- Gedanken zu dottores"Macht, Zins, Inflation"-Beitrag - Morpheus, 04.07.2002, 20:56
- Re: Gedanken zu dottores - drooy, 04.07.2002, 21:33
- Re: Gedanken zu dottores /@drooy und @alle - JÜKÜ, 04.07.2002, 21:49
- @Morpheus: Durch Evolution haben wir uns vom Wurm zu einem unser selbst be- - Josef, 04.07.2002, 21:46
- Re: Gedanken zu dottores Beitrag - nicht übel Morpheus - nereus, 04.07.2002, 22:09
- Re: Gedanken zu dottores 'Macht, Zins, Inflation' - Anmerkung, @morpheus - Popeye, 05.07.2002, 10:01
- Re: Staatsübel-Ausbruch nur eine Vertagungsfrage - dottore, 07.07.2002, 10:05
- Re: Gedanken zu dottores - drooy, 04.07.2002, 21:33
Gedanken zu dottores"Macht, Zins, Inflation"-Beitrag
Nun habe ich mir die Ausführungen vom hier offensichtlich hoch geschätzten dottore durchgelesen. Durchaus ein interessanter Beitrag. dottore verfügt über ein tiefes Wissen historischer Begebenheiten. Dennoch frage ich mich - man möge dies bitte entschuldigen - was mir dieses Wissen bzw. dieser Ansatz bringt.
Glaubt man diversen soziologischen Theorien ist eine herrschende Klasse/Macht nötig, damit sich eine Gesellschaft entwickeln kann. Fragt sich jedoch, ob „Entwicklung“ positiv oder negativ ist. Natürlich kann dies nicht pauschal beantwortet werden. Zum Einen ist eine solche Bewertung objektiv nicht möglich, zum anderen stellt sich hier eine weitere bedeutende Frage: Was wollen wir überhaupt? Hier liegt eben der Punkt: die Menschheit weiß es selbst nicht. Warum suchen wir Götter oder, nachdem die Kirchen nicht mehr überzeugen, außerirdische Lebensformen, die uns „aus dem Dunkel“ führen? Warum sind wir hier bzw. warum können wir darüber nachdenken, warum wir hier sind, die auf der Weide stehende Kuh hingegen nicht? Wozu die Intelligenz? Zur Arterhaltung?
Dottores Ausführungen finde ich überzeugend. Doch was wissen wir nun mehr bzw. was sollen wir nun tun da wir die Reihenfolge kennen (Macht --> Abgaben --> Geld --> Wirtschaften mit Geld und Preis und Zins)? Ist es gut oder schlecht, dass es Herrscher gibt, die Zwang ausüben? Kann es überhaupt ohne Herrscher gehen? Ist ein Zwang nötig, um den Menschen vor sich selbst zu schützen? Ist Zwang nicht eine direkte Folge der Arbeitsteilung und damit eine Grundlage gemeinsamen menschlichen Handelns?
Was ist Macht? Die Fähigkeit, Interessen auch gegenüber anderen Interessen durchzusetzen. Doch welches Interesse haben wir überhaupt? Wir wissen es nicht. Wir kennen einzelne individuelle Interessen, aber nicht das Interesse unserer Spezies - abgesehen von Arterhaltung. Wissensvermehrung? Zu welchem tieferen Zweck? Ein Selbstzeck? Was ist mit Freiheit? Diese haben wie uns doch immer nur selbst erst genommen! Zwang ergibt sich somit offensichtlich dadurch, dass Individuen ihre Interessen gegen andere durchsetzen wollen. Zwang setzt demnach Intelligenz voraus, denn Zwang bezieht sich auf Handeln und Handeln auf Erkennen und Planen, auf Absichten. Letztlich ist Zwang also eine Folge der menschlichen Intelligenz und der individuellen Egos, die überhaupt erst individuelle Ziele und somit Interessen möglich machen. Der Staat ist demzufolge ein gemeinsames Interesse vieler Individuen, ein Konstrukt um bestimmte Ziele zu erreichen. Die Macht des Staates liegt demnach im tieferen Interesse des Menschen, der sich daher den Zwängen unterordnet. Alles was folgt (Abgaben --> Geld --> Wirtschaften mit Geld und Preis und Zins) sind somit notwendige Übel zur Umsetzung bestimmter Ziele. Die Frage ist somit, ob sich die Ziele auch ohne diese Übel erreichen lassen bzw. ob die Übel wirklich übel sind.
So, das ist jetzt ein erstes brainstorming nach dem Lesen von dottores Text. Kann sein, dass ich morgen die dargestellten Ideen als völlig schwachsinnig verwerfe. In diesem Fall habe ich mich dann wohl in"geistigen Wirrungen" verstrickt. Wahrscheinlich habe ich aus einer schlichten Theorie nun eine Sinnfrage gemacht. Vielleicht habt ihr ja dennoch Anregungen bzw. Lust zu diskutieren... ;-)
Morpheus
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