-->Aus der Bild ein Interview mit Bärbel Höhn....
Umweltministerin will Straßenbrücken für Tiere bauen
Interview mit Bärbel Höhn
Von BURKHARD UHLENBROICH
In den Großstädten Europas sterben die Spatzen. Was tun Sie in Deutschland bzw. NRW dagegen?
Tiere und Menschen leben heute auf engerem Raum. Früher gab es auch in der Großstadt viele Menschen, die sich mit Gemüse aus dem Garten und Eiern aus dem eigenen Hühnerstall versorgt haben. Die Spatzen fanden reichlich Nistplätze und konnten ihren Nachwuchs leicht mit Pflanzensamen und Insekten füttern. Heute müssen die Spatzen an die Ränder der Städte und auf das Land ausweichen. Doch wir können den Tieren helfen: Wir beraten Menschen dabei, wie sie schon mit kleinen Hohlräumen unter dem Dach Nistmöglichkeiten schaffen und ihre Gärten naturnäher gestalten können. Mit dem Verzicht auf Pflanzengift und der Verwendung heimischer Pflanzen können sie nicht nur den Spatzen helfen.
In Nordrhein-Westfalen werden jährlich 19 000 Rehe totgefahren
Sollte man die Sicherheitsmaßnahmen für Wildwechsel und Krötenwanderung auf deutschen Autobahnen und Straßen verstärken?
Bislang werden die Wanderungen vor allem von großen Säugetieren bei der Planung und beim Bau von Verkehrswegen noch zu wenig berücksichtigt. Allein in NRW werden jährlich fast 19 000 Rehe überfahren. Wir in NRW wollen in Zukunft verstärkt auf Grünbrücken setzen, die den Tieren auch bei der Suche nach ihrer Futterstelle die Überquerung von Straßen ermöglichen. Diesen Vorschlag haben wir auf der bundesweiten Agrarministerkonferenz eingebracht. Außerdem sind Krötenzäune nach wie vor unverzichtbar. Nach Schätzungen wandern jährlich weit über eine Million Tiere.
Sollte man Tauben in der Stadt füttern, selbst wenn sie ein erheblicher, auch gesundheitsgefährdender Störfaktor sind?
Tauben können nur schwer umgesiedelt werden. Anstelle der Tötung der Tiere setzen wir auf speziell eingerichtete Taubenschläge. Wenn die Taubeneier gegen Gipseier ausgetauscht werden, dann gibt es auf Dauer weniger Tauben. Eine kontrollierte Fütterung mit artgerechtem Futter ist wichtig. „Engagierte“ Fütterer können hier eingebunden werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass dieses Konzept das bessere ist.
Geht es den gefährdeten Tierarten in Deutschland beziehungsweise NRW besser, seit Sie „ihre“ Ministerin sind?
Insbesondere solche Arten, die in der Vergangenheit durch den Menschen bejagt wurden, haben dank konsequenter Artenschutzprogramme und gezielter Schutzmaßnahmen in ihren Beständen wieder zugenommen. Dazu zählen in NRW viele Greifvogelarten, wie der Wanderfalke, der Uhu, die Weiß- und die Schwarzstörche oder der Graureiher. Andere Arten, vor allem die Insekten, profitieren von gezielten Biotopschutzprogrammen durch den Verzicht auf Stickstoffdünger und Pflanzengifte.
Was zählen Sie zu Ihren größten politischen Erfolgen in puncto Tiere und Natur?
Mein größter Erfolg für den Tierschutz war das Urteil zur Hennenhaltungsverordnung, weil dadurch nicht nur Batteriekäfige für Hühner abgeschafft werden, sondern alle anderen Tierhaltungsverordnungen, beispeilsweise für Kälber und Schweine, überarbeitet werden müssen. Beim Naturschutz hat die Verbindung von Landwirtschaft und Naturschutz viel verändert. Durch unsere Förderprogramme Vertragsnaturschutz und Agrarumweltmaßnahmen werden inzwischen 240000 Hektar nach diesen Maßstäben bewirtschaftet. 1995 waren es erst 40 000 Hektar.
Wie setzen Sie sich privat für Tiere ein?
Honorare, die ich zum Beispiel für Fernsehsendungen bekomme, spende ich immer für Tierschutzmaßnahmen. Im Übrigen habe ich eine gewonnene Wette - aufgestockt mit privatem Geld - dazu verwendet, ein Schwein zu kaufen. Der Eber Einstein gehört zu einer aussterbenden Haustierrasse, den Bentheimer Bunten, und lebt jetzt gemeinsam mit der Sau Bärbel, für die ich die Patenschaft übernommen habe, im Bergischen Freilichtmuseum in Lindlar.
Haben Sie Tiere?
Nein, weil man für Tiere Zeit braucht - und die habe ich in meinem Beruf nicht ausreichend. Ich bin aber mit einem Hund aufgewachsen und wir haben früher kleine Tiere gehabt.
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Anscheinend haben wir keine anderen Probleme als eigene Straßenbrücken für Rehe... Demnächst sperren die noch eine Autobahn den ganzen Tag wegen einer Krötenwanderung (alternativ ein Krötenschutzzaun mit Höchsttempo 30 km/h)
Tierschutz ist ja gut und schön - aber haben wir nicht zur Zeit andere Probleme...?
Ich glaub, ich dreh durch....
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