen, wie sie laufen könnten.
>Und das liegt zwar durchaus auch an den Politikern, denen niemand mehr traut, jedoch alles zutraut, vornehmlich jedoch an der deutschen Gesellschaft selbst. Einer Gesellschaft, die"Sicherheit" über"Freiheit" stellt.
>Und aus dieser pervertierten Einstellung haben sich in der Geschichte dieses Landes bekanntlich irrsinnige Probleme ergeben.
>Welches andere Land hatte je sowohl einen funtionierenden Faschismus und (!) einen funktioniernenden Kommunismus=Stalinismus (bitte ohne h!) hintereinander ausgelebt?
>Eben deshalb weil den meisten unserer Landsleute Sicherheit, Heilserwartung vom Staat und der Bürokratie über Eigenverantwortung und Freiheit geht.
>Und das ist die Wurzel des immer wiederkehrenden Ungemachs.
>Sicher hat die deutsche Nation eine überdurchschnittlich hohe Zahl an herausragenden Philosophen, Dichter und Musikern und Künstlern hervorgebracht, und auch verbrecherische Politiker, die aber nur deshalb reüssieren konnten, weil die Gesellschaft, d.h. nahezu jeder Einzelne sie gewähren ließen und die Majorität gläubig von ihnen das Heil erwartete, wie unreife Kinder statt die Wahrheit in der eigenen Brust zu suchen.
>
>Zivilcourage und Eigenverantwortungsbewußtsein ist in diesem Land deshalb noch immer Mangelware. Und wenn sich letztere Mangelware in diesem Board äußert, so ist das ein gutes Zeichen, selbst da, wo sie aus persönlich erlebtem Frust mit unserer Bürokratie, Justiz etc.pp. allzudrastisch formuliert sein mag und möglicherweise über das Ziel hinausschießt(!)
>Aber Änderungen sind in diesem Land bitter notwendig. Und sie werden kommen, weil die"Großwetterlage" sie erzwingen wird. Wenn wir sie jedoch freiwillig vollziehen könnten, würden sie jedoch gewiß nicht so schmerzhaft und mit so vielen neuen Ungerechtigkeiten verbunden sein, als wenn sie uns überrennen werden. Aber kommen werden sie.
>Deshalb,werter Turon, hier will und wird niemand das kind mit dem Bade ausschütten, aber die schier unerträglichen Defizite sollen, nein müssen beim Namen genannt werden.
>Ein Deutscher, der sich oftmals schon geschämt hat, einer zu sein.
>MfG
>A.
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