- Baldur hat seine Mutter nach deren schwerer Krankheit verloren! - Nochmals, auch - Galiani, 08.09.2003, 11:49
- Schliessemich diesen Worten an. Hab´Dich in Ochsenfurt getroffen, Baldur. - Trueffel-Ferkel, 08.09.2003, 12:02
- Viel Kraft wünsche ich Dir und mein herzliches Beileid. (owT) - Tierfreund, 08.09.2003, 13:16
- Re: Baldur hat seine Mutter nach deren schwerer Krankheit verloren! - Euklid, 08.09.2003, 12:04
- Re: Baldur hat seine Mutter nach deren schwerer Krankheit verloren! - Nochmals, auch - -- Elli --, 08.09.2003, 12:23
- Nähe ist keine Frage der Geographie - LOMITAS, 08.09.2003, 12:29
- Auch von mir: Aufrichtiges Beileid! - schombi, 08.09.2003, 12:33
- @ Baldur, aufrichtiges Beileid:-( (owT) - stocksorcerer, 08.09.2003, 12:39
- Re: @ Baldur, aufrichtiges Beileid:-( (owT) - Sushicat, 08.09.2003, 13:58
- Re: @ Baldur, aufrichtiges Beileid:-( (owT) - Bob, 08.09.2003, 14:18
- Re: @ Baldur, aufrichtiges Beileid:-( (owT) - Sushicat, 08.09.2003, 13:58
- . (owT) - Gewinnmitnehmer, 08.09.2003, 13:57
- @ Baldur: Auch von mir herzliches Beileid. - Victor, 08.09.2003, 14:08
- Ausgehen ist Leben,... (owT) - LeCoquinus, 08.09.2003, 14:21
- Pfrrrzt! Sorry falsche Taste gedrückt! Jetzt aber... - LeCoquinus, 08.09.2003, 14:27
- @ Baldur. Mein Beileid Baldur. - Odin, 08.09.2003, 14:25
- Re: Mein herzliches Beileid, Baldur (owT) - Tassie Devil, 08.09.2003, 14:48
- Herzliches Beileid - le chat, 08.09.2003, 14:49
- Auch meine Anteilnahme (owT) - R.Deutsch, 08.09.2003, 15:20
- Mein Mitgefühl, Baldur! «Der Tod beendet nicht alles! » (owT) - Uwe, 08.09.2003, 15:25
- Ebenso, herzliches Beileid (owT) - LenzHannover, 08.09.2003, 15:25
- Re: Baldur hat seine Mutter nach deren schwerer Krankheit verloren! - Loki, 08.09.2003, 15:31
- Re: Baldur hat seine Mutter nach deren schwerer Krankheit verloren! - Nochmals, - Karl52, 08.09.2003, 15:31
- Auch mein tiefes Mitgefühl! - Mr. Smith, 08.09.2003, 16:33
- Tut mit Leid! Herzliches Beileid auch von mir! - marsch, 08.09.2003, 16:37
- privat und themenfremd -Baldur hat seine Mutter verloren! - habt Dank, Freunde! - Baldur der Ketzer, 08.09.2003, 16:38
- Danke für die offenen Worte und tiefen Einsichten - mein tiefes Mitgefühl - owT - McShorty, 08.09.2003, 16:53
- Baldur, ich wünsch dir alles Gute! Und vor allem: Lass dir Zeit!!! - Luigi, 09.09.2003, 02:19
- Re: @Baldur: Danke für diesen Beitrag, habe ihn erst jetzt gelesen (owT) - - Elli -, 09.09.2003, 19:33
- Re: Baldur hat seine Mutter nach deren schwerer Krankheit verloren! - Nochmals, auch - Standing Bear, 08.09.2003, 16:40
- Mein Beileid, Baldur (owT) - Diogenes, 08.09.2003, 16:47
- Lieber Baldur, auch ich möchte dir mein Beileid aussprechen.. - Herbi, dem Bremser, 08.09.2003, 17:02
- Mein aufrichtiges Beileid (owT) - Albrecht, 08.09.2003, 17:18
- Auch von mir mein herzliches Mitgefühl - Sascha, 08.09.2003, 17:21
- Re: Baldur hat seine Mutter nach deren schwerer Krankheit verloren! - - Emerald, 08.09.2003, 17:40
- Auch von mir aufrichtiges Beileid (owT) - Dionysos, 08.09.2003, 17:44
- Bin in Gedanken bei dir, auch wenn man sich noch nicht persönlich kennt. (owT) - Silberfuchs, 08.09.2003, 18:26
- Mein tiefes Mitgefühl, möge die Zeit deine Wunden heilen. (owT) - igelei, 08.09.2003, 18:42
- Re: Auch meine Anteilnahme! (owT) - Ecki1, 08.09.2003, 18:43
- "Winzig sind die Argumente des Lebens gegen den Tod." (Lothar Zenetti) (mT) - PATMAN1, 08.09.2003, 19:02
- Eine weiße Lilie. (owT) - El Sheik, 08.09.2003, 19:04
- Auch von mir mein aufrichtiges Beileid (owT) - Peter der Große, 08.09.2003, 19:49
- Re: @Baldur - Cosa, 08.09.2003, 19:50
- @Baldur - Jagg, 08.09.2003, 20:14
- Re: Baldur, mein herzliches Beleid. - Svenni, 08.09.2003, 20:17
- Beileid auch von mir. (owT) - JeFra, 08.09.2003, 20:44
- @Baldur - Dieter, 08.09.2003, 23:03
- Re: Baldur: Aufrichtiges Beileid (owT) - sensortimecom, 09.09.2003, 17:34
- Schliessemich diesen Worten an. Hab´Dich in Ochsenfurt getroffen, Baldur. - Trueffel-Ferkel, 08.09.2003, 12:02
privat und themenfremd -Baldur hat seine Mutter verloren! - habt Dank, Freunde!
-->Lieber Galiani, und alle anderen, die Ihr Mitgefühl ausgedrückt haben,
ich danke Euch von Herzen und bin zutiefst gerührt und ehrlich ergriffen von Eurer Anteilnahme.
Es heißt immer, das Internet mache Stubenhocker, sei unpersönlich, anonym, usw., gehe am Leben vorbei. Mitnichten.
Das Gegenteil ist der Fall.
Wie und wo sonst sollten sich Leute treffen, die aus verschiedensten Gegenden und mit verschiedensten Ansichten doch eines verbindet, die ehrliche Bemühung, über den Tellerrand zu blicken, und, nicht 08/15 zu sein.
Es hat sich wirklich im und um das Forum eine Gemeinschaft gebildet, freiwillig, nachhaltig, konnte auch durch Sabotageversuche nicht zerstört werden. Das hat etwas. Etwas bleibendes, egal, was einmal aus Internet oder Forum werden wird. Und es sind Freundschaften entstanden, die oft intensiver sind, als die Bindungen im Umkreis.
Man wird sich auch in dreißig oder fünfzig Jahren noch daran erinnern, einmal im Internet in einem Forum gerne gelesen zu haben, Teil desselbigen geworden zu sein. Und man hatte ein gutes Gefühl, geradezu Entzugserscheinungen, wenn man nicht mitmachen konnte.
So, wie es Chrizzy oder auch Andreas vor kurzem mit seinem Vater erleben mußte, konnte ich es auch bei meiner Mutter erleben: wenn die Zeit gekommen ist, sind alle Versuche, noch etwas am großen Ausgang zu drehen, zum Scheitern verurteilt. Es geht dann konsequent seinen unaufhaltsamen Gang.
Egal, was man anpacken möchte, einerseits wird es für den Erkrankten irgendwann zuviel, die Behandlung selbst wird zur Last oder Tortur, andererseits zieht sich ein roter Faden durch alle Versuche, der nichts mehr klappen läßt, Ärzte sind in Urlaub, Pharmafirmen rausgemobbt worden und ins Ausland verzogen, Pillen können nicht mehr geschluckt werden und erfolgversprechende Behandlungen waren geographisch zu weit entfernt, die Anreise war nicht mehr zu überstehen.
Mutter hatte tierische Schmerzen, auch Morphium half nicht.
Solange sie gegen die Krankheit (Krebs) ankämpfte.
Als sie sich ins Schicksal ergab und den Kampf verloren gab, verschwanden die unerträglichen Schmerzen von selbst.
Der Weg zum Ende war grausam, aber nach Meinung der Ärzte wäre noch unbarmherzigeres nachgekommen, sofern sie hätte es erleben und durchleiden müssen.
Natürlich habe ich nichts gegen die Zeilen, die Elli aus meinem email zitiert hat.
Ich will niemanden bekehren, missionieren, indoktrinieren, das machen bereits die Kuttenbrüder seit Jahrhunderten. Aber wer möchte, soll durchaus erfahren, was meiner Lebensanschauung entspricht. MAnchem hat es den Anstoß gegeben, ein Stückchen weit die angeblich verbotene Tür zu öffnen, und später selbst Trost zu erfahren, wenn ein lieber Mensch abberufen wurde. Dann kannte man den Weg und hatte bereits genug Vertrauen gewonnen.
Der Zustand kurz vor dem Überschreiten der Brücke hielt seit einigen Tagen unverändert und stabil an, ich war noch bis spät nachts im Spital, um Mutter nicht alleine zu lassen, wenn es soweit wäre.
Als es sich unverändert hinzog, entschloß ich mich, doch kurz heimzufahren.
Am Morgen rief ich in der Klinik an, die Nachricht lautete, alles unverändert, es zieht sich. Lassen Sie sich Zeit, wir rufen ggf. an, wenn sich etwas ändert.
So saß ich also noch etwas gedankenleer herum und ließ mich etwas treiben, als es plötzlich im Gang klopfte - einmal, normale Lautstärke, aber ich wußte, es hatte den Charakter einer Nachricht, ich wußte, Das war es jetzt. Intuitiv. Das Wissen ist einfach da.
Während ich noch etwas geschockt (aber in keinerweise beängstigt) nachdachte, ob oder ob doch nicht, läutete schon das Telefon, die Schwester war dran und teilte mir atemlos, gerade sei es zu Ende gegangen...........
Die meisten werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben, als nahe Angehörige und Freunde hinübergingen, aber nur wenige werden offen darüber sprechen.
Gottlob habe ich mittlerweile einige wirklich vertrauenswürdige und fähige Medien kennenlernen dürfen, und so war es mir - nach meiner tiefen Überzeugung - möglich, festzustellen, ob und daß alles *in Ordnung ist*. Ich rief eine hellsichtige gute Bekannte an und fragte, was sie an Informationen bekommen würde. Das geht ja sehr schnell. Und ich erfuhr, alles problemlos. Mach Dir keine Sorgen. Und noch ein paar persönliche Dinge.
Ich teilte dies dann der diensthabenden Schwester mit, die mich angerufen hatte, und sie war derart berührt und erleichtert, man kann es kaum beschreiben.
Natürlich nehmen die Pfleger und Schwestern immer Mit-Leid mit nach Hause, wenn jemand in ihrer Schicht gehen mußte, den sie gerne mochten.
An diesem Tage, so sagte sie mir, sei es erstmals anders gewesen, denn sie würde nun nichts leidvolles mitnehmen, sondern sich freuen können, daß das Leid zuende sei, ohne, daß damit auch die Auslöschung der Persönlichkeit oder andere leidvolle Dinge damit verbunden wären.
Den Kollegen und Kolleginnen erging es gleichermaßen. Als ob ein Tor geöffnet worden wäre, das endlich Frischluft und Licht in einen düsteren drückenden Mief hereinließ. Oder so.
Natürlich ist nicht jeder so aufgeschlossen, manche sagen, ich sei einer Sekte zum Opfer gefallen, andere meinen, ich spinne halt oder wieder andere möchten mich mit fundamental-christlichen Dogmen warnen.
Jedem sein Pläsierchen, jeder nach seiner Facon, finde ich. Und immer die gebührende Toleranz wahren.
Wer einmal hinter dem Sarg eines geliebten Menschen zu dessen Grabe schritt und ihn in dieser Kiste wähnte, weiß, was es heißt, von diesem quälenden Alpdruck befreit zu sein.
Ich mußte Nachbarn und Freunde meinerseits trösten, obwohl ich sehr an Mutter hing und wir ein sehr gutes Miteinander seit Kindheit hatten, ich ihren Tod als sehr schmerzhaft empfinde. Ein fast unwirklicher Zustand.
Der aber dokumentiert, was einem diese persönliche Entwicklung geben kann.
Es ist kein Glauben mehr, oder Hoffen, sondern empirisches Wissen, signifikant und reproduzierbar. Was will man mehr.
Auf gleichem Wege erfuhr ich dann, daß es seit einem Jahr feststand, wann und wie es endete, überhaupt sei das alles schon mit der Geburt mitgebracht und nicht zu ändern.
Es hätte keine Behandlung mehr geholfen, egal, welche. Die Zeit war gekommen.
Das große WIE und WARUM wird keiner von uns jemals vollumfassend erfahren, aber ich bin schon froh, für mich zu wissen (nicht glauben zu müssen), daß ein gegangener, geliebter Mensch noch immer *existent* ist und auch erreichbar bleibt.
Das nimmt das leidvolle aus den Geschehnissen. Was bleibt, ist die Frage nach dem Sinn des Leidens, das nun gottseidank beendet wurde.
Es ist für mich eine Lernaufgabe gewesen, zu erkennen, daß der Weg meiner Eltern, der Weg einer ganzen Generation, ein nur bedingt empfehlenswerter Weg war.
Anstatt Geschäft und Beruf als Bestandteil des Lebens zu sehen, aber halt nur als einen Teil, wurden sie, wurden wir, zu einem Bestandteil des Berufs, der Firma, die Sache hat sich verselbständigt und hat einen versklavt.
Es ist jetzt meine Aufgabe, aus diesem Hamsterlaufrad auszusteigen. Maß halten, wie Erhardt sagte.
Und ich bin auf gutem Wege hierzu.
Als meine Mutter nicht einmal mehr einen Teelöffel mit Wasser runterschlucken konnte, trotz unbeschreiblichen Durstes, fuhr ich abends heim und holte die teuerste Flasche Rotwein aus dem Keller, die da war, trank sie im Bewußtsein, es von nun an anders zu machen - sie war für ein besonderes Ereignis aufgehoben worden, das nun nie mehr stattfinden wird. Wozu also hat man sich das aufgeschoben?
Das Bewußtsein, wie brüchig es um alles bestellt ist, was unser Leben ausmacht (Wirtschaft, Börse, Schuldenberge, Kriminalität, Unrecht, Gesetzesblödsinn, Geldfragen, Affenstaat etc.), richtet den Blick zwangsläufig in die Zukunft, und verstellt (verstellte zumindest uns) die Qualität des Augenblicks, das bewußte lebenswerte Erleben des Moments.
Jetzt statt später kostet Zins, aber sichert das Erleben.
Ein Gedanke, der neu für mich ist.
Wie ihr Euch unschwer denken könnt, was denn auch die erste - posthume, wenn man so will - Durchgabe an mich, * Junge, fange endlich an zu leben, verkaufe, was Dich belastet, behalte nur, was Dir selbst Freude macht, sei nicht sentimental, sondern vernünftig, und mach es besser, gönn Dir was, endlich*.
Es kamen noch ein paar persönliche Details, die dokumentierten, daß es wirklich meine Mutter war, die Kontakt aufnahm, und nicht irgendein Geschwafel.
Na, mal sehen, was sich daraus ergibt.
Bei der Beisetzung sprach ein Freidenker, und gab den Anwesenden Gelegenheit, daß ein jeder nach seinem Glauben, nach der jeweils eigenen Lebensanschauung, auf die ihm/ihr geboten erscheinenden Weise, der Verstorbenen gedenken möge.
Wir spielten ein Stück aus einem Musical und beim Hinausgehen *sag beim Abscheid leise Servus*
Ein Schock für die katholische Verwandtschaft, aber ein wohltuender Tabubruch für alle jüngeren und nichtkonfessionellen unter uns.
Nichtsdestotrotz, nein, gerade deswegen, war es sehr persönlich, feierlich, würdevoll, und tragend.
Ich denke, auch die kulturellen Gepflogenheiten bei Trauerfällen werden sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten enorm ändern, sie werden individueller, freier, und unkonventioneller werden.
Insofern läuft nicht alles total verkehrt. Es gibt zumindest in Teilbereichen auch positive Entwicklungen.
Ich danke Euch allen für Eure Wertschätzung und Euer Mitgefühl.
Beste Grüße von Eurem Baldur
(der ab jetzt wieder öfters ketzern wird)

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